Falschparker-App „Straßensheriff“ sucht Crowdfunding-Kapital

Das Berliner Start-Up „Agentur für clevere Städte“ will eine kostenlose App „Straßensheriff“ im kommenden Jahr für die Betriebssysteme iOS und Android auf den Markt bringen. Mit der App kann man ein Foto eines Autos machen, das den Fahrradverkehr behindert. Die App speichert zusätzlich Datum und Uhrzeit sowie die GPS-Kordinaten. Alle diese Infos werden dann in ein pdf-Dokument umgewandelt und per Mail an die Polizei geschickt.

Für die Finanzierung der App setzt das Start-Up auf Crowdfunding. Insgesamt sollen so 59.000 Euro zusammenkommen. Für die ersten 33.000 € sollen die Rechtsfragen geklärt und eine Basis-Version der App für das Betriebssystem Android entwickelt werden. Für weitere 26.000 € werden dann aufgebohrte Apps für Phone und Android geliefert, inclusive der „Message-Funktion, um den Autos nette Nachrichten zu schicken“. In den ersten Tagen ist ein Kapital von 1.090 € zugesichert worden, es bleiben noch weitere 42 Tage, um das Funding-Ziel zu erreichen.

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(Dank an Gerrit für den Hinweis.)

25 Gedanken zu „Falschparker-App „Straßensheriff“ sucht Crowdfunding-Kapital

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  1. Wenn die Polizei über jeden Falschparker informiert – und dann tätig – würde, wären ihre Kapazitäten ja sofort voll ausgelastet. Würden sie sich um jeden Falschparker kümmern, so würde sich der Aktionsradius auf 50-100 Meter ums Polizeirevier herum erstrecken, weiter kämen sie gar nicht.

    Insofern bezweifle ich, dass diese App neben der Bedienung von Rachegelüsten irgendeinen Vorteil für Radfahrer bringen kann.

    Nach meiner Erfahrung legen es die Falschparker, die wirklich so richtig stören (z.B. quer auf dem Gehweg, diagonal in der Einfahrt oder auf der Straßenbahnschiene in der mittleren Fahrspur) auf Streiterei an, vernünftige Kommunikation ist da nicht möglich. Leider ist sie in den beschriebenen Fällen manchmal nötig, wenn das Vorankommen sonst gar nicht mehr möglich ist. „Normale“ Falschparker hingegen lassen zumindest noch kleine Freiräume für die Fortbewegung, da gibt es ehrlich gesagt ganz selten welche, die mich wirklich stören.

  2. Also von so einer Blockwart-Kacke halte ich ja noch weniger als von Vollidioten, die zu blöd sind, ihren Schrotthaufen richtig abzustellen.

    Abgesehen davon haben Falschparker auf benutzungspflichtigen Radwegen eine ganz praktische Folge: der Todesstreifen ist nicht benutzbar und muss dementsprechend nicht benutzt werden. In diesem Sinne, liebe Autofahrer: parkt auf Bürgersteig-Radwegen, wann immer dies möglich ist!

  3. @Dingenskirchen, yay es hat nur einen Post gedauert, bis die Blockwart-Vokabel fiel.

  4. Fängt ja gut an, im allgemeinen gibt es doch eher das Schwarz-Weiß Paar:
    a) Lasst sie doch, bringt eh nix
    b) Bringt eh nix, tretet Ihnen lieber den Spiegel ab.

    Da böte so eine App doch mal Abwechslung… 😉

  5. Ist die Polizei eigentlich der richtige Adressat?
    Hier im Rheinland ist für Falschparker das Ordnungsamt zuständig.

  6. Die Polizei verneint die Zuständigkeit glaub ich immer damit, dass für den ruhenden Verkehr das Ordnungsamt zuständig ist. Zu dem Schluß, dass mit dem Parken auf Fuß- und Radwegen, der fließende Rad- und Fußverkehr behindert und gefährdet wird, reicht es wohl nie.

  7. @berlinradler
    Für die erste Kategorie wäre doch eine Anzeige beim Ordnungsamt genau das richtige. Können sie sich doch mit denen rumstreiten, die dafür zuständig sind.

    Warum dich die zweite Kategorie nicht stört, kann ich nicht nachvollziehen. Auch wenn da gerade noch genug Platz gelassen wird, dass man mit dem Rad vorbeikommt. Dann muß ich doch auf Schrittgeschwindigkeit runter bremsen, damit ich nicht in die sich vielleicht öffnende Autotür fahre. Also ich kenne eigentlich keine Fuß/Radwege bei denen ein geparktes Auto nicht stört.

  8. „Also von so einer Blockwart-Kacke halte ich ja noch weniger als von Vollidioten, die zu blöd sind, ihren Schrotthaufen richtig abzustellen.“
    Nehmen wir mal an, dich würde der Falschparker doch stören, wie würdest du dagegen vorgehen. Möglichst mit dem Effekt, dass du derjenige das in Zukunft läßt.

    „Abgesehen davon haben Falschparker auf benutzungspflichtigen Radwegen eine ganz praktische Folge: der Todesstreifen ist nicht benutzbar und muss dementsprechend nicht benutzt werden. In diesem Sinne, liebe Autofahrer: parkt auf Bürgersteig-Radwegen, wann immer dies möglich ist!“
    Ein schöne Sache für Männer zwischen 20 und 50 die einen 30er Schnitt haben und gern mal einem Iditioten ne Beule ins Auto treten. Aber ich behaupte mal, dass es viele Radfahrer gibt, die nicht mit der gleichen Lust auf eine relativ stark befahrene Straße ausweichen. Auf der wie du sicher weißt, es immer einige Kriminelle gibt.

  9. @ Stefan: „ruhender Verkehr“ … war das nicht sowas ähnliches wie Nullwachstum?

    (s.a. ->http://de.wikipedia.org/wiki/Oxymoron)

  10. Es gibt außer Radfahrern auch noch Menschen die im Rollstuhl sitzen oder Kinderwägen. Das ist dann immer schön, wenn dann so ein Ignoranter den Gehweg zuparkt.
    Wo findet man dann den nächsten abgesenkten Bordstein? Schönes Suchspiel.
    Anscheinend nimmt diese Unart überhand. Irgendwann reicht es halt mal.
    Warum sollte ich solchen Menschen nachgeben? Wann ändern diese Menschen ihr Verhalten? Wahrscheinlich nur wenn man ihnen ans Geld geht.

  11. @Michael S.
    In der Tat ein lustiges Konstrukt. Diese Schöpfung stammt allerdings nicht von mir.

  12. @ Martin: Entspann dich. In Rom ist es z.B. voll relaxed, nicht so blockwartmäßig wie bei uns. Da parken die Autos auch die Ecken knalledicht, aber keiner regt sich auf. Geht man halt 50m vorher auf die Fahrbahn und spaziert bis zur nächsten Möglichkeit, wieder auf den Gehweg zu gehen. Voll cool und die Autofahrer finden das auch echt nicht schlimm, denn dafür haben sie ja mehr Parkplätze.

  13. Wir haben uns gegen diese Kultur der Denunziation positioniert. fahrradjournal hält Falschparker nicht für das größte Problem der Rad fahrenden Menschheit. Hier handelt es sich ja auch nicht um eine gesellschaftlich relevante Protestbewegung, sondern um ein Unternehmen, das Kapital für ein Projekt generieren möchte und wirtschaftliche Interessen verfolgt.

    Es macht einen großen Unterschied, ob ein Individuum im Einzelfall entscheidet, jetzt zeige ich den mal an oder ob das flächendeckende Denunzieren per App gegen eine ausgesuchte Verkehrsteilnehmergruppe als Lösung für die von der Politik (noch) nicht abgearbeiteten verkehrspolitischen Aufgaben suggeriert wird.

    Die Idee, das Bewusstsein für den anderen Verkehrsteilnehmer lasse sich per Gesetz und Ordnung durchsetzen, wenn nur alle Bürger wachsam sind, ist eine extrem autoritäre. Öffnet man diese Büchse der Pandora, könnten gut andere Verkehrsträger oder auch gesellschaftliche Gruppen ins Visier rücken, die man ebenfalls Anzeigen kann. Gegen diese Kultur des gegenseitigen Anschwärzens wendet sich fahrradjournal nachdrücklich.

    Deshalb auch unsere Satire darauf:

    http://fahrradjournal.de/kultur/city-debuty-app-die-digitale-burgerwehr-gegen-rad-rowdys-kommt/

  14. @Stefan:

    „Nehmen wir mal an, dich würde der Falschparker doch stören, wie würdest du dagegen vorgehen.“

    Mit ausreichendem Seitenabstand an dem Blechhaufen vorbei fahren. Ende.

    „Möglichst mit dem Effekt, dass du derjenige das in Zukunft läßt.“

    Das würde Lernfähigkeit voraussetzen. Nach meiner Beobachtung reicht die intellektuelle Kapazität von Autofahrern gerade mal, um den Knopf für die Hupe zu finden. Lernfähigkeit dürfte also mangels Masse nicht gegeben sein.
    Es bringt auch nichts, sich mit dieser Idiotenbande anzulegen. Das hebe ich mir für Fälle auf, in denen ich direkt gefährdet werde (durch zu enges Überholen, Abdrängen, Ausbremsen). Ein statischer Blechhaufen gefährdet mich nicht, an dem kann ich vorbei fahren.

    Machen wir uns nichts vor, dieses Blockwart-Werkzeug wird ein Schuss in den Ofen. Erst erklärt sich die Pozilei für nicht zuständig (ruhender Verkehr), dann erklärt sich das Ordnungsamt für nicht zuständig (ist zwar ruhender Verkehr, gefährdet aber fahrenden Verkehr und ist damit dann doch ein Fall für die Pozilei), und dann landet die Sache doch wieder bei der Pozilei. Also bei den Nasen, die ihre Wannen bevorzugt auf Radwegen abstellen, wenn der Kollege ganz dringend dienstlich zum Bäcker rennen muss oder wenn gemeinsam ganz dringend dienstlich eine Currywurst einzunehmen ist. Und die sollen gegen Verhaltensweisen, die sie selbst ständig an den Tag legen, vorgehen? Lächerlich, das landet in der virtuellen Rundablage.

    Erst recht bei Personen, die die App sehr häufig nutzen, dazu gab es (Stichwort: Knöllchen-Horst) neulich auch ein sehr interessantes Urteil des OLG Lüneburg (kurz: wer dem Hobby nachgeht, regelmäßig Falschparker aufzuschreiben, übt eine denunziatorische Tätigkeit aus und kann die Behörden nicht zur Verfolgung der durch ihn gemeldeten Ordnungswidrigkeiten zwingen).

  15. @Dingenskirchen: insgesamt beurteile ich die Geschichte ähnlich. Ob es allerdings ein Schuss in den Ofen ist, scheint mir zweifelhaft. Kripo und Geheimpolizei haben schon immer erfolgreich mit Denunzianten und Spitzeln gearbeitet. Die Polizei hat ja bereits sogenannte Online-Wachen ins Web gestellt. Dort kann man Strafanzeigen erstatten. Die vorgesehene App macht nichts anderes, nur noch komfortabler. Wenn sie scheitert, dann höchstens, weil die verschärfte Verfolgung von Parksündern möglicherweise nicht politisch gewollt ist, oder weil sich Radfahrer nicht im erforderlichen Umfang am Projekt beteiligen.

    Die idealisierende Selbstdarstellung des Startups scheint mir unglaubwürdig. Ein bewusst verharmlosend beschriebenes Pilotprojekt, mit dem man sich in Wirklichkeit bei den Behörden für Folgeaufträge im Bereich Überwachungssoftware empfehlen und andienen will. Um die Sicherheit von Radfahrern geht es dabei vermutlich weniger. Vielmehr sind Radfahrer eine ideale Versuchsgruppe mit hoher Anzeigeneigung und Affinität zu Smartphone-Apps.

  16. @Stefan, ja, man kann jetzt natürlich darüber diskutieren, ob Falschparker stören. Manchmal tun sie es, manchmal nicht. Ich habe mich auch schon beschimpfen lassen, weil ich – mit Kinderwagen unterwegs – eine Frau scherzhaft gefragt habe, ob sie beim Parken den Gehweg übersehen hätte. Es war die volle Gehwegbreite, ich musste mit dem Wagen auf die Fahrbahn und wieder zurück wechseln.

    Dennoch muss man doch die Frage stellen, wie man sinnvoll dagegen vorgehen kann. Mit primitiven Streithammeln zu diskutieren bringt jedenfalls nichts. Wenn die App tatsächlich dazu führt, dass die zuständige Behörde Bußgelder verteilt, ist das sicher ein möglicher Weg. Ich habe nur aus verschiedenen Gründen Zweifel daran. Zum einen ist das die bereits erwähnte enorme Verbreitung des Falschparkens – man wird wohl keine Straße ohne falsch parkendes Fahrzeug finden. Zum anderen habe ich Zweifel daran, dass die Polizei / das Ordnungsamt solchen Anzeigen nachgeht. Schon allein Beweisgründe (ist das Nummernschild wirklich fotografiert oder gefaked) würden dagegensprechen.

    Am Ende hilft doch nur eine höhere Kontrolldichte.

  17. […] Rad-Spannerei, Zeit, It started with a […]

  18. @zuständigkeit:
    habe schon öfter richtige polizisten gesehen, die sich der falschparker annehmen. nicht nur, aber meist jedoch waren es die, die mein kollege gerufen hatte, weil schon wieder irgendein ignorant seinen individuellen behindertenparkplatz nutzte.
    damit kommen wir zu
    @ist falschparken problematisch?
    kommt drauf an. die, die im absoluten halteverbot vor der post in pankows berliner str. stehen, stören kaum, man kommt gut mit dem rad vorbei.
    die, die sich einen teufel um die 5m scheren bei einmündungen etc., schon. sie blockieren die sicht von fahrzeugführern, sie machen es fußgängern schwer, die dort die fahrbahn queren wollen.
    die, die unberechtigt ihr fahrzeug auf behindertenparkplätzen abstellen, haben kein mitleid von mir zu erwarten, wenn sie ihr fahrzeug nicht dort wiederfinden, wo sie es abstellten.

  19. Die Polizei müsste ihre E-Mails abrufen, die Mail ausdrucken, die Mail nehmen und dann losfahren, überprüfen, ob das so stimmt, was dort in der E-Mail steht und dann das falsch parkende Fahrzeug notieren…??? Lustig. Man sollte die Mails an die Stadt schicken, damit denen anhand der Mailflug klar wird was so auf den Radwegen rumsteht mit Warnblinker.

  20. Moin,

    das Auto dominiert. Die Straße gesamt. Dazu gehört neben der Fahrbahn auch die Seitenflächen wie Fuß- und Radwege.
    Dabei ist Straße für alle Verkehrsteilnehmer da. Kraftverkehr, Radfahrer und Fußgänger. Auch Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren.

    Man kann natürlich den Status Q weiterhin aufrechterhalten. Sprich – Auto darf alles und der Rest soll halt zusehen wo er bleibt.

    Mein Arbeitsweg führt mich über 6 Kilometer entlang einer stärker frequentierten Straße im Norden Hamburg. Radwegbenutzungspflicht. Der Radweg ist im Mittel 80cm schmal, die Oberfläche ist eine Mondlandschaft und auf diesen 6 Kilometern finden sich (ohne Übertreibung!) pro Richtung 30~40 PKW die den Radweg mal mehr, mal minder beparken.

    Ob der Gesamtsituation bin ich auf die Fahrbahn gewechselt was mit 4 mal Belästigung durch Team Blau erbracht hat. Ich habe gegen einen Bußgeldbescheid Widerspruch eingelegt und das ganze spasseshalber bis zu einem Gerichtstermin kommen lasssen. Unterm Strich hieß es „nun stellen Sie sich mal nicht so an“.

    Die Hamburger Verkehrsbehörde auf die Situation angeschrieben war die Antwort (sinngemäß): Bei versperrten, zugeparkten Radwegen habe der Radfahrer keinesfalls auf die Fahrbahn zu wechseln sondern notfalls abzusteigen und zu schieben“.
    Dass das gegen die aktuelle Rechtsprechung ist braucht jetzt nicht diskutiert werden. Aber zeigt es sehr wohl auf wie die behördliche (und politische) Meinung ist.

    Ich habe mir dreimal den Spass einer „Fotosession“ gemacht. Mit einem Mitarbeiter der Bußgeldstelle geschrieben wie die es gerne hätten und dann PDF gebastelt und hingeschickt.

    Zumindest für kurze Zeit ließ sich bei einigen der parkenden Autos eine Verhaltensänderung feststellen. Grade die, die sonst immer im weg geparkt haben. Aber das war alles sehr aufwändig und eigentlich will ich doch nur Fahrrad fahren.

    Inzwischen fahre ich eine andere Route. Die ist zwar 1,5 Kilometer länger, aber ich werde nicht mehr von parkenden Autos und/oder Team Blau belästigt.

    Da hier die „Wirksamkeit“ der Vorgehensweise der App infrage gestellt wird.

    Die Polizei hat damit gar nichts zu tun. ‚Ansprechpartner‘ ist die Bußgeldstelle. In meinem Fall war ein aussagekräftiges Foto (Fahrzeug, Kennzeichen, Situation) ausreichend dass die Tätig geworden sind.

    Mir gehts weit weniger darum den einzelnen Autofahrer anzukacken. Ich sehe das eher als Möglichkeit die Autofahrer für unsere Interessen einzuspannen. Rad- und Fußwege sind nicht erweiterte kostenfreie Parkfläche. Sollte diese App tatsächlich erfolgreich realisiert werden und in breiter Fläche Anwendung finden, wird sich der Unmut der Autofahrer in Richtung der Behörden richten. Von denen kommen immerhin die Bußgeldbescheide. Im besten Fall wenden sich die Autofahrer an Bezirksversammlungen um ihr Leid zu klagen. Den Medien wird ein erhöhtes Bußgeldaufkommen wegen falsch parken auch nicht verborgen bleiben.

    Sprich – es besteht die Möglichkeit den Finger dahin zu legen wo es weh tut. Dann wollen wir mal sehen ob der Autominister noch lange weiter vom ‚Kampfradler‘ und ‚Helmpflicht‘ fabulieren kann.

  21. @Gerrit, schön geschrieben.

    Da ich auch nicht auf Stress aus bin, fahre ich teilweise ebenso Umwege, die angenehmer zu befahren sind. In manchen Fällen hat man die faire Wahl – also z.B. die naturgemäß unangenehmere vielbefahrene Straße oder die weitere „ruhige“ Strecke. Oft sehe ich mich aber auch genötigt, manche Strecken nicht zu nutzen – z.B. solche, in denen ich von jedem Fahrzeug nah überholt werde. Es gibt Fahrbahnbreiten, die kann man kaum mehr durch linksseitiges Fahren „dicht“ machen, ohne als Störenfried zu erscheinen. Sehr oft ist das Problem allein dadurch verursacht, dass eine Spur für parkende Fahrzeuge zur Verfügung stehen muss. Ich finde es wirklich schade, dass einem manche Strecken durch das Fehlverhalten anderer so vermiest werden, dass man am Ende sogar Umwege fährt, und dass dies dann keinen Weg in die öffentliche Meinung findet, sondern man selbst als Radfahrer noch den „Rowdy“ darstellt.

    Dein Radweg hört sich nach einem Extrembeispiel an, aber Straßen mit Radwegen sind für mich auch oft einer der Hauptgründe, warum ich mir lieber Seitenstraßen aussuche 😉

  22. @Michael S: Jep, alles voll relaxed in Rom. Bloß halt mit sehr viel mehr Opfern als bei uns. Leidtragende sind vor allem Fußgänger und Radler, die dort sehr viel häufiger sterben als in anderen europäischen Städten, obwohl der Anteil bspw. der Radfahrer nicht mit Mittel- und Nordeuropäischen Verhältnissen mithalten kann. Hinzu kommt, dass die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten in Rom seit vielen Jahren stagniert, während sie in fast allen europäischen Großstädten kontinuierlich sinkt. Mag sein, dass du dies laissez-faire-Einstellung im Straßenverkehr gut findest, mir ist der Blutzoll definitiv viel zu hoch.

  23. was hab ich gelacht. @dingenskirchen: der war vorzüglich!

  24. @ M_Net: Tut mir leid, ich formuliere manchmal zu nah an tatsächlich zu findenden Meinungen, aber wenn du noch mal liest, wirst du schon verstehen, wie’s gemeint war, denke ich…

  25. Hi,

    nicht Falschparker sind das Problem, da wird das Pferd mal wieder von hinten aufgezäumt.

    Kein Falschparker tötet Menschen. Genauso wie kein Fussgänger Menschen tötet, weil er bei freier Strasse und roter Ampel über die Strasse geht. Soll der auch fotografiert und von den anderen Fussgängern angezeigt werden, am Besten mit Gesichtserkennungs- App? Wäre ne Idee, die sicherlich manchem Ordnungsamt- Mitarbeiter in sein Schikane- Repertoire passen würde.

    Hallo! Worüber reden wir denn hier überhaupt?!

    Man parkt normalerweise nicht aus Jux und Dollerei falsch. Aber wenn der Autofahrer nach 5 mal im Kreis fahren keinen Parkplatz findet, ist es verständlich, dass er sich irgendwo hin stellt. Solange er niemanden gefährdet, ist er ein Hindernis, ähnlich einem Fussgänger, der mitten auf dem schmalen Bürgersteig einfach stehen bleibt. Okay, mache ich einen Bogen drum rum. Fertig.

    Mehr Parkplätze für Autos sind schwer zu organisieren, deshalb besser, die Attraktivität von Alternativen zum Auto steigern. Zum Beispiel durch Einbahnstrassen mit Fahrradverkehr in beide Richtungen. Wird Fahrradfahren attraktiver, fahren weniger Autos- parken weniger falsch. Und öffentlicher Nahverkehr sollte kostenlos sein, denn Mobilität ist ein Grundrecht. So einfach ist das.

    Ein wenig mehr Gelassenheit würde uns allen gut tun.

    Falschparker sorgen nicht selten für willkommene Entschleunigung.

    Soweit

    alles Gute

    Euer Mobilcenterberlin

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