Auto als Waffe: Kraftfahrer fährt Radfahrer absichtlich um

Laut Berliner Morgenpost hat gestern Abend auf der Sonnenallee in Neukölln ein Autofahrer einen Radfahrer auf dem Gehweg gerammt. Die Szene ereignete sich ausgerechnet vor dem Polizeiabschnitt 54. Die beiden Männer seien gegen 23.20 Uhr in einen persönlichen Streit geraten, schreibt das Blatt. Der Radfahrer musste ambulant behandelt werden. Gegen den Autofahrer werde nun wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingreifens in den Straßenverkehr ermittelt.

Berliner Morgenpost: Autofahrer fährt Radfahrer absichtlich vor Polizeiwache um

Update: Nun gibt es zu diesem Fall auch eine Pressemeldung der Berliner Polizei:

„Gestern Abend fuhr ein Autofahrer in Neukölln einen Radfahrer an. Gegen 23.20 Uhr war der 33-jährige VW-Fahrer in der Erkstraße in Richtung Wildenbruchstraße unterwegs. Nach den bisherigen Ermittlungen sah er dabei einen Bekannten, mit dem er sich offenbar zurzeit in Streitigkeiten befindet, der mit einem Fahrrad unterwegs war. Er folgte dem ebenfalls 33-Jährigen mit seinem Wagen und befuhr dazu auch den Gehweg, auf welchem sich der Radfahrer befand. In der Sonnenallee, in unmittelbarer Nähe des Polizeiabschnitts 54, wollte der Autofahrer ihm den Weg abschneiden und fuhr ihn dabei an. Als der Radfahrer in Folge des Zusammenstoßes zu Fall kam, stieg der Fahrer aus seinem Auto und schlug auf den am Boden liegenden Mann ein. Heraneilende Beamte des Abschnitts trennten die beiden Männer und nahmen den Autofahrer vorläufig fest. Der Radfahrer wurde mit Schürfwunden, Prellungen und einer Schnittverletzung an der Hand in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses nach einer ambulanten Behandlung aber wieder verlassen. Der Autofahrer wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die weiteren Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr hat die Kriminalpolizei der Direktion 5 übernommen.“

Meldung der Berliner Polizei Nummer 2167 vom 14.09.2015.

9 Gedanken zu „Auto als Waffe: Kraftfahrer fährt Radfahrer absichtlich um

Kommentare-Feed
  1. mehrere schwere taktische fehler des autofahrers:

    – er kannte sein opfer
    – auf dem gehweg fahren ist ein bisschen ungewöhnlich
    – schlagen

    hätter er ihn ohne nachweisbare persönliche verbindung elegant „beim rechtsabbiegen übersehen“, dann wären etwa 60 tagessätze beim schlimmsten ausgang sein ungefähres strafrechtliches höchstrisiko. auch bei sehr zügigem, blinkerlosen und überraschendem abbiegen.

    zivilrechtlich hätte es natürlich bei überleben des opfers mit bleibenden körperschäden noch teuer werden können. für seine haftpflichtversicherung.

  2. Schön, dass hier nicht das Wort „Unfall“ in die Pressemeldung gerutscht ist. Hab ich auch schon gesehen, so etwas.

    Und fab hat Recht, der perfekte Mord wird mit dem Auto begangen, weil da normalerweise keiner an Absicht denkt – wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der Täter in diesem Falle.

  3. Ach wie „gut“, daß Autos keine Waffen sind. Sonst hätte man die Karre direkt beschlagnahmen und den Führerschein zur Vernichtung sicherstellen können.
    Aber so wird es dann nur heißen: Bis zum nächsten Mal dann.

  4. Hui, aus dem Stand heraus jemanden umfahren und 400 Meter mitschleifen – also wer da von einem Unfall ausgeht, ist wohl Kriminellen-Versteher.

  5. Das ist so krank! Ich bin auch täglich in Berlin unterwegs und manchmal habe ich das Gefühl, dass Krieg zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern herrscht. Ich finde gerade in einer Stadt wie Berlin, müsste viel mehr für die Radfahrer getan werden. Am Alexanderplatz hat man beispielsweise fast gar keinen Platz zum fahren und es tummeln sich dort dutzende Fahrradfahrer zwischen den drängelnden Autofahrern durch.

  6. Weiteres Beispiel, dass ein Auto als Waffe benutzt wird:

    Rauhe Sitten: Versuch, Radfahrer umzufahren

  7. http://siggis-seiten.de/Unfallhergang.gif
    Verfahren eingestellt weil kein öffentliches Interesse besteht.

  8. Auch krass, dass da nicht wegen Mordversuch ermittelt wird, sondern nur wegen „etwas verschärften Falschparkens“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.