Der virtuelle Radweg

In der Reihe Das nutzlose Produkt der Woche präsentieren wir heute den Fahrradweg per Laser-Projektion. Vor zehn Tagen erschien im design-zentrierten Blog Dustbowl ein Artikel über LightLane, auf deutsch: über den Fahrradweg aus Licht. LightLane ist kein fertiges Produkt sondern lediglich eine Idee: Am Rahmen des Fahrrads sind kleine Laser angebracht, die die Markierungslinien eines Radwegs und ein Radwegsymbol auf den Boden projizieren. Die Idee wurde schnell von Fahrradbloggern aufgegriffen und als beste Innovation seit der Erfindung des Fahrradschlauchs gepriesen. Mal abgesehen davon, dass solche auf die Fahrbahn geworfenen Lichter aus der Entfernung nicht zu sehen und deshalb komplett nutzlos sind, finde ich die Fotomontage zur Erklärung der LightLane besonders widersinnig, denn sie zeigt nicht einen Radweg sondern nur die Breite des Fahrrads an. Autofahrer werden durch diese LightLane eher dazu animiert, den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu ignorieren.

virtueller-fahrradweg-400x300.jpg

Bei de.rec.fahrrad fragt sich E.B., ob das Ding programmierbar ist und schlägt  eine aufgepimpte Version der LightLane vor: „Dann spricht nichts dagegen, Diagramme zum optimalen Überholabstand und Abstand des Radfahrers zum rechten Rand zu projezieren, Marker für den grade-noch-nicht-Nötigung-Auffahrabstand auszuleuchten, Gerichtsurteile zum Radeln auf der Fahrbahn auf die Straße zu lichtpinseln, und alles mit ein paar Hinweisen zu garnieren, dass Hupen nichts, aber auch gar nichts bringt.“

13 Gedanken zu „Der virtuelle Radweg

Kommentare-Feed
  1. Wusste garnicht das ihr auch de.rec.fahrrad lest ihr Radspanner 😀

  2. das ding geistert ja schon ne weile durch die gadget-blogs … ich weiss nich, alle findes irgendwie funny und haste nich gesehen… aber so richtig sinn macht das doch alles nich. zumal wenn ich mir die preise pro km anguck… vom energiebedarf ganz zu schweigen. neenee … die gemeinden und städte, die sowas finanzieren könnten, haben dort wo die fahrradstreifen langführen würden sowieso nur ferraris und dicke mercedes zu stehen.

    #nutzlos

  3. @ze rather evil Kohl: Mitlesen schon, aber meine Versuche, dort mitzudiskutieren, kann man an einer Hand abzählen.

  4. So lange radfahrerbetreffende Grundregeln der STVO manchen Autofahrern schlichtweg unbekannt sind, sind derartige Schmalspurprojektoren so hilfreich wie 1-Meter-Radspuren. Das Hauptproblem auf der Fahrbahn sind ja gerade die Nahüberholer. Da ist Nachbessern angesagt – eine breitere Spur anzeigen.

  5. Weiterer Hinweis: Die „Spanner“ kommentieren ja sicher nicht selbst. Wenn man einen Kommentar abschickt, gibts ne Fehlermeldung. Der Kommentar erscheint aber trotzdem.

  6. Hallo berlinradler doch, doch, das Problem kriegen wir mit; die gleiche Fehlermeldung wird angezeigt, wenn man etwas postet. Das Problem existiert seit dem Umzug der Domain auf einen neuen Server am 20. Dezember. Wir wollen in der nächsten Zeit ein Update von WordPress Version 2.3.1 auf Version 2.7 versuchen und hoffen, dass der Fehler in der Datenbank dadurch gefixt wird. In den nächsten Tagen wird es aber noch kein Update geben, dazu muss ich mich vorher im WordPress-Forum ein wenig schlau machen. Für die Leute, die Kommentare schreiben, ist das suboptimal, das wissen wir. Tschuldigung an alle, die denken, sie hätten unser Blog kaputtkommentiert. Gruß von kalle aus der Rad-Spannerei

  7. Da wünsche ich mir doch lieber den laserprojezierten virtuellen Heiligenschein über dem Kopf des Radfahrers, der effektvoll nach oben steigt, sobald die Sensoren das Ableben des Radlers nach einem Fahrradunfall registrieren. 😉

  8. die dinger sind doch sicher eh nicht stvo-konform und werden von der polizei eingesackt

  9. @Philip:
    Die Dinger existieren nur auf dem Papier, ganz offensichtlich von Nichtradfahrern ersonnen.
    Und kiek dir mal um, die ganzen Blinkies und nicht stvzo-Beleuchtung wird auch nicht eingesackt.

  10. @Kohl:

    sehen wir es pragmatisch: es leuchtet dann wenigstens irgendwas am Rad (auch wenns mitunter im Auge brennt) …

  11. Eigentlich fand ich die Idee von Laserprojektionen auf der Fahrbahn so albern, dass ich mich darüber möglichst lustig machen wollte. Interessant, dass der satirische Kommentar, den ich deshalb geschrieben hatte, hier auf einmal als ernsthafter Vorschlag auftaucht 🙂

    E.B.

  12. Hallo berlinradler und alle anderen Kommentierer, es hab es endlich geschafft, die nervige Fehlermeldung zu beseitigen, die erschien, wenn man auf „Kommentar abschicken“ gedrückt hat. Jetzt müsste wieder artig der gepostete Kommentar nach dem Klick erscheinen. Es lag an dem veralteten WordPress-Plugin „xml-sitemap-generator“. Nach dem Update funzt nun wieder alles.

  13. Oller Artikel. Dier Dinger gibts ja mittlerweile längst für unter 10 Euro zu kaufen und man sieht die roten Leuchtstreifen sehr wohl. Ich benutze das Jetzt seit einem Jahr.
    => Seit ich das nutze hat mich in der Dunkelheit kein Auto mehr knapp überholt, irgendwie beeindruckt der Laser wohl die Lackliebhaber ;-o

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