Keine Fahrradstation am Potsdamer Hauptbahnhof

Nach Ansicht des Baudezernenten von Potsdam Matthias Klipp wird es keine Fahrradstation am Hauptbahnhof in Potsdam geben. Nachdem der Bauausschuss den Beschluss gefasst hatte, die Grünfläche nördlich des Bahnhofs um jeden Preis von Bebauung freizuhalten, ist die von der Stadt gewünschte Fahrradstation vom Tisch.

Für die Erhaltung der Grünfläche hatten sich die Grünen und die Linken stark gemacht. Eine Fahrradstation sei zwar eine „wünschenswerte Angelegenheit“, sagte die Grünen-Fraktions-Chefin Saskia Hüneke, jedoch nicht um den Preis der Aufgabe der Grünfläche. Alternativpläne, die das Fahrradparken im wenig genutzten Parkhaus möglich gemacht hätten, waren im letzten Jahr von der Bahn und vom Potsdam-Center blockiert worden.

Märkische Allgemeine: Bauausschuss will Grünfläche am Bahnhof erhalten

9 Gedanken zu „Keine Fahrradstation am Potsdamer Hauptbahnhof

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  1. Ich finde, man sollte die Bahn verstaatlichen…

  2. Eine Grünfläche zu erhalten, finde ich begrüßenswert.

    Dass am Ende auf jede Lösung verzichtet wird, hingegen nicht.

  3. … dieses im Zweifel gegen das Fahrrad der Grünen haben wir ja schon bei unzähligen gescheiterten nachhaltigen Radwegen in der Vergangenheit gelernt.

    Durch den Schlamm ist gut fürs Auto, weil man ja gar nicht in die Versuchung kommt auf einem breiten asphaltierten dem Stand der Technik entsprechenden Radweg aufs Rad umzusteigen. Ich erinnere an den unfassbaren Streit der Grünen bei der Ashaltierung des R1 auf der Hegelallee in Potsdam.

    By the way: Wer hat eigentlich die gefasten in Längsrichtung verlegten roten Betonsteine beim (noch nicht ganz fertiggestellten) Neubau-Radweg an der B273 in Oranienburg zu verantworten? Man fasst es nicht …

  4. Tatsächlich kaum fassbar.

    @benno: danke für deinen Kommentar. Dennoch vermisse ich ein wenig deine Polemik gegen andere Parteien. Man könnte vermuten, die Grünen seien in deinen Augen die einzige fahrradfeindliche Partei. Dann müsstest du dich eigentlich über die neue Regierung in Berlin freuen? 😉
    Zumindest hast du den Beitrag https://rad-spannerei.de/blog/2011/10/11/rot-schwarze-verkehrspolitik-in-berlin/ bisher nicht kommentiert…

  5. @BikeBloggerBerlin … könnte man denken. Hier geht es aber nicht um Vorurteile und Pauschalisierungen, wer angeblich fahrradfreundlicher ist, sondern um konkretes Handeln. Und da fällt die Partei der Schrankenwärter nicht erst in diesen Tagen extrem negativ auf. Nimmt man die Absichtsbekundungen dieser Leute hinzu, tuts richtig weh.

    Was die neue Regierung betrifft bin ich gespannt. Immerhin hat ja Schwarz (zusammen mit Gelb) 1997 die bis heute fahrradfreundlichste Gesetzesänderung beschlossen. Und 2004 als Opposition das Toter-Winkel-Problem so auf die Tagesordnung gesetzt, dass es fast gelöst wurde und sich die Zahl der tödlich verletzten Radfahrer dadurch weiter reduziert hat. Einen netten Artikel dazu gibt’s unter http://www.benno-koch.de/article09622_wir_hatten_die_wahl2

    Und wenn ich die unter Rot am Hohenzollernkanal oder am Teltowkanal gebauten Asphaltpisten angucke (oder auch kleinere Probleme wie den R1 am Müggelsee und im Treptower Park, den Radweg Berlin-Leipzig im Gleisdreieck und im Nelly-Sachs-Park, den Radweg Berlin-Usedom in Pankow, den Wuhleweg in Marzahn-Hellersdorf …) und noch den Widerstand dagegen vor Augen habe, dann bin ich eher neugierig was eine neue Mischung aus Rot und Schwarz bringen kann – wenn man pragmatisch an das Problem herangeht. Ansonsten habe ich keine parteipolitischen Prioritäten.

  6. Das Problem des toten Winkels wurde – fast – gelöst? Das ist doch wohl nicht dein Ernst?
    Ich kann mich daran erinnern, dass zwei Fahrradaktivisten sich vor nicht sehr langer Zeit an einem Unfallort anketteten und die Lösung dieses Problems forderten (vgl. https://rad-spannerei.de/blog/2010/05/21/rechtsabbiegeunfall-koch-kettet-sich-an/). Und das zu einem Zeitpunkt, als sichtverbessernde Systeme bereits vorgeschrieben waren und schwarz-gelb die Möglichkeiten gehabt hätte, in diesem Bereich wirklich wirksame Änderungen herbeizuführen.
    Das kritisierst du doch selber auf deiner Website: „seit einem Jahr müssen auch Alt-Lkw mit „sichtverbessernden Systemen“ gegen den toten Winkel nachgerüstet werden. Mit zusätzlichen Spiegeln oder Kameras. …
    Gereicht hat das alles nicht.“
    Und der von dir geschriebene Artikel zeigt doch auch nur, dass Politiker meist am lautesten brüllen, wenn sie noch nichts entscheiden müssen – egal, welche Farbe ihr Parteibuch hat.

  7. Mann! Fast!

    Fast heißt, dass es in Berlin und dem schönen Rest unseres Landes immer noch sinnlose tödliche Fahrradunfälle im Toten Winkel gibt – aber eben nicht mehr 24 wie noch 2003, sondern nur noch sieben wie in diesem Jahr.

    Was ist erreicht?

    – alle Neu- und alle Alt-Lkw ab Erstzulassung 2000 und ab 3,5 Tonnen müssen entsprechend der EU-Richtlinie (2005/38/EG vom 14. Juli 2007) nachgerüstet werden

    – die Sichtfelder für die indirekte Sicht sind also vergrößert und der Tote Winkel verkleinert worden, durch neue Spiegel, durch zusätzliche Spiegel oder durch Kamerasysteme

    Was muss noch getan werden?

    – die korrekte Einstellung der Spiegel muss überprüft werden: durch den Fahrer (zum Beispiel mit Einstellhilfen an der Tanke), die Polizei und vor allem unmittelbar nach jedem Unfall (was ganz offensichtlich noch immer nicht getan wird)

    – Alt-Lkw vor der Erstzulassung 2000 müssen nachgerüstet werden (wozu eine weitere Gesetzesänderung notwendig ist)

    Interessant wird’s im zitierten Artikel doch nach dem „Gereicht hat das alles nicht“ auf meiner Website: „… verschweigt die Berliner Polizei weiterhin die Frage und Antwort nach den korrekten Spiegeln gegen den toten Winkel – waren die am Unfallfahrzeug vorhanden und richtig eingestellt? Wie kontrolliert die Polizei eigentlich die neuen Spiegelvorschriften – gibt es Schablonen, Einstellplätze oder Bußgelder?“

    Man muss also den gesetzlichen Rahmen auch umsetzen – das war der Kern der Kritik: „Tödliche Unfälle dürfen nicht nur in Statistiken und Gesetzes-Kompromissen thematisiert werden, sie müssen bekämpft werden, wo sie stattfinden: Auf der Straße!“ sagte Keune damals.

    Kurz um: Ohne die damals tapfere CDU in der Oppostion hätte die Verringerung des Toten Winkels nicht mal auf der Tagesordnung im Deutschen Bundestag gestanden – die Debatte war von Rot-Grün bereits abgesagt und auf Antrag der CDU wieder raufgesetzt worden.

    Meine Hoffnung war und ist, dass sich Storjohann in der Regierung an seinen eigenen Erfolge erinnert und das jetzt Notwendige jetzt tut.

  8. Falls es interessiert:
    Hochbordradweg-Benutzer von Lkw getötet
    http://www.noz.de/lokales/57965818/kollision-mit-lkw-radfahrer-verstirbt-im-krankenhaus

  9. warum es wichtig ist, gerade gegen die grünen zu polemisieren:
    http://www.notesofberlin.com/2011/09/lieber-mit-burger.html

    diese partei genießt den ruf, besonders fahrradfreundlich zu sein. das entspräche auch ihren ökologischen ansprüchen, findet aber leider leider in der realität keinen widerhall.

    auf diesen widerspruch hinzuweisen, und fahrradinteressierten wählern klar zu machen, dass sie nicht nur auf das image achten sollten, das muss geschehen, und das darf auch gerne ätzend geschehen.

    (über rot-schwarz ärgere ich mich trotzdem.)

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