Radfahrer bei Unfall in Spandau getötet

Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich heute Vormittag an der Klosterstraße Ecke Ruhlebener Straße ereignet. Ein 50-Jähriger wollte mit seinem Lkw gegen 9:20 Uhr aus der Klosterstraße nach rechts in die Ruhlebener Straße abbiegen. Zur selben Zeit war ein 51-jähriger Radfahrer auf dem Radweg der Klosterstraße in Richtung Rathaus Spandau unterwegs. Er geriet unter den Lastwagen und erlitt so schwere Verletzungen, dass er kurz darauf starb. Der Lkw-Fahrer wurde wegen eines Schocks im Krankenhaus behandelt. Wegen der polizeilichen Unfallermittlungen kam es zu Sperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1354 vom 28.05.2013 – 19:30 Uhr

72 Gedanken zu „Radfahrer bei Unfall in Spandau getötet

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  1. Hallo Joe,
    die Studie bezieht sich primär auf den Radverkehr im innerortlichen Bereich. Und gelogen ist da nichts. Die Trennung bewirkt, dass es weniger Berührungsmöglichkeiten und damit weniger Konflikte gibt. Die restierenden Problembereiche sind natürlich die Kreuzungen. Und vor allem die müssen in Deutschland anders gestaltet werden. So wie die bisher aussehen, sind sie in den meisten Fällen nicht sicher, aber deswegen sollen sie auch anders gebaut werden.
    Für manche mag das eine Sache sein, die schwer zu akzeptieren ist, aber mit einer durchdachten getrennten Gestaltung können insbesondere die „toter-Winkel-Unfälle“ zu einem großen Teil vermieden werden.

  2. Hallo an Alle!!!
    Ich bin am Unfallort vorbeigekommen. Das war ein Bild des Grauens!!!
    Als Tourist hatte ich mir Berlin etwas anders vorgestellt.
    Wenn ich da hinten im Bus so sitze und mir den Verkehrsfluss so anschaue, da frage ich mich schon ob nicht manche von den Radfahren einen Nagel im Kopf haben oder einfach nur lebensmüde sind!? Andauernd haben sich im Baustellenbereich Radfahrer am Bus rechts vorbeigedrängelt. Da wundert mich nichts mehr!!!
    Auch scheint es in Berlin mode zu sein im Dunkeln ohne Licht zu fahren. Da habe ich auch einen Beinahecrash zwischen zwei Radfahrern mitbekommen. Und da reißt die Olle ohne Licht noch den Bagger auf von wegen Spurwechsel. Aber das scheint ja wohl die „Berliner Schnautze“ zu sein mit der sich anscheinend alles rechtfertigen läßt….

  3. @Michael S. Bei der Forderung nach kleineren und leichteren Autos kann ich dir zustimmen. Die Neigung sich ein Fahrzeug mit geringerer passiver Sicherheit zu kaufen, dürfte allerdings mit zunehmender aktiver Sicherheit steigen. Insofern bin ich optimistisch.

    @berlinradler: die bis jetzt maßgebende menschliche Wahrnehmung beruht auf äußerst komplexen und störanfälligen physiologischen und psychologischen Vorgängen. Das ist der einzige Grund, warum ich mich besonders im Mischverkehr nicht so recht sicher fühle.

    Und die Elektroautos als gewöhnliche Autos mit eingebautem Elektromotor kommen einen Schritt zu früh. Logisch wären erst Autos mit autonomen Sicherheitssystemen, dann leichtere Autos und dann Elektrifizierung.

    Und klar natürlich eine Verbesserung der Infrastruktur, die allerdings anders aussehen könnte als die stark separierende und kanalisierende holländische Infrastruktur.

  4. Niederlande, Einwohner ca. 16 Mio
    Deutschland Einwhoner ca. 80 Mio
    Niederlande getötete Radfahrer, ca. 200
    Deutschland getötete Radfahrer ca. 400
    Niederlande, schwerverletze Radfahrer, ca. 12000
    Deutschland, schwerverletzte Radfahrer, ca. 12000

    Selbst wenn man die unterschiedlichen Raderkehrsanteile heranzieht, sind die niederländischen Zahlen im Bezug auf das Image erschreckend…

    Die Radwege in den Niederlanden wirken nicht so sehr durch die Separation, sondern dadurch, dass die Radfahrer dort sehr langsam unterwegs sind. Ein Bild, dass man dort oft sieht, ist eine Straße mit zwei Spuren in jede Richtung, auf der Tempo 50 gilt. Breite der Fahrbahn pro Richtung ca. 6 Meter. Der Radweg neben der Fahrbahn hat nur eine Breite von 1,50-2,00 Meter. Während auf der Fahrbahn dann 3 Autos mit Tempo 50-60 unterwegs sind, drängeln sich auf dem schmalen Radweg 30-40 Radfahrer, die naturgemäß dann höchstens 10-15 km/h fahren können.
    Natürlich gibt es auch tolle Radwege, das sind zu 99% aber die, die nicht straßenbegleitend sind.

  5. Quirinus, auf der Straße aufgemalte „Radstreifen“ sind bei Leuten die Nachdenken und Wahrnehmen können und wollen, schon lange als genauso ein Problem bekannt, wie es die althergebrachten Hochbordradwege sind.
    Durch die Abgrenzung des aufgemalten Streifens, wird einie Form von Abgrenzung und indirekter Absicherung suggeriert, die aber lediglich eingebildeter Art ist.

    Wenn Du bzw. der Fietsbraad (hab ich es jetzt richtig geschrieben? zu faul nochmal hoch zu scrollen 😉 ) die Verhältnisse zwischen „echtem“ auf der Straße Radfahren und den Hochbordradwegen (hier in Schland) mal bitte betrachten würdet, sollte recht schnell klar werden, die Verhältnisse sind weitaus komplexer, als sie in plakativen Darstellungen gerne reduziert dargeboten werden.

    ERA2010 stellt hierzulande den derzeit „letzten Schrei“ in Sachen gescheit durchdachter Radinfrastruktur dar. Dummerweise entspricht das was man in der Realität antrifft, in der überwältigenden Mehrheit, eben nicht dem Gesetz bzw. dem Geist des Gesetzes und nicht der ERA2010.

    Und wenn beim Radfahren auf der Straße allein mal die Mindestsicherheitsabstände eingehalten würden, bestände bereits nur noch ein Bruchtteil des bisherigen Unfallrisikos. Und dann noch ne fette Portion Verkehrserziehung unter Auto und Fahrrad fahrende Volk und wir müssten uns kaum noch über die hässlichen Unfallzahlen unterhalten.

    Was die vorgebrachten Zahlen angeht, z.B. die jährlichen 200 Radverkehrstoten im Vergleich zud en 400 … unter Betrachtung der extremen Unterschiede beim Radverkehrsanteil des Gesamtverkehrs, ist die Wahrscheinlich in den Niederlanden mit dem Rad fahrend durch einen Unfall verletzt oder gar getötet zu werden, dennoch deutlich niedriger, als in Schland. Und hier ist die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zum Gesamtverkehr auch bereits nicht so extrem hoch, ausser vielleicht in Städten wie Berlin oder Köln.

    Und damit wäre man mal wieder bei dem Punkt: Wie kann man sachlich-nüchtern über tatsächliche Risiken und Probleme und realistische, sowie sinnbringende Lösungsvorschläge diskutieren?

  6. Eine Patentlösung für alle Radfahrer-Probleme gibt es nicht, das weiß ich schon. Ich möchte nur der weit verbreiteten Meinung entgegenhalten, dass alles nur ok ist wenn alle Radfahrer auf der Straße fahren. Es gibt auch andere Sichtweisen die erwiesenermaßen sehr gut funktionieren. Und dabei geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch was der normale Radfahrer als angenehm empfindet: Abstand zu den Autos

  7. Es gibt auch andere Sichtweisen die erwiesenermaßen sehr gut funktionieren.

    Ich möchte mal zuspitzen: Allein in den Niederlanden gibt es diesen Nachweis. Was nicht bedeutet, dass dies das allein selig machende System wäre, aber es verbietet sich meiner Meinung nach angesichts dieses Erfolges pauschal jedwede getrennte Infrastruktur als Hexenwerk zu verdammen, nur weil man selbst täglich die Suppe mit den Spinnenbeinen und dem Mäusekot runterwürgen muss.

    Und dabei geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch was der normale Radfahrer als angenehm empfindet: Abstand zu den Autos

    Völlige Zustimmung.

  8. Jo, ich kann mich auch nicht erinnern, dass jeder Radwegkritiker Radwege generell für was schlechtes und verdammenswertes hält. Das sind nur ganz wenige.
    Ich denke aber die große Mehrzahl kann sich mit dem Ausspruch „gute Radwege brauchen keine Benutzungspflicht!“ anfreunden und das bedeutet wirklich gescheite Radwege werden eben nicht abgelehnt.

    Das „WIE“ der Radwege, also wie gescheit sie konzeptionell angelegt und baulich ausgeführt sind, halte ich für extrem wichtig. UND das ich als Radfahrer nicht ständig den extrem deutlichen Eindruck habe als Radfahrer nicht ansatzweise erstgenommen zu werden.

    Und man muss immer differenzieren zwischen Radfahren im Ort und über Land.

    Auf einer Straße ist zudem vorrausschauendes Fahren erheblich besser möglich und das ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn man etwas schneller unterwegs ist.

  9. Quirinus schreibt:
    Sonntag, 02.06.2013 um 17:55
    Und dabei geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch was der normale Radfahrer als angenehm empfindet: Abstand zu den Autos

    Genau ist es. Was ist schon Sicherheit.
    Viel wichtiger ist es, dass man sich sicher fühlt. Weit weg von den Autos und an der nächsten Kreuzung gibt es dann Aua.
    Aber Hauptsache man hat sich bis zum letzten Atemzug sicher gefühlt.

  10. @Siggi

    Das Problem ist doch, die gefühlte Sicherheit ist das, was Leute aufs Rad bringt, oder eben runter hält. Wenn sich mehr leute auf der Straße so sicher fühlen würden wie es in wirklichkeit ist, dann würden viele viele Rechtsabbiegeunfälle ausbleiben. Und die Gehwegradelei erst recht.

    Nur, wie schafft man das, wenn man im Verkehrsbereich konstant bedroht und nicht geduldet wird? Das ist die Hauptfrage, die ich seit dem Radverkehrsymposium in der Niederländischen Botschaft mit mir herumschleppe.

  11. @Siggi, @Kohl,
    Das ist genau eines der Henne-Ei-Probleme in Deutschland. Erwiesenermaßen nimmt die Rücksicht auf Radfahrer zu, wenn es mehr davon gibt. Viele trauen sich aber nicht, weil sie sich in unmittelbarer Nähe zu den Autos (die auch innerorts manchmal mit 70km/h an einem vorbeischrammen) nicht sicher fühlen.
    Wie ich schon versucht habe klarzustellen, sind insbesondere die Kreuzungen die Bereiche, die unfallträchtig sind, aber Radfahrer fahren nicht nur auf Kreuzungen und wollen sich auch abseits von Kreuzungen sicher fühlen.
    Und um die Kreuzungen für Radfahrer sicherer zu machen, gibt es einige Möglichkeiten, die im deutschen Verkehrsalltag allerdings kaum Anwendung finden, das wurde hier mittlerweile schon breitgetreten.

    Übrigens wird in Holland die Bedeutung eines Verhaltenskodex für Radfahrer immer wichtiger: Der Radfahrer soll sich bei stehenden LKW an den Ampeln hinter dem LKW aufstellen. Eigentlich logisch, aber wie wir wissen haben es viele immer eilig…

  12. @Quirinus, welche Bedeutung hat der besagte Verhaltenskodex, wie wird er weiterverbreitet? Aus meinen Diskussionen weiss ich, dass viele Radfahrer sich der Gefahren durch Lkw in keiner Weise bewusst sind. Wie auch: Wer nicht solche „Hardcore-Blogs“ wie diesen hier liest, der liest eher Zeitung und schaut fern. Die Gefahren des Straßenverkehrs werden dort i.allg. auf Ampel-Nichtbeachtung reduziert.

    Nichts desto trotz wäre ein Kodex manchmal nicht schlecht, auch unter Radfahrern.

  13. Kodex, Verhaltensweisen, Gewöhnungen usw.

    Das zu formulieren ist eine Sache. Eine ganz andere aber ist, wie das dann „unters Volk“ gebracht wird.
    Ja, wie bringt man die Botschaften denn unters Volk?

    Thema Verkehrserziehung: Wie findet sie statt? Welche Organisationen oder Institutionen, oder auch Personen sind hiermit befasst?
    Und wie ist eine Einflussnahme möglich? Und wer entscheidet welche Inhalte wichtig sind, oder gar ob vermittelte überhaupt Inhalte richtig sind?

  14. Es gab da mal in der ARD die Sendung „Der 7. Sinn“.

    Vielleicht könnte auch die Polizei selbst etwas tun und bei ihren Pressemeldungen nicht nur von den Unfällen selbst berichten, sondern auch noch einen Kommentar mit Empfehlungen, z.B. zur Radwegbenutzungspflicht hinzufügen. Die würde dann hoffentlich auch die eine oder andere Zeitung mit abdrucken, die dann auch von Nichtradfahrenden gelesen wird.

  15. @ Karsten Strupp: Welche Empfehlung wäre das wohl? „Der Geradeausradfahrer hätte besser auf seine Vorfahrt verzichtet“?

    Ja, der 7. Sinn war (in seiner typisch altbackenen Art) eine gute Sendung. Die habe ich selbst als Kind gerne gesehen, obwohl es da ja nur um Autosichtweisen und Autogefahren ging.

  16. Karsten, BLOß NICHT auf begleitende Kommentare der Polizei setzen! Das ist einmal nicht die Aufgabe von Polizeimeldungen und dann geschieht dies ja ohnehin bereits, wenngleich sehr zwischen den Zeilen und ist regelmäßiger Anlass zu oft erheblicher Aufregerei und schadet der Volksgesundheit (Bluthochdruck u.a.).
    Ein erschreckend hoher Teil jeglicher Polizei kennt sich in wichtigen Teilen ihres Aufgabengebiets nur mehr schlecht denn recht aus und speziell bei der Gesetzeslage bzgl. Radverkehr sieht es ja nunmal häufig übel aus.
    Da nun auf erzieherische begleitende Kommentare oder Ratschläge zu seetzen, bedeutet das Kind mit dem Bade auszuschütten.

    Vielleicht müsste die Verkehrserziehung erst einmal bei der Polizei stattfinden. Ich hab ja schonmal erzählt, wir mal ein Polizist in leitender Funktion in einer Großstadt meinte, selber ein leidenschaftlicher Radfahrer, dass er durch eine Forumsdiskussion wieder was gelernt habe. Die VwV zur StVO war ihm bis dahin denn unbekannt gewesen …

  17. Da muss ich Jochen voll zustimmen. Die Pressearbeit der Polizei ist offen parteiisch, die gesetzten Schwerpunkte gehen so sehr am Unfallgeschehen vorbei, dass diese letztendlich sogar gefährdend sind.

    Was ich mich oft frage: Wenn die Unfallstatistiken der Landespolizeien so unfachmännisch ausgewertet werden, frage ich mich, was ich von anderen Statistiken wie der Kriminalitätsstatistik halten soll. Dabei wäre es so naheliegend: Man nehme einen Mathematiker, setze diesen über das Rohmaterial und lasse ihn das auswerten. Lückenfüller wie die nachfolgenden würde sich ein Fachmann nicht leisten:

    „Falsches Einschätzungsvermögen und die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sind oft Voraussetzungen für solche Fehlverhaltensweisen“

    Zum toten Winkel: „Begünstigt werden solche Fehlverhaltensweisen wiederum durch das Fehlverhalten von Radfahrern, die mit nicht angepasster Geschwindigkeit an Kreuzungen und Einmündungen heranfahren“

    Zur Vorfahrtnahme durch andere: „Auf Grund der schmalen Silhouette des Fahrradfahrers und der oftmals falschen Benutzung von Radwegen in entgegengesetzter Richtung, kommt es zum Nichtgewähren der Vorfahrt durch die anderen Verkehrsbeteiligten.“

    Fehlerhaftes Einfahren von Kfz in den Fließverkehr ist hingegen zu entschuldigen: „Überwiegend Führer von aus Grundstücksausfahrten kommenden Fahrzeugen können den Straßenraum, in den sie einfahren wollen, nicht im ausreichenden Maße einsehen. Die bereits genannte schmale Silhouette und das Befahren von Gehwegen bilden dann oftmals begünstigende Faktoren für das Zustandekommen von Verkehrsunfällen“

    Quelle: Sonderuntersuchung Radverkehrsunfälle 2012, Berliner Polizei
    http://www.berlin.de/polizei/verkehr/statistik.html

    Die „Sonderuntersuchung“ scheint übrigens ein festgelegtes Text-Template zu sein, in das die jeweiligen Jahreszahlen reinkopiert werden.

    Ganz ehrlich: Von so einer Polizei nehme ich keinen einzigen Tipp ernst.

  18. Da muss ich euch leider auch irgendwie zustimmen. Einerseits kommen die Hinweise von der Polizei, siehe
    Radwegebenutzungspflicht

    Andererseits habe ich mich schon des Öfteren gewundert, dass mir dann trotzdem der eine oder andere Polizeibeamte sinngemäß sagte:“Das würde ich nicht tun, aber wenn Sie meinen, Sie seien auf der Straße sicherer …“
    Ich habe da schon mal an die Beschwerdestelle der Polizei geschrieben.

  19. @Karsten, Du beschwerst Dich, weil ein Polizist Dir gegenüber seine Meinung äußert, dass es auf dem Radweg sicherer sei? Also mal ehrlich, solange er die entsprechenden Regeln kennt und respektiert, ist doch die persönliche Meinung egal.

  20. Die „Beschwerde“, die eigentlich eher ein Kommentar war, ging auch nicht mal direkt an die beiden Polizeibeamten. Ich bin halt nicht besonders begeistert, wenn die Polizei ihre eigenen Empfehlungen nicht kennt bzw. selbst als Unsinn einstuft.

    In diese Kerbe schlägt ja auch z.B. wenn Polizeibeamte Radler auf den Radweg verweisen, wo gar keine Benutzungspflicht besteht. Das scheint ja auch noch immer mal wieder zu passieren, wie es ja hier schon mal in den Kommentaren erwähnt wird.

    Außerdem ist es schwierig, persönliche Meinung von dienstlicher Aussage zu trennen. Was ein Polizeibeamter im Dienst äußert, wird erstmal als Meinung „der Polizei“ wahrgenommen. Und es ist schon blöd, immer wieder mitzubekommen, dass „die Polizei“ eigentlich gar nicht hinter ihren öffentlichen Aussagen steht.

  21. Wenn ein Polizeibeamter im Dienst ist, hat er seine ganz persönliche Meinung für sich zu behalten. Andernfalls kann sie ihn durchaus seine Pension kosten, wenn es ganz hart kommt.

    Vor einigen Jahren erlebte meine Mutter mal ein uniformiertes Prachtexemplar der ganz besonderen „Güte“. Kleiner Parkplatz vor einem Supermarkt, ein PKW fährt auf einen Behindertenparkplatz und hat weder einen entsprechenden Ausweis im Fenster, noch ist der Fahrer entsprechend in der Mobilität eingeschränkt, noch hat er eine entsprechende Person im Kfz = widerrechtliches Parken und Blockieren eines Behindertenparkplatzes.
    Angesprochen erklärt der Fahrer es ginge niemanden etwas an wo er parke.
    Genau passend kommt ein Uniformierter Streifenbeamter des Weges geschlendert, meine Mutter geht hin und macht ihn auf die Problemlage aufmerksam und bekommt folgende persönliche Meinung des sog. Hüters unserer Öffentlichen Ordnung zu hören:
    „Also wenn es nach mir ginge … Behinderte haben sowieso nichts auf der Straße verloren!“ und setzte schlendernd seinen Gang durchs Revier fort.

    Innerhalb der nächsten 30 Minuten stand dann ein Streifenwagen vor unserem Haus, der Dienstgruppenleiter klingelte, erbat Einlaß, fragte noch einmal das Gecshehen ab und das Aussehen des „Ordnungshüters“ und es wäre jetzt übertrieben zu sagen er wäre auf Knien gerutscht, aber die Form und das Ausmaß mit dem jener Vorgesetzte um Verzeihung bat und v.a. darum, dass diese Sache nicht weiter an die Öffentlichkeit dringt, würde ich auch heute noch als ausserordentlich bezeichnen.
    Der DGL versichterte er würde gleich noch ein ernstes Gespräch mit dem Kollegen führen.

    Meine Mutter war nach der „Nummer“ direkt in den Wagen und zu ihrem Telefon gefahren und hatte „jemanden“ angerufen, der dann wohl seinerseits unmittelbar jemanden angerufen hat, welcher dann … nun ja.

  22. Also ich denke, das kommt sehr auf die Situation an. Wenn man ohnehin im normalen Gespräch ist, wird wohl jeder seine Meinung äußern dürfen. Das ist auch etwas anderes, als wenn ein Polizist so tut, als müsse man einen Radweg benutzen, was mir auch schon passiert ist. Natürlich müssen Beamte sich zurückhaltend äußern. Und das Verunglimpfen von Behinderten ist eine völlig andere Kategorie, das geht natürlich gar nicht.

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