Bayern investiert 200 Millionen Euro in Radverkehr

Der bayerische Verkehrsminister Herrmann will Bayern „als Radlland Nummer Eins“ stärken und 200 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren in den Bau von Radwegen an Bundes- und Staatsstraßen investieren. Unterstützen will Herrmann auch den Bau von Radschnellwegen, die durch eine „zügige Trassierung und eine bevorrechtigte oder niveaufreie Führung des Radverkehrs sowie breite Fahrbahnen“ charakterisiert sind. Um den Radtourismus zu fördern, sollen Fahrrad und Schiene durch so genannte Radlzüge in den Sommermonaten verzahnt werden.

Auch die bayerische Polizei soll vom Investitionsprogramm des Verkehrsministers profitieren. So sollen Dienstfahrräder in spezieller Polizeilackierung angeschafft werden, auf denen Fahrradstreifen der Bayerischen Polizei unterwegs sein werden. Herrmann: „Die Bayerische Polizei wird daher künftig besonders auf den Schutz der Radlerinnen und Radler schauen, insbesondere ob sich Autofahrer und Radfahrer richtig und verkehrssicher verhalten.“

Bayerische Staatsministerium des Innern: Bayern als Radlland Nr. 1 stärken

12 Gedanken zu „Bayern investiert 200 Millionen Euro in Radverkehr

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  1. Hm. Klingt erstmal nicht schlecht. Und in einem Flächenland haben breite Radwege an „Bundes- und Staatsstraßen“ echt was für sich. Weit wichtiger als den eigentlichen Betrag und die später dann wirklich in welcher Form auch immer verbauten Gelder finde ich, dass sich in letzter Zeit die überraschenden Meldungen häufen, die man aus als klassisch radabstinent bis -feindlich verorteten Kreisen hört.

    Deutet sich hier vielleicht ein echtes Umdenken an? Ganz zart, vielleicht?

  2. Wir im ADFC in Bayern sind sehr froh über diese Nachrichten. Wir hoffen nur, dass speziell beim Thema Radschnellwege, das Ministerium die Initiative nicht nur den Kommunen überlässt. Das könnte zu großen Verzögrungen führen, weil noch nicht alle das Potenzial begriffen haben.

  3. @ Quirinus: Dann Glückwunsch – bleibt dran!

  4. Sehr ambivalente Sache. Meine Erfahrung mit den Radwegen an Bayerns Straßen: Es gibt einige gute neue (mit ordentlichem Teer und einigermaßen breit). Es gibt aber auch viel Mist, gekennzeichnet durch Nicht-Trassierung (das Ding gurkt mit zT extremen Rampen durch die Pampa), wilden Ecken (unübersichtlich) und dem Zwang alle paar Kilometer die Fahrbahn zu überqueren. Unter dem Strich gefährlicher als auf der Fahrbahn. Zumal sie häufig an wenig befahrenen Staatsstraßen angelegt werden. Größte Gefahr: Wenn es einen Radweg gibt und der Radfhrer angesichts oben geschilderter Nachteile auf seine Benutzung verzichtet, ticken die Autofahrer komplett aus. Hupen, Schneiden und andere gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr sind die Regel. Radwege für die die sich auf ihnen wohl fühlen schön und gut, aber das Problem ist der Bernutzungszwang. REnnradgruppen und Rad lernende Kleinkinder und Hunde-Gassiführer gehören nicht auf den gleichen Weg. Leider wird das bayerische Verwaltungsgerichtsurteil zur Nichtradwegbenutzungspflicht so gut wie nicht umgesetzt und der ADFC hat offenbar auch andere Prioritäten als das durchzusetzen. Dabei steht mit der „österreichischen Lösung“ (Bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern muss laut StVO § 68 (1) die Radfahranlage nicht benutzt werden) eigentlich ein ordentlicher Mindest-Kompromiss zur Verfügung. So wie das alles jetzt umgesetzt wird ist die Aktion eher ein „freie Bahn für Autofahrer“, die auch auf dem Land 100 (real eher 120 ) fahren wollen, als ein Nutzen für den flotteren Durchschnittsradler. Gut für KInder und Senioren. Unter dem Strich nur ein Nettonutzen wenn die Benutzungspflicht fällt. So sollte das auch der ADFC (energisch) vertreten

  5. als typ „flotter alltagsradler im urlaub auf eingangrad aus den sechzigern unterwegs“ genieße ich landstraßenbegleitende radwege – in diesem falle durch die rapsfelder an der ostsee – allerdings auch sehr. da kann ich mich richtig hängen lassen, es ist schön, einmal nicht „verkehrsteilnehmer“ zu sein, sondern mensch. alle halbe stunde kommt mal opa mit hund entgegen, das krieg ich dann auch noch mit. insofern: glückwunsch!

  6. @fab: richtig. aber die wege machen nur solange spaß, bis der nächste ort kommt und man qua zeichen 240 auf einem dazu wenig bis überhaupt nicht geeigneten fußweg weiterfahren muss… (so meine erfahrungen außerhalb der großen stadt, auch im nördlichen meckpom, so wegen ostsee 😉 )
    richtig spaßig sind größere kreisverkehre (natürlich ohne vorrang für radfahrer) oder kreuzungen, bei denen es hilfreich wäre, zu wissen, welche drogen der verantwortliche bei der planung nahm, um schneller nachvollziehen zu können, wie es nun weitergeht.

    ich weiß nicht, ob das hier oder beim tsp war, wo jemand noch auf folgendes problem hinwies, das ich seit meiner letzten abendlichen tour (in brandenburg, aber kam fast bis m/v 😉 ) gut nachvollziehen kann: wenn man im dunkeln nicht auf der fahrbahn ist, checkt so ein kraftfahrer oft nicht, dass das fernlicht grad eine ziemlich ungünstige angelegenheit ist…

  7. 200 Millionen für den Radverkehr.
    Klingt für mich eher wie eine Drohung.
    200 Millionen dafür, dass Radfahrer den Verkehr nicht stören.

  8. @ sascha: Ja, das kenne ich auch aus MeckPomm. Und teilweise wird da selbst jetzt noch neu gebaut und der alte Mist verzapft. 80cm Rotstein benutzungspflichtig u.ä.

    Ich gehe mal davon aus, dass sich die Bayern sowas nicht bieten lassen.

    @ siggi: Warum bin ich nicht überrascht? Gääääähn.

  9. 200 Mio, damit Radfahrer endlich den Audis und BMWs nicht mehr im Weg rumstehen. Subventionen sind offenbar nur dann schlecht, wenn sie nicht der eigenen Clientel helfen.

    Oder glaubt wirklich, dass es um besseres Radfahren geht?

  10. Bayern und Radlland … ja, ist denn schon wieder Karneval? Oder trainiert der Typ heimlich für die Wiesn und hat sich an der letzten Mass verhoben?

    Bayern wird kein Radelland.

  11. […] Bayern investiert 200 Millionen Euro in Radverkehr […]

  12. Also, ich würde die Radschnellwege sehr begrüßen, wenn sie denn tatsächlich realisiert werden. Wenn man längere Strecken zur Arbeit fährt, ist es bestimmt sehr angenehm, auf einer eigenen Infrastruktur unterwegs zu sein und sich nicht mit Pkw und Lkw und ihren Abgasen und dem Lärm im allmorgendlichen Stop and Go zu tummeln.
    Ansonsten hab ich auch kein Problem, auf der Straße zu fahren. Nebenstraßen sind OK, Einfallstraßen oder sonstige mehrspurige Straßen empfinde ich als Stress pur bei längeren Strecken, schon allein vom Lärm her.

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