Der Tagesspiegel zum Thema „Sicher Fahrrad fahren“

In einem Bullshit-Bingo zum Thema Radverkehrssicherheit in Berlin kämen vielleicht folgende Schlagwörter vor: Steigerung des Radverkehrs, Anstieg der Unfallzahlen, Verweis auf den 55-Prozent-Schuld-Anteil der Radfahrer bei Unfällen, Zahl toter Radfahrer, Abbiegeunfälle, Radlerchaoten, rücksichtslose Radfahrer, Bürgersteigradler, nicht verkehrssichere Fahrräder, Fixies.

Nicht unbedingt vor im Bingo käme das Schlagwort Radverkehrsführung. Der Rosenthaler Platz in Mitte, der im folgenden Video des Tagespiegels als gefährlicher Knotenpunkt bezeichnet wird, ist ein Beispiel dafür, wie die Führung des Verkehrs die Radfahrer zu Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse degradiert. Am Rosenthaler hat der Autoverkehr Vorrang, alles andere wird hier sprichwörtlich an den Rand gedrängt. Radfahrer werden dort schon mal Dutzende Meter durch dichten Touristenstrom geführt. Bürgersteigradeln, sonst streng sanktioniert, am Rosenthaler Ecke Weinbergsweg ist die von den Verkehrsplanern vorgesehene Form des Radfahrens. Und anders als der Tagesspiegel sagt, müssen sich die Radfahrer den Knoten Rosenthaler in der Tat antun, wenn sie von Pankow nach Mitte fahren.

Der Tagespiegel: Sicher Fahrrad fahren

69 Gedanken zu „Der Tagesspiegel zum Thema „Sicher Fahrrad fahren“

Kommentare-Feed
  1. Ich will hier mal berlinradler aufgreifen:

    Dennoch habe ich in den 15 Jahren, die ich nun recht regelmäßig fahre, meine Sicherheit stark erhöht. Nicht durch Warnwesten, nicht durch Helme. Sondern durch Fahrstrategien.

    Kleines Beispiel heute: Einbahnstraße im freigegebenen Gegenverkehr, Radfahrerin vor mir. Auto im Gegenverkehr, wir passieren es beide, 10 m dahinter schwenkt die Radfahrerin auf den Gehweg und fährt dort weiter. Ich hab nach einer Weile noch mal geschaut, ob sie vielleicht ihr Ziel erreicht hatte: nein, hatte sie nicht, sie fuhr weiter Gehweg. Ich interpretiere das so, dass sie im Moment der Begegnung mit dem KFZ verunsichert war und dann den „sicheren“ Gehweg gewählt hat.

    Man benötigt unter den heutigen Umständen eben schon Erfahrung, um sicher (auch selbstbewußt) Rad fahren zu können. Man muss schon mal eine ganze Menge radfahrspezifischer gefährlicher Situationen erlebt, überstanden und reflektiert haben, um sich sicher fühlen zu können. Ich behaupte mal, wer das negiert, hat nur Glück gehabt. Das gilt sowohl für die Straße als auch für die bisher gebauten Radwege, jeweils mit spezifischen Gefahren. Ich empfinde mit dem entsprechenden Erfahrungshintergrund Hochbordradwege als nicht gefährlicher, sondern als deutlich unangenehmer zu fahren (Belag, Verschwenkungen, am Fußgängerverkehr orientierte Ampelschaltungen, dauernder Wechsel der Gefahrenquellen etc.) wenn ich vorankommen will, aber durchaus als angenehmer, wenn ich vor mich hin fahren will. Unabhängig von meinner Gefahrenwahrnehmung mag aber auch für mich gelten, dass ich dort gefährdeter bin, als auf der Straße. In der Summe empfinde ich Radfahren mit entsprechender Erfahrung als so sicher, dass mich weder die Gefahren auf der Straße noch auf dem Radweg in meiner Wahl beeinflussen. So ergeht es aber nicht den Leuten, die jetzt vermehrt auf die Radwege/Straßen drängen. Viele starten notgedrungen mit einem geringeren Erfahrungsfundus. Manch einer ist vielleicht seit seinem 18. Lebensjahr (Führerscheindelle) nicht mehr Rad gefahren, manch einer fängt vielleicht seinen Kindern zuliebe als Begleitperson an, manch einer hat bisher sein Rad immer nur am Waldrand vom Auto gehoben. Diese Leute wird niemand auf die Straße bekommen und ich bezweifle ganz stark, dass sie auf der Straße die Sicherheit bewußt finden können, die ihnen auf dem Radweg unbewußt fehlt.

    Ich sehe in der aktuellen politischen Landschaft keinen Weg zu einem für alle sicheren Radverkehr. Ich sehe, dass die Politik mehr oder weniger unsicher auf die steigenden Zahlen reagiert und halbherzig den Radfahrern entgegenkommen will, ohne den Autofahrern Platz weg zu nehmen (so auch explizit bei SPD, CDU und Grünen im Wahlprogramm formuliert). Dass dabei gebaute Lösungen zwangsläufig Mängel haben, zweifele ich keineswegs an, nur empfinde ich die Forderung, lieber alles beim alten zu belassen als noch schlechter.

    Der Ausblick ist dagegen doch wohl so, dass unter all diese „neuen“ Radfahrer in einigen Jahren viele emanizipiert genug sind, um auf die Straße zu drängen. Dann wird der nächste Schritt stattfinden müssen und die untauglichen Radstreifen, Schutzstreifen und was es da so gibt, werden neuem weichen müssen – wie ich hoffe, etwas besseren.

  2. Ich lese hier ständig, dass Hochbordradwege so unglaublich gefährlich seien. Wie sicher ist diese Aussage? Insbesondere möchte ich folgendes zu bedenken geben: Wenn 70% aller tödlichen verunfallten Radfahrer auf einer Radverkehrsführung unterwegs waren, aber gleichzeitig 80% aller im Verlauf von Straßen zurückgelegten Fahrrad-km auf Radverkehrsführungen zurückgelegt wurden, dann ist statistisch gesehen eine Radverkehrsführung sicherer als das Fahren auf der Straße…

    Nebenbei achten besonders Menschen mit geringer Alltagsraderfahrung darauf, auf Radwegen oder gar Fußwegen unterwegs zu sein, während Erfahrenere auf der Fahrbahn fahren (ggf. eher, um schneller voranzukommen). Erstere sind aber durch ihre geringere Erfahrung (z.B. wenn es darum geht, zu erkennen, ob man sich gerade in einem toten Winkel befindet) auch stärker gefährdet – noch so eine Statistikverzerrung.

  3. Da sieht man mal wieder. Noch jemand, der noch nie davon gehört hat. Ich sag es ja dauernd.

    @El Ypsilon: Das ist alles seit mindestens 1993 zweifelsfrei nachgewiesen.

    Polizei Berlin: „Es gilt als gesichert, dass die Führung der Radfahrer auf der Fahrbahn im Bereich des Fließverkehrs zu besserem Sichtkontakt zwischen Autofahrern und Radfahrern führt und damit vor allem die schweren Abbiegeunfälle mit oft tödlichem Ausgang an Kreuzungen und Einmündungen oder Grundstücksausfahrten reduziert bzw. gemildert werden….“

    http://www.berlin.de/polizei/verkehr/liste/archiv/28671/index.html

    Sogar Wikipedia hat was:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehrsanlage#Kritik_wegen_stark_erh.C3.B6hter_Unfallgefahr

    Da findest du auch die offiziellen Quellen. Die Untersuchung der Bast von 1993 findet man nicht online, nur noch in Unibibliotheken.

    Radwege finden sich an 30-40% aller Strassen, tödliche und schwere Unfälle ereignen sich weit überwiegend (60% oder mehr) an Strassen mit Radwegen. Genaue Zahlen musst du selbst recherchieren, deine kommen so nicht hin. Aus eigener Erfahrung habe bzw. hatte ich 80% aller brenzligen Situationen auf Radwegen. Jetzt eben 80% weniger, weil ich meist keine Radwege mehr nutze. 😉

    Natürlich gibt es den oft gemachten Fehler, sich ganz an den Rand der Fahrbahn zu drücken. Man ist dadurch weniger sichtbar. Auf Radwegen ist man aber oft bis zum letzten Augenblick vor einem Unfall unsichtbar. Auch das Einfahren in den toten Winkel wird ja durch Radwege noch gefördert.

  4. Eins ist klar, es mangelt an statistisch verwertbaren Daten. Eine der letzten Unterscheidungen, ob sich ein Unfall auf der Fahrbahn oder dem Radweg ereignet hat, ist aus dem Jahre 1987 (http://john-s-allen.com/research/berlin_1987/radfahrer1.pdf). Es besteht schlicht kein politischer Wille sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Es reicht allerdings ein einfacher Blick in jede x-beliebige Unfallstatistik, welche nach Unfallarten aufschlüsselt (http://www.berlin.de/imperia/md/content/polizei/strassenverkehr/unfaelle/statistik/radfahrer2010.pdf?start&ts=1308047440&file=radfahrer2010.pdf). Unfälle durch zu geringen Überholabstand, wie sie im normalen Fließverkehr auftreten, sind stets wesentlich unwahrscheinlicher als der typische Radwegunfall – der „Fehler“ beim Abbiegen. Zudem erleichtert die deutlich längere Sichtbeziehung das Erkennen eines Fahrradfahrers um ein Vielfaches. Gefahrenquellen wie Fußgänger oder Einfahrten gibt es auf der Fahrbahn schlicht und ergreifend nicht.

  5. Der Ausblick ist dagegen doch wohl so, dass unter all diese “neuen” Radfahrer in einigen Jahren viele emanizipiert genug sind, um auf die Straße zu drängen.
    Leute, die auf Radwegen und Gehwegen das Radfahren anfangen, werden nie und nimmer emanzipiert genug sein, um auf die Straße zu drängen.
    Eher frist eine vor Selbstvertrauen strotzende Maus die Katze auf, als daß ein Gehweg- und Hochbordradler auf die Straße „drängt“.

    Vor allem versteh ich nicht: wenn sie auf die Straße drängen sollten, warum nicht gleich anfangen?
    Ist der Genuß größer, wenn man vorher möglichst lange gelitten hat?

  6. Mein erster Satz sollte ein Zitat sein, irgendwie hab ich die Tags schon wieder falsch gesetzt. T’schuldigung.

  7. El Ypsilon schreibt:
    Montag, 23.04.2012 um 22:01

    Wenn 70% aller tödlichen verunfallten Radfahrer auf einer Radverkehrsführung unterwegs waren, aber gleichzeitig 80% aller im Verlauf von Straßen zurückgelegten Fahrrad-km auf Radverkehrsführungen zurückgelegt wurden, dann ist statistisch gesehen eine Radverkehrsführung sicherer als das Fahren auf der Straße…

    Würde ich bei solchen Zahlen auch so sehen.
    Das Dumme ist nur, dass dies Zahlen nicht stimmen.
    Der grösste Teil des Radverkehrs findet auf der Fahrbahn statt.

  8. Leute, die auf Radwegen und Gehwegen das Radfahren anfangen, werden nie und nimmer emanzipiert genug sein, um auf die Straße zu drängen.

    Gerade habe ich noch gehört, das 2 Wochen Fahren ausreichen, um alle zur richtigen Weltsicht zu bekehren.

  9. Der grösste Teil des Radverkehrs findet auf der Fahrbahn statt.

    Kannst Du das irgendwie belegen? Schließt Du da die Tempo-30-Zonen (=ohne Radwege) mit ein?

  10. Gerade habe ich noch gehört, das 2 Wochen Fahren ausreichen, um alle zur richtigen Weltsicht zu bekehren.

    Aber es braucht 20 Jahre, die Leute dazu zu bringen, diese 2 Wochen mal konsequent Fahrbahn zu fahren. 🙁

  11. @Martin LE, wobei Statistiken auch Tücken haben. Überhöhte Geschwindigkeit seitens der Kfz-Fahrer findet sich in den fahrradbezogenen Unfallstatistiken generell nicht, dürfte aber einen ziemlichen Anteil am Unfallgeschehen haben. Es ist ja nur das gesellschaftliche Zerrbild, dass bspw. ein Rotlichtradler mehr Schuld am Unfall trägt als der Unfallgegner, der seinen Bremsweg durch Raserei verdoppelt hat. Dieses Zerrbild findet sich in den Statistiken wieder.

    @Martin, ich kenne beides. Regelmäßige Radfahrer, die schon immer auf Radwegen und Gehwegen unterwegs sind. Und Radfahrer, die auf Radwegen angefangen haben und irgendwann auf die Fahrbahn umgesattelt sind. Ein großer Teil der Gehweg- und Radwegradler fühlt sich so sicher, dass er sich mit Sicherheitsbelangen rund um das Radfahren gar nicht beschäftigt.

    Warum beschäftigen wir uns überhaupt damit, dass andere Radfahrer auf Radwegen fahren? Sicher, auf der Fahrbahn sind sie meist besser aufgehoben. Aber wichtig ist doch, dass der Radverkehrsanteil steigt. Wenn das nun nicht unbedingt nervtötend auf dem Gehweg geschieht, ist es mir erstmal egal, wo andere fahren. Für mich ist es wichtiger, wirklich die Wahlfreiheit zu haben – ohne von Autofahrern und der Polizei gemaßregelt zu werden. Verglichen mit früher hat sich das zwar verbessert – neben dem Radweg auf der Fahrbahn hat man m.E. weniger Stress als früher. Perfekt ist es aber noch nicht, und wenigstens von Polizisten würde ich mir eher Unterstützung bei der Nutzung der Wahlfreiheit wünschen, als unberechtigte Ermahnungen.

  12. Um mal bei dem Schwimmvergleich zu bleiben: Es braucht ungefähr 10 Schwimmstunden, um einem Nichtschwimmer-Kind das Seepferdchen zu verpassen. Nur weil das so einfach ist, sollen also nur die Schwimmer ins Freibad dürfen, selbst schuld, wenn die Kiddies sich nur ins Planschbecken trauen?

    Das ganze ist doch eine Diskussion um des Kaisers Bart. Niemand hat ein Patentrezept. Die Zukunft ist offen, alle berechtigten Einwände gegen das, was uns da erwartet, sollten lautstark vorgebracht werden. Aber Einwände dagegen, dass überhaupt etwas gemacht wird sind Nonsens.

    Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre es zuallererst eine Veränderung in den Köpfen, richtig fette Image-Kampagnen, das wäre mal was. Man sieht ja, dass dafür auch Geld da wäre, nur dass es falsch ausgegeben wird („Papi setz den Helm auf“).

  13. @Michael S, volle Zustimmung. Aber natürlich werden wir hier immer diskutieren, ob das, was getan wird, das Richtige ist. Find ich gar nicht so schlimm, sonst wärs ja auch langweilig.

    Ich denke, man kann sogar etwas optimistisch in die (Verkehrs-) Zukunft schauen. Das Modell Erdölauto ist ein Auslaufmodell, und das Horrorszenario „Alles bleibt wie es ist durchs Elektroauto“ muss sich nicht zwingend bewahrheiten. Ein Wandel ist bereits messbar im Gange und vieles spricht dafür, dass er weiterhin bestehen wird oder sich verstärken kann.

    Eine Gefahr für uns alle sind aber die Energiepreise. Auto fahren muss man vielleicht nicht, aber Heizen will man auch in Zukunft können – eine etwas hämische Freude über hohe Benzinpreise könnte also durchaus ein Bumerang sein.

  14. @Kai und alle anderen: Danke für die aufschlussreichen und sachlichen Antworten. Am sichersten dürften ohnehin Fahrradstraßen sein, sofern sie sinnvoll umgesetzt werden (hier in Braunschweig passiert da in den letzten Jahren einiges an Umdenken), aber da dürfte es wohl noch weniger Statistiken zur Sicherheit geben…

  15. @ Berlinradler
    „Warum beschäftigen wir uns überhaupt damit, dass andere Radfahrer auf Radwegen fahren?“
    Es gibt zahlreiche Stellen, wo ich der einzige Radfahrer bin, der nicht auf dem Bürgersteig unterwegs ist. Exemplarisch aus Leipzig: http://g.co/maps/sfcmp oder http://g.co/maps/fhyhz und ganz besonders http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl (Schild mittlerweile nur noch „Radfahrer frei“).

    Gerade vor einer halben Stunde hatte ich an genau dieser Stelle nicht zum ersten Mal Spaß mit einem drängelnden, hupenden Autofahrer. Ich bin hier auch schon von einem Kipplader gegen den Bordstein gedrückt worden. Das Problem ist einfach, dass vielleicht der interessierte Radfahrer erkennen kann, wo er fahren darf und kann, aber jeder andere Verkehrsteilnehmer dies nicht vermag. In einer idealen Welt stört sich niemand daran, in der Realität sanktionieren vor allem Autofahrer vermeintliches Fehlverhalten mit massiver Gefährdung.

    Was nötig ist, wäre Verlässlichkeit. Eine liberalere Regelung – Radfahrer kann auf der Fahrbahn fahren, muss es aber nicht/nur bei Vollmond… – würde das Problem nur verschärfen. Schon heute überforderte Autofahrer würden vollends verzweifeln, wenn sie einen rechtmäßig auf der Straße fahrenden Radler gewähren lassen müssten, nur damit sie an der selben Stelle dann auch noch auf den Gehwegradler achtgeben müssten.

    Vorschriftsmäßig müssen sie es natürlich schon heute. Aber wer macht es wirklich? Die Regelungen noch breiter zu fächern, würde meiner Meinung nach zu einem massiven Unfallanstieg führen. Es gibt für mich daher zwei Möglichkeiten, entweder durch flächendeckende Kontrollen und Verkehrserziehung die Moral der Kraftfahrzeugführer anheben oder ihnen einfache Regelungen im Hinblick auf Radfahrer vorsetzen („Radfahrer nur noch auf der Fahrbahn“)

  16. @Martin, ich schrieb ja, dass mich Gehwegradler auch sehr stören. Die Regeln müssen gar nicht geändert werden, sie sind ok so.

    An der Umsetzung hapert es von zwei Seiten – die Verkehrsplanung macht Radwege willkürlich benutzungspflichtig und die selbsternannten Hauptnutzer der Fahrbahn sanktionieren vermeintliches Fehlverhalten.

    Eine Regeländerung wäre jedoch sinnvoll, wenn weiterhin Missbrauch mit der Benutzungspflicht getrieben wird: Sie muss generell abgeschafft werden.

    Die Regeln der Unkenntnis von Kraftfahrern anzupassen wäre traurig.

  17. @ Martin L.E.:

    Es gibt zahlreiche Stellen, wo ich der einzige Radfahrer bin, der nicht auf dem Bürgersteig unterwegs ist.

    Damit befindest Du Dich im direkten Widerspruch zu siggi.

    … oder ihnen einfache Regelungen im Hinblick auf Radfahrer vorsetzen (”Radfahrer nur noch auf der Fahrbahn”)

    Und was wäre mit: … („Radfahrer nur noch auf dem Radweg/Gehweg“)?

    Weil Autofahrer damit überfordert wären zu schauen wohin sie fahren, willst Du als Schwimmer die Nichtschwimmer loswerden. Das ist Anerkennung der buchstäblichen Rücksichtslosigkeit von Autofahrern. Wie willst Du denn dann im Nachgang diese Regel durchsetzen? Erwartest Du Dir davon, dass alle die anderen, die da Deiner eigenen Aussage nach nicht auf der Fahrbahn fahren per OWIs aus dem Verkehr gezogen werden oder dass diejenigen, die sich so nicht auf die Fahrbahn zwingen lassen, aber doch Radfahren wollen generell die Schuld bei Rechtsabbiegeunfällen zugemessen bekommen?

    Leute, Leute. Die vor 20 Jahren ausgebildeten AUTOFAHRER mit ihren 1,5t Masse unterm Hintern, Tempo 65 auf dem Tacho, Handy am Ohr, Navi vor der Nase, Ramsauer-CD im Sörraund-System und Notebook mit geöffnetem Mailproggi auf dem Beifahrersitz sind das Problem, nicht die Fahrbahnradler, nicht die Radwegfahrer, nicht die Gehwegradler.

  18. Ein Großteil der vorangegangenen Radverkehrsinfrastruktur und -regelung sieht doch so aus, dass, um die Metapher weiter zu bedienen, Fähren über Flüsse gebaut worden sind. Entweder der Radfahrer wartet auf das Schiff, oder er muss bis zur nächsten Brücke fahren. Immer mehr Fähren und Brücken (Radverkehrsanlagen) würden zwar für mehr nicht schwimmende Radfahrer sorgen, irgendwo gibt es aber dann keine Möglichkeit den Fluss zu überqueren und der Radfahrer ist aufgeschmissen. Stattdessen kann man ihm auch das Schwimmen beibringen.

    Ich weiß, dass es eigentlich eine Bankrotterklärung ist zu sagen, korrektes Verhalten von Autofahrern ist nicht möglich, aber die Realität zeigt doch genau dies. Ich bin wirklich für eine Abschaffung der Benutzungspflicht für Radwege, persönlich. Aber gleichzeitig eine freie Entscheidung, wo man als Radfahrer fahren will, halte ich für verkehrt. Die Durchsetzung der Kriterien für eine Benutzungspflicht sollten völlig reichen. Entweder die Fahrbahn ist sicher für alle, dann braucht es keinen Radweg, oder sie ist es eben nicht, dann gehört ein VwV-konformer Radweg neben die Fahrbahn. Eine liberale Entscheidungsfreiheit wäre schön, aber unfallträchtig.

    Du gehst davon aus, dass die Gehwegradler auch nach einer Gesetzesänderung weiter auf dem Gehweg radeln würden. Ich vermute, dass sich der Großteil nach einer Eingewöhnungszeit auf der Fahrbahn wiederfinden würde. Nur die schnellen Fußgänger wären noch auf dem Gehweg anzutreffen.

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