Berliner Fahrradschau

Der erste Tag der Berliner Fahrradschau war ausgesprochen vielversprechend. Ein erweiterter Ausstellungsbereich mit vielen, interessanten Ausstellern, Gäste, die von weit her nach Berlin angereist waren. Ein Besuch lohnt sich definitiv und ist heute noch bis 18:00 Uhr möglich. Hier ein kleiner Film der Abendschau über die Messe. Video wurde vom RBB gelöscht.

24 Gedanken zu „Berliner Fahrradschau

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  1. Sichere Fahrradparkülätze o.k.. aber ansonsten habe ich nur Radwege, Radwege, Radwege gehört.
    Mehr Geld für den Radverkehr wird dann wohl wieder in mehr Separation investiert.
    Mir macht es immer wieder Angst wenn man vor hat mehr für den Radbverkehr zu tun. Es gab bis heute nichts was flächendeckend dazu geführt hat das Radfahrern zu fördern.
    Das der Radverkehr trotzdem zunimmt, hat, meiner Meinung nach, nichts mit irgendwelchen, Radverkehrsmassnahmen zu tun.
    Ich bin der Meinung, dass man dort, wo Autos fahren können, auch wunderbar mit dem Rad fahren kann.
    Man muss also garnichts machen, für Radfafahrer ist bereits alles da und zwar im Überfluss.

  2. Also ich stimme zwar zu, dass der Bau von „Radwegen“ und auch das Anlegen von Radfahrstreifen kritisch zu bewerten sind. Es gibt aber viele Fahrbahnen, auf die sich Radfahrer nicht rauftrauen, ob nun zurecht oder zu unrecht. Infrastruktur muss auch angst- und stressfrei nutzbar sein.

    Wenn man heute Geld in die Hand nimmt, um den Radverkehr zu fördern, wird überwiegend Mist bei rauskommen, ganz klar. Man kann (bzw. könnte) Geld allerdings auch sinnvoll ausgeben – für das Anlegen grüner Wege, den Bau von Brücken oder Bahnunterführungen, ja, schlichtweg für das Schließen der zahlreichen Lücken in einer angenehmen Fahrradinfrastruktur. Selbst das Asphaltieren einer Straße kann die beste Radverkehrsförderung in einer Region sein, weil statt Umwegen oder auf dem Gehweg nun auf einmal zügig auf der Fahrbahn gefahren werden kann.

  3. Ein Problem bei der Diskussion ist auch, dass es in Berlin keine vernünftige automatische Radverkehrszählung gibt.

    So gibt es auch keinen Druck zum Beispiel am Schönhauser Tor mehrstreifige Aufstellspuren für Radfahrer zu markieren: Zum Beispiel über die gesamte Fahrbahnbreite und fünf Meter vorgezogen, so wie es der neue Regelplan 350 der Verwaltung seit Ende 2006 vorsieht.

    Letzte Woche habe ich mir mal die neuen Angebotsstreifen in der Steglitzer Schlossstraße angeguckt: Da fahren pro Ampelumlauf und Richtung selbst im Winter zwei bis fünf Radfahrer rüber. Gerade die alte vierspurige Schlossstraße ohne Radverkehrsanlagen ist in der Vergangenheit eine Straße gewesen, wo ich praktisch kaum andere Radfahrer gesehen habe.

    Die Daten der Radverkehrszählungen stammen in Berlin auch heute noch fast ausschließlich aus Haushaltsbefragungen alle fünf Jahre – die letzten aus dem Jahre 2008, die nächsten Zahlen sollen Anfang 2014 vorliegen. So lässt sich praktisch nie ein sinnvoller Vorher-Nachher-Vergleich mit Messdaten von Dauerzählstellen machen. Zum Vergleich: Die Verkehrslenkung Berlin verfügt über 1.100 Messstellen für den Kfz-Verkehr in Echtzeit plus 250 Videokameras. So funktioniert erfolgreiche Lobbyarbeit fürs Auto.

    Interessant werden dürfte in diesem Jahr die neue Radspur über die Marzahner Brücke werden – seit Menschengedenken radle ich hier fast als Einziger rüber. Obwohl die Piste doch so schön breit ist 😉

  4. benno schreibt:
    Montag, 11.03.2013 um 17:56

    Interessant werden dürfte in diesem Jahr die neue Radspur über die Marzahner Brücke werden – seit Menschengedenken radle ich hier fast als Einziger rüber. Obwohl die Piste doch so schön breit ist

    Das ist ja genau der Punkt.
    Die Ängste, dass es ohne Radverkehrsanlagen gafährlich ist, sind rein subjektiv.
    Jede Radverkehrsanlge, die dazu kommt, verstärkt dieses Problem an den Strasssen die keine Radverkehrsanlage haben.
    Autofahrer können dort nicht mehr mit Radverkehr umgehen und Radfahrer nicht mehr mit dem Autoverkehr.
    Heute haben wir den Zustand, dass sich auf einigen Strassen kaum noch Radfahrer trauen, selbst wenn diese Strassen breit und übersichtlich sind.

  5. Soweit ich mich erinnere ist die Landsberger Allee (aus Rtg. Rhinstr.) bis zur angesprochenen Marzahner Brücke mit benutzungspflichtigem gem. Fuß- und Radweg versehen. Unmittelbar vor der Abfahrt zur Märkischen Allee gibts dann eine sehr gefährliche Einfädelungsstelle auf die Fahrbahn. Wenn der geplante Radfahrstreifen den alten Gehwegradweg ersetzt, kann ich das nur begrüßen.
    Ich denke auch mit noch so viel Aufklärungs- und Lobbyarbeit wird man hier sonst kaum Radfahrer auf die Fahrbahn bekommen, da der optische Gesamteindruck der Straße viel zu sehr für eine Stadtautobahn spricht als für eine Straße, auf dem man mit dem Fahrrad fahren sollte.

  6. … die Marzahner Brücke ist schon was Besonderes. Hier müsste man eigentlich wie sonst nur außerorts im Kreuzungsbereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 30 km/h vermindern. Also von aktuell 60 auf 30, damit wäre jedes Problem gelöst. So ist es aber so, dass hier auf vier sich trennenden Richtungsfahrbahnen tatsächlich 70 gefahren wird – da begegnen einem hier auch keine Siggis mehr. In der guten alten Zeit wurde hier übrigens 90 gefahren – sonst schaffte man die Ampeln nicht 😉 Sieht ja auch aus wie eine Autobahn.

    Mein Vorschlag war hier übrigens, den parallelen alten Bahndamm zur Fahrradstraße auszubauen. Also südlich von IKEA über die noch vorhandene Eisenbahnbrücke (zurzeit eine Art Grünbrücke) über die Rhinstraße Richtung Osten. Auf Höhe Poelchaustraße müsste dann ausnahmsweise mal eine neue Fahrradbrücke über den Berliner Eisenbahnbahn Außenring neu gebaut werden. Aber diese Querung ist kürzer und billiger als auf Höhe der Marzahner Brücke.

  7. Wobei die Geschwindigkeitserhöhung auf 60 km/h, auf den Abschnitten auf denen es keine benutzungspflichtigen Radwege gibt, unzulässig ist (VwV-StVO zu Z.274 Rdnr. 10).
    Das trifft z.B. auch auf Abschnitte der Märkischen Allee und Weißenseer Weg/ Indira-Gandhi-Str. zu.

  8. @ Peter: … dann dürfte das doch auch für die Rhinstraße gelten? Da ist nur ein „Radfahrer frei“ (mit einem schweren LKW-Abbiegeunfall, 2011 glaube ich) und blaue Stummelradwege vor und nach den Kreuzungen (dienen wohl der Verringerung der 2-wichtigsten Unfallursache, Fehler beim Einfädeln in den Fließverkehr, Learning by doing – oh… wieder zu zynisch).

  9. Ich glaube nicht, dass die Ängste vor dem Autoverkehr erst durch Radwege entstanden sind. An solchen Stellen wie der Marzahner Brücke werden die Radfahrer wohl immer auf dem Gehweg gefahren sein, zumindest ab einer gewissen Verkehrsbelastung der Straße.

    Allerdings gibt es wirklich Schleifeneffekte – d.h. weniger Radfahrer führen zu rabiaterem Verhalten, das wiederum führt zu weniger Radfahrern. Dies wird sicher auch durch Radwege und -streifen befördert, frei nach dem Motto: Fahrbahnnutzung ist die Ausnahme.

    Leider werden die Verhaltensweisen, die auf der Fahrbahn ein Unsicherheitsgefühl schaffen, vielfach als gegeben hingenommen. Schnelles Fahren, verzichten auf Sicherheitsabstände, Huperei – das ist ja das einzige, was Radwege aus Sicht vieler „notwendig“ macht.

  10. Ich finde, wo viel Radverkehr ist, fährt man viel lieber Fahrrad, als in Gegenden wo wenig Radverkehr ist. Das ist m.E. nach erst mal völlig unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur.
    Nichtsdestotrotz wird das anbieten von guter Infrastruktur das Radfahren attraktiver machen. In Kreuzberg z.B. war es m.E. andersherum. Erst durch den vielen Radverkehr hat man angefangen auch die entsprechende Infrastruktur zu schaffen, was wiederum noch mehr Leute auf’s Rad geholt hat, usw.

    Ich setze meine Hoffnung auf die Abstimmung mit den Pedalen, nicht auf die Politik.

    Vielleicht merken dann auch andere Bezirke wie z.B. Tempelhof, dass ihr Bezirk dann viel lebenswerter ist mit weniger Blech auf der Strasse. Habe da jahrelang gewohnt. Radfahrerhölle auf dem Stand der 60er Jahre. Eine Fahrt nach Kreuzberg war immer wie eine Fahrt in’s Paradis

  11. @Michael S.:

    Ja, Rhinstraße (zw. Allee der Kosmonauten und Pyramidenring) trifft es auch zu, dass Tempo 60 nicht angeordnet sein dürfte, da Gehweg „Radfahrer frei“ kein benutzungspflichtiger Radweg ist.

    Hab seit langem vor der VLB dieses Problem zu schildern, hab es dann aber bis jetzt doch gelassen, da ich etwas bedenken habe, dass die (zumindest an einigen der angesprochenen Stellen) einfach benutzungspflicht anordnen werden, um Tempo 60 zu erhalten.

  12. @ Peter: Die VLB hat in der Rhinstraße zu einem entsprechenden Vorstoß im letzten Jahr geantwortet, dass hier ja ein Umbau geplant sei. Das reicht denen dann als Begründung, warum man bis zum Abschluss des Umbaus nichts an den Bedingungen ändert.

  13. Was ist denn da für ein Umbau geplant? Bauliche Radwege entlang der ganzen Strecke? Weißt du da mehr?

  14. Na was wohl 🙂 Radstreifen wie schon bis zur Allee der Kosmonauten.

  15. Geht ja noch – wenn dafür die baulichen Radwege in den Kreuzungsbereichen verschwinden.

  16. ach und wann soll der umbau kommen?

  17. Ich frag noch mal beim Anfrager nach…

  18. @Peter:
    Einige Bäume entlang der Strecke wurden die Tage bereits gefällt – denke, das geht dann bald los mit den Arbeiten.

  19. Ich finde, wo viel Radverkehr ist, fährt man viel lieber Fahrrad, als in Gegenden wo wenig Radverkehr ist.

    Nö. Bzw. hängt davon ab, wer den Radverkehr betreibt. Ich fahre beispielsweise ausgesprochen ungerne dort, wo die Friedrichshainer Elite-Radfahrer-Fraktion unterwegs ist, die nervt einfach nur mit ihrem rücksichtnahmslosen „Ich-Ich-Ich“-Konzept. Auch halte ich mich von Strecken fern, auf denen besonders viele Windelfahrer unterwegs sind – die nerven nämlich auch mit ihrem „Ich-Ich-Ich“-Konzept. Und Walpurga* darf auch woanders mit ihrem Rad rumschlenkern als ausgerechnet vor mir …

    *) umweltbewusst, Jutebeutel, Leinenhose, ehemals irgendwie gefärbte Haare, schon etwas älter, sehr unbeholfen, aber ein Selbstbewusstsein wie ein 19jähriger BMW-Fahrer mit Migrationshintergrund

  20. @ J&T: hört sich nach Ich-Ich-Ich an…

    Duck-und-wech…

  21. Nochmal zur Rhinstraße: Jens aus der Lichtenberger ADFC-Gruppe hatte die VLB angeschrieben und die Beseitigung von Tempo 60 gefordert. In dem Rahmen waren ihm für 2012 die Arbeiten angekündigt worden. Mit der Info von Icke wird es dann wohl tatsächlich 2013 sein.

  22. Im Plan der Baumaßnahmen im Radverkehr auf der Website von SenStadtUm ist diese Baumaßnahme allerdings nicht eingezeichnet.

    Warum man unbedingt auf diesem Abschnitt der Rhinstraße Tempo 60 halten will, leuchtet mir nicht ein – zumal es eindeutig Vorschriftswidrig ist. Der Fahrbahnbelag ist schon recht runtergerockt und auf dem sanierten Abschnitt zw. Allee der Kosmonauten und S-Friedsfelde Ost darf dann wieder nur 50 gefahren werden. Unklar.

  23. Also nochmal Rhinstraße: Jens hatte wie schon beschrieben die VLB aufgefordert, Tempo 60 zu reduzieren. Weiterhin die Aufhebung der Benutzungspflicht der Stummelradwege an den Kreuzungen Rhinstrasse / Ecke Meeraner Str. (beide Richtungen) und Rhinstrasse, Ecke Allee der Kosmonauten (Richtung Norden). Die VLB hat dazu in einer sehr eigenen Logik geantwortet,

    Der Aufhebung der Benutzungspflicht an den Kreuzungen kann nicht zugestimmt werden, da die Lichtzeichenanlagen entsprechend der vorgeschriebenen Geschwindigkeit von T 60 programmiert wurden. Auch ist eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 50 für die Rhinstraße nicht vorgesehen.

    Abschließend heißt es dann noch (ich lach mich scheckig):

    Aus den o.g. Gründen, möchte ich, zum jetzigen Zeitpunkt, von Maßnahmen die der Planung entgegenstehen würden Abstand nehmen.

    Absurd, aber Realität in Berlin.

  24. ach so, verantwortlich für den Ausbau ist wohl das Tiefbauamt M/H, das im vergangenen Jahr gegenüber der VLB die Arbeiten in Aussicht gestellt hatte (zwischen Knoten Pyramidenring und AdK). Dort kann man sicher auch Infos zum jetzigen Stand der Bauplanung erhalten.

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