Vorsätzliche Körperverletzung an Radfahrer: 17 Monate Haft für Busfahrer

Ein Busfahrer in Bristol in Großbritannien wurde zu 17 Monaten Haft verurteilt, weil er seinen Bus „wie eine Waffe“ verwendet hat und einen Radfahrer vorsätzlich umgefahren hat. Auf dem Video einer Überwachungskamera ist zu erkennen, wie der Busfahrer den Radfahrer zunächst in geringem Abstand verfolgt, dann nach rechts zieht, um im nächsten Augenblick wieder scharf nach links zu steuern und den Radfahrer Richtung Bürgersteig zu katapultieren.

Der Fahrradfahrer Phillip Mead überschlug sich nach der Kollision, brach sich ein Bein und das Handgelenk. Nach einem Krankenhausaufenthalt und mehreren Operationen sagte er: „Ich habe keinen Hass gegen ihn, ehrlich gesagt tut mir seine Familien leid.“ Der Busfahrer Hill entschuldigte sein Vorgehen und sprach von einem „Wahnsinnsanfall“. Er wurde nach zehn Jahren im Fahrdienst der Busgesellschaft entlassen.

[via Tim]

Update 1. März 2012:
Das ursprünglich in diesem Beitrag eingebundene Video wurde bei YouTube gelöscht.

20 Gedanken zu „Vorsätzliche Körperverletzung an Radfahrer: 17 Monate Haft für Busfahrer

Kommentare-Feed
  1. Wenn ich es nicht mit eigenen Augen sehen würde, ich könnte es nicht glauben. Warum? Warum sind Menschen so?

  2. Meines Erachtens ist das die Kategorie „Messerstecher“, nur eben mit nem Bus. Passiert nicht oft, aber passiert – leider.

  3. Im BBC original Artikel heißt es das der Busfahrer schonmal wegen Änlichem
    verurteilt wurde…..erstaunlich das man dann Busfahrer werden darf.

    http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-bristol-17066798

  4. @matze:
    Im Artikel steht nur, dass er sich bei diesem Verfahren schuldig bekannt hatte. Ansonsten war er wohl 10 Jahre unauffällig:
    „qualified driver with 10 years‘ experience, was previously of excellent character“

  5. „Gavin Hill, 29, of Frome, previously pleaded guilty to dangerous driving and causing grievous bodily harm.“
    Bereits (Für schuldig befunden) verurteilt wegen gefährlichen Fahrens und (Verursachen von) schwerer Körperverletzung

    Ich glaube, der hätte schon vorher gefeuert werden müssen. Wobei dieses „pleaded“ echt tricky ist, auch leo.org hilft nur bedingt weiter. Bin ja kein Jurist.

    Jedenfalls ist dieser Vorfall unglaublich, der Bus nimmt ja richtig Anlauf, um den Radfahrer umzunieten. Der hat echt Glück gehabt.

    Insofern war so eine Überwachungskamera ja mal nützlich. Wobei ich mir nicht wünsche, dass wir demnächst wie in GB im öffentlichen Raum videoüberwacht werden oder überall mit Kameras bestückte Drohnen rumfliegen. Das ist übrigens ein Szenario, das bei der nächsten Fußball-WM ausprobiert werden soll. Aldous lässt grüßen…

  6. Sorry, 2 Beiträge könnt ihr wieder löschen…
    Hat irgendwie nur mit Verzögerung gefunzt, so dass ich nicht sicher war, ob der Kommentar gesendet wurde.
    Nein, ich halte meinen Beitrag nicht für exorbitant wichtig. 😉

  7. @Ulrike:

    Wenn kann man nur das „previously“ missverstehen, aber hier bedeutet es schlicht, dass er sich vor Verkündigung des Urteils schuldig bekannt hat.
    Und es lässt wohl eher George (Orwell) grüßen, als Aldous (Huxley).

  8. Hm, offensichtlich entfernt die Software hier „Pseudo-Tags“, deshalb kommt mein Kommentar oben wohl noch besserwisserischer rüber also er sowieso schon gemeint war 😉
    Also nicht in den falschen Hals bekommen, ich bin halt ein Klugscheißer 🙂

  9. @wakkowarner
    Gut erkannt, aber „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“. In diesem Sinne… 😉

  10. Ich halte Videoüberwachung zwar auch für keine Lösung, habe aber ein relativ düsteres Bild davon, was ohne diese passiert wäre. Da hätte der Busfahrer irgendwas behauptet, dass der Radfahrer vom Bürgersteig auf die Straße gefahren und mitten in den Bus reingesteuert hätte. Und keiner hätte genauer nachgefragt.

    So oft, wie ich beobachte, dass Autofahrer voll draufhalten, wenn sie jemanden sehen, der sich falsch verhält, denke ich, dass einige der „Unfälle“ in der Polizeistatistik in Wahrheit Gewaltstraftaten sind.

  11. Den Kommentar des Opfers finde ich so überlegen, so trocken, so gut 🙂

  12. Erinnert mich an meinen Busunfall vor ein paar Jahren.
    Allerdings hat damals die Busfahrerin es erst beim dritten Versuch geschafft mich vom Rad zu holen.
    Trotz Zeugen, Polizeiprotokll u.s.w., stellte die Kölner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen mangels öffentlichen Interesses ein.
    http://www.siggis-seiten.de/Unfallhergang02.gif

  13. @Berlinradler: „Passiert nicht oft, aber passiert – leider.“ – Noch nie für angebliches Fehlverhalten von einem Autler durch absichtliches Nahüberholen/Schneiden „bestraft“ worden? Ist imho nicht so selten und fällt ebenso in die Messerstecher-Kategorie. Auch wenn es oftmals glimpflich ausgeht.

  14. @Sascha, doch. In meinem zweiten Kommentar hatte ich meine erste Aussage ja relativiert.

  15. Weiß nicht wie ich als Beobachter in so einem Fall reagieren würde. In Berlin sehe ich auch öfter Autofahrer die absichtlich nah an Fußgänger und Radfahrer heranfahren um sie zu erschrecken. Bei aller Liebe: Wenn dann was passiert, braucht sich der Verursacher nicht wundern, wenn er sich eine einfängt.

  16. Das Problem des „Berufskraftfahrers“. Die Gerichte schützen die Schwarzen Schafe durch milde Urteile.

  17. Die meisten Autofahrer wissen überhaupt nichts vom Recht des Radfahrers mittig in der Fahrspur auf der Straße zu fahren. Auch wissen viele nicht, dass sie mit 1,5m Seitenabstand zum Außenumriss überholen müssen. Aufgrund der Unwissenheit entsteht oft Aggression.

    Radfahren könnte wesentlich sicherer und stressfreier sein. Die Gesetze gibt es schon lange. Leider wird die Umsetzung vorsätzlich behindert und blockiert. Radfahrer trauen sich kaum noch auf die Straße, weil sie Angst vor dem Motorisierten Verkehr haben. Das muss nicht sein.

    Bitte “vote” im Zukunftsdialog der Bundesregierung.

    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/ql?cms_idIdea=11235

    Falls Du mein Anliegen unterstützt, dann sende diesen link bitte an alle interessierten Radfahrer weiter. Vielen Dank.

  18. @FahrradInfoBerlin: Der Text im Zukunftsdialog ist komplett unverständlich. So wird das nichts.

  19. Neulich 22 Uhr Sonntagabend in der Treskowallee Karlshorst.
    Es ist spät, es ist relativ wenig Verkehr um diese Zeit, in der rechten Spur parken wie immer Autos.
    Ohne Probleme schon 2/3 vom Bahnhof durchfahren, mit Anzeigen und wirklich genug Puffer von hinten wieder einmal auf die links Spur gewechselt wegen parkenden Autos rechts, plötzlich von hinten eine Lautsprecher-Durchsage von der Polizei. Ich total perplex was wollen die. Meinten, ich solle nicht in der „Fahrbahnmitte“ fahren.
    Ich rechts in die Lücke rein und angehalten, „ich möchte das jetzt bitte ausdiskutieren“. Haben neben mir angehalten (in der linken Spur und hinter sich andere Autos erst recht blockiert) und zugehört.
    Ich so, 1 Meter Abstand parkende Fahrzeuge, 1 Meter meine Breite, 1,5 Meter Überholabstand, da wäre dann sowieso nicht der nötige Platz für Autos zum Überholen, also ist es völlig legitim wenn ich (rechts) in der linken Spur fahre und mich nicht zwischen Mittelstreifen und Autotüren quetsche. „Da hat er Recht“. „Ihr müsst doch die Regeln kennen!“ Man war ich empört. „Ihr müsst sie kennen!“
    Dann kam noch ne kleine Schikane von wegen „zeig mal Frontlicht“ (Oh Verzeihung vielmals, leider keine Standlichtfunktion :/ ), Rücklicht (hätten sie sehen können vor der „Ansage“, leuchtete auch noch nach).
    Sie hatten dann auch spontan das weitere Interesse verloren, fuhren los, und ich auch, in der linken Spur, so wie vorher.

    Die kannten ja noch nicht mal den Unterschied von „Fahrbahn“ und Fahrspur. Natürlich fahre ich in solch einer Situation in der Mitte der Fahrbahn, genau gesagt sogar links davon! Und auch weiterhin!

    Fazit: Streifenpolizisten sind genauso d**** I****** wenn sie einen Radfahrer vor sich haben, der in der Treskowallee wegen rechts parkenden Autos in der linken Spur fährt, ging ihnen wohl nicht schnell genug mit 20 bei 30.

    nebenbei: nicht mein erstes Vergnügen dieser Art in der Treskowallee, aber das 1. mit Polizei.

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