Teures Fahrrad nicht schneller als Billigrad

„Ein leichteres Fahrrad führt nicht zu einem nachweisbaren Unterschied der Fahrzeit. Für Radfahrer ist es kostengünstiger, das eigene Gewicht zu reduzieren, als ein teureres und leichteres Fahrrad zu kaufen.“ Zu diesem Schluss kommt der Mediziner und Hobbyradler Dr. Jeremy Groves vom Chesterfield Royal Hospital, der dazu eine Studie im British Medical Journal veröffentlicht hat.

Groves fuhr regelmäßig mit einem 50 britische Pfund teurem Oldtimerfahrrad die 27 Meilen lange Strecke zwischen seinem Wohnsitz und dem Arbeitsplatz. Dann entschloss er sich zum Kauf eines 1180 Euro teuren Carbonfahrrads, das nur 9,5 Kilogramm wog, mehr als vier Kilogramm weniger als sein altes Rennrad mit Stahlrahmen. Er stellte fest, dass er mit dem Leichtrad nur unwesentlich schneller unterwegs war. Er hatte dagegen erwartet, etwa 10 Prozent Fahrzeit einsparen zu können.

Daraufhin startete Groves ein Experiment. Jeden Morgen ließ er eine Münze entscheiden, welches Fahrrad er zur Arbeit fuhr. Das erstaunliche Ergebnis: Für 28 Hin- und Rückfahrten mit dem schweren Gebrauchtrad benötigte der fitte Doktor durchschnittlich eine Stunde, 47 Minuten und 48 Sekunden. Bei 25 Fahrten mit dem 30 Prozent leichteren Karbon-Rad brauchte er im Mittel eine Stunde, 48 Minuten und 21 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit hatte auf beiden Rädern 58 km/h betragen.

simmformation: Teures Fahrrad fährt nicht schneller
British Medical Journal: Bicycle weight and commuting time: randomised trial

28 Gedanken zu „Teures Fahrrad nicht schneller als Billigrad

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  1. Hallo,

    sehr aussagekräftig, ohne Angabe der Höhenmeter 🙁

    Der soll man ins Bergische Land kommen oder ins Sauerland. Oder einfach in einer Großstadt, wo man oft anhalten und beschleunigen muss. Dann wird er den Unterschied bemerken.

    Grüße
    Andreas

  2. Das ist das, was ich schon seit Jahren sage, wenn ich Leute mit so ’nem Bauch wie meinem von leichten Bremshebeln erzählen höre …

  3. 58 km/h höchstgeschwindigkeit? und auch noch mit beiden rädern. da muss wohl ne abfahrt dabei gewesen sein.

  4. Der „fitte“ Doktor hat mit seinem neuen Rad auch einen neuen Streckenrekord auf seinem Arbeitsweg von Sheffield ins 22 Kilometer entfernte Chesterfield aufgestellt. Er brauchte für die Strecke 43 Minuten, was einem Stundenmittel von 30,7 km/h entspricht.
    Der liebe Doktor soll erst mal lernen ein Rennrad richtig zu fahren bevor er solchen Unsinn in die Welt setzt.

  5. Liebe Deutsche: bitte nehmt doch einmal etwas Nachhilfeunterricht in britischem Humor, bevor ihr das bierernst kommentiert 🙂
    Auch ich musste erstmal meine rationalen Kommentare herunterschlucken. Lest mal die Kommentare anderer Mediziner dazu. Natürlich nimmt niemand eine randomisierte Studie mit der Probandenzahl n=1 wirklich ernst. Der Kommentar von Parminder S Chaggar trifft es:

    I would recommend a larger, multicentre, multinational randomised controlled study which is double-blinded with cross over.

    Das Augenzwinkern kann man hier nur erahnen…

  6. Abgesehen davon dass diese Studie schon mit etwas humorvoller Distanzierung genossen werden sollte, decken sich die Ergebnisse dennoch mit meinen Erfahrungen.

    Ich habe ganz ähnliche Beobachtungen mit verschiedenen Rädern aus meinem kleinen Zoo auch schon gemacht, und bin dadurch zu der Überzeugung gelangt, dass das Rad selbst kaum etwas mit der effektiven Leistung des Radlers zu tun hat.

    Bei größeren Ausfahrten (>100Km) bin ich mit einem Singlespeed-Rennrad, meinen gut trainierten Freunden mit ihren leichten teuren Schalt-Rennrädern stehts entspannt vorne weg gefahren. Und für meine täglichen Standard-Strecken (~15Km eine Richtung) brauche ich auf dem 9Kg Singlespeed-Renner etwa 28 Minuten, und auf meinem 90 Jahre alten, 16Kg schweren ‚Bauer‘-Herrenrad um die 30. In beiden Fällen so gefahren dass ich ohne zu keuchen ankommen kann.

  7. Eben. Hab dieses Jahr ein Bergrennen erfolgreich als letzter abgeschlossen mit Körper und Rad deutlich schwerer als die Wettbewerbler. Während ich zufrieden bin im Pinkelpausenabstand zu den letzten zehn Carbonrädern oben gewesen zu sein ist für die Renner natürlich relevant dass die ersten 30 innerhalb einer Minute liegen (bei ca 15 min Fahrzeit) Da gehts halt um Sekunden die für den Alltags und Tourenfahrer irrelevant sind. Sogar wenns ausschliesslich bergauf geht. Ein gutes Allroundrad muss eben nicht nur schnell sondern auch dauerhaft stabil pannenarm und komfortabel sein. In den 30er Jahren sind die Bergsteiger die von ihren Basislagerhütten im Wilden Kaiser die 80km zum Abstempeln ihrer Stempelkarten ins Arbeitsamt nach München gefahren sind mit ihren Opa Rädern (16kg, 1 Gang) auch schon 30er SChnitte gefahren, ebenso die Schweizer Militärradler bei ihren Bewerben. Frag mich nur ob mich das nun trösten soll dass es nich am Rad sondern an mir liegt?!2

  8. Also erstens, ein gebrauchtes Rad ist kein Billigrad. Wenn das dem Stand der Technik zum Zeitpunkt seiner Herstellung entspricht, würd ich nicht von Billigrad sprechen wollen. Bei einem China-Baumarkt-Hobel dagegen schon.

    Zweitens kommt es eben nicht nur auf das Gewicht an, sondern auch auf andere Faktoren wie Reifen, die Sitzposition, die Geometrie usw…

    Es kann z.B. einfach sein, dass der Onkel Doktor sich auf seinem alten Drahtesel(ausnahmsweise benutze ich diesen Begriff mal) viel wohler fühlt (aka motivierter ist) als auf dem Carbonhobel und deshalb dort mehr Leistung bringt.

  9. beknackter Nickname, aber ich will auch Senf aufe Diskussionsstulle! Was freu ich mich diebisch, dass mal einer die Lanze für alte Stahlrösser u.ä. hochhält. Und bemerkenswert, dass die meisten Diskussionen hier immer so, ähm, ideologiezutagefördernd sind, Fixie gegen Schaltung, Stahl gegen modern, Auto gegen Velo gegen Fussgaenger etc. Hat aber duften Unterhaltungswert, und irgendeiner Fraktion gehöre ich ja auch an, nun ja.
    Den britischen Onkel Doktor finde ich klasse, genau die richtige Prise Humor, die oft fehlt.

    Hossa, Senf, mittelscharf,
    frohes Radeln allerseits!

  10. Schöne Retro-Mächenwelt, in die Ihr Euch da hineinträumt.

    Wobei ein paar Rosinen voller Wahrheit ja da sind:

    Ob das Fahrrad ein Kilo mehr oder weniger wiegt, ist vollkommen irrelevant, das sind auch bei leichten Fahrern gerade mal 2 % des Körpergewichts.

    Daher sind „leichte Bremsgriffe“ kompletter Blödsinn, selbst im Hochleistungssport. Da es dort aber alle machen, kann natürlich keiner aus der Ideologie ausbrechen.

    Daß aber ein gangschaltungsloses Rad einem mit Gangschaltung gegenüber irgendwie gleichwertig sein soll, ist Humbug. Jeder Radfahrer hat eine optimale Trittfrequenz, und die erzielbare und komfortabel fahrbare Geschwindigkeit wird aus der gefahrenen Übersetzung und der Trittfrequenz bestimmt. Damit ist das Rad mit festem Übersetzungsverhältnis nur in konstanter Fahrsituation hin mit einem Gangschaltungsrad vergleichbar. Die konstante Fahrsituation aber hat man nur auf der Radrennbahn.
    Im realen Leben aber muss man aus dem Stand anfahren, was bei Übersetzungen, mit denen man komfortabel 30 oder schneller fahren kann, unweigerlich zu Wiegetritt und anderen Schlingertechniken führt. Ist das Rad so übersetzt, daß man damit bequem und kraftoptimiert anfahren kann, ist die bequem fahrbare Geschwindigkeit entsprechend niedriger und bei Tempo 30 muss man mit abartiger Butterstampftrittfrequenz fahren.

    Und das ist nicht das einzige Problem; im realen Leben (also nicht in P’berg oder F’hain) gibt es Gelände mit unterschiedlichen Steigungen. Der Gangschaltungsradfahrer kann das Übersetzungsverhältnis anpassen und so auch ein mit Gepäck beladenes Fahrrad eine 10%ige Steigung herauffahren. Der auf Tempo30-in-der-Ebene übersetzte gangschaltungslose Radfahrer wird fluchend das Gepäck wegwerfen und das Rad den Berg hinauftragen, denn fahren kann er das nicht.

    Wer sich einredet, daß er das problemlos schafft, der hat die Superhelden-Groschenheftchen aus dem Marvel-Verlag verinnerlich, lebt aber nicht auf realen Füßen.

    Um es nochmal klarzumachen: Sofern das Rad in etwa den gleichen Abrollwiderstand hat, und auch keine sonstigen Reibungsverluste durch fast festgefressene Radlager, schleifende Bremsen o.ä. vorhanden sind, ist das Gewicht des Rades verhältnismäßig irrelevant.

    Ein Reiserad, das mit Gepäck 40 kg wiegt, kann mit der gleichen Geschwindigkeit gefahren werden wie ein gleichartig übersetzes Rad, das nur 10 kg wiegt. Der Beschleunigungsvorgang ist allerdings aufgrund der größeren zu beschleunigenden Masse langsamer. Solange aber längere Strecken mit konstanter Geschwindigkeit gefahren werden, sind die Beschleunigungsvorgänge nicht sonderlich bedeutend.

    Im Stadtverkehr, wo alle paar hundert Meter abgebremst und wieder angefahren wird, da werden so extreme Gewichtsunterschiede dann schon bemerkbar (40 kg zu 10 kg), aber das isses dann auch schon.

    Und das Alter des Fahrrades ist erst recht absolut unbedeutend.

  11. Man muss ja heutzutage zum Glück garnicht mehr groß mutmaßen über die Einflüsse von Gewicht, Steigung ,Sitzposition etc. aufs Vorwärtskommen.Unter folgendem Link lässt sich nahezu jede Situation verschiedener Fahrer auf verschiedenen Rädern miteinander vergleichen:

    http://www.noping.net/deutsch/speed.html

  12. Danke für den Link, chris. Sehr interessant. Die Geschwindigkeitsunterschiede bei gleicher Trittleistung sind ja echt enorm.

    Wenn ich mal groß bin, kauf ich mir ein Liegerad.

  13. Tatsächlich habe ich im letzten Jahr auch eine ähnliche Erfahrung gemacht: mit meinem (leicht abgespeckten) Nöll Stahl-Trekkingrad fahre ich die gleiche 50 Kilometer Runde mit 700 Höhenmetern im Schnitt nur 0,3 km/h langsamer, als mit meinem Stahl-Rennrad, das ca, 1,5 kg leichter ist. Ich denke, dass es vor allem die Sitzposition ist, die beim Nöll irgendwie besser zu mir passt. Demnächst werde ich deshalb einen Flat Bar am Renner testen und mit der Vorbaulänge experimentieren.
    Aber letztendlich ist die Diskussion ohnehin für nichts gut. Wenn einem jedes Zehntel an Speed wichtig ist, gibt es einige Stellschrauben, um das herauszuholen (am Bike und vor allem am eigenen Körper). Und wenn nicht, kann man es lassen. Denn wenn es Spaß macht, ist jede Geschwindigkeit richtig.

  14. Wenn man sich den BMJ-Text anschaut, dann relativiert sich das „Studienergebnis“ deutlich.

    Zum einen sind es keine 27 Meilen am Stück, sondern 27 Meilen für Hin- UND Rückweg.

    Zum anderen ist dort eine Grafik mit Einzelfahrzeiten enthalten, mit Datum auf der x-Achse und Fahrzeit auf der y-Achse. Und darin sieht man, dass bei dem Plastikrad die Fahrzeiten gerade am Anfang sehr hoch lagen, später in der Tendenz unter denen mit dem Stahlroß. Zudem spielte das ganze zur Winterzeit.

    Zwei mögliche Schlüsse lassen sich daraus ableiten:

    a) zu Beginn der Datenerfassung war der Fahrer noch nicht so ganz mit dem Plastikrad vertraut
    b) speziell die Januar-Tage mit dem Plastikrad gingen mit tendenziell vorsichtigerer Fahrweise einher

    Zum Ende des Beobachtungszeitraumes (Sommer) lagen im übrigen die Fahrzeiten mit dem Plastikrad dann im Mittel deutlich unter denen des Stahlrosses.

    Was man aber tatsächlich rauslesen kann: Der enorme Wertunterschied der beiden Räder macht sich nur in einigen wenigen Prozent auf die Gesamtfahrzeit bemerkbar. Selbst wenn man nur die letzten Meßdaten unter vermutlich guten Wetterbedingungen heranzieht. Ein Ergebnis, was nicht weiter verwundert.

  15. Ganz ehrlich: Der Bericht klingt wie solch einer, der in den Boulevard Medien veröffentlicht werden und von genug Lesern kritiklos (eigentlich lernt man ja in der Schule, sich nicht für dumm verkaufen zu lassen) bestätigt werden könnte.

    Ich sehe die Untersuchung des Doktors gemischt. Und ich halte sie keineswegs für objektiv.

    Richtig ist, dass Leichtbau beim Fahrer anfängt und die Tretleistung pro Kilo Körpergewicht sehr viel mehr ausmacht. Und wie Dan schreibt, war die liebe Herr Doktor sicherlich noch nicht mit dem Renner vertraut. Es gibt soviele Faktoren die rein spielen, um ein Fahrrad, egal welche Kategorie und ob schwer oder leicht, optimal zu bedienen und zu fahren.
    Ebenso Wetter und körperliche Verfassung.

    Ich sage immer: Das Wichtigste sind die optimale Sizposition und ein einwandfreier technischer Zustand. Dann gehts ans Material. Darüber lasse ich mich jetzt aber nicht aus. Da hat eh jeder seine Philosophie.

  16. Wenn hier der subjektive Eindruck des vertrauten Rades schon mehrfach erwähnt wird, dann will ich umgekehrt auch den subjektiven Eindruck mal erwähnen, der für ein Leichtbaurad im Verhältnis zum gewohnten Rad sprechen kann. Ich bin in meinem ganzen Leben bisher nur einmal eine Zeitlang ein geliehenes Trainingsrad gefahren (ein Bianchi mit schlauchlosen Reifen, polierten Alufelgen (die ich für Stahl hielt), einer Hebelschaltung ohne Rastung und ohne Licht und anderen Klimbim). Als ich die ersten Kilometer damit gefahren war, habe ich mich wie Superman gefühlt. Das war alles sooo leicht. Kann natürlich sein, dass ich mir das nur eingebildet habe, aber auch das trägt zur Fahrzufriedenheit bei. Allerdings wog ich damals auch selbst nur 64 kg statt heute 74 (1,78m), der Gewichtsunterschied zu meinem damaligen Rad dürfte also 10% meines Eigengewichts ausgemacht haben.

  17. @Berlinradler

    „Danke für den Link, chris. Sehr interessant.“

    Ja.Nebenbei bemerkt 😉 kann man dort auch sehr schön shen, wieviel ein Pedelec, dass ja 250Watt „beisteuern“ darf,um noch als „Fahrrad“ im Sinne der StVO zu gelten, in Wirklichkeit noch mit einem „Fahrrad“ zu tun hat.Nämlich genau nullkommagarnix:

    250 Watt halten ein MTB bei den Standardeinstellungen in der Ebene auf 31,2 km/h ! Ein Hollandrad – dem die meisten Pedelecs ja nachempfunden sind – bei 28,5 km/h. Das dürfte mehr sein, als die meisten echten Holland(fahr)räder je erreichen.

    Mofas, Mofas Mofas. Nix als Mofas…
    (wobei Mofas ja nur 25km/h fahren dürfen. Sondern also doch eher Mopped)

  18. @chris: Ich bin da 100% mit Dir.

    Pedelecs kosten fast doppelt soviel, wie ein gutes und noch bezahlbares Bike und man ist damit langsamer unterwegs. Das gesparte Geld sollte lieber für Trainingseinheiten meinetwegen in der Muckibude und für nen Marathon ausgegeben werden. Oder für eine Radreise. Oder …, oder …, oder…

    Und auf den „geilsten“ Rennrädern sieht manchmal die dicksten Ärsche – was dann nicht mehr geil ist.

  19. @chris 28 bzw 31,2 km/h sollten mit Motorunterstützung nicht möglich sein, da die Pedelecs spätestens bei 25 km/h den Motor abschalten müssen. Ich weiss aber nicht, wie das in Praxis umgesetzt wird. Am Berg wirst du alllerdings einen deutlichen Unterschied merken…

  20. Wie schön dass das nochmal durchdiskutiert werden kann 😉

  21. Um dieser Diskussion noch mal den rechten Pfiff zu geben: wie ist es in diesem Zusammenhang mit der Frage, ob am Fixie ein oder zwei Bremsen dran sein müssen? Können wir das nicht auch in einem Aufwasch klären?
    Nur mal eben so eingeworfen, wo wir doch so schön am durchdiskutieren sind, wie berlinradler bemerkt hat…

  22. Interessante Anregung, zumal ich derzeit auf der Suche nach einem neuen Rad bin…

    Notgedrungen muss ich derzeit mit so einem 50 Pfund rad fahren. 50 Pfund Gewicht. Nicht Preis.

    Damit würde ich keine 58 km/h fahren wollen, weil die Bremsen und die Laufruhe der Räder das gar nicht beherrschbar machen.

    Trotzdem ist es gut, sich mal wieder in Erinnerung zu rufen, dass nicht jedes Gramm Leichtgewichtsbau was bringt. Ein Bekannter sagte mir da immer: Geh vorm Radfahren ordentlich auf’s Klo und du sparst da Materialeinsatz von 2000 Euro am Rad. 😉

  23. Also der psychologische Effekt ist wirklich nicht außer Acht zu lassen. Ich komme aus dem MTB Bereich und merke deutlichste Unterschiede zwischen 11kg Hardtail und 15-16kg vollgefedert. Da spielen Geometrie und Reifen natürlich auch stark mit rein, das vollgefederte ist halt eher abfahrtsorientiert.
    Aber wenn ich so ein 25kg Monstrum von vor 50 Jahren aus dem Keller hole, habe ich doch schon keinen Bock mehr, das überhaupt zu bewegen.
    Und Leichtbau muss man nicht erklären… das ist teilweise einfach ein Hobby. Warum stellen sich Menschen für horrendes Geld Miniatureisenbahnen in die Wohnung? Da darf ich mir dann auch XTR Teile holen, um noch das letzte Gramm einzusparen. (Sobalds dann leichtsinnig wird für meine Masse geht Leichtbau dann aber auch an mir vorbei.)
    Aber wie bereits erwähnt, das ist wohl auch ein bisschen britischer Humor 🙂

  24. Das ist doch mal eine beruhigende Erkenntnis!

  25. Genau! Was nützt ein 7,5 kg Rad, wennze kein Saft in den Beinen hast!
    Dies wird vermutlich erst beim Kampf um Hundertstel unter vergleichbaren Bedingungen klar.

  26. Auch ich bin jahrelang mit schwerem Oldtimerrad gefahren und bemerkte nur eine geringe „Verbesserung“, als ich ein leichteres, neues nutzte.
    Die Gewichtsfrage wird bei Rädern zweifellos überschätzt. Es gibt andere Faktoren, die ein Rad schnell oder lahm machen.
    Mein ca. 40 Jahre altes Oldtimerradel, ein Rabeneick Herrenrad, muss einmal ein sehr gutes Fahrrad gewesen sein, aber nun war es alt, die Gangschaltung war dauerhaft im 3. Gang (von 5) eingerastet und die Pedale eierten. Das Rad wog um die 20 kg.
    Aber, das Teil war schnell! Wenn man es erstmal auf Touren gebracht hatte, war es nicht aufzuhalten! Natürlich vergleiche ich das nicht mit teuren Hightechrädern, aber die meisten Normalradler hab ich damit in der Stadt locker abgehängt. Leider erlitt es einen dummen Materialermüdungsschaden, weshalb ich auf ein neues umstieg, weil mir die Reparatur zu schwierig war. (Jetzt steht es im Keller und wartet auf Wiedererweckung ;-))

  27. Humor hin oder her. Immerhin hat er den Mist in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht. Die ganzen statistischen Auswertungen hätte er sich sparen können, weil er schon in der grundlegenden Versuchsanordnung den Faktor Gewicht nicht isolieren konnte. Dabei wäre das ziemlich einfach und naheliegend gewesen: immer das gleiche Carbonrad nehmen und einmal mit bzw. ohne eine am Rahmen befestigte 4-kg-Bleimanschette fahren. Trotzdem wäre auch dieser Versuch eher sinnfrei geblieben, weil die eigene Psyche bei so einem Selbstversuch leicht mehr Einfluss nimmt als der im Vergleich zum Gesamtfahrgewicht geringfügige Gewichtsunterschied. Den einen spornt ein Zusatzgewicht so so an, dass er es überkompensiert. Den anderen macht das psychisch fertig und er leistet noch weniger als normal. Und der Doktor wollte ja unbewusst ein bestimmtes Ergebnis. Und das hat er auch bekommen. Self fulfilling prophecy nennen das die Psychologen.

  28. Hm…auf meinem etwa 17kg Trekkingrad (27Gänge) benötige ich zur Arbeit, etwa 19km, ca. 65 Minuten Quer durch Berlin (laut BBBike 72!!! Ampelkreuzungen), mit meinem 10Kg Fixi nur etwa 50 Minuten.

    Also bei mir würde sich die Studie schon wieder relativieren…

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