Berlin: 41 m² zum Wohnen, 40 m² für den Verkehr

Im Durchschnitt entfallen auf jede Berlinerin und jeden Berliner 41 Quadratmeter Wohnfläche und 40 Quadratmeter Verkehrsfläche. Der Flächenverbrauch für Verkehrszwecke in Berlin ist zwischen 2007 und 2011 um 2,5% gesunken. Grund dafür ist die Entwidmung des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Da auch die Bevölkerungszahl um etwa den gleichen Betrag gesunken ist (exakt 2,6%), ist Berlin das einzige Bundesland, in dem die Bürger mehr Wohn- als Verkehrsfläche zur Verfügung haben.

In Flächenländern ist das Verhältnis der Wohnfläche zur Verkehrsfläche gravierend schlechter. Besonders in ostdeutschen Bundesländern sinkt einerseits die Bevölkerungszahl, während gleichzeitig die durchschnittliche Verkehrsfläche stark ansteigt. So lag beispielsweise die durchschnittliche Wohnfläche pro Person 2010 in Brandenburg bei 43 Quadratmetern, die durchschnittliche Verkehrsfläche pro Einwohner lag 2011 bei 438 Quadratmetern.

Im bundesdeutschen Durchschnitt ist das Missverhältnis zwischen Wohnfläche und Verkehrsfläche nicht ganz so ausgeprägt. Der Durchschnittsdeutsche hatte 2011 eine Wohnfläche von 45 Quadratmetern zur Verfügung, während die Verkehrsfläche pro Bundesbürger 2010 bei 224 Quadratmetern lag.

Allianz pro Schiene: Pro Bürger 224 m² für Verkehr – 45 m² zum Wohnen

2 Gedanken zu „Berlin: 41 m² zum Wohnen, 40 m² für den Verkehr

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  1. Das sind interessante Modellrechnungen. Nach wie vor finde ich faszinierend, dass man für ein Grundstück viel Geld hinblättern muss, während man den öffentlichen Raum überwiegend kostenlos zum Parken nutzen darf, ihn also privat so nutzt, dass er anderen nicht mehr zur Verfügung steht. Kein großer Unterschied zur Nutzung eines eigenen / gemieteten Grundstücks.

    Ein Vergleich zwischen Flächenländern und Städten ist wohl aber wenig aussagekräftig bzw. die Ergebnisse verwundern natürlich nicht.

    Prinzipiell stellt sich ja auch gar nicht die Frage, OB man Verkehrsflächen benötigt, sondern die, wie man sie nutzt. Interessant ist natürlich auch, wieviel Verkehrsfläche den einzelnen Verkehrsträgern zugesprochen wird.

  2. Das bedeutet also, dass in Brandenburg jetzt intensiv Wohnfläche geschaffen werden muss (ca. 400 qm je Einwohner) – oder ca. 9/10 der Verkehrsflächen rückgebaut werden müssen, um ein ähnlich positives Verhältnis von Wohn- zu Verkehrsfläche zu erhalten, wie in Berlin (ca. 1 : 1)????

    Viel mehr kann man diesem Zahlenjux wohl nicht entnehmen.

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