Umarmung für Fußgänger und Radfahrer

Autofahrer davon zu überzeugen, auf kurzen Strecken lieber mal aufs Rad zu steigen oder zu Fuß zu gehen, ist keine leichte Aufgabe. Dabei gibt es mehr als genug gute Argumente: Vom Klimaschutz über weniger Lärm und höhere Lebensqualität bis hin zur eigenen Fitness und Gesundheit. Was all den guten Argumenten gegenüber steht, ist häufig nur der innere Schweinehund. Und genau auf den zielt die Kampagne des Bundesumweltministeriums Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken. ab.

Netter Spot mit Gratisumarmungen für Fußgänger und Radfahrer. Der Autofahrer bekommt nur ein freundliches Achselzucken.

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5 Gedanken zu „Umarmung für Fußgänger und Radfahrer

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  1. Die Idee ist zwar nicht neu, Radfahrer umarmen aber trotzdem nett…
    http://www.freehugscampaign.org

  2. In Berlin könnte man als Argument pro Rad auch noch den Faktor „Geschwindigkeit“ anführen. Ich hatte mal Gelegenheit, von Steglitz aus nach Friedrichshain quasi strecken- und zeitgleich mit einem Autofahrer starten zu müssen. Er hatte Krempel zum Transport, ich brauchte das Rad am Zielort. Effektiv bin ich eine Ampelphase vor dem Auto in Steglitz weggekommen. An der Kreuzung Mehringdamm/Gneise hat der Autofahrer mich eingeholt. Zum zweiten Mal sind wir uns dann kurz vor dem Kotti begegnet, wo wir ein Stück quasi gleich schnell vorangekommen sind und das Auto erstmal im Vorteil war. Dritte Begegnung war dann an der Oberbaumbrücke, wo ich auf dem Rad wieder schneller durchkam. Am Ziel sind wir dann – bei vermutlich unterschiedlicher Fahrstrecke auf den letzten Metern – wenige Sekunden zeitgleich angekommen.

    Selbst auf einer Gesamtstrecke von ca. 14 km ist das Auto in Berlin also nicht schneller als ein (mäßig zügig fahrender) Radfahrer. Und dabei ist das lustige Thema „Parkplatzsuche“ noch gar nicht berücksichtigt, was den Autofahrer auf vielen Strecken nochmal 5 Minuten Extrazeit kostet.

  3. ja, so hab ich auch schon oft argumentiert. leider stoße ich bei autofahrern auf taube ohren, während regelmässige radfahrer einem begeistert zustimmen.
    solange sich die leute das autofahren leisten können, werden sie nicht vom auto ablassen. benzin ist einfach noch nicht teuer genug.
    da hilft auch kein vorrechnen wieviel tausende euro man im jahr durchs radeln spart.

  4. @dan

    Wenn man keine roten Ampeln mißachten will braucht man schon eine ausgeklügelte Route und gute Kenntnis der Ampelphasen um mit dem Rad schneller zu sein. Auf die Tageszeit kommt es auch ziemlich an. Für die Parkplatzsuche wiederum können es auch oft mehr als 5 Minuten sein, vor allem wenn man den zusätzlichen Fußweg vom Parkplatz zum Zielort mit einberechnet.

    Schneller als U-Bahn und Bus ist das Rad aber in fast jedem Fall.

  5. Das dahintersteckende BMU-Projekt http://www.kopf-an.de finde ich ganz nett. Allerdings spricht es eher „uns“ an als überzeugte Nur-Autofahrer. Es appelliert an die Vernunft der Menschen und gibt ein paar Hintergrundinformationen.

    Den derzeitigen Umweltminister kann ich schwer einschätzen, aber ich denke, das Ministerium könnte etwas klarere Stellung beziehen und sich nicht nur auf Appelle beschränken. Wenn der Bürger für seine Kurzstrecke vor Ort wunderbar ausgebaute hindernisfreie Autostraßen, aber eine angsteinflößende Fahrradinfrastruktur bzw. einen alle 30 Minuten verkehrenden Bus vorfindet, sind die Appelle sinnlos.

    In Berlin und vielen anderen Städten wurde der Fahrradanteil erhöht – ohne Appelle, sondern mit konkreten Verbesserungen in der Infrastruktur. Auch der Regionalverkehr (Bahn) boomt – nicht wegen Appellen, sondern weil er preiswerter und schneller ist.

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