Radfahrerin in Steglitz von LKW-Fahrer getötet

Vor fünf Tagen hat eine Radfahrerin im Süden Berlins einen Unfall mit einem Lastkraftwagen mit Anhänger nicht überlebt. Die Polizeimeldung im Wortlaut:

„Bei einem Verkehrsunfall heute Morgen in Lankwitz erlitt eine Radfahrerin tödliche Verletzungen. Die 56-jährige Frau befuhr gegen 9 Uhr den Radweg der Leonorenstraße in Richtung Siemensstraße. Ein Lkw mit Anhänger, der Schuttcontainer geladen hatte, war ebenfalls auf der Leonorenstraße in gleicher Richtung unterwegs und bog an der Kreuzung Leonoren- Ecke Siemensstraße nach rechts ab. Nach Zeugenaussagen hatten beide Verkehrsteilnehmer grünes Ampellicht. Beim Abbiegen erfasste der 46-jährige Lastzugfahrer die Radfahrerin, die geradeaus fuhr. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer kam mit einem Schock in ein Krankenhaus. Die Ermittlungen führt der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4.“

Pressemeldung der Berliner Polizei # 2152 vom 05.07.2012 – 16:55 Uhr

Der Unfall wurde bereits in diesem Beitrag kommentiert.

46 Gedanken zu „Radfahrerin in Steglitz von LKW-Fahrer getötet

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  1. Ich konnte letzte Woche einen Zusammenstoß mit einem abbiegenden Auto nur durch eine Vollbremsung verhindern. Es war…eine Fahrschule! Sowohl der Schüler als auch der Fahrlehrer haben mich höchst erstaunt angesehen. Daraus schliesse ich, daß man es wohl auch in der Fahrschule nicht richtig lernt.

  2. ich schließe nichts daraus, sondern sehe mich in meiner ablehnung ggü. radwege in der stadt bestätigt.

    solche stellen sind ja eben dadurch gefährlich, dass es schnell passieren kann, dass man ihnen als kraftfahrer nicht mit der nötigen aufmerksamkeit begegnet – und auch fahrlehrer sind nur menschen. da kann man lernen so viel man will…

    wohingegen kritische situationen auf der fahrbahn i.d.r. von ignoranten idioten herbeigeführt werden, die sich ein recht des schnelleren einbilden – oftmals ohne tatsächlich schneller zu sein.

  3. Gestern sah ich, wie eine Mutter ihre Tochter gerade noch davon abhalten konnte, neben dem abbiegenden Lkw weiterzufahren. Ich habs gesehen, die Mutter und das Kind haben es gesehen … der Lkw-Fahrer nicht. Fast ein Kind umgebracht und in Seelenruhe weitergefahren, man muss als Fahrzeugführer ja nicht alles merken. Zum Glück ist das gutgegangen, mir ging der Arsch auf Grundeis.

  4. Die gefährdung durch Rechtsabbieger wird immer als Argument gegen Radwege verwendet. Ich fahre gerne auf Radwegen und kalkuliere Rechtsabbieger, die mich möglicherweise übersehen, eben einfach ein. Und fühle mich ganz und gar nicht gefährdet. Vorfahrtsverletzungen sind sowieso die Ausnahme. Und ich gebe auch nicht mit vorauseilendem Gehorsam nach, sondern bremse im allerletzten Moment und mache jederzeit deutlich, dass ich Vorfahrt habe. Auf dem Radweg oder der Radspur habe ich dafür den Vorteil, dass mir im Nomalfall wenigstens von hinten keiner in den Arsch fährt.

  5. Auf dem Radweg oder der Radspur habe ich dafür den Vorteil, dass mir im Nomalfall wenigstens von hinten keiner in den Arsch fährt.

    Da das eine der seltensten aller Unfallformen ist, kommt der Verdacht auf, daß Du überhaupt nicht mit dem Rad fährst, sondern einfach nur Schwachsinn verzapfst.

    Die Haupttodesursache für Radfahrer sind Rechtsabbieger. Gegen die ist man auf diesen Tötungsanlagen eigentlich nur sicher, wenn man das Rad jeweils über die Straße trägt.

  6. @Null-Bockhorst: Die Haupttodesursachen für Radfahrer sind immer noch Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Unfälle rangieren weit dahinter. Die Wahrscheinlichkeit steigt dabei allerdings etwas durch Blindheit, Unaufmerksamkeit oder unbedingtes Vertrauen auf Vorfahrt. Wird allerdings auch anderen Verkehrsteilnehmern und nicht nur Radfahrern oftmals zum Verhängnis.

  7. Sucht man die Ursachen im Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer, sei es bei den Vorfahrtnehmenden oder bei denen, die „blind auf ihre Vorfahrt vertrauen“ (wie dem von mir erwähnten Kind, das bei grüner Ampel weiterfahren wollte oder der im Beitrag erwähnten Verstorbenen, die ebenfalls bei grüner Ampel eine Kreuzung überqueren wollte), so erreicht man in der Konsequenz keine Änderung. Die Menschen machen Fehler, sie werden sie immer machen. Die besten Änderungen erhält man durch bauliche Änderungen, die zu weniger Fehlern animieren.

    Ein großer Teil der tödlichen Unfälle geschieht im Kreuzungsbereich in Zusammenhang mit Radwegen, daher sind radwegkritische Äußerungen durchaus gut begründet.

    Kreislauf- und Krebserkrankungen sind allerdings tatsächlich um Dimensionen gefährlicher als Verkehrsunfälle. Daher kann man durchaus sagen, dass der Verzicht auf die Zigarette besser schützt als ein Fahrradhelm. Und dass die Bewegung auf dem Fahrrad wohl mehr Gesundheit bringt, als Unfälle Gesundheit nehmen.

    Man muss unterscheiden zwischen Risiken, die man selbst für sich eingeht – und eingehen darf – und fremdverursachten Risiken wie denen des Straßenverkehrs, denen man sich nicht entziehen kann. Die müssen minimiert werden. Wenn alle 2 Monate die gleiche Meldung über einen tödlichen Unfall mit einem Rechtsabbieger in der Zeitung steht, sind die Bemühungen offenbar nicht ausreichend.

  8. @kl: unbedingtes vertrauen auf die vorfahrt… ja ja.

    auch als radfahrer kann man mal in so einer situation nicht so aufmerksam sein, wie sie es erfordert, da geht es ihm nicht anders als dem kraftfahrer (zumal in der situation nicht der radfahrer in der bringschuld ist…). anderthalb schnell entstandene fehlerchen resultieren in einem toten, und das verdammt häufig *, und du willst behaupten, das sei kein argument?!

    *) signifikant häufiger als deine auffahrunfälle jedenfalls, sogar unter der annahme, deine an krankheiten sterbenden radfahrer stürben wegen des fahrens daran. in berlin gibt es viele straßen ohne radwege, auch hauptverkehrsadern. dennoch überwiegen unter den unfalltoten radfahrern klar die radwegopfer.

  9. kl: „Die gefährdung durch Rechtsabbieger wird immer als Argument gegen Radwege verwendet. Ich fahre gerne auf Radwegen und kalkuliere Rechtsabbieger, die mich möglicherweise übersehen, eben einfach ein.“

    Ist ja schön und gut, wenn man um diese Gefahren weiss. (Und selbst dann kann man mal unaufmerksam sein.) Aber das tun viele Radfahrer eben nicht. Gerade die Gelegenheitsfahrer, die jetzt beim schönen Sommerwetter auf’s Rad steigen, fühlen sich auf dem Radweg auch „sicher“, und haben vielleicht noch nicht die entsprechenden Erfahrungen gemacht, dass sie durch Rechtsabbieger gefährdet werden können.

    Bei uns in München gab es in der letzten Woche bei dem Bombenwetter an zwei aufeinanderfolgenden Tage gleich zwei Radfahrer, die von rechtsabbiegenden Lastwagen getötet worden sind. Es sind gerade so viele Radfahrer unterwegs, wir haben dieses Jahr bisher schon mehr Tote (4) als im ganzen letzten Jahr (3).

    Wenigstens greift die Polizei jetzt endlich durch und kontrolliert – allerdings Rotlichtverstöße bei Radfahrern, was sonst. Toll. Das senkt die Unfallzahlen bestimmt ungemein. (Im letzten Jahr wurden in München 2% aller Radunfälle durch Rotlichtverstöße von Radfahrern verursacht. Wenn die Polizei da so richtig hart durchgreift, könnten sie also die Unfallzahlen um 2% senken! Das bringts ja voll! Umgekehrt wurden ja bloss 20% der Radunfälle durch rechtsabbiegende Kfz verursacht, aber diese Verstöße sind ja leider so schwierig zu kontrollieren.)

  10. @ shiningraven: Wie kann das sein, dass es in München proportional gesehen so „wenige“ Radtote im letzten Jahr gab? Ist die Infrastruktur da soviel besser als in Berlin oder achten die Leute da besser aufeinander? Der Radverkehrsanteil ist ja ungefähr gleich.

  11. … vermutlich hat München nur 40 Prozent der Einwohner Berlins und meines ganz subjektiven Eindrucks einen geringeren Radverkehrsanteil.

  12. @ benno: ich schrieb ja auch „proportional“. 3 x 2,5 sind immer noch irgendwas unter 8, nicht 11. Sicher eine Fallzahl, mit der nur die DGU zufrieden sein könnte 😉 aber doch mal ein Indiz. Der Radfahranteil war nach meiner Erinnerung ähnlich wie in Berlin, jedenfalls der von den Städten jeweils behauptete.

    Aber ok, man wird wohl im Moment keine Aussagen dazu treffen können.

  13. Laut Verkehrsbericht 2010 der Polizei Hamburg sind auch bei Unfällen mit Fußgängern Abbiegefehler von Autofahrern die häufigste Unfallursache. Gegenüber Rechtsabbiegern haben geradeaus gehende Fußgänger genauso Vortritt wie die Radfahrer Vorfahrt. Eine sehr ähnliche Situation. Trotzdem würde niemand die absurde Forderung stellen, auf Gehwege lieber zu verzichten oder deren Benutzungspflicht aufzuheben. Obwohl man vermutlich nachweisen könnte, dass mehr Fußgänger auf Straßen mit Gehwegen als auf solchen ohne Gehwege verunglücken.

    http://www.hamburg.de/contentblob/3260386/data/verkehrsbericht-2010.pdf

  14. Hochbordradwege müssen ganz weg, nicht nur die Benutzungspflicht abgeschafft werden. Sonst waren die meisten da trotzdem.

    Geradeausspuren für Radfahrer, zwischen normaler Geradeausspur und Rechtsabbiegespur, wie man sie in Berlin immer mehr findet, ist das die Lösung? Wenn sie breit genug sind…

    Das Abschaffen auch von Radspuren sehe ich jedenfalls nicht als Lösung, sich an der Kreuzung „hinten anstellen“ und 3x auf Grün warten, wie die Dosen geht ja wohl gar nicht. Rechts vorbeiquetschen auch nicht (zumal das oftmals gar nicht geht).

  15. „Sonst fahren die meisten da trotzdem“ – sollte das heißen.

  16. i) äpfel und birnen, pt1:

    Trotzdem würde niemand die absurde Forderung stellen, auf Gehwege lieber zu verzichten oder deren Benutzungspflicht aufzuheben

    sind fußgänger fahrzeuge? sind fahrräder fahrzeuge? na also.

    ii) äpfel und birnen, pt2:

    Obwohl man vermutlich nachweisen könnte, dass mehr Fußgänger auf Straßen mit Gehwegen als auf solchen ohne Gehwege verunglücken.

    fußgänger sind auf der fahrbahn nicht regelmäßig anzutreffen, dort wo der verkehr dicht ist. bei fahrädern/radfahrern sieht die welt, wie schon erwähnt, ganz anders aus.

    iii) außerdem:
    weil die situation im verkehr nicht auf anhieb in ein paradies verwandelbar ist, sollte es unversucht bleiben, sie dort zu verbessern, wo es machbar ist?

    iv) obstsalat:
    äpfel, birnen und zitronen gut durchmischt im konzept des shared space. vielleicht ist das doch gar nicht sooo absurd mit den fußgängern „auf der straße“?

  17. sich an der Kreuzung “hinten anstellen” und 3x auf Grün warten, wie die Dosen geht ja wohl gar nicht.

    Wieso nicht? Wenn Du ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer sein willst, musst Du Dich auch gleichberechtigt verhalten. Und dazu gehört es, Dich nicht vorzudrängeln.

    Trotzdem würde niemand die absurde Forderung stellen, auf Gehwege lieber zu verzichten

    „kl“ ist ganz offensichtlich ein Troll.

  18. Naja hinten Anstellen entscheide ich operativ, ich drängle mich ungern vorbei, alleine weil viele Autisten der Meinung sind dicht machen zu müssen, aber mehr als 2 Ampelphasen stehen sehe ich dann auch nicht ein, notfalls wird abgesattelt und aufm Gehweg geschoben 😉

  19. alleine weil viele Autisten der Meinung sind dicht machen zu müssen

    „Dicht machen“? Was magst Du damit meinen? Vor der roten Ampel stehenbleiben?

    Oder fühlst Du Dich in Deinem Drang gehindert, rechts an ihnen vorbeizufahren? Wie schätzt Du eigentlich die für Dich erforderlichen Sicherheitsabstände ein? Und warum regst Du Dich auf, wenn Dich wiederum Autos mit genau diesen Sicherheitsabständen überholen?

    Dieser Schwachsinn gehört abgeschafft, denn das ist wieder genau das Prinzip der Separation, das rechts neben (potentiellen) Rechtsabbiegern geradeausfahren.

    Die Freigabe des Rechtsüberholens für Radfahrer, die irgendwann in den 80ern erfolgte, war ein Fehler. Ein großer Fehler, begangen von –wie sollte es auch anders sein– ahnungslosen Verkehrsplanern, die nur die statische Situation „Autos stehen – Radfahrer rollt bis zur Haltelinie und hält dann auch an“ kennen, und sich nie Gedanken darüber gemacht haben, daß die Autos auch wieder losfahren könnten, bevor der Radfahrer an seiner Haltelinie angekommen ist.

    Gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer müssen sich nicht rechts vorbeidrängeln.

  20. Wieso nicht? Wenn Du ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer sein willst, musst Du Dich auch gleichberechtigt verhalten. Und dazu gehört es, Dich nicht vorzudrängeln.

    @Nullbock-Horst: Das ist dann ja wohl mal der ausgemachteste Unsinn, von dem ich seit langem im Zusammenhang mit Verkehrsthemen gehört habe:

    Das ein Fahrrad schmaler, kürzer, wendiger und exakter manövrierbar ist als ein Auto ist ein systemimmanenter Vorteil des Fahrzeugs Fahrrad gegenüber dem Fahrzeug Auto.

    Diesen Vorteil innerhalb der gesetzlichen Vorgaben (StVO) zu nutzen ist völlig legitim. Legal sowieso.

    Systemimmanente Vorteile von PKW sind z.B. gegenüber Fahrrädern um ein Vielfaches höhere, erreichbare Geschwindigkeiten, wesentlich größerer Stauraum, die Möglichkeit zu fünft zu fahren, oder auch bei Regen ohne Weiteres trocken zu bleiben.

    Willst Du nun angesichts dieser Unterschiede von Autofahrern fordern, nie schneller zu fahren, als es ein Fahrradfahrer könnte, nie mehr Gepäck oder Personen mitzunehmen, als ein Fahrradfahrer es könnte und sich das Dach vom Auto zu sägen oder sich bei Regen zunächst Regenklamotten anzuziehen und sich dann mit Wasser aus stets für diesen Fall mitgeführten Wasserkanistern von Kopf bis Fuß vollzuschütten, um so letztendlich dann auch als „gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer“ gelten zu dürfen?!

    *kopfschüttel*

  21. Oder fühlst Du Dich in Deinem Drang gehindert, rechts an ihnen vorbeizufahren? Wie schätzt Du eigentlich die für Dich erforderlichen Sicherheitsabstände ein? Und warum regst Du Dich auf, wenn Dich wiederum Autos mit genau diesen Sicherheitsabständen überholen?

    @Prokrastes: Siehst Du eigentlich eventuell vielleicht doch irgendwann mal wenigstens irgendsoeinen klitzeklitzekleinen Unterschied die Gefährlichkeit (Eigen- vor Allem aber auch Fremdgefährdung) der Situation betreffend, zwischen folgenden zwei Szenarien:

    1) Radfahrer rollt mit 10-15km/h an einem stehenden Auto mit 50cm Abstand vorbei.

    2) Autofahrer fährt mit 50km/h an einem 30km/h fahrenden Radfahrer mit 50cm Abstand vorbei.

    ?

  22. @kl, Du schreibst von Fußgängerunfällen und resümierst: „Trotzdem würde niemand die absurde Forderung stellen, auf Gehwege lieber zu verzichten oder deren Benutzungspflicht aufzuheben.“

    Zumindest würde es sehr helfen, wenn ins Bewusstsein rückte, dass Fußgänger von Rechts- und Linksabbiegern stark gefährdet sind. Das immer wieder aufgestellte Gleichnis „Grüne Ampel = Sichere Kreuzungsüberquerung“ stimmt für Fußgänger zumindest ebensowenig wie für Radfahrer. Das Beachten der grünen Ampel stellt in vielen (baulichen) Konstellationen für Radfahrer und Fußgänger eine Gefahr dar. Für Fußgänger werden andere Lösungen nötig sein als für Radfahrer.

    @Sascha, bei den Geradeausspuren für Radfahrer zwischen der Rechtsabiegerspur und der Geradeausspu für Kfz bin ich mir nicht sicher, ob das der Königsweg ist. Mir kommt das immer wie ein Spurwechsel vor, bei dem ich Vorrang habe – dessen Gewährung liegt nicht in meiner Hand. Lieber ordne ich mich auf eigene Verantwortung auf der Geradeausspur für alle ein. Schwere Unfälle auf diesen von Dir genannten Spuren sind mir aber nicht bekannt, vielleicht ist das nur Gewöhnungssache.

    @Nullbock-Horst, zum Thema „Vordrängeln“ an der Kreuzung. Also ich habe auch meine Probleme damit, ohne Not mehrere Ampelphasen abzuwarten, nur um mich nicht vorzudrängeln. Das scheint mir absurd, weil es oft nur 3-4 Personen sind, die wegen ihrer Fahrzeuggröße (in kleineren Straßen) pro Grünphase durchkommen. Jeder kann sich durch umständliche Fahrzeugwahl selbst behindern wie er will, aber andere da mit reinziehen finde ich unsozial.

    Und nochmal zu @kl, ich weiss ja nicht, was Du für Wege fährst, aber stört Dich die generell schlechtere Oberflächenbeschaffenheit der Radwege gar nicht? Man verbraucht ja teilweise tatsächlich etwa das Doppelte an Energie, um die Holpersteinchen zu überfahren, folglich verringert sich auch die Reichweite. Für mich ist das unter anderem ein Grund, Radwege zu meiden. Wobei ich nicht auf Stress aus bin, ich suche mir nach Möglichkeit Straßen ohne Radwege, da hupt auch keiner.

  23. @Michael S und @benno:

    Ich vermute, benno hat recht, und der Radverkehrsanteil in München ist geringer als in Berlin. München ist natürlich auch flächenmäßig kleiner, und viel Radverkehr (auch Alltagsverkehr) wird auf „Grünen Achsen“ an der Isar, durch den Englischen Garten und durch den Olympiapark abgewickelt. Das könnte alles eine Rolle spielen. Außerdem ist er extrem starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen, im Winter fahren relativ wenige Radfaher, und jetzt im Sommer explodiert der Radverkehr förmlich.

    Dazu kommt eine sehr starke Bündelung des Kfz- und auch des Schwerlastverkehrs auf Kfz-Straßen (Mittlerer Ring, teilweise im Tunnel) und eine starke Ausrichtung Münchens auf ein Zentrum, in dem es wegen der Parkraumbewirtschaftung immer weniger einpendelnden Kfz-Verkehr gibt (wie Verkehrszählungen zeigen).

    Das dürfte alles wesentlich anders sein als in Berlin, dass ja multiple Zentren hat, und daher ganz andere Rad- und Kfz-Verkehrsströme.

    Man kann also schon einige Unterschiede finden, ob es einen entscheidenden gibt, kann ich nicht sagen.

    Radverkehrsanlagen sind sehr gemischt. Um Welten besser als das, was ich z.B. aus dem Ruhrgebiet aus den 90ern kenne, aber es gibt immer noch genug unzureichende Bordsteinradwege, auch benutzungspflichtige, als dass ich hier einen wesentlichen Unterschied vermuten würde.

  24. Ich kenne diese Strecke sehr gut und fahre sie auch mit dem Rad. Was soll ich sagen, es vergeht kein Tag an dem mir an dieser Ecke nicht mindestens ein Wagen die Vorfahrt nimmt .. in der Regel sind es aber mehr … das kommt wahrscheinlich daher, das der heutige Autofahrer absolut überfordert ist und die einfachsten Dinge wie „rechter Schulterblick“ nicht mehr ausübt … den oft bei solchen Todesfällen benutzten Hinweis „hab ich nicht gesehen“ laß ich nicht gelten, denn der gesamte Fahrradweg ist gut einsehbar und es ist die verdammte Pflicht eines jeden Autofahrers nach rechts zu schauen bevor man abbiegt.

    Das zweite Problem scheint die Ampelschaltung zu sein, es gibt eine rechts Abbieger Ampel und eine „normale“ Ampel, bei beiden grünphasen biegen Autofahr nach rechts ab, die sind jedoch so geschaltet das fast keine Stoppphasen gibt, so hat es sich eingebürgert das Autos immer nach rechts abbiegen und das mit einer sehr hohen Geschwindigkeit…

    Ich hörte Wochen Vorher wg. einer Anderen Geschichte einen Polizisten sagen, dies sei eine sehr gefährliche Kreuzung für Radfahrer, jedoch habe ich weder vor noch nach dem Todesfall dort je einen Polizisten zur Verkehrskontrolle gesehen ….

    was muß noch alles passieren damit den schwächsten Verkehrsteilnehmern Gehör geschenkt wird und etwas passiert.
    Meine Anteilnahme gilt der Familie der Toten und deren Angehörigen.

    Fakt ist, trotz sichtbarer Blumen und Kreutz – das rasen geht weiter und das macht mich so wütend !

  25. Der Unfallort ist mir auch bestens bekannt, wohne gerade mal 1 km entfernt von dort und komme entsprechend häufig an dieser Kreuzung vorbei.

    Wie Buddy-Style schon schrieb ist dort die Verkehrsflußgeschwindigkeit der Rechtsabbieger recht hoch, zumal diese „fast immer“ grün haben. Und zwar entweder per grün leuchtendem Rechtspfeil (= Vorfahrt, Fahrweg frei) oder per „grün ohne Pfeil“ (= Freigabe, aber ggf. kreuzende Fußgänger). Eine separate Fahrradampel an dem nicht benutzungspflichtigen Radweg gibt es nicht. Radfahrer laufen dort auf die Fußgängerfurt auf. Und da genau fangen die Probleme an. Der Radweg wird nämlich einerseits mal weit abgesetzt vom Fahrweg des üblichen Rechtsabbiegers geführt, noch hinter einem Buswartehäuschen. Der Radweg wurde vor einiger Zeit in Abschnitten mal neu gemacht und ist eines der Exemplare, was dort schwarz asphaltiert daherkommt umgeben von dunklen Gehwegplatten. Mit der sehr niedrigen Radfahrerdichte dort fällt der Radweg also überhaupt nicht auf. Als Rechtsabbieger weiß man nicht einmal, ob Radfahrer dort überhaupt gerade fahren dürfen oder nicht. Nach dem Unfallbericht bin ich jetzt vier- oder fünfmal dort durchgekommen und habe jedes Mal versucht rauszukriegen, ob von dem Radweg kommende Radfahrer überhaupt fahren dürfen oder nicht. Das hängt mangels separater Radampel ja (vereinfacht) davon ab, ob die Fußgängerfurt mitbenutzt wird (= Fußgängerampel gilt) oder nicht. Keine Chance, das bei normalem Fahrtempo überhaupt zu erkennen. Spätestens wenn an der Haltestelle Leonorenstr/Siemensstr noch ein Bus steht (was alles andere als selten ist), dann sind vom Radweg kommende Radfahrer einfach „plötzlich und unerwartet da“. Mit ggf. entsprechend fatalen Folgen.

    Meines Erachtens ist auch das mal wieder ein Radweg, der aus Sicherheitsgründen baulich beseitigt gehört. Man kann dort im übrigen auf der Busspur völlig legal (= Fahrradfreigabe), zügig und streßfrei fahren. Wenn man sich dann rechtzeitig vor der Ampel passend einordnet gibt es auch keine Konflikte mit abbiegenden Pkw.

    Im übrigen vermute ich, dass die etwa die Hälfte der Radfahrer, die von der Leonorenstr. kommen, an besagter Kreuzung tatsächlich geradeaus weiter wollen und nicht nach rechts abbiegen. Denn viele Radfahrer wollen nach Steglitz, und der für Radfahrer am sinnfälligsten fahrbare Weg führt dann Am Eichgarten weiter.

  26. @kl: Zusätzlich zu dem bereits geschriebenen: Die wenigen Unfälle im Längverkehr, wo Radfahrer von hinten „abgeschossen“ werden, passieren zum überwiegenden Teil (ich schätze zu über 90%, habe leider keine genauen Zahlen) ausserorts. Das führt zu einer kleinen einstelligen Zahl von Toten jährlich, während durch rechtsabbiegende Kfz auf Radwegen jährlich mind. 200 Tote zu beklagen sind. Das, obwohl immer noch die Mehrzahl der Strassen keine Radwege haben (zum Glück) und deshalb mindestens 50% des Wegeanteils der Radfahrer auf normalen Fahrbahnen erfolgt. Trotzdem passieren mit Abstand die meisten gefährlichen Unfälle auf Radwegen.

    Allen, die sich auf Radwegen so „sicher fühlen“ und auf den übrigen Strassen so unsicher, kann ich daher nur zurufen: Legt Eure Fahrbahnphobie ab und fahrt da, wo es sicher *ist*. nicht dort, wo ihr euch sicher *fühlt*!

    (Und hier ist der Begriff der Phobie mal angebracht, anders als beim Thema Helm)

  27. Ein Menschenleben kann mann nicht ersetzen!

  28. ich kenne diese kreuzung und auch viele andere in berlin, da seit jahren nur mit dem rad unterwegs.
    ich habe mir angewöhnt an kreuzungen prinzipiell vom rad zu steigen und über die ampeln zu laufen.
    jahrelange erfahrung im strassenverkehr haben gezeigt, das ist die sicherste vorgehensweise.
    sch… was auf 2 minuten an den ampeln warten, mein leben ist mir das wert.
    ansonsten bin ich soweit möglich, nur auf radwegen unterwegs und lieber einmal mehr absteigen vom rad, als sich mit autofahrern anlegen.
    leider trifft es immer die vernünftigen radfahrer, selten kamikazeradler, die meinen ihnen gehöre die strasse, samt das missachten von verkehrsregeln.

  29. @suse, interessenhalber – wie weite Strecken fährst Du denn so? Da geht ja der ganze Spaß verloren, wenn man immer absteigt.

    Dein letzter Satz ist schön geschrieben, denn tatsächlich hat ein Großteil der getöteten Radfahrer sich an die Regeln gehalten. Vielleicht sind die Regeln ja gar kein Garant für Sicherheit, und die „Kamikazeradler“ daher gar nicht so gefährdet wie man annimmt?

  30. @ suse: Wenn du die Polizeimeldungen etwas verfolgst, wirst du feststellen, dass dich das Absteigen und Schieben nicht davor bewahren kann, umgefahren zu werden. Wenn du das mit einer erhöhten Aufmerksamkeit und Einschätzen des Verhaltens der anderen Verkehrsteilnehmer verbindest, schon. Das kannst du aber auch beim normalen radelnden Überqueren der Kreuzungen tun, ich sehe keinen zusätzlichen Vorteil im Absteigen und Schieben.

  31. ansonsten bin ich soweit möglich, nur auf radwegen unterwegs

    Und was bringt Dir das? Freiwillig auf Radfahrertötungseinrichtungen zu fahren, um dann das Rad über Kreuzungen zu schieben?

    Das ist wirr.

  32. Herr, lass Hirn regnen, aber warte bis suse ihren schirm vergisst!

  33. @suse, was machst du bei den ganzen anderen gefährlichen Situationen, die sonst auf Radwegen auftreten? Den Autofahrern, die innerhalb Sekundenbruchteilen aus uneinsehbaren Hofeinfahrten direkt vor dir rausschiessen und dann direkt vor dir stehen? Den Fussgängern, die parallel zu dir laufen und plötzlich ohne vorher erkennbaren Anlass ihre Richtung ändern in deine Fahrlinie, wenn du gerade 2 m dahinter bist? Und du fährst nur so max. 12 km/h, um diese Situationen einigermassen zu meistern? Wie lange brauchst du für 10 km?

    Das alles nur, weil man ab und zu mal dicht überholt wird und ev. mal von einem nachfolgenden Kfz berührt werden könnte, was einmal auf 1 Mio km vorkommt? Ich verstehe euch Fahrbahphobiker nicht.

  34. Ruhe sanft, Sylvia Krause.

  35. … mir läuft es eiskalt den Rücken herunter .. wenn ich diese Stelle passiere und .. die Blumen und das Bild sehe .. furchtbar!

  36. Es steht noch einen Termin beim Verkehrsgericht bevor!

  37. @Jürgen, vielleicht magst Du uns ja auf dem Laufenden halten. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere die Gerichtsverhandlung besuchen möchte. Mir persönlich ist das ehrlich gesagt zu krass, manches möchte ich nicht im Detail wissen.

  38. Ja furchtbar. Mein Mitleid gilt den Hinterbliebenen.Jürgen,was brachte den die Verhandlung oder alles im Sande verlaufen?

  39. Es gibt einen Ort, wo Radfahrer und -innen absolut sicher von motorisieren Fahrzeugen verschont bleiben, und zwar auf dem Flugfeld des ehemaligen Zetralflughafens Berlin-Tempelhof.

  40. Das nützt demjenigen, der anderswo von A nach B will, herzlich wenig.

  41. auf öffentlichen Straßen muss man höllisch aufpassen und auch ggf. die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer „ausbügeln“, anderenfalls erreicht man B nie.

  42. Aufm Tempelhofer Feld ist doch auch schon ein Fahrradfahrer nach Zusammenstoß mit Fußgänger umgekommen. Oder habe ich dad falsch in Erinnerung? Absolute Sicherheit gibt es nicht.

    Mir wäre lieber, alle würden ihre eigenen Fehler ausbügeln. Immer auf die anderen zu schimpfen, das nützt herzlich wenig. Aber klar: Augen auf und nicht blind auf die Regeln vertrauen. Die sind a) für Radfahrer oft unsinnig und b) genauso unsinnig, wenn der „Stärkere“ sich nicht dran hält.

    1. Der Radfahrer kam nicht in Konflikt mit einem Fuß“gänger“, sondern mit einem Fuß- (oder Hand-?) Flieger! Die andere Person kam von oben!

  43. Ende gut – alles gut?

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