Mit wieviel Bier steigst du aufs Rad?

Im Straßenverkehr in Deutschland herrscht eine Promillegrenze von 0,5 Promille Alkohol, das betrifft sowohl die Auto- als auch die Radfahrer. Bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen und bei einem Unfall wird seitens der Rechtsprechung regelmäßig eine Grenze von 0,3 Promille angenommen. Als absolut fahruntüchtig gilt ein Autofahrer, wenn er 1,1 ‰ intus hat, bei einem Radfahrer geht man bei 1,6, Promille davon aus, dass er fahruntüchtig ist. Organisationen wie ADFC, UDV, GdP und Deutsche Verkehrswacht setzen sich einträchtig dafür ein, dass die letzte Regelung verschärft wird.

Mit dem Thema „Alkoholfahrten mit dem Fahrrad und Auto“ beschäftigt sich Markus Kronmaier von der TU Dresden. Der Student des Verkehrsingenieurwesens will im Rahmen seiner Studienarbeit herausbekommen, ob Radfahrer/innen und Autofahrer/innen wissen, ab welchem Grenzwert ein Bußgeld und/oder der Führerscheinentzug droht, wie Rad- und Autofahrer die Gefahren von Alkohol einschätzen und wie sich die Einstellung auf das Verhalten von Pedalisten und Kraftfahrzeugführern auswirkt.

Dazu hat Kronmaier eine Umfrage ins Netz gestellt. Unter
https://umfragen.psych.tu-dresden.de/sozsci/SocialWeb/
werden Radfahrende und Autofahrende gebeten, sich mit dem Thema 15 Minuten zu beschäftigen.

13 Gedanken zu „Mit wieviel Bier steigst du aufs Rad?

Kommentare-Feed
  1. Die Beschreibung im Text nimmt etwas von den letzten Fragen vorweg. Verfälscht evtl. das Ergebnis

  2. Ich bin absolut gegen eine Verschärfung. Bei dem Vergleich wird mal wieder vergessen, dass vom Auto eine ungleich höhere Gefahr ausgeht. Wer rumtorkelt kann auch heute aus dem Verkehr gezogen werden.
    Warum immer der Drang Regeln zu verschärfen, wenn man bestehende Regeln nicht mal auf Einhaltung überprüft?

  3. Konsequent wäre Führerscheinentzug und Bußgeld bei Aufenthalt im Freien mit über 1,1 Promille. Wer eine Straße alkoholisiert überquert, gefährdet sich – und unter besonders widrigen Umständen vielleicht auch andere.

    Oder?

  4. will sagen: ich erwarte vom staat, dass er die dummheiten und selbstgefährdungen seiner bürger gleich behandelt. wenn sowas da hinter steht:

    http://www.adfc.de/promillegrenze/radfahren-und-alkohol-nachbemerkung-zur-situation-in-muenster

    ist das einfach unsinn. da kann man gleich temperenz fordern. dass der ADFC bei so einer paternalistischen mitgliederzwangsbeglückung mitmacht
    hat was vom veggieday. unangenehm. wenn ich zeit habe, schreibe ich mal eine mitgliedermail.

  5. Ich mag kein Bier. Lieber Whiskey.

  6. Im Vergleich zu alkoholisierten Fußgängern und den viel gefährlicheren Autofahrern sind die Regelungen bereits jetzt reichlich überzogen. Auch wird die Wirkung von Alkohol beim Radfahren sicherlich überschätzt:

    http://mobil.n-tv.de/wissen/Wie-alkoholisiert-kann-man-Rad-fahren-article13886616.html

  7. Eine Narbe im Gesicht erinnert mich seit 22 Jahren bei jedem Blick in den Spiegel daran, daß Alkohol und Radfahren unabhängig von der Menge!!! nicht zusammenpassen.

  8. Promillegrenze 0.5?!

    Im StVG §24a(1) gibt’s zu lesen:

    “ (1) Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.“

    Kraftfahrzeug! Nun hab ich zwar auch genug Kraft auf dem Fahrrad, aber ein Kraftfahrzeug im Sinne des StVG bin ich nicht.

    Woher stammt die Vermutung im ersten Absatz, die 0.5 °/oo gelten auch für Radfahrer?

  9. Bei mehr als 1/4 l Wein oder mehr als 1/2 l Bier, denke ich ist es besser
    zuerst das Radfahren und erst anschließend den Wein oder das Bier zu genießen. Bei dieser Regel muß dann eben der Rückweg zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angetreten werden.

    Als ich es einmal umgekehrt gemacht habe bin ich gestürzt, hatte aber Glück, dass dies auf einem Feldweg passierte und nur ein paar kleinere Schrammen hinterließ.

  10. Bringt eine schärfere Regelung wirklich einen Sicherheitsgewinn ?
    Ich glaube nicht daran, das durch eine schärfere Regelung weniger gesoffen wird.
    Es wird allerhöchstens auf andere Verkehrsmittel umgestiegen.
    Bei zu Fuß gehen stellt sich für mich die Frage: Sind alkoholisierte Fußgänger wirklich sicherer im Verkehr unterwegs als alkoholisierte Radfahrer ? Oder wird nur die Verkehrsunfallbilanz geschönt, weil Alleinunfälle von Fußgängern nicht in diese Bilanz eingehen ?
    Wenn die Säufer auf den ÖPNV umsteigen: Die Säufer fallen leider oft durch asoziales Verhalten auf und andere ÖPNV-Nutzer können dadurch abgehalten werden, den ÖPNV zu nutzen und steigen auf unsicherere Verkehrsmittel um.
    Und es sollte auch ausgeschlossen werden können, das ein nennenswerter Anteil Säufer aufs Auto umsteigt, da diese dann eine wesentlich größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen.

    Und wer soll diese schärfren Regeln eigentlich durchsetzen ? Die Polizei ist derzeit schon nicht in der Lage, die gültigen Regeln für Autofahrer durchzusetzen. Experten schätzen ja, das nur jede tausendste Alkoholfahrt mit dem Auto entdeckt wird.

  11. Es zeigt sich doch, dass Alkohol als Nervengift die Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung negativ beeinflusst und somit im Straßenverkehr absolut nichts zu suchen hat. Das gleiche gilt doch auch für Mobiltelefone, warum sollte ein Nutzungsverbot nur für Fahrzeugführende gelten? Wie oft sind mir schon Leute vors Rad gelaufen, deren Sichtfeld und Aufmerksamkeit aufgrund der Handynutzung so stark eingeschränkt ist…
    Ein Verbot bringts sicherlich nicht, da das umgesetzt, also die Einhaltung kontrolliert werden müsste. Aufmerksamkeitskampagnen helfen meines Denkens auch nicht, da das Risiko zwar bekannt ist, man aber auf nichts verzichten will.

    https://www.youtube.com/watch?v=pLA1UelcDrE

    Beim sogenannten Texting kann man im Gegensatz zum alkoholisierten Zustand schnell verkehrstauglich werden, indem das Verfassen kurzzeitig unterbrochen wird. Das ist schonmal nett ^^
    Da das beim Alkohol nicht möglich ist, wäre es doch vielleicht sinnvoll, komplett darauf zu verzichten… zur eigenen Sicherheit und der von anderen. Mache das jetzt schon seit knapp 10 Jahren so und muss sagen, dass ich mir keiner Nachteile bewusst bin, vermissen tue ich es auch nicht.
    Alkohol zu trinken ist allerdings so tief im Verhaltenskodex der Gesellschaft verankert, dass es nicht gut ankommt, wenn man obigen Vorschlag unterbreitet.

  12. @Bob, in meinen Augen ist das falschherum gedacht. Die Philosophie, dass der Fußgänger alles zu 100% unter Kontrolle haben muss, stößt spätestens bei körperlich Eingeschränkten an seine Grenzen. Hier muss ein Paradigmenwechsel her – wenn ich schnell mit einem Fahrzeug (auch Fahrrad) durch die Stadt fahren will, muss ich die Sicherheit der anderen sicherstellen. Nicht andersherum. Nur so haben auch diejenigen, die ihre Sorgfalt nur eingeschränkt wahrnehmen können, eine Chance.

    Und ja, im Resultat ist das ungemütlich und manchmal vielleicht auch unfair. Dennoch, wer ein Fahrzeug in einer Stadt mit lebenden Menschen fährt, ist ein Gefährder – er kann seine Sorgfalt nicht abwälzen.

    Ein Alkoholverbot selbst für Fußgänger kommt einem generellen Alkoholverbot gleich. Ich kann solche Denkweisen rein rational verstehen, weil Alkohol etwas sehr irrationales ist. Und wie stark der gesellschaftliche Druck ist, weiss ich durchaus, weil ich zwar nicht total verzichte, manchmal (insbesondere tagsüber) aber eben schon – und die teilweise bösartigen Reaktionen darauf kenne.

    Ganz ehrlich, eine Welt, die primät an den Belangen des Individualverkehrs orientiert ist, in der ich im Freien nicht mal mehr mein Smartphone nutzen darf und kein Bierchen verzehren – für mich klingt das absolut unsympathisch.

  13. Heh, Ihr wollt bei der Umfrage helfen, aber Ihr tut dem Kollegen überhaupt keinen Gefallen mit dem, was Ihr hier macht! Seine Ergebnisse der letzten Fragen sind bei den Leuten, die über diesen Eintrag zu der Umfrage kommen, quasi wertlos!

    Bitte editiert den Artikel! Oder setzt zumindest einen Hinweis rein, dass man ERST die Umfrage ausfüllen soll und DANN weiterlesen kann.

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