EdgeRunner von Xtracycle

Mitte der neunziger Jahre entwickelte Ross Evans von der Stanford University für das Projekt „Bikes Not Bombs“ in Nikaragua eine Art Verlängerung eines Mountainbikes, um größere Lasten als üblich zu transportieren. Drei Jahre später gründete er die Firma Xtracycle Inc, die die Fahrradverlängerung als Bausatz unter dem Namen Free Radical extension herstellte und vertrieb.

Schon bald erkannten andere das Potential eines Fahrrads mit verlängertem Hinterbau, dem so genannten Longtail. Yuba kam 2006 mit dem Modell Mundo, Surly brachte 2008 das Big Dummy auf den Markt, Kona entwickelte das Ute. Inzwischen tummeln sich mehr als zehn Firmen auf dem Longtail-Markt.

Jetzt bietet auch Xtracycle komplette Longbikes an. Das EdgeRunner hat einen tiefergelegten Schwerpunkt als andere Lastenräder. Das hintere Laufrad hat 20“, während das vordere den üblichen Durchmesser von 26 Zoll besitzt. Kleinere Räder sind leichter und dennoch stabiler, vor allem aber rückt die Ladeplattform um etwa 15 Zentimeter nach unten, verglichen mit anderen Longbikes. Der Stahlrahmen des EdgeRunners wiegt 7.18 kg, ein komplett aufgebautes Bike etwas mehr als 20 kg. Xtracycle bietet eine ganze Serie von Extras, mit dem man das Rad bestücken kann: Zweibeinständer, die Möglichkeit für zwei Kindersitze, eine Art Reling, an der Kinder sich festhalten können, wenn sie auf der Ladeplattform sitzen, Fußstützen, Taschen, bis hin zum Sidecar, einem Seitenwagen, der die Ladekapazität des EdgeRunner weiter steigert.

Xtracycle: EdgeRunner

8 Gedanken zu „EdgeRunner von Xtracycle

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  1. Tolle Ideen, z.B. die Kindersitzvariante, die auch unterschiedlich große Kinder erlaubt. Oder der Seitenwagen 🙂

  2. Reling? Zum unten festhalten, oder ..??

    In anderen Ländern ist es ja kein Problem, wenn hinten Kinder sitzen und zur Schule oder dem Kindergarten gekarrt werden, in Münster aber hat die beräderte Polizei direkt nen Herzkasper erlitten, als ihnen eine Mutter mit zwei Kinnicks hinten auf dem niegelnagelneuen Lastenrad begegenete. Das ginge nun gar nicht.
    Viel Traraaaaa später musste die Frau so ne Art Lenkergriff nachrüsten, an denen sich die Kinder quasi wie auf nem Rad festhalten könnten, damit sie damit den Nachwuchs transportieren darf.

  3. Immerhin scheinen in Fahrradanhängern sitzende Kinder keine Lenker zum Festhalten benutzen zu müssen.

    Vermutlich hat das die Pullerei in Münster nur noch nicht rausgefunden …

  4. @ Jochen: aus der StVO, §21, 3

    Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können. Hinter Fahrrädern dürfen in Anhängern, die zur Beförderung von Kindern eingerichtet sind, bis zu zwei Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden. Die Begrenzung auf das vollendete siebte Lebensjahr gilt nicht für die Beförderung eines behinderten Kindes.

    Die Sitzweise ohne Kindersitzschale, seitwärts mit Festhaltereling vor der Brust finde ich hier genial. Das könnte man bei so einem Rad auch problemlos für größere Kinder erlauben, aber deutsche Regulanten kommen ja nicht auf die Idee, dass es für einen solchen Bedarf vielleicht auch das passende sichere Gefährt geben könnte.

  5. Als einer der wenigen Xtracycle-Fahrer in Berlin kann ich nur sagen, dass es eine der besten Anschaffungen meines Lebens war. Auf einmal ist es kein Problem mehr, morgens zügig zur Arbeit zu fahren, auf dem Rückweg den Wocheneinkauf zu machen und dann den Sohn inkl. Fahrrad vom Spielplatz abzuholen.

    Zehn leere Umzugskartons oder drei Ikea-Regale, Leiter, Blumenkübel alles kein Thema – ohne morgens überlegen zu müssen, was man den Tag über wohl so transportieren wird und sich entsprechend ausstatten zu müssen.

    Leider wirkt für viele das Xtracycle eher langweilig, ist ja nur ein normales Fahrrad in Überlänge. Man muss es im Alltag benutzt haben, um zu merken, wie grandios es einem das Leben erleichtert.

    PS: Ich hab einen Mini-Lenker an die Sattelstange gemacht und nie Probleme mit der Polizei gehabt (fahre allerdings auch nicht in Münster). Es ist praktisch wie ein Tandem, auf dem der Hintermann nicht tritt. 🙂

  6. „…aber deutsche Regulanten kommen ja nicht auf die Idee….“

    Eigentlich wäre es hier Aufgabe des Radherstellers, sich bescheinigen zu lassen, dass die Vorrichtung für den sicheren Transport von Kindern geeignet ist. Dann ist das auch kein Problem.

    (Vergleichbar mit dem Kfz-Zulassungsgedöns)

  7. Michael, ach soooo… jetzt begreife ich das Foto erst. 😉 Das seltsame Ding da über dem Träger IST die Reling. *ötsch* Hab ich nicht geschnallt.

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