Acht Fragen zu Reelight

Seit dem Wochenende wird es wieder jeden Tag ein Stück dunkler. Grund genug, sich mal wieder mit dem Thema Beleuchtung am Fahrrad zu beschäftigen. Andreas hat in seinem Blog acht Fragen eines Lesers zu Reelight SL 150 beantwortet:

„Ich habe auf deinem Blog gesehen, dass du im 2007 das SL150 Reelight Induktionslichtmodell bei deinem Fahrrad eingebaut hast. Und überlege, ob ich mindestens ein weiteres Rad damit ausrüste … wenn nur der Preis nicht wäre!

Ich hätte ein paar Fragen betreffend Langzeiterfahrungen.
1. Brennt das Licht heller, wenn man schneller fährt?

Heller als wenn man das Rad von Hand dreht auf jeden Fall. Irgendwann ist allerdings die Maximalhelligkeit erreicht. Bei so ca. 15 Km/h schätze ich.

2. Brennt das Licht auch im Stand einige Sekunden weiter?

Bei meinen schon, es gibt aber auch die Version ohne weiter leuchten. Ich glaube das sind die, die auch nur blinken.

3. Da das Licht relativ weit unten montiert ist: wird man von entgegenkommenden Fahrzeugen wirklich gesehen? Wird das Licht nicht durch das Rad abgedeckt?

Das kann ich nicht in letzter Konsquenz beurteilen. Das Licht ist schon hell und wirkt im dunklen sogar wie ein greller Lichtpunkt. Natürlich kann man die Fahrbahn nicht damit ausleuchten. Ist ein reines „Ich werde gesehen Licht.“ Das klappt IMHO aber auch durch das Rad. Immerhin ist der Winkel, unter dem Felge und Decke die Lampe verdecken recht spitz. Oder hast Du soviele Speichen im Rad, dass man da nicht durch gucken kann? 😉

4. … hatte ich vor, das Vorderlicht aus technischen Gründen nicht links, sondern rechts zu montieren. Glaubst du, dass man dadurch doch in den meisten Situationen gesehen wird?

In erster Linie will man ja von vorne gesehen werden. Zu etwas anderem taugen ja auch höher montierte Lampen nicht wirklich. Und ja, ich glaube das klappt mit den Relights ganz gut. In jedem Fall besser als gar keine Beleuchtung.

5. Ist das Licht wirklich so stark, dass es auch tagsüber etwas bringt?

Nunja … ich bin ja eher ein Zweifler was das Tagfahrlicht angeht. Je mehr man auf einer Seite aufrüstet, desto mehr muß die andere Seite nachziehen. Siehe Warnwesten bei Fußgängern etc. … je mehr es blinkt auf den Straßen, desto weniger werden geringere Reize wahrgenommen. Bei strahlendem Sonnenschein sieht man die Relights nicht mehr, soviel ist sicher. Bei leichter Bewölkung schon.

6. In der Schweiz ist ein Licht, das die Strasse ausleuchtet keine Vorschrift, jedoch eins, dass aktiv so leuchtet, dass man gesehen wird und als Radfahrer erkannt wird. Ist deines Erachtens das Reelight für einen solchen Zweck geeignet?

Da ich kein Rechtsgelehrter bin, möchte ich dazu keine Empfehlung abgeben. Als ich im April in der Schweiz Fahrrad gefahren bin, hatte ich an meinem Rad gar kein Licht … und alle die mir begegneten auch nicht. Ich denke, man wird mit den Relights unter den Bedingungen, unter denen man als Radfahrer denkt „Och, so’n Licht wäre jetzt nicht schlecht!“, besser gesehen wird. Jedenfalls habe ich mich schon tagsüber in mancher Unterführung oder Walddurchfahrt gefreut, dass ich die Dinger dran hatte! Das wirkt schon.

7. Bringt es etwas, wenn man 4 anstatt nur 2 Magnete befestigt?

Keine Ahnung.

8. Erzeugt die Induktionstechnik wirklich keinen relevanten Widerstand beim Treten?

Ich spüre definitiv keinen. Er wird vorhanden sein, ist aber mit dem Oberschenkel garantiert nicht meßbar!“

aus: Mein Senf mit Dank an Andreas

4 Gedanken zu „Acht Fragen zu Reelight

Kommentare-Feed
  1. Hallo, hier meine Eindrücke mit einem Satz SL 150 an meinem Rennrad, das ich als Stadtrad nutze (in Gebrauch seit ca. 3 Monaten):
    A. Als problematisch sehe ich die tiefe Position des Vorderlichts an; aus der Sicht eines Autofahrers würde ich mich im ersten Moment fragen, was das für ein Licht sein soll so tief über der Fahrbahn..
    B. Dazu: war nicht für den Sommer eine neue Ausführung angekündigt, bei der der Magnetabnehmer weiterhin unten sitzt und über ein Kabel mit dem Licht am Lenker verbunden ist?
    C. 4 Magnete bringen deutlich mehr als zwei für das Vorderlicht, für hinten halte ich 2 Magnete für ausreichend.
    D. Dazu: großer Minuspunkt: bei 36 Speichen ist keine symmetrische Anbringung von 2 oder 4 Magneten möglich. Um Rotationssymmetrie bei 36 Speichen zu erreichen sind drei Magnete in 120°-Anbringung nötig. Zusatzmagnete gibt es jedoch nur im 2er-Pack. Bei 32 Speichen ist die Anbringung von 4 Magneten mit 90°-Versatz möglich. An meinem Rennrad-Vorderrad mit 36 Speichen hatte ich zuerst 2 Magnete mit leichtem Versatz (2 Speichen), die Unwucht war jedoch zu spüren.
    E. Großer Nachteil: die Achsaufnahmen der Halterungen haben einen großen Durchmesser – zu groß für Rennradachsen. Dadurch ist keine stabile Anbringung an den Achsen möglich, da immer ein kreisrunder Spalt um die Achsen herum vorhanden ist. Zudem liegen die Halterungen an der Achsseite (zwischen Schnellspanner und Gabel- und Ausfallenden) nicht plan auf. Außerdem sind die Halterungen zu schwach ausgelegt – die Magnete sind so stark, dass die Halterung vibriert aufgrund der Auslenkung. Bei mir ist die Resonanzfrequenz vorn mit 3 Magneten so bei ca. 15 km/h (lautes und am Lenker deutlich spürbares Vibrieren). Insgesamt ist die Anbringung der größte Schwachpunkt; musste mir dazu eine Bastellösung ausdenken. Das ist – meiner Meinung nach – auch das gravierendste Argument gegen Reelight und es sollte schnell beseitigt werden.
    F. Aufgrund dieser Unzulänglichkeiten halte ich auch die 40 EUR für die SL 150 als zu viel Geld für die Qualität. Ich rate daher Leuten, die mich darauf ansprechen, noch die o.g. Kabel-Ausführung abzuwarten.

  2. Ist ja witzig, ähnliche Teile hatte ich schon einmal fast gekauft, habe davon aber Abstand genommen, da die Anbringung mir auch zu tief ist.
    Zudem ist das bei „normalen“ Rädern nur als zusätzliche Beleuchtung „legal“ oder? Gefunden habe ich diese übrigens in einem holländischen Kaufhaus (hema), die hier im Westen auch einige Filialen unterhalten. Bestellen kann man die dort aber, so glaube ich, auch online.
    Der link dorthin: http://www.hema.nl/nl-nl/winkel/kind/fiets/magnetische_ledfietsverlichting-(41155057).aspx

  3. also, wenn sie wirklich endlich mal eine kabel version rausbringen, würde ich sie mir auch zulegen. mir ist das auch einfach zu tief.

  4. So, als Antwort auf meinen eigenen Beitrag von 2009 (siehe oben) zu der SL150-Ausführung nun meine Erfahrungen mit der neuen Version, SL550 (Dauerlichtversion):
    1. Das Set besteht aus zwei Magneten, die an den Speichen montiert werden (siehe dazu Punkt D. in meinen Ausführungen von 2009), einem zylindrischen, voluminösem „Abnehmer“, der mit einer festen Kabelverbindung (keine Stecker) mit der Lampe verbunden ist. Die Kabellänge ist ausreichend, überschüssiges Kabel wird in dem Gehäuse des Abnehmers aufgewickelt (gute Lösung).
    2. Die Magnete sind größer als bei der SL1xx Version, ich kann aber keinen oder nur sehr geringen Unterschied in der Lichtleistung zu der alten Version feststellen, ist aber sicherlich auch subjektiv. Trotzdem gilt immer noch, dass für vorne 4 Magnete deutlich die bessere Lösung sind als nur zwei. Leider sind die neuen, größeren Magnete (noch?) nicht als Ergänzungspacks (2er-Sets), wie für die SL1xx-er lieferbar. Die alten, kleineren sind aber kompatibel, schöner wären 4 gleiche Magnete.
    3. Befestigt werden die Abnehmer an einer Halterung, die wiederrum mit zwei Schlauchschellen an der Gabel oder den Hinterbaustreben befestigt werden. Dies ist EXTREM fummelig! Die Schlauchschellen sind so dimensioniert, dass Sie auch an voluminösen Rohrdurchmessern (z.B. Alurahmen, Federgabeln) befestigt werden können. Bei filigranen Stahl-Rennradrahmen und Gabeln muß man sehr lange die Befestigungsschrauben drehen, bis die Rohrschellen „zumachen“, des weiteren wird irgendwann der Biegeradius der Rohrschellen-Laschen sehr klein und diese Laschen müssen mit Gewalt gebogen werden, um die Schrauben weiter zudrehen zu können und so die Laschen weiter zuziehen zu können! Danach ragen die langen Enden der Laschen in den Radraum hinein, können demnach in die Speichen kommen und müssen irgendwie zusätzlich befestigt werden (Kabelbinder) oder abgeknipst werden (später kann die Halterung u.U. nicht wiederverwendet werden, wenn größere Rahmenquerschnitte da sind). Nervig!
    4. Auf dieser Befestigungskonstruktion wird der Abnehmer befestigt und ist darauf verschiebbar, um so den Abstand zwischen Abnehmer und Magneten einstellen zu können. Der Spalt ist entscheidend für die Lichtleistung und der Unterschied zwischen 1-2mm und 4-5mm sehr groß (die Magnetfeldstärke nimmt mit der dritten Potenz des Abstandes ab).
    5. Die Halterung sollte so fest wie möglich angebracht werden. Die Magnete sind stark genug, um bei einer unzureichend befestigten Halterung den Abnehmer mitsamt der Halterung anzuziehen und zu verdrehen und diesen in die Speichen zu ziehen (wie bei mir geschehen: Abnehmer jetzt ohne Kabeldeckel, Rad mußte zentriert werden).
    6. Die Lichter reichen aus, um gesehen zu werden, sie leuchten (vorn) nicht die Straße aus! Die Befestigung am Lenker/ Vorbau ist deutlich besser, da die Sichtbarkeit besser ist als bei der alten Ausführung an den Radachsen. Es werden (bisher) noch keine Sets (vorn+hinten) verkauft, sondern nur einzeln. Der Preis ist deutlich höher als bisher. Meiner Meinung nach ist das Preis-Leistungs-Verhältnis jetzt nicht unbedingt besser geworden.. Es gibt noch die SL6xx-Versionen mit integriertem Reflektor: steht man vor der Entscheidung für die Reelights, sollte man diese nehmen, sehen auch nicht schlecht aus..
    7. Die Vorteile bleiben weiterhin bestehen: keine Akkus, die leerlaufen, wenn man sie braucht, kein Dynamo, der durchrutscht..
    P.S.: letzten Sommer wurde mir mein schwarzes Peugeot-Rennrad geklaut (Model Cologne) mit den SL150 an den Pitlock-gesicherten Achsen: wenn es jemandem auffällt: hier posten.. Danke.

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