Physisch getrennte Fahrspuren für Radfahrer

Die Autoren dieses Films treten vehement für die Einrichtung separater Fahrradspuren ein. Meine eigene Meinung ist nicht so eindeutig, aber ich denke, dass die Frage physisch abgetrennter Fahrspuren für Radler in unterschiedlichen Städten auch mit der jeweiligen Fahrkultur zusammenhängt. Sprich: in einer Verkehrskultur, in der die Autofahrer rücksichtslos um die Vorherrschaft kämpfen, sind abgetrennte Radspuren sinnvoller als in eher defensiven und kooperativeren Verkehrskulturen.

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5 Gedanken zu „Physisch getrennte Fahrspuren für Radfahrer

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  1. Wenn diese separaten Wege in gutem Zustand gehalten werden und bei Kreuzungen der Radfahrer nicht zu Umwegen gezwungen wird, ist die Idee nicht schlecht.

    Problematisch sind dann aber Fußgänger, die den Weg mitbenutzen.

    Radfahrer auf die Straße, nicht abgetrennt irgendwo verstecken. Das ist kein Schutz, sondern Diskriminierung.

  2. in meinen Augen der größte Schwachsinn (als bekennender Autfahrer breche ich mal ne Lanze für Radfahrer):
    diese getrennten Wege führen im Kopf aller zu der Einstellung : „das ist meine Fahrspur“. Hier hast du nichts zu suchen,nichts zu sagen basta!
    Beim Autofahrer „verschwindet“ der Radfahrer aus dem Horizont und taucht plötzlich und unerwartet an der nächste Kreuzung wieder auf. Bums!
    Dem Radfahrer wird suggeriert das ist deine Spur hier darfst du fahren und hast Vorfahrt! Nächste Kreuzung :hey mann ich hab vorfahrt autsch!

    Manch ein Autofahrer würde sich schon überlegen, wenn er den Radfahrer sieht ob er dennoch überholt und dann vor ihm rechts abbiegt!

    Manch einer würde sich schon noch überlegen,ob sich jetzt vorbeiquetscht.

    Übrigens auch Radfahrer: Ich hasse die Radfahrer die von hinten eine gelb–> grüne Ampel von hinten aufrollen. Der autofahrer ist mit seinem Start beschäftigt und guck nicht nach rechts.Ganz besonders Cool rechtsabiegender Strassenverlauf und von hinten kommt der Radfahrer quetscht sich vorbei und fängt an rumzueiern (vollbremsung meinerseits und das beim ampelstart)

    Aber wie bereits gesagt die Teilnehmer werden getrennt und das „miteinander“ geht verloren.

  3. Vielleicht ist eine Mischlösung die beste Variante: RadfahrerInnen grundsätzlich auf die Straße, an der Ampel aber Platz schaffen, um es Ihnen zu ermöglichen an den wartenden Autos vorbei in eine sichere, abgasfreie Startposition zu kommen. Gerade das Anfahren an der Ampel ist ja teilweise mit Schlenkerbewegungen verbunden, dabei kommt es häufig zu gefährlichen Situationen mit dicht überholenden Autos. Außerdem möchte ich niemandem die Abgaswolken hinter einem stehenden Auto zumuten.

  4. Der in dem Video umworbene Weg heißt nichts anderes als „Radfahrer weg von der Straße und rauf auf den Gehweg!“. Sie werden sich bald wundern, wenn die Fußgänger auf die Barrikaden gehen. Wenn Mülltonnen und herumlaufende Kinder, Hundeleinen und Werbeträger ihre „Lanes“ in Beschlag nehmen. Erst recht werden sie sich wundern, wenn die Unfallzahlen nicht fallen, sondern steigen.

    Das ist die Erfahrung aus Europa, die Separierung, die mehr Sicherheit bringen soll wird selbst zum Sicherheitsrisiko. Separierung funktioniert nämlich nur dann, wenn man sie konsequent durchhält. Das heißt an sämtlichen Kreuzungen dürfen sich Wege der Auto- und Radfahrer nicht begegnen. Die Kreuzungen müssten also alle zwei Ebenen haben, eine für Radfahrer und eine für die Autos (z.B. Elbradweg in Dresden).

    Ist das nicht möglich, verstärkt die Separierung das Problem, dass sie lösen soll: Radfahrer werden beim Abbiegen häufiger übersehen. Gleichzeitig fühlen sich die Leute sicher und sind weniger achtsam. Radfahrer verschwinden aus den Straßenraum so dass Autofahrer das routinierte Miteinander verlernen.

    Das einzige was hilft ist den Autoverkehr zu bremsen, so dass die Geschwindigkeiten passen. Auch wenn in dem Video einiges gefährlich aussah, so muss es das nicht gewesen sein. Die Autos fuhren langsam, die Radfahrer waren vorsichtig und rechneten mit dem Fehlverhalten der anderen. das Problem ist nicht, dass die Fahrradstreifen auf der Straße sind, das Problem ist, das überhaupt separiert wird.

    Ach Amis, dass ihr immer so anfällig seid für Populismus, schaut euch mal internationale wissenschaftliche Untersuchungen an, bevor ihr solche Kampagnen startet!

  5. Nun, das ist nichts neues. Dummerweise funktioniert es nicht, da die Radfahrer aus dem Sichtbereich der Autler verschwinden und so beim Abbiegen den Radler gern übersehen. Das interessantere Konzept ist Shared Space. Die Geschwindigkeit sinkt und die Verkehrssicherheit steigt. Allerdings … wenn ich mir das Video anschaue sind die Autos ohnehin langsamer als die Räder ;-). Warum fahren die nicht alle mit dem Rad/Velomobil? Dann wäre allen geholfen.

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