Aktion „Bürgerbeteiligung à la Ramsauer“

Morgen stellt Verkehrsminister Ramsauer sein „Handbuch zur Bürgerbeteiligung bei Verkehrsprojekten“ der Öffentlichkeit vor. Das bundesweite Netzwerk Solidarische Mobilität wird vor Ort sein und mit einem Straßentheater zeigen, was es von Ramsauers Bürgerbeteiligung hält.

Bürgerbeteiligung á la Ramsauer
Zeit: Dienstag, den 6. November, 9.30 Uhr
Ort:  Bundesverkehrsministerium, Invalidenstr. 44 in Berlin-Mitte

Netzwerk Solidarische Mobilität

49 Gedanken zu „Aktion „Bürgerbeteiligung à la Ramsauer“

Kommentare-Feed
  1. Karl Ranseier ist tot.

  2. Der wohl erfolgloseste aller Verkehrsminister starb an einer Überdosis Polemik.

    Es heißt übrigens „à la“ und nicht „á la“. Wer Französisch kann, ist da im Vorteil.

  3. [offtopic]
    Wetten dass? war wohl ne Qual, aber radfahren in Berlin hat ihm anscheinend gefallen:

    “ Hanks: Ich habe Berlin als energetischste Metropole erlebt, in der ich je gearbeitet habe. Sicher: Ein komplizierter Ort, um dessen Vergangenheit und Zukunft es dauernd Kontroversen zu geben scheint. Aber die Stadt lädt mit ihrer spürbaren Spannung auch sehr dazu ein, in ihren Straßen auf Expedition zu gehen. Ich war ständig unterwegs, meist zu Fuß oder auf dem Fahrrad. Versuchen Sie das mal in Los Angeles, wo ich sonst wohne! “

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/tom-hanks-interview-ueber-die-david-mitchell-verfilmung-cloud-atlas-a-865272.html

  4. @Johann 170: Das „á la“ st repariert.

  5. Gabs eigentlich jemals einen unbeliebteren Verkehrsminister?

  6. bei ramsauers „vorstössen“ empfehle ich immer schön fastlangsam und mittig zu bleiben. dann passiert uns auch nichts.

    heute wiedermal der klassiker: feierabend, prenzlauer hoch (backfabrik) vor der tanke, autos grün, radfahrer grün, fussgänger schon rot, xc 60 zieht zum abbiegen schon ungefähr 5 m vor der ampel nach rechts in den radstreifen ein und blockiert damit min. 6-7 leute, die das noch lässig (legal) geschafft hätten.

    traumhaft gebärdet sich auch die linienstrasse, die sich bei fremdgetriebenen mobilisten zunehmend als (ungesühnter) torstrassenersatz etabliert.

  7. … Linienstraße: Wie Prinzregentenstraße.

    So lange das keiner ahndet mit der Fehlnutzung (Durchgangsverkehr anstatt Anwohner) ist alles nur Makulatur mit der so genannten Fahrradstraße.

    Die Leute checken nicht die Rechte von Dir als Radfahrer, überholen eng, schneiden Dich, hupen wegen Nebeneinanderfahrens, etc. – alles wie gehabt.

    Nur an der Querung der Parkwege Wilmersdorfer Volkspark muss man konzidieren: Hier verhalten sich fast ausnahmslos die Radfahrer auf der Prinzregentenstraße nicht regelkonform. Denn es wird in unverändertem Tempo durch die Schrittgeschwindigkeitszone gefahren, auch die hier oft kriechenden Autos (Polizeikontrollen!) werden dann flugs überholt.

    Andererseits: Mir sind kaum je Gefährdungen anderer (von Fußgängern) dadurch aufgefallen. Ein Fahrrad ist eben gegenüber eineinhalb Tonnen Blech doch was relativ ungefährliches.

    LG Joshua

  8. In Köpenick ist die Alberichstraße eine „Fahrradstraße“, und tatsächlich hat man dort ziemlich in der Mitte eine Sperre eingebaut, durch die Kfz nicht fahren können.

    In der Linienstraße erkenne ich – außer dem Anschrauben irgendwelcher Schilder – gar keinen Willen zu einer fahrradfreundlichen Verkehrsgestaltung. Schon die völlig uneinsehbare Kreuzung zur Rosenthaler Straße kann man keinem ungeübten Radfahrer anbieten. In meinem Verständnis wäre eine Fahrradstraße z.B. auch eine innerstädtische Alternative für Kinder oder Familien – da habe ich mit der Linienstraße Bauchschmerzen.

    Ich fahr jetzt meistens die Oranienburger lang. Die ist schön breit und macht keine Probleme.

  9. Kontrollen und sonstige repression könnte man sich sparen, wenn fahrradstraßen einfach baulich gegen durchgangsverkehr gesichert würden.

    gibts noch leute mit erfahrung im barrikadenbau ? 😉

  10. Nur an der Querung der Parkwege Wilmersdorfer Volkspark muss man konzidieren: Hier verhalten sich fast ausnahmslos die Radfahrer auf der Prinzregentenstraße nicht regelkonform.

    Warum auch? Warum soll man auf einer Straße, die wie eine Straße aussieht und von Fußgängern auch wie eine Straße genutzt wird (nämlich nur überquert wird) mit dem Rad im „Schrittempo“ fahren?

    Die Regelung „Schrittempo für Radfahrer“ sollte hier überhaupt mal auf den Prüfstand gestellt werden — wenn auf Hochbordradwegen kein Schrittempo erforderlich ist, wo aber der Kontakt zu Fußgängern viel enger ist, warum dann ausgerechnet in so einem Straßenabschnitt?

    Keine einzige der entsprechend ausgeschilderten Straßen, die ich in Berlin kenne, wird von Fußgängern anders genutzt als es auch eine Tempo-30-Straße wäre, also geht von einem Radfahrer, der dort mit normalem Radfahrertempo langfährt, exakt gar keine Gefährdung der Fußgänger aus.

    Hier auf Schrittempo für Radfahrer zu bestehen ist preußischer Obrigkeitswahn, ist Gängelung, ist „Aber das ist Gesetz!“ … aber ansonsten vollkommen sinnlos.

    Die Regel ist für Autofahrer da: Die nämlich können Fußgängern aufgrund der Breite ihrer Fahrzeuge nicht ausweichen, die nämlich vermeiden auch nicht aufgrund des Selbsterhaltungstriebes Kollisionen mit Fußgängern, die nämlich sollen aus Gründen der Verkehrslenkung aus solchen Bereichen bis aufs allernötigste verdrängt werden.

    Aber doch keine Radfahrer!

    Im übrigen bin ich der Ansicht, daß die Durchfahrt für Autofahrer an der angesprochenen Stelle –Prinzregentenstraße/Volkspark– komplett gesperrt werden sollte. Es gibt exakt gar keinen Grund, da mit dem Auto langzufahren, und der dort etablierte „Schleichstreckenverkehr“, der dort nichts zu suchen hat, könnte damit effektiv verdrängt werden.

  11. Ich weiß, ist nichts jedermann’s Sache, aber ich habe mir angewöhnt wenn den Grund für das Hupen nicht erkennen kann abzubremsen mich umzudrehen und Kontakt aufzunehemen. Ich glaube halt an das Gute im Menschen, und da Hupen innerorts ja eher für das Anzeigen von Gefahren reserviert ist muss ich ja davon ausgehen, dass mein Schutzblech/Ständer/Rücklicht defekt ist.
    Immer freundlich bleiben, lächeln und nach dem Grund fragen – ich konnte jedenfalls noch nie einen Wiederholungstäter identifizieren 😉

  12. Hi Jom&Terry! Hast Ja Recht. Wollte es nur mal der Vollständigkeit halber erwähnen. Übrigens ist die Querung Volkspark wirklich nur sehr kurz, bezogen auf die gesamte Fahrradstraße. Eine Besonderheit ist die Liegewiese da im Park, sehr nahe der Straße. Sommers viele Familien, Grill und Picknick. Ich habe einfach schon öfter (kleine!) Kinder ohne Eltern dort die Querung enlang laufen sehen. Wohl seitens der Eltern toleriert, ein wenig im Vertrauen auf die Einfriedungen der Straße. Auch die Jogger betrachten diesen Abschnitte der Straße eher als einen Weg, ihren Weg, und queren knapp vor Auto und Rad. Ich finde das im übrigen gut so. Ein wenig Zivilgesellschaft in dem allfälligen Autowahnsinn. Das psychologische Moment aus Automobilistenperspektive ist ist andererseits: Der Schritt-Tempo kriechende Autofahrer wird des vorbeihuschenden Radfahrers gewahr und sieht sich einmal mehr bestätigt in der Überzeugung, dass sich Radfahrer an gar keine Regeln halten würden. Auch und gerade in der Fahrradstraße, in einem verkehrsberuhigten Abschnitt. Und man muss zugeben: Kritisch wird es, trotz geringer Breite des Rades, wenn ein Fahrradfahrer einen Auto-Schleicher überholt, jener aber wiederum vor dem Auto gerade eine Familie mit Kindern passieren lässt. Habe ich schon gesehen, erlebt, und dabei ein wenig fremdgeschämt über den „Radraser“. Selbst versuche ich immer das angepasste Tempo zu halten, zu schauen, fahre aber bestimmt nicht Schritgeschwindigkeit in solchen Bereichen.

    @class:bicycle: stimmt, gut Idee, versuche ich auch gelegentlich. In aller Regel sind die Autos aber weggefahren, bevor jegliches Gespräch beginnen kann. Anders die Situation mit den Engüberholern auf vollgestauten innerstädtischen Hauptstaßen (Leipziger, Potsdamer, …). Die habe ich in der Regel an der nächsten Kreuzung / roten Ampel. Klopfen an das Fenster, Frage nach Problemen … in der Regel, fast immer, kommt anstatt etwa Aggression nur großte Überraschung zutage. Zum einen wegen der Kontaktaufnahme überhaupt. Zum anderen aber wohl auch wegen der Freundlichkeit der Nachfrage. Gaaaanz häufig höre ich freilich auch: „Ich habe sie gar nicht gesehen, wo soll denn das gewesen sein?“. Nervös werden Autofahrer, wenn man die Handycam zückt und deren Nummernschild fotografiert (oder zumindest so tut). Dann folgt: Entweder auf Krawall gebürstet, aussteigen, Drohgebärde, oder … ganz schnell weg. Aber, nun ja – wie hier schon oft gepostet – wer will schon den Dorfpolizisten spielen?

  13. Mich hat mal an genau der Stelle im Volkspark ein hupender Autofahrer überholt … den ich dann ein paar Querstraßen weiter ansprechen konnte, wieso er mich denn bitte angehupt hätte.
    Worauf er entgegnete, daß „ich so schief gefahren wäre“.
    (Da ist, wenn man von Süden her kommt, ein leichter Schlenker im Straßenverlauf, unmittelbar vor der Stelle, wo der gepflasterte Bereich anfängt, und da ich keine analretentive ADAC-Geronte bin, fahre ich natürlich nicht konsequent mit 10cm Abstand vom rechten Straßenrand)

    Als ich ihn fragte, ob er denn wisse, was das für eine Straße wäre, in der er da fährt, sagte er, daß das eine Fahrradstraße wäre, er aber Anwohner sei (und log ganz offensichtlich, weil er eine Hausnummer nannte, die es in der Prinzregentenstraße überhaupt nicht gibt).

    Hätte ich in dem Moment die Bullerei holen sollen?

    Festzuhalten ist: Ich habe mich (aus obigen Gründen) nicht an das Schrittempo gehalten, und dabei überholt mich ein Auto.

    Naja, Wichser, blöder, halt.

  14. @Jom&Terry: … Oh, oh. Kenne ich auch. Quermatenweg Zehlendorf, da muss man immer Slalom fahren um die parkenden Auto. An einer Rechts vor Links Kreuzung habe ich Vorfahrt und mich schneidet ein mittelgroßer Paketdienst LKW von links kommend, so dass ich voll in die Eisen muss. Finde das auffällige Fahrzeug von einem Orthopädiebedarf später in einer Nebenstraße, spreche den Fahrer an. Der meint sinngemäss: wenn die (doofen) Radler in der Mitte der Straße fahren dürfe man auch mal Rechts vor Links außer Acht lassen.

    Also: Nichts in Abrede gestellt, Berufsraftfahrer, für ein Gesundheitsunternehmen tätig noch dazu, lebensgefährlicher Pädagogisierungsversuch gegenüber einem Radfahrer für vermeindliche Regeluntreue des Radlers, dabei selbst einen schweren Verkehrsverstoss begehend. Meine Güte! Die Unflätigkeiten und der Fuck-Finger aus dem LKW Fenster kamen noch dazu.

    Habe dann per Internet die Fa. angeschrieben wegen ihrem Fahrer. Wochenlange mails hin und her, dann eine Versicherung der Fa. man habe mit dem Fahrer ein klärendes Gespräch geführt. Hm.

    Überlege manches Mal wirklich eine Helmkamera. Denke immer: Das kann ja gar nicht wahr sein! Das beste, Slapstick-reif, waren die Einlassungen des LKW-Fahrers, Marke: ich mache hier meine eigenen Regeln, weil ich es eilig habe. Mangelndes Unrechtsbewusstsein auf ganzer Linie.

    Wünsche mir da insgeheim mal noch größere LKW, MKW – Megakraftwagen, die die LKW und PKW mal so drangsalieren wie wir Radler drangsaliert werden. Diese Perspektive kennen die Autler wirklich kaum.

    Zwar hat fast jeder irgendwie auch ein Rad, und gibt auch an zu fahren, oft sind aber doch Ausflüge zum Badesee am Sonntag damit gemeint, oder die 500m zum Supermarkt. Streckenradler mit Entfernungen 5, 10, 15km haben die Autler gar nicht auf dem Plan. „Unvorstellbar“ so etwas mit dem Rad machen zu wollen, „kauf Dir doch ein Auto und beschwer‘ Dich nicht“. Hahaha!

    Und trotz alledem: Gerade in dieser zugestauten Stadt weiß ich sehr gut warum ich Rad fahre. Die wenigen Gelegenheiten mit PKW zur Berufsverkehrszeit (neulich, Möbeltransport): Horror! Stau, Stau, Stau, keine Parkplätze, aggresssive Leute. Immer neidisch den „freieren“ Radlern nachgeschaut. Fand übrigens deren bei-Rot-flitzen im Sinne einer dann geräumten Kreuzung rechts immer recht gut, und denke, dass auch viele Autler das so empfinden.

    Na ja, Perspektivwechsel. Wie gesagt, auch für uns Radler ganz gesund. Ich auf jeden Fall kann mir meine täglichen Strecken mit Auto schon gar nicht mehr vorstellen. Ich müsste bescheuert sein. Und wenn, dann müsste man noch glatt Geld bekommen für das Autofahren in der Innenstadt anstatt dafür teuer zu zahlen. Ein Riesenschwachsinn!

    Dem Rad gehört die Zukunft, in den Städten allemal!

  15. … und noch ein Nachtrag sei erlaubt. In der Hoffnung hier nicht zuzuspammen.

    Habe oft nachgedacht über die Autofahrerperspektive: Tempo 30 – niemals!, Radfahrer runter vom Damm!, mehr Straßen! … Es verhält sich m.M.n. so: Die meisten Autler sind keine anderen Menschen als „wir“ Radler. Sie wollen nicht rasen, gefährden, egoistisch alles für sich reklamieren. Sie wollen ankommen.

    Aber: Sie haben manche Zusammenhänge nicht geschnallt. Und zwar in dem Sinne: Wenn durch Stau, Parkplatzsuche, etc. das Auto als Fortbewegungsmittel in der Innenstadt immer unattraktiver wird, dann steige ich nicht etwa um (ÖPNV, Rad), sondern „hole die verlorene Zeit auf freier Strecke wieder rein“.

    Wenn man ehrlich ist kennt man dieses Verhalten von sich selbst auch. „Der Robben und Wientjes Miet-LKW muss noch schnell zurück“, XYZ „schaffe ich noch schnell auf dem Weg“.

    Das mangelnde Verständnis für den Unsinn und das Asoziale in diesem Denken führt zu regressivem, Ich-bezogenem Verhalten, mit dem Effekt, dass noch unsinniger und asozialer gefahren wird.

    Außerdem funktioniert das Auto ja auch wirklich bei vielen als Abschirmung zu der Außenwelt, die gar nicht mehr real wahrgenommen wird. Regen ist allein ein Problem guter Scheibenwischer, den Wind nimmt man kaum wahr. Kein (Mit-) Gefühl für den Radfahrer, der das alles ganz anders, weil hautnahe erlebt.

    Hinterher, und das soll heißen: „nach dem Unfall“, bricht plötzlich die Realität über die Leute herein. Ich arbeite in der Medizin und kenne diese Szenen: ratlose, schockierte, hilflose Autofahrer, die nicht begreifen können, was da in der realen Welt passiert ist. Schrecken, Passivität, später Abspaltung und Versachlichung („konnte nichts tun“, „kam so schnell aus dem Nichts“).

    1,5 Tonnen Blech und 100 PS heißen eben auch Verantwortung. Wer das erste mal nach der Fahrschule eine unbeabsichtigte Drift hinlegt weiß sofort: Fahrphysik ist keine Hexerei. Ich wundere mich bei den PS-starken und Fahrwerks-optimierten Autos von heute eigentlich nur, dass nicht noch mehr passiert.

    Hatte als damals-noch-Autobesitzer in den 80ern gerne eine Ente, einen alten Golf. Diese Autos gaben Rückmeldung von der Fahrbahn, und 30km/h schnell fahren war schon was, hatte was von Fortbewegung. 100km/h reichte auf der Autobahn, zumal durch die Zone, 120km/h war Raserei. Ich weiß: Damals, blabla. Aber s’ist so. Ich habe mit dem Rad meine optimale Innenstadtgeschwindigkeit wiedergefunden.

    Na ja, ein kleiner Exkurs. Seht’s mir nach … LG Joshua

  16. @joshua, danke für Deine interessanten Gedanken.

    Der Mensch (in der ersten Welt) hat sich mit der Industrialisierung und Automatisierung eine Menge Wohlstand erschaffen. Anstrengende Waschtage kennt er nur aus den Erzählungen seiner Großeltern. Hunger und Kälte als kurzzeitige, abstellbare Phänomäne. Der Mensch hat eine positive Einstellung zur Automatisierung und zur Technik. Das gilt auch für die Mobilität.

    Eine automatisierte Mobilität ist für den High-Tech-Menschen eigentlich logisch, nur dass er hierbei irgendwie das Maß verloren hat. Auf die Platzprobleme reagiert er nicht etwa mit einer Verringerung seines Platzbedarfes (immerhin fährt eine Person meist 4 oder mehr Sitze mit sich rum), sondern mit dem Ruf nach mehr Platz.

    Soweit ist das vielleicht nicht immer logisch, sondern noch nachvollziehbar. Interessant finde ich dann aber die weiteren Stufen. Die unterscheiden sich vom normalen Sozialverhalten. Schiebt mir jemand im Supermarkt seinen Einkaufswagen in den Weg, so lässt sich das meist mit einem Lächeln beheben. Kommt mir jemand vor dem Auto in den Weg, so wird er wie ein Feind behandelt. Dass er vielleicht ein netter Kerl ist, genauso wie ich zur Arbeit will und Familie hat, ist in der Situation egal – er muss weg. Empathie wird ausgeschaltet und fehlt selbst dann, wenn jemand zu Tode gekommen ist – man lese nur mal die zahlreichen gehässigen Kommentare in den Zeitschriften, die den Opfern noch „selbst Schuld“ hinterherrufen, selbst wenn sie nicht Unfallverursacher waren.

    Interessant finde ich auch das wissenschaftliche Herangehen an Probleme. Jeder BWLer kann auf den Cent genau ausrechnen, welche Auswirkungen diese oder jene Maßnahme auf den Umsatz hat. Im Straßenverkehr wird grober gedacht, Statistiken absichtlich fehlinterpretiert – und zwar, ohne dass sich jemand daran stört, weil diese Interpretationen immer zugunsten des Autos ausgelegt werden. Realität wird verleugnet – mich erinnert das immer an Suchtverhalten.

    Und dann die Sichtweise auf die Verkehrsregeln. Die müssen strengstens eingehalten werden, ruft jeder, und meint am Ende allenfalls die Ampeln. Beim Parken, Überholen, Vorfahrt gewähren kann man das etwas lockerer sehen. Die Behörden kontrollieren, ob Radfahrer zu den Park & Ride-Plätzen auf dem Bürgersteig ihr Rad auch schieben, stellen selbst aber offenkundig illegale Schilder auf. Die Bezirke widersetzen sich Anordnungen der Verkehrslenkung Berlin und unterlaufen so zusätzlich eine regelkonforme Verkehrsraumgestaltung. Und – im Gegensatz zu den Rotlichtradfahrern interessiert das keinen. Kampf-Verkehrsplaner? Auch die Behörden müssen sich an die Regeln halten? Nein, denn selbst wenn man die Leute mit der Nase drauf stößt, stören sie sich nicht am regelwidrigen Verhalten der Behörden. Weil – und da schließt sich der Kreis – dieses immer zugunsten des Autos ausgelegt ist.

    Das ganze Autodenken ist gesellschaftlich sehr tief verwurzelt. Dem unterliegt jeder ab und zu. Die meisten Fußgänger und Radfahrer fügen sich automatisch in ihre untergeordnete Rolle.

    Seltsam finde ich dann immer den Realitätscheck. In letzter Zeit bin ich viel durch Mitte gefahren und war oft auf Straßen unterwegs, wo die Leute sich tatsächlich 2-3 Ampelphasen oder mehr angetan haben, eben weil sie im Stau standen. Also ganz im ernst – ich verstehe das nicht. Ich fahr da jeden Tag mit dem Rad vorbei, kenne Schleichwege und spare viel Zeit. Aber selbst bei angenehmstem Wetter stellen sich manche lieber in eine Schlange und stehen dumm rum. Das ist mir jedes Mal das totale Rätsel.

  17. Hallo berlinradler!

    Ich schätze Deine Beitäge sehr. Ruhig, klar und differenziert. Denke dann immer, wenn es auch bei Dir mal etwas emotionaler rüberkommt, dann muss schon vergleichsweise viel Frustration dahinter stecken. Ich hoffe, ich irre mich.

    Dein Satz „Realität wird verleugnet – mich erinnert das immer an Suchtverhalten“ könnte man in Stein meißeln. Die Autofahr-Gesellschaft zeigt für meine Begriffe eindeutig Anzeichen von Suchtverhalten. Allerdings käme niemand auf die Idee einen Heroinkonsumenten zum Fallbetreuer, Soziotherapeuten, Gesetzgeber oder Strafverfolger der eigenen Klientel zu machen. Bezogen auf das autoverliebte Deutschland ist der öffentliche Raum, Straßen und Anhängsel aber klar vergeben – an die Suchtklientel.

    Natürlich muss man differenzieren. Wir profitieren alle von den Lieferungen an die Haustür (es darf freilich hinterfragt werden wie viele Retouren beim Internetversandhandel a priori Schwachsinn waren), von der Transportmöglichkeit für gebrechliche Menschen, für Rettungsdienste, für Schwerlast, etc.. Aber genau ist ja das Absurde: Die ungeheuren Vorteile, die uns der Verbrennungsmotor hie und da bietet, werden durch die unkritische Nutzung, Verbreitung, Fetischisierung des Kfz minimiert, ohne dass Otto-Normal-Verbraucher den Zusammenhang erkennt.

    Alle Gesetzgeber haben dasselbe Probleme: politisch ist es immer schwierig den Leuten etwas wegzunehmen. Noch dazu den Fetisch. „Opium für’s Volk“ gilt bei uns neben Feierabendbier und Fernsehen eindeutig auch für das Auto.

    Das mag alles etwas platt klingen, aber die Wahrheit darf zuweilen einfach platt sein oder so „rüberkommen“. Genau das lässt einen Als Radfahrer (im Alltag, in Diskussionen im Netz) ja immer wieder an der angeblich „aufgeklärten“ Gesellschaft zweifeln: Dass solche augenfälligen Zusammenhänge buchstabiert werden müssen. Letzten Endes in dem Sinne, dass der Schwache und Gefährdete (Radfahrer) sein Verhalten zum Selbstschutz und zur Gefahrenabwehr noch rechtfertigen muss. Ich bin beispielsweise überzeugt das einzelne (einzelne!) Rotlichtverstösse von Radfahrern auch (auch!) einer Gefahrenabwehr dienen. Marke: weg vor dem Pulk, vor den Rechtsabbiegern, etc.

    Critical mass und Ähnliches sind gute Ideen, um aus der Anonymität und gefühlten Machtlosigkeit des einzelnen Radfahrers gegenüber dem „Systm Auto“ herauszukommen. Aber es bedarf sicher noch viel mehr. Ich habe selbst „den Stein der Weisen“ noch nicht gefunden. Werde aber gelegentlich des Argumentierens müde.

    Ein blöder Fahrradklau (trotz gutem Sicherheitsschloss ABUS, bei uns im Innenhof, in „guter Gegend“) war nun zusätzlich dazu angetan, meine bereits Winter-angeschlagene Stimmung noch etwas weiter zu drücken. Dann aber sage ich mir auch: Kopf hoch, wir sind hier alle auf dem richtigen Weg, auch wenn es dauert.

    Rad weg – vielleicht sollte ich mir mal einen Porsche Cayenne „ausleihen“? Haha! Freiwild Radler, Freiwild Rad … kommt mir einfach zu oft so vor.

    LG Joshua

  18. Übrigens – diesen Nachtrag kann ich mir nicht verkneifen:

    Als Kind der Generation 60er und Adoleszenz 80er waren für mich „Ökos“ oder „Baumwollsocken“ auch mal negativ belegt, trotz „Stimmzettel Grün“. Das lag an der Alle-haben-sich-lieb-Kultur, den teils bemühten Straßen- und Hoffesten, etc..

    Erst mit Abstand zu den Achtzigern habe ich gecheckt, welche guten bürgerlichen und eine intakte Zivilgesellschaft ausmachenden Werte hinter vielen dieser Initiativen steckte und immer noch steckt. Hier geht es um Engagement, Interesse an den Nachbarn und Mitmenschen allgemein, um das Hinterfragen von Vorgefundenem, Suchen nach neuen Lösungen, gern auch mal unabhängig von Instanzen, Politik, Bezirken. Das gelebte Beispiel, das Positive daran, soll motivieren und als praktisches und „erlebbares“ Argument die Sache voranbringen.

    Es funktioniert. Jeder kennt diese Verwunderung über die Schönheit von Berliner Straßen und Plätzen, wenn einmal der Autoverkehr für ein paar Stunden ruht. Die Verwunderung über den vielen Raum, wenn der Berlin-Marathon für die Räumung der Parkbuchten an den großen Achsen sorgt.

    Mensch, da ist ja so viel Platz! Die Fassaden an den Hauptstraßen sind ja sogar recht schön, idyllisch, und wirken ganz anders vom Mittelstreifen aus, mit der anderen, neu gewonnenen Perspektive. Städtebauliches, zum Flannelieren Verführendes, wird teilweise erst so überhaupt „sichtbar“. Und man kann sich auch noch unterhalten ohne dabei schreien zu müssen. Lichte Momente. Das geht sicher auch vielen Autofahrern so (derer die Zahl ja so beeindruckend hoch ist). Natürlich sind „das Problem“ letztlich immer „die anderen“. Ganz klar.

    LG J

  19. @joshua, zum Thema „Ökos“ – also ich bin froh, wenn sich die Nachbarschaft auf ein kleines Pläuschchen ab und zu beschränkt 😉 Schön fände ich es, wenn es eine politische Kraft gäbe, die solche Gruppen wie uns mit vertritt.

    Hier schreiben doch einige mit, die die Verkehrspolitik kritisch sehen, sind die Kommentatoren hier deutschlandweit die einzigen?

  20. Zum Thema Suchtverhalten Auto kann ich das Buch „Virus Auto“ empfehlen.
    Autor liefer ich nach.

  21. Hallo berlinradler!

    Zitat von Dir: „Schön fände ich es, wenn es eine politische Kraft gäbe, die solche Gruppen wie uns mit vertritt. Hier schreiben doch einige mit, die die Verkehrspolitik kritisch sehen, sind die Kommentatoren hier deutschlandweit die einzigen?“

    Erklärungsversuche:

    – Autolobby = Geld. ADAC, Autotester, Lobbyisten … mit dem Auto und allem drumherum ist viel Geld im Umlauf, viel Geld zu machen. Da fällt dann auch was für di hauptberuflich mit dem Thema beschäftigen ab. Man muss sich ja nur mal die Testberichte in TV und Magazinen anschauen: Den neuen SUV / Porsche / WasImmer gefahren in Kalifornien / Sizilien / der Schweiz. Da steckt Geld dahinter. Der Autotester bezahlt Flug, Hotel, etc. sicher nicht aus einer schmalen Portokasse (vergleichbar einem ADFC Geschäftsstelle Brunnenstraße).

    – Radfahrer sind individualistischer, leichter poliztisierbar, aber schwerer a la longue bei der Stange zu halten. (These)

    – Autofahrer haben ja auch Leidensdruck, aber die Ventile dafür werden je gerne von der Politik instrumentalisiert (Opposition / Regierung / der Ölpreis / Straßenbau / die LKW …), insofern gibt es ironischerweise für Autofahrer-Probleme gefühlt bereits eine große Publizität, weil die Schlachten auf großer Bühne ausgetragen werden (inszeniert, würde ich vielleicht behaupten).

    – Das Argument, dass fast jeder Autofahrer auch zuweilen Radfahrer ist und umgekehrt ist eigentlich blöde und erklärt nichts. Bei genauerer Betrachtung muss man doch feststellen: Radfahrer, die eine Fahrleistung und Alltagsbewältigung analog der innerstädtischen Autostrecken das ganze Jahr über hinlegen, gibt es unter den gewohnheitsmäßigen Autofahrern natürlich kaum. Oder einfacher formuliert: Meine Probleme mit dem Berlinverkehr und als Radfahrer sähen anders aus, wenn ich nur mal zum Supermarkt müsste, oder die Arbeit um die Ecke wäre. Die politisierten Vielradler aber, sind eben doch noch eine Minderheit. Oft handelt es sich um Ungebundene, Junge, Studenten, Leute mit Familienanhang und Transportleistung durch Familien-PKW den dann die Partnerin oder der Partner fährt. Echte wir-machen-alles-mit-dem-Rad-Radler, die alternativ sich auch ein Auto leisten könnten, rein finanziell, gibt es noch wenige. Zumindest inkl. Winterradeln. Ist ja auch hart. Thesen, ich weiß.

  22. Virus Auto: Die Geschichte einer Zerstörung
    Hermann Knoflacher
    Verlag: Ueberreuter, Carl, Verlag GmbH (30. September 2009)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3800074389
    ISBN-13: 978-3800074389

  23. Hallo hardwerker! Danke! Im Netz viel gefunden, reingehört, gehört wohl gelesen. Thx, einen schönen Tag noch! Joshua

  24. Die Empfehlung kam von „Ze evil Kohl“ ….

  25. @Ze evil Kohl, @hardwerker: Ich danke euch beiden. Man kann auch einen sehr schönen Radiobetrag zu dem Author googeln. Hier isser:

    http://coloradio.org/site/2010/06/virus-auto-prof-knoflacher-in-dresden/

    LG Joshua

  26. Aber selbst bei angenehmstem Wetter stellen sich manche lieber in eine Schlange und stehen dumm rum. Das ist mir jedes Mal das totale Rätsel.

    Immerhin dieses eine Rätsel kann ich aufklären: In modernen Wagen kannst du vom Becherhalter über Klimaanlage bis zur Surround-Beschallung mit Ramsauer-CD oder enjoy-radio alles haben, was dir die traurige Staurealität erträglich macht. Wenns doch langweilig werden sollte, zwischen Kaffee, Telefongespräch und „Nachrichten“sendung, reicht ein Blick auf die Fahrbahn, um geschützt vor Gegenreaktionen über alles draußenrum ablästern zu können – das ist ein prima Frustabbau.

    Meine These: Wenn die Resourcen und der Platz langen würden, wären die Menschen in fahrbahren Häusern unterwegs, mit Küche, Klo, Dusche, Sauna. ABER selbstgesteuert selbst vom Klo aus! Um Gottes Willen nicht mit Autopilot, das verdirbt den Fahrspaß

  27. „Meine These: Wenn die Ressourcen und der Platz langen würden, wären die Menschen in fahrbahren Häusern unterwegs, mit Küche, Klo, Dusche, Sauna. ABER selbstgesteuert selbst vom Klo aus! Um Gottes Willen nicht mit Autopilot, das verdirbt den Fahrspaß.“

    jo, geil, kann ich mir so richtig vorstellen. bewegungsretardierte lemminge, die sich „unterwegs“ um das klo streiten (vergleichbar dem machtkampf um die fernbedienung).

  28. Im Diskurs mit andersdenkenden ist der erste Schritt zur Verständigung getan, wenn man den andersdenkenden als vollkommenen Blödmann dekonstruiert.

    Das ist hier schon mal sehr schön gelungen.

  29. @ Joe: Beziehst du dich auf mich? Falls ja, wo habe ich denn jemanden als vollkommenen Blödmann dargestellt? Ich gab eine Erklärung, warum manche Menschen es überhaupt aushalten, sich täglich durch Staus zu quälen. Dass ich das blöd finde, ist richtig, aber als Blödmänner würde ich diese Menschen nicht darstellen, sie folgen nur den Angeboten der Industrie und die wiederum reagiert nur auf die Kundenwünsche. Keiner ist da ein Blödmann, reagieren alle ganz rational. Das Ergebnis ist offensichtlicher Blödsinn.

  30. @Michael S, ja, schöne Fantasie mit den Häusern.

    Und da das alles so angenehm ist und noch mehr Spaß macht, würden die Menschen in der Welt noch mehr darauf hinarbeiten, schneller am Ziel zu sein. Auch wieder so eine Kuriosität: Autofahren macht so viel Spaß, man investiert viel Geld, um dann in der Realität alles zu tun, dass man schneller am Ziel ist.

    Ob @Joe sich auf Dich bezieht, weiss ich nicht. Da wir hier viele Beispiele gesammelt haben, die die Sinnhaftigkeit der Autonutzung in Frage stellen (z.B. die freiwillige Warterei im Stau, während Radfahrer und ÖPNV-Nutzer an einem vorbeiziehen) steht am Ende der, der sich das antut, als „Blödmann“ da.

    Aber ich glaube, deshalb auf Political Correctness umzuschalten, würde die Kommentare doch etwas langweilig machen. Klar ist das hier einseitig und ziemlich autofeindlich. Der Blog ist ja auch nicht neutral, sonst hätte er bestimmt nicht den Erfolg.

  31. Autofahren macht so viel Spaß, man investiert viel Geld, um dann in der Realität alles zu tun, dass man schneller am Ziel ist.

    oder auch wie Mikael Colville-Andersen sagt: Autofahren ist so spannend, dass die Leute dabei einschlafen.

    Da gibt es viele Widersprüche, die mit genügend Werbeaufwand erfolgreich weggebügelt werden.

  32. Das ist ja das schöne, in der Autowerbung sind die Straßen immer leer.
    Relität will ja keiner sehen, nachher ist Autofahren doch nicht pure Freiheit und vergnügen…

  33. „Da wir hier viele Beispiele gesammelt haben, die die Sinnhaftigkeit der Autonutzung in Frage stellen (z.B. die freiwillige Warterei im Stau, während Radfahrer und ÖPNV-Nutzer an einem vorbeiziehen) steht am Ende der, der sich das antut, als “Blödmann” da.“

    15. November…leichter Nieselregen…ich steige aufs Fahrrad…buh kalt…bäh….50 min. später bin ich auf der Arbeit

    15. November…leichter Nieselregen…ich laufe zur Bushaltestelle…buh kalt…bäh….70 min. später bin ich auf der Arbeit

    15. November…leichter Nieselregen…ich steige in Auto, meine Mucke läuft, ich mach mir ne Kippe an, langsam wirds warm…40 min. später (selbst mit kurzem Stau) bin ich auf Arbeit….

    Hm…so schlimm ist Autofahren doch nicht…aber in der Realität habe ich gar kein Auto…und wähle in der Regel Option 1, weil ich einfach gern Rad fahre…

    Aber mal im Ernst…Radfahren bei jedem Wetter ist nun mal nicht jedermann Sache und auch verständlich. Der ÖPNV in Berlin ist zum Kotzen…Tagsüber voll und dreckig und nach 1 Uhr nur noch auf Provinzniveau…

    Wenn ich nur die Wahl zwischen Auto und ÖPNV hätte, würde ich IMMER das Auto wählen, denn lieber sitze ich 2 Stunden in einem warmen Auto allein bei meiner Musik und ner Kippe in einem Stau, als auch nur 30 Minuten in der Berliner U-Bahn…

  34. @Klemmi, solange Du mich vorbeilässt, wenn Du im Stau stehst, ist alles gut 🙂

  35. 15. November … leichter Nieselregen … ich geh‘ los … buh kalt … bäh, schneller gehen … 30 min. später bin ich auf der Arbeit.

    Tipp: Einfach näher am Job wohnen, dann braucht man weder den ach so tollen ÖPNV noch den Stress mit irgendwelchen Scheiß-Radspuren, Autofahrern etc.
    Das einzig ärgerliche sind die blöden Arschlöcher, die auch in Nebenstraßen der Ansicht sind, auf 1.20m-Bürgersteigen mit dem Rad rumfahren zu müssen. Und dumm glotzen, wenn man ihnen nicht ausweicht.

    Ich bin ja ein friedliebender Mensch, aber wer in einer Straße, in der alle 10 Minuten mal ein Auto langfährt, und kein Mörderostzonenkopfsteinpflaster ist, der Ansicht ist, sowas bringen zu müssen, dem wird auch kein Mitleid entgegengebracht, wenn er mal vom Rad fällt.

  36. @Tom & Jerry, ist das dein ernst? Dann hätte ich in den letzten 5 Jahren in Pankow, Mitte, Kreuzberg, wieder Mitte und bald vielleicht in Charlottenburg gelebt. Also da tu ich mir dann doch lieber die morgendliche Anreise an. Und ich halte mich ja schon manchmal für faul und weicheimäßig, aber sooo schlimm finde ich es nun echt nicht, mit Bahn und / oder Rad zu fahren. Ausruhen kann man sich, wenn man tot ist 🙂

    Aber bei Gehwegradlern passierts mir natürlich auch regelmäßig, dass ich die nicht sehe und daher – ganz versehentlich natürlich – keinerlei Platz mache 🙂 Die meisten bremsen, manche setzen in solchen Situationen auf Risiko. So wie Autos gegenüber Radfahrern …

  37. Klar ist das mein Ernst. Man kann auch heute eine stetige Erwerbsbiographie haben und muss nicht den Arbeitsplatz häufiger wechseln als andere Leute die Unterwäsche oder den Geschlechtspartner.

    Nee, natürlich nicht. Nur sollte dieser Gesichtspunkt nicht völlig außer Acht gelassen werden. Es ist auch ein Teil erstrebenswerter Lebensqualität, nicht längere Tagesabschnitte damit zu verbringen, den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurückzulegen, das sei insbesondere den „im Grünen“-weit-draußen lebenden Pendlern gesagt, die wegen des vielen von ihnen selbst verursachten Verkehrs nicht in der Stadt wohnen wollen (aber dort arbeiten).

    Mit dem Rad brauche ich vielleicht 10 Minuten, aber es ist wegen der vielen unkoordinierten Planetenretter, die qua der durch die eigenen Lebensweise vollbrachten Weltrettung Anspruch auf jedes Vorrecht nicht nur haben, sondern auch aktiv einfordern, recht nervig. Und wegen der Arschlöcher mit vier Rädern, die ganz eigene Vorstellungen davon haben, was eine Fahrradstraße ist.

  38. „@Klemmi, solange Du mich vorbeilässt, wenn Du im Stau stehst, ist alles gut :-)“

    Logisch…mein Elend, muss ja nicht das anderer sein…!

    Aber wie gesagt, ich war da nur mal der Advocatus Diaboli…grundsätzlich fahre ich auch Rad und/oder Bahn…zumindest in der Freizeit.

    Aber da ich mich in der glücklichen oder auch unglücklichen Situation befinde alle möglichen Arten der städtischen Fortbewegung zu nutzen, kann ich immer ganz gut alle Seiten bei einer solchen Diskusion verstehen oder dann eben auch nicht verstehen.

    Aber meine Meinung zu diesem Thema ist eigentlich ganz einfach. Es liegt an den Menschen, nicht an der Art seiner Fortbewegung. „Ein Ar******** bleibt auch auf einem Fahrrad ein Ar*******“ Umgekehrt funzt das natürlich auch.

    Noch ne kleine Anekdote zum sozialen Miteinander:

    Gestern Abend auf der Urbanstraße. Eine kleine Familie geht bei Grün über die Straße. Das Kind verliert ein Kuscheltier aus dem Kinderwagen. Ein Autofahrer hält, er hat inzwischen Grün, damit die Mutter das Kuscheltier zurückholen kann. Sie läuft vor das Auto und hebt das Tierchen auf…und was macht die Tante jetzt? Genau, sie bleibt genau vor dem Auto stehen, weil dieses auf der zweiten Spur von anderen Überholt wird und sie nicht auf ihre ursprüglich geplante Seite kann. Anstatt einen Schritt zurück auf die ursprüngliche Seite zu machen, blockiert sie den netten Autofahrer, so dass der irgendwann nur noch ungläubig mit dem Kopf schüttelt…ob der wohl noch mal sagt, ich bremse auch für Kuscheltiere?

  39. Anstatt einen Schritt zurück auf die ursprüngliche Seite zu machen

    Verlangst Du in so einer Situation allen Ernstes, daß die Mutter den Kinderwagen weiterhin unbeaufsichtigt auf der anderen Straßenseite stehenlässt? Das ist eine wirklich bizarre Sichtweise der Funktion von Müttern.

  40. OT:Forenleitung, Eure Uhr geht ’ne Stunde vor.

  41. Kleine Familie…incl. Vater und Oma…nicht Mutter mit Kind…immer alles lesen bitte.

  42. immer alles lesen bitte.

    Du bist lustig. Wer außer Dir stellt sich unter „kleiner Familie“ das Vorhandensein weiterer Erwachsener vor?
    immer alles schreiben bitte

  43. „Wer außer Dir stellt sich unter “kleiner Familie” das Vorhandensein weiterer Erwachsener vor?“

    Jeder, der weiß, was das Wort Familie bedeutet?

  44. Troll mit dummer Ausrede,

  45. @Joe: Das war ein Missverständnis bezüglich der geschilderten Situation. Nix weiter. Nun ist es aufgeklärt und es besteht überhaupt kein Grund eklig zu werden, mit völlig unpassenden Begriffen um sich zu werfen und rumzuschmollen. Vielen Dank.

  46. Um nochmal auf Klemmis Situation zurückzukommen, also eine nette Geste, die nicht als solche wahrgenommen und „ausgenutzt“ wird: Erlebt man so natürlich täglich öfters. Mal etwas ausgeprägter, mal etwas weniger ausgeprägt. Und manche mögliche Nettigkeit spart man sich gleich, weil man weiss, dass sie fehlinterpretiert wird.

    Wenn sowas mal passiert, sollte man das nicht zu ernst nehmen. Die Sekunden, die man hier und da „verliert“, sind den Stress nicht wert, den manche sich machen. Letztendlich ist der Stress ohnehin nur Resultat der zu hinterfragenden Sichtweise, dass andere Verkehrsteilnehmer Feinde sind. Für mich sind sie das nur dann, wenn sie gefährden.

  47. Vielleicht wird einem Vieles klarer wenn man versteht, was Herrn R. bewegt:

    „Ramsauer: Ich bin Anwalt der deutschen Wirtschaft und unterstütze deutsche wirtschafts- und industriepolitische Interessen.“

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/peter-ramsauer-und-matthias-wissmann-ueber-zu-hohe-mautkosten-hat-sich-bei-mir-noch-niemand-beschwert/7141802-2.html

  48. Darin unterscheidet sich Ransaier nicht von seinen Politikerdarstellerkollegen, denn auch die sind einzig und allein zur Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen da.

  49. Mir wird da nichts klar. Der Schwachsinn mit den Kopfhörern, einseitige Parolen gegen einzelne Fehlverhaltensgruppen und nicht nachvollziehbare Prioritätensetzungen bei der Unfallbekämpfung haben mit Wirschaft nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.