Gelesen: Armstrongs „Tour des Lebens“

ArmstrongVorab muss ich sagen: besonders symphatisch war mir Lance Armstrong noch nie. Ich kann das nicht begründen, ich fand ihn einfach zu selbstbewusst, zu arrogant, zu sehr von oben herab. Nach der Lektüre des Bandes Tour des Lebens – wie ich den Krebs besiegte und die Tour gewann hat sich meine Meinung nicht wirklich verändert.

Dieses harte Urteil bezieht sich auf den Rennfahrer Lance Armstrong, weniger auf den Krebspatienten. Und Armstrongs Kampf gegen den Krebs, der zwei Drittel des Buches ausmacht, kann man mit viel mehr Gewinn lesen als den Rest des Buches. Wie er den "Scheißkerl" (so nennt Armstrong seinen Hodenkrebs) niederringt, wie er jede Phase seiner Gesundung plant und akribisch durchzieht, wie sehr die Heilung von seiner Krankheit auch eine Sache des Willens und der Disziplin ist, das schildert die Ghostwriterin anschaulich und nachvollziehbar.

Seltsam blutleer ist dagegen das letzte Drittel des Buches, das sich mit der Tour 1999 beschäftigt. Kein oder kaum ein Wort zum Thema Doping außer Standardfloskeln wie "Ich hatte absolut nichts zu verbergen und die Dopingkontrollen bewiesen das auch". Ein wenig mager, wie ich finde, besonders nach den substantiellen Dopingvorwürfen, die in diesem Jahr laut wurden. Fazit: Wer ein spannendes Tour-de-France-Buch lesen möchte, der sollte ein anderes Buch lesen.

Ein Gedanke zu „Gelesen: Armstrongs „Tour des Lebens“

Kommentare-Feed
  1. Ghostwriter war mir neu.
    Auch wenn mir Armstrong nicht sonderlich symphatisch ist, fand ich das Buch recht interessant. Habe dabei schon mehr über die Krankheit Krebs erfahren als über Radsport – was ich OK awr. Insgesamt fand ich den Einblick in Armstrongs Sichten und Ansichten recht interessant, halte das Buch durchaus für lesenswert.

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