Fahrradfahrer von Anhänger überrollt

Die Serie schwerer Verkehrsunfälle zwischen Radfahrern und Wirtschaftsfahrzeugen reißt nicht ab:

„Mit dem Verdacht auf schwere innere Verletzungen kam heute Mittag ein Radfahrer nach einem Verkehrsunfall in Zehlendorf in ein Krankenhaus.

Der 59-jährige Fahrer eines „Skoda“ übersah gegen 12 Uhr 30 beim Abbiegen mit seinem Gespann aus der Königstraße in die Hohenzollernstraße den 68-jährigen Radfahrer, der auf dem Radweg die Königstraße befuhr. Der Radler versuchte noch zu bremsen, geriet jedoch zwischen Auto und Anhänger. Dabei wurde er von dem zweiachsigen Anhänger überrollt.

Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 3828 vom 18.10.2011 – 18:15 Uhr

Königstraße Ecke Hohenzollernstraße

14 Gedanken zu „Fahrradfahrer von Anhänger überrollt

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  1. Ich hoffe für den Radfahrer, dass der Unfall glimpflich ausgeht, weil es „nur“ ein Gespann war und kein Lkw.
    Ich kenne die Ecke in Berlin natürlich nicht, aber ich finde die Verkehrsführung da ziemlich unübersichtlich dem Foto nach zu urteilen. Fährt der Radfahrer, der auf dem Bild zu sehen ist, noch ein Stückchen weiter, ist er direkt hinter diesem Mast, an dem sich Papierkorb, Haltverbotschild und Vorfahrtstraßenschild befinden. Außerdem ist der Radweg sehr weit rechts aus der Autoperspektive und damit wahrscheinlich außerhalb des Blickfeldes des Autofahrers. Eigentlich müsste jeder Autofahrer vor dem Radweg stoppen und nach rechts und links schauen, bevor er in die Seitenstraße einbiegt.
    Ich finde die Verkehrsführung sehr unübersichtlich und würde das als echte Radfahrerfalle bezeichnen. Als Radfahrer selbst fühlt man sich dort wahrscheinlich sogar besonders sicher, weil die Autos so weit links von einem fahren. Ist das eine Tempo 30-Zone?
    Selbstredend möchte ich hier keine Lanze brechen für den Autofahrer, der den Unfall verursacht hat.

  2. Wie bitte soll man dort aus dem Blickfeld eines nachfolgenden Autofahrers geraten? Die Stelle vor der dem Abzweig ist eine bauliche Einengung der Hauptstraße, der genaue Zweck ist nicht direkt erkennbar, sollte aber auf alle Fälle als Tempobremse für (abrupt) abbiegende tauglich sein.
    Übersehen kann man dort aber wohl niemanden.

    Ich kann mir vorstellen, dass der PKW-Fahrer meinte „wer zuerst kommt, fährt zuerst“ und hat den Radfahrer geschnitten, mit der Annahme jener könne noch sicher bremsen. JEDOCH sollte der Radfahrer nicht mitbekommen haben, dass dem vor seiner Nase abbiegende und so die Vorfahrt nehmende PKW noch ein Anhänger „folgt“, dann wäre das eine Erklärung wieso er ZWISCHEN Zugfahrzeug und Anhänger geriet.

  3. Man kann von Autofahrern ja nun wirklich nicht alles verlangen. Müssen die ja nicht nur Steuern zahlen, sondern sich auch noch an der Tankstelle abzocken lassen, und erst die Parkraumbewirtschaftung! Da kann man nicht erwarten, daß ein diese Hauptstraße entlangfahrender Autofahrer beim Abbiegen auf irgendwelches Pack achtet, das da als Fußgänger oder gar Fahrradrambo unterwegs ist.

    Außerdem hatte der Radfahrer wahrscheinlich kein Licht, ist bei Rot gefahren und einen Helm hatte er auch nicht.

    So viel zum Thema „Kotzen am Mittwoch“.

    Der Ramsauer, dieser Mensch, der die Charakterisierung schon im Namen trägt, der droht jetzt hysterisch-dumm mit der Helmpflicht für Radfahrer.

    Ich fordere ja eine Helmpflicht für Politidioten. Der Helm muss so beschaffen sein wie das Oberteil einer Burka und bis etwa Brusthöhe herabhängen. Schall-, blick- und luftdicht muss er obendrein ausgeführt sein.

  4. Lieber Jochen, Blickfeld oder einen Radfahrer sehen können ist etwas ganz anderes als einen Radfahrer auch wahr zunehmen. Das Autofahrer sich hauptsächlich auf das konzentrieren, was vor ihnen auf der Fahrbahn geschieht ist völlig normal. Alles was sich seitlich am Rand befindet wird nicht wahrgenommen. Daher ist es auch gefährlich sich als Radfahrer in den Seitenräumen aufzuhalten und dann beim Abbiegen übersehen zu werden.
    Je weiter entfernt sich der Radweg von der Fahrbahn befindet, wie in diesem Fall, umso schneller wird man übersehen. Wenig lustig ist auch die wetere Führung des Radwegs direkt in den Aufklappbereich der Beifahrertüren. Zwischen den Häusern gibt es bestimmt eine Menge Einfahrten bei denen man schon durch die geparkten Autos nicht gesehen werden kann. Von Wahrnehmung will ich hier gar nicht erst sprechen.

    Helfen kann hier nur den Radweg zu ignorieren. Eine Bentzungspflicht (Schild) kann ich auch nicht erkennen.

  5. Die Stelle ist auch – für einen Radweg – nach meiner Ansicht geradezu ideal sicher. Es gibt weit vorgezogen einen freien Bereich, die Kreuzung selbst führt in eine kleine Straße, so dass man da eigentlich auch nicht mit Karacho rumkann, gerade nicht mit Hänger. Vielleicht ist das ja auch die Ursache: Viele Leute fahren nur gelegentlich mal mit Hänger und vergessen, dass sie da hinten noch was nachziehen. Ist aber hier schon Spekulation.

    Insgesamt einfach wieder mal traurig, dass auf Radwege gesetzt (wurde) und dadurch keinen Deut mehr Sicherheit entstanden ist, im Gegenteil, viele Radfahrer sich in der gefühlten Sicherheit wiegen und dadurch stärker in Gefahr geraten.

  6. @ Klapprad: Die Entpflichtung scheint auch voran zu schreiten. Bin gestern wieder mal an der Rummelsburger Bucht stadtauswärts entlang gefahren und die Benutzungspflicht Hauptstraße/Köpenicker Chaussee ist in ein „Radfahrer frei“ umgewandelt worden. Deshalb werden dort trotzdem noch genug Radfahrer auf dem Weg fahren, aber die Straßenfahrer werden dort jetzt hoffentlich weniger mit der Motorhaube belehrt.

  7. @Michael, ist mir auch aufgefallen – will dazu heute noch nen Eintrag schreiben. Fährst Du dort auf der Fahrbahn?

  8. Klapprad, mit dem Blickfeld bezog ich mich auf Ulrike, die behauptet man sei an jener Stelle aus dem Blickfeld der Autofahrer.
    Was Du ausführst, die Sache mit der Wahrnehmung, ist wirklich so eine „Baustelle“, jedoch … an jener Stelle und vorausgesetzt zum Unfallzeitpunkt war die Sicht genauso uneingeschränkt gut, wie auf dem Bild, konnte der Radfahrer weder aus dem Blickfeld noch der Wahrnehmungsmöglichkeit gewesen sein. Ich tippe auf ein: „Ach, dass passt schon noch“ und rummmmmmmmmmmm(s)-Fahrmanöver.

  9. @berlinradler: stadtauswärts nicht, weil der Weg an sich recht breit und mit wenigen Einmündungen (Ausfahrten) daherkommt. Nur beim letzten Stück vor dem Blockdammweg fahre ich oft vorher auf die Straße, um die Bettelampel für Linksabbieger zu umgehen (ist dort aber auch jetzt noch ordnungswidrig, weil vor der Bettelampel noch Benutzungspflicht besteht, aber da bin ich schon auf der Linksabbiegerspur und ich glaube nicht, dass man mich ab jetzt dazu zwingen kann, rechts rüber auf den Radweg zu wechseln). Stadteinwärts bisher auch in der Regel nicht, weil der Autoverkehr hier ziemlich aggressiv auf Straßenfahrer reagiert, wenn überall die blauen Schilder stehen und allgemein mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren wird. Werde ich jetzt mal verstärkt austesten.

  10. Ist die Linksabbiegerspur am Blockdammweg nicht mit Induktionsampel? Ich nehm meist die Weichei-Variante.

    Im Winter war ich mal auf der Fahrbahn gefahren, ging ziemlich gut, ein Überholmanöver würd ich allerdings als versuchten Totschlag einordnen. Das ist ja das nervige – ein Idiot reicht aus, um ein unwohles Gefühl zu hinterlassen.

    Ich kenne keinen Autofahrer, der ohne mein Zutun von der Sache mit den Benutzungspflichten wusste. Die meisten werden auf der Strecke annehmen, dass Du den Radweg benutzen musst, unabhängig vom Schild. Wobei nach meiner subjektiven Erfahrung die Autofahrer viel entspannter geworden sind, was die Nichtbenutzung von Radwegen angeht.

  11. Ich merke ja eher, dass mir gegenüber stärker belehrt wird wenn ich auf der Straße fahre und neben dran mehrere Leute auf dem Radweg/Gehweg fahren. So im Sinne von : den Rowdy schneide ich jetzt und hupe ihn an, der soll weg von meiner Straße.

    Schön zu sehen in der Fritz-Reuter Alee, ist ne Tempo 30 Zone mit relativ neuem gut geteertem Weg auf der einen Fahrtrichtung der später zu rotem Pflaster wird, alles nicht benutzungspflichtig und, da es teilweise der einzige Gehweg auf der Straßenseite ist, nicht benutzbar vor lauter Menschen und Hunden. Aber klar, Britzer Autist versteht nicht warum man die Straße mit 28km/h blockiert 😉

  12. @Jochen
    „bezog ich mich auf Ulrike, die behauptet man sei an jener Stelle aus dem Blickfeld der Autofahrer.“

    Nichts hab ich behauptet, sondern nur meine Wahrnehmung dargelegt, dass ich diese Straßenführung als sehr unübersichtlich empfinde und dass dies evtl. dazu führt, dass Radfahrer nicht gesehen werden.
    Der Hergang des Unfalls ist – soweit ich weiß – keinem der Kommentatoren bekannt, also sind alle Äußerungen dazu reine Spekulationen.

  13. @ Ulrike: Zum Unfallhergang hast du recht, bleibt alles spekulativ, solange die PM nicht präzisiert wird. Die Straßensituation selbst läßt sich aber dank SV ganz gut bewerten, finde ich. Dass es zwischen Sehen und Wahrnehmen einen Unterschied gibt, kann man natürlich täglich erleben.

  14. @Ulrike
    Okay, Du hast nicht behauptet, sondern von „wahrscheinlich“ und vorher von unübersichtlich gesprochen.

    Ich bin zwar Brillenträger, aber ich würde jene Stelle, wie ich sie auf dem Bild sehe, weder als Autofahrer (bin ich, wenngleich nur noch sehr selten), noch als Radfahrer (bin ich fast ausschließlich), als unübersichtlich ansehen.

    Belassen wir es daher als einen alltäglichen Fall von unterschiedlicher Bewertung.

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