Freiburger Polizei ohne Video-Fahrrad

Im Herbst 2006 kündigte die Polizei in Freiburg an, sie werde ab sofort ein Video-Fahrrad einsetzen, um radfahrende Verkehrssünder zu überführen. Nun berichtet die Badensche Badische Zeitung, dass das Fahrrad nicht mehr im Einsatz ist. Seit der Einführung dieser Technik sind etwa 200 Verkehrsverstöße von Radfahrern dokumentiert worden. Die Polizisten meinen, dass der Aufwand für die Auswertung zu groß ist und dass ein durchschlagender Erfolg nicht gegeben war.

Der Hauptgrund für das Ende des Video-Fahrrads liegt nach Angaben der Polizei aber im Fehlen einer gesetzlichen Regelung. Da die Kamera permanent lief, wurden neben Verkehrssündern auch Menschen aufgenommen, die sich regelkonform verhalten. Die Badische Zeitung: „Dies verletze das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung (jeder bestimmt selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner Daten), erklärt der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Jörg Klingbeil.“

Wie die Zeitung berichtet, werden auch in Köln und Münster keine Video-Fahrräder eingesetzt.
Badische Zeitung: Die Freiburger Polizei mottet ihr Video-Fahrrad ein

12 Gedanken zu „Freiburger Polizei ohne Video-Fahrrad

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  1. Unsinn Datenschutz.
    Dann müssten die Videoautos der Polizei auf den Autobahnen und Landstrassen auch verboten werden.
    Der Hauptgrund wird wohl gewesen sein weil die Polizei bei der Radverkehrsüberwachung gleichzeitig ihre Unwissenheit, im Punkt Radverkehrsregeln, mit dokumentiert haben.

  2. Aber bitte: „Badische“ Zeitung. Merke: Es gibt badische und unsym-badische Leut‘. 🙂

  3. @siggi, die Videos kann ich mir auch gut vorstellen. 100% OWi-frei und STVO-konform zu fahren ist schwierg bis unmöglich. Spätestens an der nächsten roten Ampel scheitert das – denn dann muss doch ein Fuß von der Pedale. Daher sind alle mir bekannten Videos, in denen die Arbeit von Polizeiradfahrern dokumentiert wird, auch immer ein Lacher.

  4. @berlinradler
    Die erten Videos wurden doch damals in den Medien veröffentlicht. War lustig anzusehen wie Radfahrern ein Ordnungsgeld abgeknöpft wurde weil sie einen Zebrastreifen überfahren haben.

  5. So rum (frei erfundene Ordnungswidrigkeiten) ist natürlich noch härter. Ich meinte ja nur die harmlosen Videos, auf denen Polizisten nebeneinander auf engen Radwegen fahren oder schon auf dem Bürgersteig auf ihren Drahtesel steigen.

  6. ja, polizisten wirken in der tat immer ein wenig lächerlich auf fahrrädern. deswegen haben die wohl auch keine lust drauf.
    meiner meinung nach wirken die aber nur lächerlich, weil es in der regel halt sonntagsradler sind. ist natürlich nur ne wage vermutung. wirkt aber so. dicht nebeneinander torkelnd über den radweg.

  7. Das erinnert mich an die Falkenseer Polizei. Wirklich was neues gibts da nicht, allerdings eine schräge Pressemeldung aus dem Sommer:

    http://www.falkenseeaktuell.de/2009/07/26/fahrradpolizei/#more-1357

  8. Äh… nur eine Anmerkung. Es gibt auch Polizisten, die passionierte Radler / Rennradfahrer sind. Kenne auch welche…
    Also keine Vorurteile bitte 🙂

  9. Badische Zeitung

    Musik hören auf dem Rad – verboten
    über Zebrastreifen fahren – verboten
    die müssen es ja wissen.

  10. Danke für das Video.

    Was mich ärgert – schon 453 Unfälle in diesem Jahr (2006) auf Freiburgs Straßen, bei 150 traf den Radfahrer zumindest eine Teilschuld. So zu hören in dem Video. Und ohne die Zahlen für Freiburg explizit zu kennen, kann ich aus den Erfahrungen anderer Städte hochrechnen, dass es im gleichen Zeitraum etwa 4000 Autounfälle gab.

    Neben dem Überwachen der Fahrradrowdies ist also ein Beschützen der korrekt fahrenden Radfahrer notwendig. Hier sind die meisten Polizeien – für Freiburg kann ich nichts sagen – dann doch recht unmotiviert.

  11. @BikeBloggerBerlin
    Stimmt, und Einige sind sogar noch aktive Rennradler.
    Bin selbst ab und zu mit denen unterwegs.
    http://siggis-seiten.de/a/Immendorfer-Marathon-2004.htm
    Also bitte keine falschen Hoffnungen machen, dass man denen davon fährt.

  12. Als ich zum ersten Mal von diesen Videofahrrädern gehört habe, dachte ich, blauäugig wie ich nun mal bin, dass endlich eine effektive Lösung gefunden wird, Verkehrsverstöße GEGEN Radfahrer zu ahnden. Daran scheint aber keinerlei Interesse zu bestehen.

    Radfahrer, wenngleich sehr oft auch keine weißen Schafe, sind doch die unterste Kaste des Straßenverkehrs. Verstöße müssen schon mit schweren Verletzungen enden, damit wenigstens etwas strafrechtliches Beachtung gezeigt wird. Ansonsten besteht zumeist kein öffentliches Interesse.

    Diese Woche wurde mir mal wieder mehrfach deutlich vor Augen geführt wie ahnungslos der gemeine Straßenpolizist eigentlich in Bezug auf Radfahrerrechte und Pflichten ist. Nichts gegen die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten der Radler, aber wenn die Maßregelung von Vergehen VON Radfahrern gesondertes Interesse von Seiten der Polizei hervorruft (Videofahrräder, Schwerpunktkontrollen Mittags vor der Uni), dann sollten auch vermehrt Ordnungswidrigkeiten und Straftaten GEGEN Radfahrer geahndet werden.

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