Heute Verkehrsberuhigung in Kreuzberg und Friedrichshain

Seit gestern früh wird auf der Oberbaumbrücke gebaut. Laut Verkehrsverwaltung sollen Fahrbahndecke und die Brückenabdichtung auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern bis November 2019 erneuert werden: „Für den Kfz-Verkehr und für Radfahrende bleibt in Fahrtrichtung Kreuzberg bei reduzierter Geschwindigkeit eine gemeinsame Spur frei; noch im Asphalt liegende Straßenbahnschwellen werden dafür aus Sicherheitsgründen verfüllt“, so die VLB gestern.

Doch heute ist doch wieder alles anders. Die Baustellenführung sei so gefährlich, dass Radfahrer Richtung Kreuzberg nun absteigen und schieben müssen. wie die Verkehrslenkung in einer eilig herausgebrachten Zusatzmitteilung verkündete. Tausende von Radfahrern müssen zu Fuß gehen, damit der Kraftverkehr ungehindert fließen kann. Jan Thomsen, Sprecher von @SenUVKBerlin: „Es gibt gute Gründe für diese temporäre schlechte Regelung – es geht um Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger*innen. Wer den Oberbaum für Autos komplett dicht macht, riskiert den Kollaps der Elsenbrücke für alle. Kann man wollen, sollte man dann aber auch sagen.“

Changing Cities und Extinction Rebellion machen da nicht mit und haben für heute eine kurzfristig angesetzte Demonstration auf der Oberbaumbrücke angemeldet. Ab 17:30 Uhr wird es zu einer Sitzblockade auf der Friedrichshainer Seite der Oberbaumbrücke kommen.

Ort: Oberbaumbrücke, Ostseite
Zeit: Dienstag, 28. Mai 2019 um 17:30 Uhr

Tagesspiegel: Radfahrer müssen absteigen

5 Gedanken zu „Heute Verkehrsberuhigung in Kreuzberg und Friedrichshain

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  1. Schon mal was, dass Frau Günther gekommen ist. Die angebotene Lösung (Fußgängerverkehr jetzt nur auf der Ostseite, dafür doch Radverkehr auf der Westseite) ist auch nicht supi (für die Fußgänger), aber ein Zeichen dafür, dass es immer mehr als DIE eine Lösung gibt, die die VLB anbietet.

  2. Tolle „Lösung“. In Richtung Friedrichshein ist der Gehweg durch die Radwegmarkierung aktuell schon viel zu schmal und die wollen jetzt auch noch den Gehweg auf der anderen Seite sperren? Eine Benutzungspflicht für diese Radwege (in beide Richtungen) ist wohl ziemlich klar rechtswidrig, ich zitiere mal aus den VwV-StVO dazu: „Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen.“

    Könnte allerdings schwierig werden, zeitnah eine gerichtliche Klärung zu erreichen, so ein Verfahren dauert ja oft Monate oder gar Jahre bis zu einem Urteil. Ob das wohl Absicht ist, die tatsächlich verwendete Beschilderung erst mit Baubeginn bekanntzugeben und so ein rechtzeitiges Vorgehen dagegen unmöglich zu machen? Fällt mir schwer, da noch an Inkompetenz und nicht an absichtliche Trickserei zu glauben. Eine eventuelle Gefahrenlage für Radfahrer auf der Fahrbahn hätte man auch schon Monate vorher bei der Planung vorhersehen können.

    Am besten wäre es wohl, doch wieder zum alten Plan mit Mischverkehr auf der Fahrbahn zurückzukehren. Dazu eventuell Sharrows markieren und eine Begrenzung auf 20 oder 30 km/h. Wenn doch noch gerast wird, dann kann man ja auch noch einen Blitzer aufstellen.

    1. Der bisher auf der Ostseite breit markierte Radweg soll schmaler werden, die Fußgänger (beide Richtungen) wieder mehr Raum bekommen. Im Grunde hast du aber recht, das ist auch dann zuwenig Platz für das Zusammendrängen von Radfahrern und Fußgängern. Das Argument der Gefahren für Radfahrer könnte überzeugen, wenn man sich auch sonst in Berlin darum Gedanken machen würde. Passiert leider nicht und entlarvt das als ein Instrument der VLB, um den Autoverkehr nicht zu verlangsamen.

  3. Praktisch für die Regierung. Die Bürger machen die Verwaltung verantwortlich statt die Regierung. Auf diese Weise kann die Regierung Gesetze und Verordungen (sieh Jakobs Kommentar) umgehen.

    Wenn dann die zerstörerische Anordnung durch die Verwaltung erfolgt ist, kommt die Heilsbringerin aus der Öko-FDP, dieselbe, die der Verwaltung die Befehle gibt, um sich als Fahradfreundin darzustellen.

    1. Die VLB ist verlogen und korrupt.

      Die Verwaltungsbeamten müssten Kosten durch Klagen von ihrem Gehalt abgezogen bekommen, nur dann würde sich etwas ändern.

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