Eurobike 2012

Seit heute morgen 8:30 Uhr strömen die Leute, die beruflich mit dem Fahrrad zu tun haben, auf die Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee. Die größte Fahrradmesse Europas kann auch in diesem Jahr mit neuen Rekorden protzen: mehr Aussteller (1250) aus mehr Ländern (49) ziehen mehr Fachbesucher (40.000 sind angemeldet) und mehr Journalisten (1.800) an. Alle sind gespannt, welche Neuheiten und Trends in der Saison 2013 den Ton angeben. Die Messegesellschaft verkündet, dass in diesem Jahr 366 Weltpremieren auf der Leitmesse des Fahrrads vorgestellt werden.

Bei Lichte besehen zeigt sich, dass das Prinzip dees Fahrrad kaum verbessert werden kann. So werden hier ein paar Gramm eingespart, da wird der alte Look durch die trendigen Farben der Saison ersetzt und dort ist ein Teil ergonomischer als sein Vorgänger. Alles soll neu, frisch, clever sein, wirkliche Innovation ist das aber nicht.

Auf einem ersten Messerundgang ist mir nicht viel aufgefalllen, über das es sich lohnt zu berichten. Vielleicht wird das morgen anders, wenn die Goldmedaillen der Eurobike verteilt werden. Allerdings habe ich mir ein Fahrrad lange angesehen. Die Firma Kona aus den USA stellt ein kurzes Lastenrad vor, das mir rundum gefällt. Das Kona Minute ist gewissermaßen die kleine Schwester des Kona Ute, das bereits seit vier Jahren auf dem Markt ist. Für diese Art von Fahrrädern hat sich der Begriff „Longtail“ eingebürgert. Analog dazu könnte man das Kona Minute – also das Mini-Ute – ein Midtail-Transportrad nennen. Es sieht schick aus, kann eine Menge transportieren und fährt sich doch eher wie ein Fahrrad als wie ein Lastenrad. Kona gibt auf den Rahmen eine lebenslange Garantie. Ausgestattet ist das Kona Minute mit Scheibenbremsen, zweifüßigem Ständer und einer Holzplatte auf dem Gepäckträger. Das sehr leichte Aluminiumtransportrad wird für 799 Euro verkauft.

Eurobike

Kona Minute

15 Gedanken zu „Eurobike 2012

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  1. „Es sieht schick aus“ halte ich hier aber für eine äußerst subjektive Einschätzung 😉

    Schreibt noch mehr von der Eurobike. Gibt es was neues von Reelight oder Nachahmern?

  2. meines Erachtens ist es eine Innovation, dass auch günstige Fahrräder seit einiger Zeit oft chic aussehen. Heute sind viele Leute, auch die, die mit Rädern wenig am Hut haben und es nur als Fortbewegungsmittel nutzen, stolz auf ihr schönes Fahrrad. Das ist gut.

  3. Wie leicht ist den „sehr leicht“? Schade dass das vorne kein Gepäckträger dran ist. Ich nutze zum Lastentransport immer noch mein Ex-Postrad von „Hercules“. Ist leider beladen eine sehr schwammige Angelegenheit und so werde ich immer kurzzeitig schwach, wenn ich ein neues Lastenrad sehe

  4. Was kann man damit denn transportieren? Kriege ich damit zwei Bierkisten nach Hause? Licht wäre nett….

  5. … oder sogar noch ein Kind >6 mit Optionen wie beim Yuba?

  6. Kann mir jemand sagen, was dieses schwarze Teil zwischen Rahmen und Vorderradgabel darstellt? Ist das eine Feder?

  7. @Jan

    Es ist ein Lenkerdämpfer. Er verhindert, dass der Lenker umschlägt, wenn das Fahrrad steht. Vermutlich ist er angebracht, um das Rad leichter hinten zu beladen.

  8. Ich dachte, das wäre die Reifenbremse, so’n Ding, das von oben die Hundescheiße entfernt. Hatte mein Kinder-Klapprad auch.

  9. auch vom Yuba gibt es ja jetzt ein kürzeres Modell, das Boda Boda, http://bodabodabike.com/

  10. Den Lenkerdämpfer benötigt man wegen des Zweibeinständers: Wenn man das Rad abstellt, hängt das Vorderrad bei einem Zweibeinständer in der Luft und klappt immer um, wenn da kein Dämpfer verbaut ist….

  11. @Jan: Bei Reelight war ich gerade. Neu ist bei denen eine komplette Lichtanlage nach dem Reelight-Prinzip. Die Magneten sind im hinteren Laufrad, Vorder- und Rücklicht werden durch Kabel versorgt. Komplett wird so ein Fahrradlicht um die achtzig Euro kosten. Noch in der Entwicklung begriffen ist ein Reelight-Licht nach dem Vorbild von Magnet Light, das heißt, dass keine Magneten in den Speichen benötigt werden. Stattdessen liegen die Magneten gekapselt in der Lichtmaschine. Das Ding war als Prototyp auf der Eurobike zu sehen, zu kaufen wird es ab 2013 sein.

    @Abwrackprämie: Ich schätze mal, dass das Kona Minute zwischen 16 und 18 Kilo wiegt. Auf der Website sind keine Angaben zum Gewicht, ich geh später noch mal am Kona-Stand vorbei und frage, wie schwer das Teil ist.

    @Flo: Das Yuba Boda Boda ist ein weiteres Beispiel für Midtail-Klasse. Noch ein Transportrad ist das Kinn Bike, siehe hier:
    http://www.kinnbikes.com/

  12. @Rod, ja Du kannst Getränkekisten mit dem Fahrrad transportieren. Das geht mit einfachen Spanngurten. Einfach die Kisten mit Spanngurten verbinden und wie eine Satteltasche über den Gepäckträger legen.

    https://www.youtube.com/watch?v=1Lglm6nm2QU&feature=plcp

  13. @Abwrackprämie: Noch mal beim Kona-Messestand nach dem Gewicht des Minute gefragt. Die erste wusste keine Antwort, der zweite hat in den Unterlagen gesucht und nichts gefunden, der dritte meinte: sechzehneinhalb Kilo. Erscheint mir ein wenig niedrig, ich hatte um die 18 kg geschätzt. Auf jeden Fall ist das Minute viel leichter als das Ute. Kein Wunder, ein 30 Zeentimeter kürzerer Radstand und die deutlich schmaleren Räder ersparen Gewicht.

  14. Würde mich freuen, wenn ihr mal bei Sturmey Archer vorbeischauen könnten wegen der 3-Gang-Tretlagerschaltung KS§:
    http://www.stridaforum.com/forum/viewtopic.php?f=5&t=3093&p=7467#p7462

  15. wer solches konstruiert, unsinnig hohe ablagefläche, an der auch noch die einzige taschenaufhängung angebraucht ist, hat noch nie lasten transpotiert.

    wenigstens eine alternative aufhängung sollte pflicht sein, – je mehr je besser, damit die taschen-unterkannte max. 25 cm über boden, und damit der schwerpunkt tiefergelegt werden kann.

    wundert mich immer wieder, wie einfälltig und dumm der deutsche markt ist, einzig NÖLL baut für ihre reiseräder echte tiefhänger. in frankreich zB. überhaupt kein problem, da sind solche praktischen träger seit je verbreitet.

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