Fahrradbezogene Online-Petitionen beim Bundestag

Beim Deutschen Bundestag kann jeder Bürger online Petitionen einreichen. Diese betreffen oft auch Radfahrer.

Achtung, Update, 28.6.2011: Die Petition zur Einführung einer jährlichen Fahrradsteuer von 25€, aus der sogenannte Radwege finanziert werden sollen, ist offenbar mittlerweile zurückgezogen worden.

Tobias Eiseler wünscht sich die Einführung einer Radfahrer-Benutzungspflicht für Land- und Forstwege, sofern diese außerorts neben Straßen verlaufen. Er begründet dies einerseits mit der Verkehrsbehinderung durch Radfahrer, andererseits mit den Gefahren für Radfahrer, die wegen der hohen Geschwindigkeit und damit verbundenen Bremswege entstehen. (zur Petition)

17 Gedanken zu „Fahrradbezogene Online-Petitionen beim Bundestag

Kommentare-Feed
  1. Aua.

  2. es lebe die sofa-demokratie, online-petitionen machen es möglich

  3. Wo kann ich die Petition gegen Parken auf dem Radweg unterschreiben?

    Und wo kann ich mir dafür, dass ich kein Auto fahre und für mich keine Straßen, Parkplätze und ähnlicher Quatsch gebaut werden müssen meinen dadurch eingesparten Anteil an den Baukosten auszahlen lassen? Autofahrer kosten den Staat Geld, sie bringen ihm keins!

  4. Die Diskussionen im Forum der jeweiligen Petition sind immer wieder amüsant.

  5. Im Zusammenhang mit der ersten Petition hat jemand Zahlen aus München genannt.

    Tatsächlich weicht die dortige Unfallstatistik von dem ab, was ich aus anderen Städten kenne.

    So war u.a. so gut wie jeder getötete Fußgänger Haupt- oder Mitverursacher. Bei schwerverletzten Radfahrern waren 178 Verursacher und 111 Opfer / Mitverursacher. Verursacherzahlen für alle Unfälle bekommt man nicht auf einzelne Verkehrsmittel bezogen, sondern nur insgesamt.

  6. @Berlinradler: Ich habe vor Jahren auch mal in den Münchner Statistiken rumgelesen und meine mich zu erinnern, dass dort schlicht die Schiene gefahren wird, die sich auch immer wieder in den Medien findet:

    – Es wird garnicht unterschieden zwischen Haupt- und Mitverursacher. Egal ob Haupt- oder Mitverursacher: Nach Lesart der Münchner Polizei ist der Radfahrer dann „Verursacher“ des Unfalls (Auch wenn der Unfallgegner Hauptverursacher war. Sprich: Wenn bei 100 Unfällen PKW/Rad der Autofahrer Hauptverursacher und der Radfahrer Mitverursacher war, steht in den Pressemeldungen der Polzei, das bei 100% dieser Unfälle der Radfahrer „Verursacher“ war)

    – Selbstredend ist auch in München bei Alleinunfällen von Radfahrern und bei Unfällen Rad/Rad in 100% der Fälle ein Radfahrer „Verursacher“ des Unfalls (hier sogar Hauptverursacher ;))

    Und wenn man dann in München 50 Alleinunfälle von Radfahrern hat und 40 Rad vs. Rad und 7, bei denen der Radfahrer Mitverursacher war und ein Autofahrer Hauptverursacher und dann noch zwei, in denen der Radfahrer vollkommen unschuldig war und noch 3, bei dem ein Radfahrer einen Fußgänger schuldhaft angefahren hat – 2x davon als Huptverursacher und einmal als Mitverursacher – , dann schreibt die Polizei dort:

    „Es gab im Jahr 20xx einhundert Unfälle mit Radfahrerbeteiligung. Bei 98% dieser Unfälle war der Radfahrer der Verursacher.“

    Das schnappt dann irgendeine Agentur auf, jedes Käseblatt druckt den Quatsch und machthepirat&Co lesen: „an 98% aller Unfälle zwischen Radfahrern und Kfz ist der Radfahrer der Schuldige. Wusst ichs doch, dass die sich nie an Verkehrsregeln halten“

    grässlich das Ganze.

  7. wir hier in München haben ein ernsthaftes Problem, wie Polizei und Presse mit den Radfahrern umspringt und über diese berichtet. Der Begriff „Radlrambo“ wurde m.E. in der Münchner Boulevard-Presse-Landschaft geprägt. Die Zahlen, die reclaim beschreibt, springen einem permanent aus dem Zeitungsboxen entgegen. Meine Kollegen z.B. sind fest davon überzeugt, dass Radfahrer Schuld haben an sämtlichen Unfällen und Verkehrsunfallopfern.
    Hier gibt es allerdings wirklich viele Radlfahrer die sich um keine rote Ampel kümmern, links fahren und denen alles egal ist. Dies wird nur besser wenn man den Radfahrern mehr Raum gibt und sie ernst nimmt. Die Stadt ist komplett für Kfz geplant. Die Stadt hat m.E. mittlerweile ein Problem, da der Radverkehr in den letzten Jahren so angestiegen ist, dass es oft an vielen Stellen zu eng wird. Mehr Raum für Radler geht nur auf Kosten der Kfz. Die Polizei interessiert sich natürlich nicht für diese Probleme, sie kontrolliert nur und das geht bei Radlern eben recht leicht. In München hab ich noch nie eine Polizeistreife auf dem Rad gesehen. Ich hoffe dass das bald kommt. Ich bin zuversichtlich.

  8. @ reclaim: Gut zusammengefasst 🙂

  9. @ Christoph: „Dies wird nur besser wenn man den Radfahrern mehr Raum gibt und sie ernst nimmt. “

    Das glaub ich im Leben nicht. Solche Menschen sind einfach Arschlöcher und die wirst du nie los. Säßen die im Auto, wären die die Stichwortgeber für alles was das Radfahren unangenehmen machen kann. Da hilft nur, dagegenhalten und das kann jeder einzelne von uns tun. Nur weil man mit zwei Rädern statt vieren das bessere Verkehrsmittel unter sich hat, ist man noch kein besserer Mensch und das gehört denen immer wieder gesagt. Fehler macht jeder mal, aber man sollte kein Problem damit haben, wenn einem das einer mal kundtut. „Entschuldigung, hab ich echt nicht gesehen“ oder „Kümmer dich um deinen eigenen Dreck“ (was man ja in dem Fall tut) sind die Antworten, die die Menschen in solchen Fällen geben können und zeigen, wes Geistes Kind sie sind.

  10. @reclaim, ja, die gute alte Schuldzuweiser-Taktik 🙂

    Neben dieser Verursacherquote, die ja der klassische Trick ist, ist aber z.B. interessant, dass 8 von 9 getöteten Fußgängern Unfallverursacher waren. Wenn aber bei insgesamt 24 tödlichen Unfällen in 12 Fällen überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle spielte, legt das die Vermutung nahe, dass man überhöhte Geschwindigkeit nicht als unfallverusachend wertet.

    Dass man bei tödlichen Radfahrer-Unfallursachen nur auf die Schutzfunktion des Helms hinweist, statt Unfallhergänge zu benennen, deutet auf eine mangelnde Ernsthaftigkeit hin.

    Schade dass die Materie so komplex ist. Auch wenn mans erklärt, kapiert kaum jemand, mit welchen Tricks die Polizei ihre Unfallstatistik auswertet. Würde das von einer größeren Menge Menschen verstanden werden, könnte man z.B. gesetzliche Normen zur Auswertung von Unfällen einführen. Diese könnten dann zu veröffentliche Grunddaten beinhalten, sowie SINNVOLLE berechnete Kennzahlen vorschreiben.

    Und @Christoph, hört sich an wie Berlin vor 15 Jahren. Je mehr Leute Radfahren, umso besser wird es. Hier gibt es z.B. mittlerweile auch ausgewogene Presseberichte, das hat aber auch lange gedauert.

  11. vor einem jahr gab es auch noch in berlin die saisonalen hetz-artikel gegen fahrradfahrer im tagesspiegel.
    mittlerweile ist die berichterstattung ausgewogener geworden und es gibt sogar eine kategorie „fahrrad“.

  12. @christoph
    Moin,

    in München gibt es auch Radlbeamte (hab ich in der Altstadt gesehen), die kümmern sich aber nicht um Radverkehrsbelange, sondern sind normale Streifen-Polizisten, wie sie mir erzählten.

    Eine Fahrradstaffel wie in Hamburg hat es dort also nicht.

  13. @berlinradler und udo:
    Ich glaube die ausgewogenere Fahrradberichterstattung im TSP ist u.a. auch vielen Leuten von hier zu verdanken, indem sie sich sachlich und mit harten Fakten in den oftmals emotional aufgeladenen Diskussionen im TSP-Forum mit diskutieren.
    Z.B.: Indem immer wieder auf die ungeeignete Auswertung der Unfallzahlen durch die Polizei hingewiesen wird; Indem die eins zu eins übernommenen Pressemeldungen der Polizei kritisiert werden. USW

    Kann mir gut vorstellen, dass das bei denen in der Redaktion wegen uns hier diskutiert wurde.

  14. Ich will ja nicht unken, aber hat der gelobte Tagesspiegel in dieser Woche seinen Radfahrerteil wegrationalisiert oder finde ich ihn einfach nicht mehr?

  15. Ja. Die Rubrik ist weg und ich finde das gut.

    Denn die Rubrik Verkehr gab es schon immer und Radverkehr ist bekanntlich Verkehr. Daher war die Extrarubrik doch überflüssig wie ein Kropf.

    „Verkehr & Fahrrad“ ist so ähnlich wie „Menschen, Frauen und Kinder“ 😉

  16. *lol* Jetzt ist die Rubrik „Fahrrad“ wieder da (gleich mit einem neuen, aufschlussreichen Artikel :http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrrad/bezirk-kaempft-beim-senat-gegen-radweg-freigabe/4360878.html) – dafür wurde nun aber „Verkehr“ eliminiert. Da scheint ja hart über sinnvolle Rubriken diskutiert zu werden in der Redaktion…

  17. Den Artikel hab ich auch gelesen, es ist nicht zu glauben! Die VLB will Benutzungspflichten aufheben, der Bezirk weigert sich erfolgreich seit Jahren … das nenn ich klare Zuständigkeiten.

    Bin mal gespannt was da noch passiert, die Strecke fahre ich oft. Als ich mal drauf hingewiesen hab, dass an einer Stelle der „Radweg“ direkt in den Gehweg führt, wurde gleich ein gemeinsamer Geh- und Radweg draus, von der VLB angeordnet. Sorry, war nicht meine Absicht.

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