Fahrradgaragen von Cervotec

Das Unternehmen Cervotec aus Münster fertigt seit 2007 Fahrradgaragen in eigener Manufaktur. Die Rahmenkonstruktion, Rückholfedern und bewegliche Teile der Bike Ports sind aus rostfreiem Edelstahl, die Beplankung besteht aus druckstabilem Kunststoff, wahlweise transparent, weiß oder farbig. In die Rahmenkonstruktion integriert sind Sicherheits-Schließzylinder, die die Garage verriegeln. Zum Öffnen und Entnehmen der Fahrräder lässt sich die vordere Haube leicht nach oben schieben. Durch seine Transparenz fügt sich der Fahrradunterstand unaufdringlich in seine Umgebung ein und ist optisch keine Barriere.

Garagen dieses Typs eignen sich meines Erachtens gut, im öffentlichen Straßenland aufgestellt zu werden. Ein Bewohnerparkausweis für ein Kraftfahrzeug kostet in einer Parkraumbewirtschaftungszone 20,40 Euro für zwei Jahre, im Monat fallen also Kosten in Höhe von 85 Cent für einen  Autostellplatz an. Wenn sich sechs Fahrradeigentümer zusammentun, könnte ein witterungs- und vandalismusgeschützter Unterstand zu vertretbarem Preis auf auf die Straße vor dem Haus gestellt werden, vorausgesetzt, die Kommune  erlaubt es, Autostellplätze in Fahrradparkplätze umzuwidmen. Eine abschließbare Cervotec-Fahrradgarage für sechs Räder kostet ungefähr 3.500,- Euro.

Fahrradgaragen von Cervotec können heute noch bis 18:00 Uhr auf der Messe VELO Berlin besichtigt werden.

Cervotec

8 Gedanken zu „Fahrradgaragen von Cervotec

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  1. Naja, vandalismussicher? Das sagt die BVG vielleicht auch von ihren Wartehäuschen – und die sehen stabiler aus.

    Aber so im Bereich privates Mietshaus könnte ich mir sowas schon vorstellen. Wir haben vor Jahren in Eigenarbeit Kreuzberger Bügel aufgestellt, aber eine vernünftige Überdachung haben wir nicht hinbekommen.

  2. Wenn es die Möglichkeit gibt, das Fahrrad auch in der Garage anzuschließen – gut. Außerdem gibt das Teil eine schöne Sprayerfläche her. Für die Kreuzberger Maifestspiele müsste das Ding aber steinschlagsicher sein. Und an Silvester feuerfest. Nützt aber auch nichts, wenn das Teil an der Straße steht und von PKW-Parklegasthenikern verbogen wird. Aber auf Privatgrund könnte ich mir das ebenfalls gut vorstellen. Sieht auf jeden Fall edel und dezent aus.

  3. Naja, so ein Ding habe ich vor über 20 Jahren schon mal in Münster testgenutzt. Ein Normalrad mit Körbchen auf dem Gepäckträger ging nicht unter die Haube, noch weniger eins mit Kindersitz hinten drauf. Wohl, weil es dezent sein soll, ist die notwendige Höhe/Weite und damit die Nutzbarkeit für Otto-Normalnutzer leider hinten über gefallen.
    Was sonst noch auf dem Markt ist, zeigt übrigens die aktuelle Fahrradhäuschen-Broschüre des VCD-Nord:
    http://www.vcd.org/vorort/nord/fahrradhaeuser/leitfaden-broschuere-vermietung/

  4. hehe… ja, die Hamburger Fahrradhäuschen. Ich war noch dort, als die ersten aufgestellt wurden. Können zwar auch abfackeln, haben sich aber wohl inzwischen echt bewährt.

    Die eierlegende Wollmilchsau wirds wohl auch hier nicht geben, aber von einer vandalismussicheren braucht man auch erst gar nicht zu träumen.

  5. @Dgl: Diebstahlsicherheit ist in der Garage nicht eingebaut, das vorhandene Gestänge eignet sich nicht dafür, Fahrräder zu sichern. Aber die vier Füße der Garage müssen eh fest verankert werden. Wenn man schon Zement anrührt, kann man auch mittig einen Betonstreifen mit Ringen verlegen, die die Räder fest mit dem Fundament verbinden, meinetwegen durch eine richtig schwere Kette, die in der Garage bleibt, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist.

  6. @Dietmar Kettler: „… so ein Ding habe ich vor über 20 Jahren schon mal in Münster testgenutzt“ – nanu? Der Hersteller ist damit gerade erst auf den Markt gekommen.
    Uralte Erfahrungen mit einem optisch vielleicht ähnlichen Teil hierauf zu übertragen halte ich für gewagt.

    Mir hat diese Idee gut gefallen. Und natürlich ist das nicht für jede Straßenecke – Kreuzberg z.B. – geeignet. Aber da könnten ja auch noch Verstärkungen eingearbeitet werden. Fakt ist, dass wir in Berlin massenhaft Nachholbedarf an privaten wie öffentlichen Fahrradabstmöglichkeiten haben. Da kommt jede Idee, die den Markt bereichert, recht.

  7. Kenne jemanden in Münster der hat sowas in längerer Ausführung vor dem Haus und dort befindet sich ein großer Teil des familiären Fuhrparks. Er hat es noch etwas weiter verbessert, v.a. was die Absicherung angeht. Es ist nun nicht mehr so leicht per Gewalt rasch zu öffnen, wie es bei der fabrikneuen Ausführung der Fall ist.

    Aber generell … „sowas“, also echte Fahrradgaragen, im öffentlichen Raum, ja da wäre ich sehr dafür.
    War Samstag in Dortmund bei Conrad und in der FuZo gibt es keinerlei Möglichkeit ein Rad irgendwie wegtragegesichert abzustellen. Nen Stück eine Seitenstraße hoch waren bzw. sind 3 stabile Bügel, aber dann steht das optisch auffällige Rad immer frei in der Gegend herum und lädt quasi ein.
    Eine Garage mit guten Absicherungsmöglichkeiten, empfände ich da schon als deutlichen Fortschritt und dann würde ich vielleicht wirklich mal mit dem Rad in Innenstädte fahren um Geschäfte zu besuchen.
    Von Conrad war ich nach 10 Min zurück, was daran lag, dass ich nichts suchen musste und es keiner Schlangesteherei bedurfte.

  8. … glücklicherweise sind die gezeigten Cervotec Felgenkiller mit 40 Zentimeter Abstand und ohne Abschließlichmöglichkeit für den Fahrradrahmen in Berlin seit einigen Jahren verboten. Das steht so in der Verwaltungsvorschrift zur Berliner Bauordnung – siehe http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/bauen/20071129-AV-Stellpl.pdf

    Die Dinger von Cervotec passen für mich auch wunderbar in eine Reihe mit Rahmenschlössern und bunten Geschenkbändern – wie sie auf Fahrradmessen (leider auch auf der letzten) immer wieder gerne als Weltneuheiten präsentiert werden.

    Bei allen immer wieder geäußerten Wünschen zum Fahrraddiebstahlschutz gehört für mich die weitere Verschandelung des öffentlichen Straßenraumen durch Einbauten nicht dazu. Besonders hässliches und negatives Beispiel sind auch die Betonklötze der Call a Bikes.

    Bei der Gelegenheit wäre mal interessant zu erfahren, wessen Fahrrad in den vergangenen Jahren an einem Kreuzberger Bügel geklaut wurde? Also mit einem Kryptonite oder vergleichbarem Bügelschloss mit Vorderrad, Fahrradrahmen und Fahrradbügel verbunden? In dieser Variante ruckelt seit acht Jahren bei mir nix mehr. Zugegenermaßen zzgl. – bis auf Kette – nie putzen und zum Beispiel den guten Brooks mit einem Verhüterli abtarnen.

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