Radfahrer in Spandau tödlich verunglückt

Gestern hat der fünfte Radfahrer in diesem Jahr seine Fahrt mit dem Leben bezahlt. In Spandau kam ein älterer Radfahrer offenbar ohne Fremdeinwirkung zu Fall und zog sich dabei so schwere Verletzungen am Kopf zu, dass er kurze Zeit später verstarb.

Die Meldung der Polizei zu diesem Unglück im Wortlaut: „Aus bislang ungeklärter Ursache ist gestern Nachmittag gegen 14 Uhr 30 ein 77-Jähriger in Spandau mit seinem Fahrrad gestürzt. Bei dem Sturz auf der Straße am Schaltwerk zog sich der Mann schwere Kopfverletzungen zu, denen er gegen 17 Uhr 30 in einem Krankenhaus erlag. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen derzeit nicht vor.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2120 vom 30.07.2009 – 14:30 Uhr

Das ist bereits der dritte Fall, bei dem ein Radler zu Tode kam, ohne in einen Verkehrsunfall mit anderen Verkehrsteilnehmern verwickelt zu sein. Auffällig ist ebenfalls, dass in allen Fällen die Radler nicht die jüngsten waren: 59 Jahre und 66 Jahre bei den Unglücken Anfang des Monats und gestern 77 Jahre.

37 Gedanken zu „Radfahrer in Spandau tödlich verunglückt

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  1. Nennt mich Verschwörungstheoretiker, aber ich kann mir vorstellen das die älteren Herrschaften sich bei zu knappem Überholen sehr erschrecken und ggf. stürzen Autofahrer merkt nix, oder will nix merken ( hat ja niemanden berührt) und fährt weiter, klassische Fahrerflucht.

    Ich bin ja relativ abgebrüht was das zu knappe überholen angeht und selbst mir geht manchmal die Muffe…

  2. Naja, entweder das, oder der gute Mann war mit 77 ein wenig zu alt zum Radfahren…ist zwar, genauso, wie mit dem Autofahren eine Einzelfallentscheidung, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass man in dem Alter doch das ein oder andere Konzentrationsmanko hat und die Augen auch nciht mehr jede Fahrbahnunebenheit auf 50 Meter im Vorraus erkennen…wie es eben oben schon angedeutet wird…wobei 59 und 66 eigentlich noch nicht sooo alt sind…in dem Alter fahren andere ja noch Velothon.
    Den Autofahrern kann man nun nicht alles in die Schuhe schieben…ist Oppenheimer eigentlich Auto gefahren?

  3. … hatte ich Euch heute eigentlich schon aus der StVO vorgelesen?

    StVO §3 Geschwindigkeit (2a) „Die Fahrzeugführer müssen sich gegenüber Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, daß eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.“

    Ausgeschlossen heißt doch ausgeschlossen, oder? Weiß leider nur kaum ein Fahrzeugführer, meines Eindrucks nach auch kaum ein Richter. Das hat nix mit Autofahrern irgendwas in die Schuhe schieben zu tun.

    Gilt übrigens auch für Fahrzeugführer auf dem Fahrrad – Geschwindigkeit verringern, den gleichen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter beim Überholen halten, den wir von Autofahrern erwarten und natürlich bremsen können.

  4. Wobei ich das hier wirklich für Spekulation halte. Es ist sehr warmes Wetter und Radfahren ist als Sport immer mit einem gewissen Risiko für den Kreislauf verbunden. Eventuell empfinden wir auch nur deshalb eine Häufung solcher Todesfälle, weil sie verstärkt in den Pressemeldungen auftauchen.

  5. Den von Benno angesprochenen Paragraphen sollten auch Radfahrer gegenüber Kindern einhalten. Wenn ich ein Kind sehe und relativ nah vorbei muss, dann mache ich das immer nur in echter Schrittgeschwindigkeit. Machen leider nicht alle so.

  6. @berlinradler: „Fahrzeugführer“ umfasst in StVO-Deutsch auch Radfahrerinnen und Radfahrer. Insofern _sollten_ sie nicht nur genügend Abstand halten, sondern _müssen_ es auch. Was auf typischen Radwegen natürlich oft unmöglich ist — vor allem, wenn man Bennos 1,50m einhalten will.

  7. …da war es wieder: Mit Helm wäre die Chance zu überleben wohl evt. höher gewesen!

  8. Mit Nudelsieb und Taucheranzug aber vielleicht noch höher!
    Und wenn der gestorbene in einem Auto gesessen hätte, wieviel „sicherer“ er erst dann gewesen wäre!

  9. …ich weiß gar nicht, warum Ihr alle gleich wieder einmal ein flüchtendes Auto mit einbringt? Irgendwer muß ja wieder Schult haben, bloß nicht der Radler! Nee logisch, ist klar….Verschwörungstheoriker!!!!!

  10. …und wenn Ihr auf der Krankentrage im Rettungswagen der Berliner Feuerwehr liegt, jammert bitte die Kollegen nicht voll, Euch würde der Kopf weh tun, die Kollegen können das Gejammere nämlich nicht mehr hören!!!!

  11. Nicht aufregen 😉 Es besteht halt keine Pflicht zum Helm, also muss man wohl damit leben, dass es entsprechende Verletzungen gibt. Viele ältere Leute fahren mit Schrittgeschwindigkeit, der Sturz entspricht doch dann einem Fußgängersturz. Apropos Fußgänger, fallen die eigentlich auch durch Kopfverletzungen auf?

    Es ist eben etwas unfair. Subjektives Argumentieren funktioniert meistens schlecht, das kenne ich aus anderen Diskussionen. Zum Thema Helm ist es schwierig, eine glaubhafte Datenlage zu erstellen.

  12. @berlinradler, Du hast recht, das Thema mit dem Helm hatten wir beide schon mal diskutiert. Weißt Du, es ist doch so: Ich selber fahre ja auch sehr viel mit dem Rad und mich selber stört der Helm auch nicht, ich habe ihn ja immer auf. Der Helm sieht flott aus, wiegt 300g und hat große Belüftungslöcher für den Sommer. Da kann ich das denn immer noch nicht nachvollziehen, warum andere Radler keinen Helm aufhaben! Sicherlich die Macht der Gewohnheit. Aber wie schon mal gesagt, die Investition in einen Fahrradhelm ist doch irgendwie eine Investition in meine eigene Gesundheit. Auch wenn man selber sehr gut Radfahren kann, leider sind es oft die Anderen, die einen Unfall auslösen. Was nutzt da das neuste Rad mit den geilsten Teilen? Leider dann oftmals nichts. Deshab lieber ´nen 100er Euroschein für die Kopfschale. Ist meine Meinung. Gute Fahrt Euch allen.

  13. Weißt Du, es ist doch so: Ich selber gehe ja auch sehr viel zu Fuß und mich selber stört der Helm auch nicht, ich habe ihn ja immer auf. Der Helm sieht flott aus, wiegt 300g und hat große Belüftungslöcher für den Sommer. Da kann ich das denn immer noch nicht nachvollziehen, warum andere Fußgänger keinen Helm aufhaben! Sicherlich die Macht der Gewohnheit. Aber wie schon mal gesagt, die Investition in einen Fußgängerhelm ist doch irgendwie eine Investition in meine eigene Gesundheit. Auch wenn man selber sehr gut zu Fuß gehen kann, leider sind es oft die Anderen, die einen Unfall auslösen. Was nutzen da die schicksten Sneakers und das neuest Shirt? Leider dann oftmals nichts. Deshab lieber ´nen 100er Euroschein für die Kopfschale. Ist meine Meinung. Guten Gang Euch allen.

    Wahaa! Wir werden alle sterben! Alles ist so gefährlich! Angst!

    Neulich fragte mich meine Freundin, ob wir beim Poppen nicht auch besser einen Helm aufhaben sollten, beim Rammeln können unsere Köpfe zusammenschlagen … !

  14. Niemand sollte sich für sein Verhalten rechtfertigen müssen. Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Sonst könnte man ja dem Verunglückten Autofahrer auf der Landstraße auch vorwerfen, nicht Zug gefahren zu sein – das würde sein Risiko ja auch senken, und zwar drastisch.

  15. Warum tragen Radprofis eigentlich alle Helme? Wegen der Windschnittigkeit kann’s ja wenn überhaupt (!) nur beim Zeitfahren Sinn machen.

  16. … es ist schon ein wenig spät, um Linda noch eine nüchterne Antwort zu geben – aber warum tragen Autoprofis eigentlich Helme 😉

    Normalerweise zitiere ich an dieser Stelle gerne das Handbuch meines Helmherstellers Giro:

    „Kein Helm vermag es den Träger bei allen vorstellbaren Unfällen zu schützen – einschließlich solchen, bei denen Fahrräder mit Kraftfahrzeugen kollidieren. Je nach Aufprall kann es selbst bei Unfällen bei sehr geringen Geschwindigkeiten zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen kommen“, heißt im Benutzerhandbuch von Giro. „Dieser Helm ist dafür konzipiert, den Kopf zu schützen und bietet keinen Schutz vor Halswirbel-, Wirbelsäulen- oder anderen Verletzungen, die sich aus Unfällen ergeben können.“

    Absolut müssten unsere Krankentransporter eigentlich mehr Autofahrer und Fußgänger mit Kopfverletzungen einladen – denn prozentual ist der Anteil der Kopfverletzungen ja bei allen Verkehrsarten etwa gleich.

    Und interessanterweise ist die Zahl der tödlich verletzten Radfahrer im Vergleich zu allen anderen Verkehrsteilnehmern seit dem Höchststand 1978 nahezu exakt um die gleiche Prozentzahl – rund 70 Prozent – zurückgegangen, obwohl Autofahrer mit Airbag, Gurt und Knautschzone ja inzwischen fast in Watte unterwegs sind. Und komisch: Obwohl Schumi doch ein prima Werbeträger für einen Autohelm ist, hat sich dieser auf dem Autoweg zum Bäcker auch noch nicht durchgesetzt …

    Nachzulesen sind die Zahlen übrigens unter http://www.benno-koch.de/article09588_fahrradunflle-ard-tagesthemen-ahnungslos2

  17. @Aussie:
    Wo ist ihre Klerikallizenz, Bürger?
    Kann man sich unter Erwachsenen Menschen nicht einfach darauf einigen nicht zu Predigen?
    Du darfst aufm Kopf tragen was du magst, nur bitte lass allen anderen die Freiheit eben dies zu tun.

    Das gefährlichste ist das man irgendwann glaubt der Helm schützt wirklich, man will dann andere dazu zwingen auch einen zu tragen und zeigt verunfallten ohne Helm ne lange Nase, gerade letzteres ist purer zynismus, ich weiss ja nicht ob man dann so unbedingt für den Einsatz in Rettungsfahrzeugen geeignet ist, rein charakterlich.

    Und ja Treppenhelme und Duschhelme für alle, sofort!!!

  18. Übrigens Aussie: Ihr alle sind in diesem Fall genau einer, nämlich ich, dennoch danke ich dir das du meine Großartigkeit anerkennst und den Pluralis Royalis nutzt um mich anzusprechen…

  19. Hier dingens, Rennprofis im Auto tragen Helme, damit Radmuttern und andere abfliegende Teile der Vorausfahrenden nicht direkt die eigene Schädeldecke zertrümmern, ist ja logisch. Ich trag übrigens einen Helm, weil eine Freundin von mir mal nen Unfall von einem Kind miterlebt hat. Des Kindes Schädel krachte mit voller Wucht gegen einen Baum, es machte laut KNACK und der Kopf war schief und das Kind von dem Moment an zwar weiterhin lebendig, aber für immer kaputt. Die Story erzählt meine Freundin so schön farbenfroh, dass einem vom Zuhören Angst und Bange wird. Inzwischen habe ich mich so an den Helm gewöhnt, dass ich es komisch finde, ohne zu fahren. Ob er mir jemals das Leben retten wird, wer weiß. Am besten, er bleibt unversehrt.

  20. … es ist ja Sommerloch 😉 und Zeit zum Lesen:

    http://www.monash.edu.au/muarc/reports/atsb160.pdf

    By the Way: Eines meiner schlimmsten Kindheitstraumata war der Vater der Freundin einer Freundin. Selbiger war Arzt und hatte auf spiegelglatter Straße einen Autounfall. Den völlig deformierten Kopf werde ich nie vergessen …

  21. @ ze rather evil Kohl. Moin. Ich predige hier nicht und lasse jedem selbstverständlich die Freiheit zu tun und zu lassen was er will. Aber offentsichtlich wissen hier einige (evt. auch Du) besser Bescheid, wie Menschen nach VUs (Verkehrsunfällen) aussehen und das Helme eigentlich doch nicht schützen. Woher Dein Wissen?

  22. @Aussie … Du scheinst ja hier der Fachmann zu sein: Wie viele von den pro Jahr in Berlin 269 Fahrradfahrern mit Kopfverletzungen lädst Du denn so in Deinen Wagen? Und wie viele von den 645 Autofahrern und Fußgängern – ebenfalls mit Kopfverletzungen im vergangenen Jahr in Berlin?

  23. Mag ja sein, daß Helme schützen. Nur ist die Gefahr, vor der Helme schützen, statistisch so irrelevant, daß die Nachteile der Helme ihre Schutzwirkung aufwiegen.
    Das ist etwas anderes als die gerne von Helmbefürwortern angeführten Schutzeinrichtungen für Autofahrer, die nämlich schützen vor statistisch äußerst relevanten Gefahren.

    Helme suggerieren, daß das Radfahren irre mords gefährlich wäre. Das ist es aber nicht, ebensowenig wie das zu-Fuß-gehen.

    Man muss das mit einer Schwimmweste vergleichen. Die schützt vor dem Ertrinken, dennoch ist es statistisch sinnlos, in der S-Bahn eine Schwimmweste zu tragen, obwohl so eine S-Bahn an verschiedenen Stellen mit Brücken über Gewässer geführt wird, in denen man durchaus ertrinken könnte, wenn die S-Bahn von der Brücke fiele und einen dabei nicht auch gleich erschlüge.

  24. @benno woher kommen die Zahlen? Gibt es Aufschlüsselungen nach Verletzungsarten? Wir alle stochern doch ziemlich im Dunkeln.

  25. Ich wollte hier eigentlich ganz viel schreiben, doch dann dacht ich mir, nee lässte dich nicht drauf ein, daher Full Ack @Prokrastes

    Und @Aussie: ein nachgeschobenes „Meine Meinung“ ändert am Predigen nicht viel, lies dir hier mal ein paar links durch :

    http://myhome.iolfree.ie/~hardshell/index.html
    (insbesondere der Physik-teil ist recht aufschlussreich)

    http://www.fahrrad-helm.de/

    http://www.ingokeck.de/publikationen/radhelm/rhwirkungslos/index.html

    Ich hoffe du weisst dass die Argumentation mit den zitierten Verkehrsopfern hirnrissig ist, man weiss schlichtweg nicht wie der Unfall ausgegangen wäre ohne Helm, alles andere ist Spekulation.

    In diesem sinne hätte hätte hätte, hätte liegt im Bette!

  26. @berlinradler … Vorsprung durch Archiv 😉

    Haste Dir den o.g. Link zur Studie mit den Kopfverletzungen von Autofahrern durchgelesen? Da taucht jene ominöse Zahl von 51 Kopfverletzungen bei Autofahrern auf und die Empfehlung Autohelme einzuführen.

    Außerdem hatte ich mir für den legendären Artikel „Kohl-Stiftung: Das Geschäft mit der Angst“ ja mal die vorliegenden Zahlen der Medizinischen Hochschule Hannover sowie des Bundesverkehrsministeriums angesehen. Danach wurden bei Kindern bis 12 Jahre knapp 40 Prozent und bei Erwachsenen knapp 50 Prozent Kopfverletzungen – also vom Kratzer bis ZNS – festgestellt. Das Bundesverkehrsministerium ging damals bei einer Helmtragequote von 100 Prozent von einem Rückgang der schweren und tödlichen Fahrradunfälle um 20 Prozent aus. Insgesamt betrug der Anteil der Radfahrer an allen von der Hannelore Kohl Stiftung genannten 300.000 schweren Kopfverletzungen pro Jahr lediglich 2,44 Prozent oder 7.304 Fälle.

    Wenn ihr so ein Thema hier in die Runde werft, hättet Ihr Euch ja mal schlau machen können – sonst geht’s immer nachen hinten los … 🙁

  27. @ benno: 7.304 Radfahrer zu viel. Das Optimum wäre wohl ganz klar Null. Leider Illusion…

  28. @ benno: Erwischt! Beim Velothon mit Helm? Du? Warum das? Ich verstehe, der Veranstalter upsolut wollte das wegen…Wegen was eigentlich? Vielleicht um das Risiko zu minimieren!?

  29. @Aussie … Du magst aber nicht gerne auf konkrete Fragen antworten 😉

    Wissenschaftler würden bei Null wohl eher vom Minimum sprechen – das Optimum ist das Machbare und in unserem Fall größer als Null.

    Absolut die meisten schweren Kopfverletzungen vermeiden, könnte man wohl tatsächlich mit Helmen für Hausfrauen, Kleingärtner und Autofahrer. Allerdings auch nur theoretisch. Denn – hoffentlich nicht schon wieder vergessen – warnen Helmhersteller ja zu Recht vor ihren eigenen Produkten. Stichwort Halswirbelverletzungen. Die stehen der angenommenen Verringerung von 20 Prozent der schweren Kopfverletzungen mit einer Zunahme entggen. Auch wurde nachgewiesen, dass Helmträger von Autofahrern dichter überholt werden.

    Eh wir hier weiter so viel Kraft ins Sommerloch schütten, konzentriere ich mich eigentlich lieber auf die Vermeidung von Unfallursachen: an die 1,50 Meter seitlichen Mindestabstand beim Überholen von Fahrradfahrern durch Autofahrer erinnern (dann gurken nicht so viele illegal auf Gehwegen rum), die Sichtbeziehungen zwischen Fahrrad- und Kfz-Verkehr verbessern (so können leicht die Hälfte der Fahrradunfälle vermieden werden), mit anderen Radfahrern Rad fahren üben (Bremsen …), in Blogs nicht immer jedes Stöckchen der Polizei zu Fahrradunfällen aufgreifen und damit den Eindruck erzeugen Rad fahren sei total gefährlich … 😉

  30. @Aussie … ich spreche beim Radsport übrigens sogar selbst eine Empfehlung zur Helmnutzung aus. Das ist so wie mit Schumi auf dem Nürburgring mit Autohelm und auf dem Autoweg zum Bäcker ohne Helm. Und wir sprechen hier über Alltagsauto… äh … Alltagsradfahren.

  31. @benno, das von Dir genannte Stöckchen der Polizei wirft eine interessante Frage auf:

    Ist es kontraproduktiv, die negativen Seiten des Radfahrens aufzuzeigen, wenn man die Situation verbessern möchte? Viele Unfälle zeigen in der letzten Konsequenz die Unzulänglichkeit vermeintlicher „Radverkehrsanlagen“.

    Ich würde die negativen Seiten – dazu gehören einerseits Unfälle, andererseits grottenschlechte Verkehrsanlagen – ungerne verheimlichen wollen. Vielleicht sollte man sich aber auf solche Unfallberichte beschränken und nicht jeden „Normalunfall“ hier veröffentlichen.

    Stellt man die Unfallzahlen der Radfahrer in Relation zu anderen Gefahren – mein Lieblingsbeispiel ist ja der Autoausflug ins Land Brandenburg – so wird anhand der Unfall- und Todeszahlen klar, dass Radfahren tatsächlich eine sichere Sache ist. Der ADFC argumentiert auch gerne mit dem verminderten Krankheitsrisiko durch sportliche Betätigung. Auch das halte ich für gut nachvollziehbar, zumal besonders Kreislaufkrankheiten eine Volkskrankheit und somit ein latentes Risiko darstellen.

  32. @benno, „…ich spreche beim Radsport übrigens selbst sogar eine Empfehlung zur Helmnutzung aus…“ Wir beide treffen uns mit unseren konträren Meinungen tatsächlich in der Mitte, das wird schon. Um Deine Frage zur Statistik vom 5.08. zu klären: In diesem Jahr fallen mir spontan 3 Radfahrer ein, die ich mit Kopfverletzungen hatte. Und kein Autofahrer. Nun ist das mit Vorsichtig zu geniessen. Die Statistik erhebt die Polizei, und nicht die Feuerwehr. Und das auch nur, wenn derjenige nicht selber zum Arzt fährt, sondern die Notfallrettung ruft. Aber man spricht aber beim Autofahrer schon von einer Kopfverletzung wenn dieser nach einem Aufprall die Verbrennungsrüchstände ins Gesicht bekommt, wenn der Airbag ausgelöst hat.

  33. @benno:
    „ich spreche beim Radsport übrigens sogar selbst eine Empfehlung zur Helmnutzung aus. Das ist so wie mit Schumi auf dem Nürburgring mit Autohelm und auf dem Autoweg zum Bäcker ohne Helm. Und wir sprechen hier über Alltagsauto… äh … Alltagsradfahren.“

    Nur zur Klärung: du sagst also, dass Helme durchaus schützen (wovor auch immer), aber nur sinnvoll sind in Kontexten mit erhöhter Unfallwahrscheinlichkeit? Prokrastes und Kohl argumentieren ja eher damit, dass Helme eh unwirksam sind.

  34. leider zwei neue pressemeldungen zum thema

    wieder ein älterer radfahrer
    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/134282/index.html

    und hier gleich doppelt schlecht. autofahrer betrunken, radfahrerin bei rot gefahren 🙁
    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/134149/index.html

  35. … ohje, das Sommerloch wird immer tiefer …

    Also noch mal kurz zusammengefasst: Radsport vs. Radfahren.

    Macht hier eigentlich jemand Radsport? Das sind die mit der Tour de France, mit dem Velothon oder mal eine Rennradroute über 240 Kilometer mit Tempo 30 zur Sternfahrt. Das alles hat nix mit Radfahren im Straßenverkehr zu tun. Da die Veranstalter hier im Zweifel in der Haftung sind, hat sich – analog zum Autosport – hier eine Helmpflicht durchgesetzt, bei mir eine Empfehlung. Hier sind die Unfallgegner nicht Kfz, sondern die eigene Blödheit zum Beispiel bei Amateurveranstaltungen. Also mit unangepasster Geschwindigkeit, ohne Sicherheitsabstand und ohne die nötige Erfahrung sich reihenweise langlegen. Beim Velothon waren es in diesem Jahr offiziell 71 Stürze mit ambulanten oder stationären Hilfeleistungen – ein paar davor durfte ich live erleben.

    Zum Vergleich: beim Radfahren im Alltag in Berlin gibt es pro Tag nur 19 Fahrradunfälle mit 1,4 Fahrten ins Krankenhaus – bei etwa der zehnfachen Anzahl von Radfahrten. Und anderen Unfallursachen und anderen Unfallsituationen.

    In den Untersuchungen der Medizinischen Hochschule Hannover wird von einer Schutzwirkung von Fahrradhelmen bei leichten und mittleren Verletzungen ausgegangen – nach Aussagen des Bundesverkehrsministeriums mit einer Reduzierung von Kopfverletzungen um 20 Prozent. Diese Angaben scheinen mir plausibel und können bei der Haftungsreduzierung bei Sportveranstaltungen durchaus relevant sein.

    Dass Fahrradhelme nicht vor Kieferbrüchen schützen, konnten wir ja bei der Tour de France beobachten. Konnte von Euch jemand dabei erkennen, dass der Helm Jens bei Tempo 80 tatsächlich das Leben gerettet hat?

    Hier im Radspannerei Blog geht es – dachte ich zumindest – ums Radfahren. Also im Alltag. Und da hat ja unser Sani jetzt auch mal eine Zahl rausgerückt – drei Radfahrer hätte er in diesem Jahr in seinen Wagen geladen. Das Radfahrer mit schweren Kopfverletzungen selbst zum Arzt fahren, dürfte wohl einer eher theoretische Annahme sein. Wir leben ja hier in einer modernen Großstadt mit einem sehr effizienten Rettungssystem. So wie vor ein paar Tagen hole ich gelegentlich die Polizei und den Rettungswagen, manchmal auch nur wenn sich ein Radfahrer vermeintlich den Arm gebrochen hat.

    Alles andere dazu von mir stand ja schon weiter oben … 😉

  36. Liebe Radspanner, im mittleren Teil meines Beitrages muss es natürlich richtig heißen:

    – „bei etwa der hundertfachen Anzahl von Radfahrten. Also 1,24 Mio. Radfahrten pro Tag in Berlin (insgesamt werden im Straßenverkehr täglich 10,3 Mio. Wege zurückgelegt und davon 12 Prozent) im Vergleich zu 12.300 Teilnehmern des Velothons.“

  37. @Philip: bei dem Tandem frage ich mich wie man als Autofahrer einparken muss um 2 Leute auf einem Riesengefährt nicht zu sehen.
    Schulterblick, Spiegel, egal …

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