Steelworks: Fahrradrahmen aus Stahl

Im vergangenen Jahr kündigte der Stahlkonzern Thyssenkrupp ein Joint Venture mit dem chinesischem Rahmenbauer Jingu sowie dem Stahlhersteller Ansteel an. Ziel der Kooperation sei es, mit innovativen Produkten Marktpotenziale für Leichtbau- und Stahl-Designräder zu erschließen.

Nun wurde ein erstes Produkt der Zusammenarbeit präsentiert. Der Rahmen steelworks sieht aus wie ein Alu- oder Carbonrahmen, ist in Wirklichkeit aber aus Stahl. Allerdings wurden keine herkömmlichen konifizierten Stahlrohre für den Rahmen verschweißt. Stattdessen besteht er aus zwei Halbschalen aus Stahl, die mit hochpräziser Laserschweißtechnik zusammengefügt werden. Das Ergebnis ist die Kombination zweier Eigenschaften, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen: extreme Steifigkeit bei gleichzeitig hohem Fahrkomfort. Angeblich soll die neue Rahmenbauweise auf lange Sicht billigere Rahmen als Konkurrenzprodukte garantieren.

Verkaufsstart des neuen Rahmens soll im Spätsommer 2019 sein.

Thyssenkrupp: steelworks

9 Gedanken zu „Steelworks: Fahrradrahmen aus Stahl

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  1. gibts davon Fotos auf der verlinkten Seite kriegt man nur so closeups

  2. Sorry, aber „extreme Steifigkeit“ ist doch BS. Ein Fahrradrahmen soll eben nicht „extrem steif“ sein, sondern er soll und muß federn, nachgeben, sich der Belastung anpassen.
    Natürlich nicht extrem, und wenn er federt, darf er nicht ins Schwingen kommen, sondern muß auch gleich wieder ruhig werden.
    Völlig abwegig, diese Vorstellung, ein Rahmen müsse „extrem steif“ sein. – Wahrscheinlich eine von Männlichkeitswahn gespeiste Vorstellung.

    1. Ich würde das MarketingBlaBla nicht ganz so eng sehen, zumal letztlich ein wahrer Kern enthalten ist und es zwei Bereiche gibt, in denen hohe Steifigkeit immer erwünscht ist:

      Bei jedem Fahrradrahmen ist ein steifer Tretlagerbereich der Schlüssel zu möglichst direkter Beschleunigung, verlustfreiem Vortrieb und viel Spaß am Berg!

      Ein möglichst steifer Lenkkopf trägt Sorge für sichere Spurhaltung und verhindert, dass sich die ganze Fuhre aufschaukelt und ins Schwingen gerät (Wobbling oder Shimmy)

      Zieht man diese beiden Bereiche ab, so bleibt immer noch reichlich Raum für Komfortspielereien! Ich bin jedenfalls sehr gespannt!

      1. Ja, natürlich darf sich der Rahmen an den von dir genannten Stellen (und natürlich auch anderswo) nicht übermäßig verformen. Dauerhaft verformen darf er sich ohnehin nicht.)
        Aber das ist etwas anderes als „extreme Steifigkeit“, also bocksteifigkeit, wie man das ja typischerweise bei Aluminiumrahmen hat.
        Dort kommt das meiner bescheidenen Meinung daher, daß man hohe Wandstärken bauen muß, damit einem das Ding nicht schon beim ersten harten Antritt auseinanderbricht (Das war jetzt eine rhetorische Übertreibung), ist also ein Nebenprodukt der Rahmenbauweise.
        Ich glaube, dadurch, daß heute die meisten auf Alu sind, hat sich die Meinung durchgesetzt, ein Fahrradrahmen müsse sein wie ein Klotz.
        Muß er nicht, jedenfalls wenn man vom klassischen Stahlrahmen aus doppelt oder mehrfach konifizierten Rohren ausgeht.

        1. Da stimme ich Dir voll und ganz zu, zumal Du offensichtlich nicht „auf Alu“ bist! Fazit jedenfalls: Bedingungslos bocksteif kann niemand wollen. Und da es mit Stahl von je her möglich war, beides zu vereinen (Steifigkeit und Komfort, die besondere Stahl-DNA sozusagen), muss auch der neue Rahmen diese Ansprüche vereinen! Ansonsten wird er keinen Erfolg haben … !

          1. Oh ja, ich bin wirklich auf Stahl. Das war ursprünglich der Grund dafür, daß ich per Internet-Suche auf die Radspannerei getroffen bin.
            Zur Zeit fahre ich zwar mit dem Alurad meines Vaters herum, allerdings nicht aus Überzeugung, sondern weil es das einzige für mich verfügbare Rad ist, welches derzeit technisch in Ordnung ist. Und daß es sich nicht soo schlecht fährt, liegt wahrscheinlich daran, daß es eine gefederte Sattelstütze und eine Federgabel (die auch nicht mag…) besitzt. Ohne diese Teile wäre eine Fahrt damit wahrscheinlich eine Zumutung.

            Leider kennen viele Leute keine guten Stahlrahmen mehr. Ein solcher braucht weder dicke Rohre noch eine Federung.
            Aber die Tatsache, daß es noch Leute gibt, die sich dem Stahlrahmen verschrieben haben, und der Umstand, daß es eine Minderheit gibt, die auf Stahl unterwegs ist, läßt hoffen…

  3. Es handelt sich bei diesem Projekt übrigens keineswegs um eine Zusammenarbeit mit einem chinesischen Rahmenbauer, sondern um ein reines SteelEurope-Projekt aus Duisburg. Da ist wohl jemand einer Ente aufgesessen 😉

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