Parkkonzept für Fahrräder in Charlottenburg

Der Doppelbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat ein Abstellkonzept für Fahrräder beschlossen. Der Bezirk hatte im Sommer die Zählung parkender Fahrräder an 225 Standorten durchgeführt und dabei an zahlreichen Orten Defizite registriert. Der Westbezirk verfügt über
9 600 Anlagen zum Fahrradparken. Zusätzlich wurden 9 200 geparkte Fahrräder an Bäumen, vor Häusern oder Mauern gezählt.

In den nächsten fünf bis sechs Jahren sollen deshalb nach und nach zunächst rund 1 700 so genannte Kreuzberger Bügel aufgestellt werden. Der Bezirk will 250 000 Euro in die Hand nehmen, um neue Fahrradparkmöglichkeiten innerhalb des S-Bahnrings und darüber hinaus in ausgewählten Gebieten wie beispielsweise am Olympiastadion zu schaffen. Baustadtrat Gröhler: „Wir wollen den Radfahrern ein Angebot machen und auch das Stadtbild verschönern“.
Berliner Zeitung: Parken am Bügel

11 Gedanken zu „Parkkonzept für Fahrräder in Charlottenburg

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  1. offtopic: ick mag feedproxy nich.

  2. Ich Fisch auch nicht.

  3. Wenn der Bezirk den Radverkehr verbessern will, dann sollten sie auch mal dafür sorgen, dass die radspur der uhlandstrasse nicht ständig als parkspur missbraucht wird. meist sogar, wenn parkplätze frei sind. die bequemlichkeit mancher autisten ist manchmal kaum zu überbieten

  4. ansonsten kann man mehr abstellmöglichkeiten für radler nur begrüßen. dennoch stehen sie meiner ansicht nach erst an 2te stelle nach besserer infrastruktur, die zum fahren selber benötigt wird. so bekommt man leute aufs rad.

  5. Aus meiner Sicht stehen gute Abstellanlagen an erster Stelle. Sie _sind_ Infrastruktur. Und sie sind die einzige Infrastruktur, die unter den verschiedensten Radfahrern unumstritten sind. Sichere Alltagsradfahrer nutzen sie ebenso gerne, wie überzeugte Radwegnutzer. Gerade mit (guten) Abstellanlagen bekommt man Leute aufs Rad. Man kann es schwer messen, aber ich vermute: Nichts ist so effektiv wie das Aufstellen guter Anlehnbügel.
    An zweiter, dritter und vierter Stelle kommen die Freigabe von Einbahnstraßen, die eindeutige Beschilderung offener „Sackgassen“ und gute Öffentlichkeitsarbeit.
    Sonderwegebau erreicht hingegen kaum Umstiegspotenzial. Damit erreicht man im Wesentlichen Leute, die sowieso schon (und sei es auf dem Gehweg) Rad fahren. Auf Leute, die zügig von A nach B wollen (also das große Umstiegspotenzial bilden), wirken sie hingegen in der Regel (und meist zu recht) aversiv.

  6. Daumen hoch für diese Aktion! Daran fehlt es vielerorts. An der Schönhauser Ecke Dänenstrasse sind auch eine Menge neuer Bügel aufgestellt worden. Sind allerdings offenbar immer noch zu wenig…

  7. Gut, dass man sich für den Kreuzberger Bügel entschieden hat und nicht irgendwelche dämlichen Felgentöter, die allerorts zu finden sind.

    Ich bin allerdings nicht so optimistisch, dass sich Abstellmöglichkeiten positiv auf den Radverkehrsanteil auswirken. IMHO fährt man doch nicht nicht mit dem Rad, weil man keine Abstellmöglichkeit sieht. Das Problem sieht man doch erst, wenn man schon das Fahrrad nutzt.

  8. Ja, daran fehlt es.
    Die Reaktion der BVG auf die vielen Räder die am Ubahnhof Neukölln stehen war auch ein ganz freundlicher Aufkleber das Räder anschliessen verboten sei…Ist klar soweit oder?

    Fahrradinfrakstrukturmäßig müssen die lieben Senatoren echt noch was lernen.

  9. Noch kurz zur Infrastruktur und den Aktivitäten des Bezirks:
    Fahrradinfrastruktur besteht notwendigerweise aus 3 Bausteinen: Parkmöglichkeiten am Quellort, der Verbindung von A nach B, Parkmöglichkeiten am Zielort. Fehlt einer der Bausteine, wird nie das Potenzial ausgeschöpft werden, das Radverkehr in einer Stadt wie Berlin hat.

    Die Bügelaufstellaktion ist daher grundsätzlich zu begrüßen, insb. da sie vorherigen Untersuchungen folgt. 250.000 ist andererseits nicht so richtig viel, wenn man die Summen kennt, die normalerweise im Straßenbau anstehen.

    Was ich kritisiere, ist vielmehr folgendes: der Bezirk ist eigentlich für den mittleren Teil der Infrastruktur – Weg von A nach B – zuständig. Für die Stellplätze an Ausgangsort und am Zielort sind die Grundstückseigentümer verantwortlich, und dafür gibt es seit 20 Jahren Vorschriften in der Bauordnung. Dass diese eingehalten werden, ist Aufgabe des Bezirks – und diese erfüllt er nicht. Das könnte ja Arbeit bedeuten, und es könnte jemand verärgern, zB einen Supermarkt oder einen Hauseigentümer, der das Erdgeschoss lieber zu 100% vermietet, als den vorgeschriebenen Abstellraum zu schaffen.
    Dass der Bezirk Bügel aufstellt, ist nur als Ergänzung zu rechtfertigen (für Altbauten, für die die Vorschrift für Fahrradstellplätze ja noch nicht galt).

    Insofern passt diese Maßnahme bestens zur Linie von Politik und Verwaltung seit Jahren: kleine Summen (die nach der Herstellung von Broschüren usw. noch übrig sind) in die Hand nehmen und diese möglichst öffentlichkeitswirksam verbauen. Aber nur nicht sich die Mühe machen, geltendes Recht auch gegen Widerstand durchzusetzen.

  10. also aus meiner erfahrung kann ich sagen, dass ich mir über anschlußmöglichkeiten am zielort noch nie gedanken gemacht hab, weil ich vor ort bisher immer irgendwas gefunden hab, um den rahmen sicher anzuschliessen.
    vielmehr plane ich vorher einen möglichst stressfreien weg zum ziel. das ist mir viel wichtiger. da fahr ich auch gerne einen kleinen umweg.
    sicher freu ich mich vor ort gute fahrradbügel vorzufinden, aber das ist dann nur n netter bonus.

  11. @Philip:

    Einen Weg zu einem Ziel zu „planen“ funktioniert eigentlich nur dann, wenn man überhaupt mit Vorlauf planen kann. Und meist ist es auch nur für Strecken sinnvoll, die man häufiger fährt. Wer hingegen „ad hoc“ wechselnde Strecken fahren muss, der nimmt zwangsläufig diejenigen Straßen, die gerade da sind. Und fährt insbesondere bei höherem Kilometeraufkommen typischerweise auch dann möglichst die kürzesten Wege, selbst wenn diese eigentlich recht unattraktiv zu fahren sind.

    Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass Fahrradabstell-Infrastruktur ein sehr wichtiger Beitrag zur Radverkehrsförderung ist. Gerade in Mitte gibt es so einige Ecken, wo man derzeit echt nicht weiß, wo man sein Fahrrad gescheit abstellen soll. Versuch‘ z. B. mal, Dein Fahrrad bei Fahrziel Französische 23 irgendwo unterzubringen. Oder Rosenthaler 42. Oder auch am unteren Ende der Schönhauser Allee.

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