Radfahrer bei Unfall in Lichtenrade getötet

Ein Radfahrer verstarb heute Mittag aufgrund seiner schweren Verletzungen noch am Unfallort in Lichtenrade. Nach den bisherigen Ermittlungen und Zeugenaussagen waren gegen 12.50 Uhr sowohl der 73-jährige Radfahrer, als auch ein 53 Jahre alter Lastwagenfahrer in gleicher Richtung in der Fehlingstraße unterwegs. Als der Fahrer der Sattelzugmaschine mit Auflieger nach rechts in den Lichtenrader Damm abbog, erfasste er den Radfahrer. Obwohl der LKW-Fahrer und zwei außer Dienst befindliche Polizeibeamte sofort Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des mit dem Rettungshubschrauber landenden Notarztes durchführten, erlag der Radfahrer seinen schweren Verletzungen. Der 53-Jährige kam mit einem Schock zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Aufgrund der Rettungsmaßnahmen und der anschließenden Unfallaufnahme kam es bis etwa 16.30 Uhr zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Ermittlungen führt der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4.

Pressemeldung der Berliner Polizei # 1632 vom 27.06.2013 – 18:30 Uhr

42 Gedanken zu „Radfahrer bei Unfall in Lichtenrade getötet

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  1. Schon wieder so ein trauriger Unfall. Und wieder ein rechtsabbiegender LKW. In Holland gibt es Bereiche in manchen Innenstädten, da dürfen LKW nicht mehr rechts abbiegen. Dann sollen sie 3x linksherum. Langsam glaube ich, dass das die schnellste Lösung ist um aus dieser Problematik rauszukommen.

  2. Ich will dieses Grausen nicht mehr hören. Sofern die 2008`er Streetviewaufnahme noch den aktuellen Stand zeigt, ist es derselbe Mist wie immer: Rechtsabbieger überquert gleichzeitig Geradeausfahrenden rechts von sich. Das Letztere hier bestens einsehbar ist, ändert am systemimmanenten Fehler nix und lässt nur 2 verschiedene Lösungen (mögl. auch nebeneinander oder örtlich individuell) zu:

    1. Mit massivem baulichen Aufwand wird das Queren bei gleichzeitigem Längsverkehr verhindert, also die Verkehrsströme an Knotenpunkten entkoppelt. Auch mit Jahrzehnten und Milliarden wird man nicht alle Knotenpunkte sichern können.

    2. Man bekämpft das „Übersehen“ mit Abbiegeassistenten, Beifahrern, drakonischen Strafen, entsprechenden Kontrollen, Aufklärung beider Seiten, geringerer Höchstgeschwindigkeit (mehr vorherige Übersicht) und beseitigt das baulich angelegte Überholen auf der falschen Seite (Mischverkehr, Verlegung Radspur).

    Oder man belässt 3. alles beim Alten, feiert jedes (nicht-entkoppelte) Streifchen rechts von Abbiegern und redet über Radrüpel, LEHM und Pochen auf den Grabsteinrechten. Morgen wird neben diesem Bullshitbingo jemand behaupten, dass „Mischverkehr“ (Radstreifen auf der Fahrbahn) eben auch nicht sicherer sei und man dringend viel Parkplätze, Bäume und Bordsteine zum Schutz der Radfahrer brauche … bis zur abbiegeoptimiert abgerundeten Straßenecke.

  3. Übrigens jetzt schon im TSP, aus Resignation von mir mit nahezu identischen Worten bedacht.

  4. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es gerade „Schlag auf Schlag“ geht, fast jeden Tag ein Schwerverletzter oder getöteter Radfahrer, der von einem rechtsabbiegenden LKW überfahren wurde.

    Und gehäuft auch ohne das bauliche Radwege im Spiel sind od. sogar im Mischverkehr.

    Leider ist wohl zu befürchten, dass auch etliche weitere tote Radfahrer, zu keinem großen Umdenken in der Politik – hinsichtlich der Beschränkung großer LKW in Städten – führen wird.

    Traurig!

  5. Abschaffung aller Radverkehrsanlagen.

  6. Diese meiner Ansicht nach kontraproduktive und egoistische Lösung, würde es alleine leider auch nicht bringen, da Rechtsabbiegeunfälle mit LKW auch im Mischverkehr passieren – wie wir jüngst am Bsp. der Kreuzung Friedrichstr./ Kochstr. sehen konnten.

  7. Das Problem der Abbiegeunfälle wird sich nie lösen lassen, allerdings ist es schon tragisch dass innerhalb weniger Tage mehrere Unfälle tödlich oder mit schweren Verletzungen enden. Auch das Rechtsabbiegeverbot wird bei der heutigen Verkehrsdichte nicht helfen, dann steigt halt die Zahl der Toten beim Linksabbiegen, die in der „Hektik“ übersehen wurden.

    Hier helfen m. E. nur drakonische Strafen oder generell separate Abbiegeampeln. Aber dafür dürfte wohl kein Geld dasein.

  8. @Peter Mag sein, dass es auch im Mischverkehr passiert, dann aber in der Regel nur dadurch, dass sich ein Radfahrer selber in den toten Winkel gebracht hat – auf dem Radweg wird er dort von Amts wegen unter die Räder gebracht.

  9. Peter schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 01:10

    Diese meiner Ansicht nach kontraproduktive und egoistische Lösung,

    Alles klar, so etwas höre ich hier immer wieder.
    Oder auch mal ein Spruch wie z.B. „Der war gut.“
    Die Vorstellung das man auf einer ganz normalen Strasse, ohne jegliche Radverkehrsanlagen, auch Fahrrad fahren kann ist wohl völlig abhanden gekommen.
    Daher denke ich dass es für den Radverkehr immer schlechter werden wird um so mehr Menschen meinen sich für Radverkehr einsetzen zu müssen.

  10. Wenn das eine Mordserie wäre, würde sich keiner mehr aus dem Haus trauen. Aber ist ja nur Straßenverkehr, da scheint es nicht so schlimm zu sein.

    Was sagt eigentlich Verkehrssenator Müller, was sagt der „Fahrradbeauftragte“ Christian Gaebler? Warum hört man von denen nichts?

  11. Ich habe mir gerade mal kurz die Ecke mit StreetView angesehen. Es sieht mir aus, als ob es exakt dieselbe Situation ist wie beim ersten Rechtsabbiegertoten in diesem Jahr an der Ecke Heinrich-von-Gagern-Straße/Scheidemannstraße.

    Es scheint sich doch herauszukristallisieren, dass ein Radstreifen auf der Fahrbahn auch nicht viel besser ist, als ein Hochbordradweg. Insofern kann ich siggi verstehen, wenn er Radverkahrsanlagen grundsätzlich verteufelt. Wie hier ja auch schon öfter kommentiert wurde, gehören Radfahrer nie neben Rechtsabbieger, schon gar nicht neben LKW und sollen sich besser mittig hinter dem Fahrzeug einordnen.

    Ich mache dies öfters so, und nutze dann auch nicht diese Radspurstummel, die erst kurz vor der Ampel ein für paar Meter aufgemalt sind.

    Allerdings, wie es ohne diese Radverkehrsanlagen aussähe, ist auch klar. Regelmäßig sehe ich, wie sich Radfahrer an der an der Ampel haltenden Kolonne nach vorne vorbeidrängeln. Diejenigen begeben sich in diese Gefahr, egal ob da ein Radstreifen ist oder nicht.
    Und wenn da keiner ist, ist es vielleicht noch gefährlicher, da dann der Radfahrer in der Regel noch näher am LKW steht und es dem Fahrer somit noch schwerer macht, ihn zu sehen.

    Und Rad-Recht, der Punkt 3. fehlt in der Liste: Die Extra-Rechtsabbiegerampel, und nicht nur so eine, die nur aus dem grünen und vielleicht noch gelben Licht besteht, sondern auch Rot zeigt, nämlich dann, wenn der Rad- und Fußverkehr Grün hat. Das geht natürlich nur mit einer extra Rechtsabbiegerspur. Da muss man dann sehen, ob genug Platz dafür da ist. Jedenfalls wäre damit kein Platz mehr für den Radfahrer rechts neben dem LKW.
    Es ist mir sehr krass aufgefallen, als ich vor Jahren von Wuppertal nach Berlin gezogen bin. In Berlin findet man diese Rechtsabbiegerampel höchst selten, in Wuppertal ist es eigentlich, an gößeren Kreuzungen sowieso, die Regel. Als Autofahrer fand ich die Berliner Lösung erstmal die reine Hölle, bis ich mich so einigermaßen daran gewöhnt hatte.
    Ich hab’s auch am letzten Mittwoch in der Verkehrs-AG beim ADFC mal angesprochen.

  12. Ich bin für eine Strichliste:
    Schwerletzte vs final erlegte Radfahrer

    Dazu vielleicht noch eine Angabe in welchen Tagesabstand „die Strecke“ bereichert wird. In den Polizeimeldungen braucht man nur noch das Datum auszutauschen.

  13. Karsten, ne, es ist umgekehrt: Rechtsaabbiegende Kfz, v.a. aber LKW, gehören nicht links neben geradeausfahrende Radfahrer.

  14. Ja, Jochen, daher mag ich angeordnete Benutzungspflichten wie hier auch überhaupt nicht.

  15. berlinradler schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 09:40

    Wenn das eine Mordserie wäre, würde sich keiner mehr aus dem Haus trauen. Aber ist ja nur Straßenverkehr, da scheint es nicht so schlimm zu sein.

    Wenn das eine Mordserie wäre würde man erst mal die Fallensteller bestrafen. Die sind ja in allen Fällen bekannt und durch die Bank mehrfache Wiederholungstäter.
    http://siggis-seiten.de/a/Prinzip_Radweg.htm

    Karsten Strupp schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 10:22

    Allerdings, wie es ohne diese Radverkehrsanlagen aussähe, ist auch klar. Regelmäßig sehe ich, wie sich Radfahrer an der an der Ampel haltenden Kolonne nach vorne vorbeidrängeln. Diejenigen begeben sich in diese Gefahr, egal ob da ein Radstreifen ist oder nicht.
    Und wenn da keiner ist, ist es vielleicht noch gefährlicher, da dann der Radfahrer in der Regel noch näher am LKW steht und es dem Fahrer somit noch schwerer macht, ihn zu sehen.

    Das ist das, was man den Leuten einredet – stimmt aber nicht.
    Genau den Bereich, direkt rechts neben seinem LKW, kann ein LKW Fahrer komplett einsehen.

  16. Genau den Bereich, direkt rechts neben seinem LKW, kann ein LKW Fahrer komplett einsehen.

    Soweit die Theorie, so sollte es eigentlich sein. Das stimmt für den Fall, dass die rechte LKW-Seite voll verspiegelt ist (bei älteren LKW vielleicht nicht), die Spiegel korrekt ausgerichtet sind und auch das Fahrzeug selbst korrekt ausgerichtet ist, also z.B. nicht schon zu sehr schräg steht.
    Wenn der Sattelschlepper anfährt, bereits einknickt und dann aber noch einige Zeit auf die Fußgänger wartet, kommt vielleicht von hinten noch der Radfahrer heran, den er dann evtl. nicht mehr sieht.

  17. Karsten Strupp schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 11:05
    Soweit die Theorie, so sollte es eigentlich sein. Das stimmt für den Fall, dass die rechte LKW-Seite voll verspiegelt ist (bei älteren LKW vielleicht nicht),

    Zumindest vor etwa 30 Jahren, als ich noch Fahrschülern das LKW-Fahren beigebracht habe, war das schon so.

  18. @siggi und andere patentlösungsbefürworter abteilung mischverkehr:

    wie hindert ihr die LKW am überholen vor dem abbiegen, damit sie schön im mischverkehr hinter den radfahrern bleiben fahren?

    was macht es mit dem radfahren in der stadt, wenn radfahrer:

    – sich nach jeder ampel von den nachkommenden kfz überholen lassen aber dann
    – in jedem kfz-ampelstau sich hinten anstellen dürfen und die ampelphasen im abgas stehend abwarten

    ihr denkt immer noch nur an die schnellradler. nur: die anderen gibt es auch, sie sind vielleicht zB 73 jahre alt. sie werden auch nicht verschwinden, auch wenn euch das insgeheim recht wäre. und: ihr seid auch irgendwann alt, vielleicht schon bald.

    unfälle sind schlimm, sicherheit ist gut. aber radfahren als minderbemitteltes autofahren wird hier ebenso scheitern wie in UK oder australien. wäre schade.

  19. fab schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 12:10

    unfälle sind schlimm, sicherheit ist gut. aber radfahren als minderbemitteltes autofahren wird hier ebenso scheitern wie in UK oder australien. wäre schade.

    Das sind also deine Gedanken wenn man verlangt als Radfahrer ganz normal auf der Fahrbahn fahren zu wollen.

    Wie ich schon sagte.

    siggi schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 09:00

    Daher denke ich dass es für den Radverkehr immer schlechter werden wird um so mehr Menschen meinen sich für Radverkehr einsetzen zu müssen.

  20. @fab: Ich bin zwar kein Patentlösungsbefürworter und habe leider auch keine Patentlösung, will aber trotzdem kurz antworten.

    Das ein LKW sich links neben mich stellt, der rechts abbiegen möchte, habe ich im Mischverkehr noch nicht erlebt, wogegen es bei Radwegen der Normalfall ist. Es kann natürlich sein, dass es einen Hirni von LKW-Fahrer gibt, der solches macht. Zumindest dürfte dieser sich noch erinnern, dass er sich neben mich gestellt hat. Ich selbst kann allerdings nicht darauf vertrauen und da gibt es nur zwei Möglichkeiten:
    1. Vorfahren, bis man den Fahrer sehen kann (Achtung – toter Winkel vorne) und bei freier Kreuzung schnell starten oder
    2. Am Fahrbahnrand wartend den LKW vorlassen.

    – Stau: Zunächst mal: Besser im Stau stehen, als sich Tod fahren zu lassen. Dann erlaubt dir die StVO rechts an wartenden Fahrzeugen vorbeizufahren, links vorbei geht (fast) immer. Du darft auch absteigen und am Gehweg vorschieben. Auf dem Radweg sind auch genug Abgase.

    Deinen dritten Absatz empfinde ich als Verhöhnung des 73jährigen Opfers.
    No comment!

    Ich fahre Rad; wie du auf „minderbemitteltes Autofahren“ kommst ist deine Sache. Ich tippe mal bei dir auf Radfahrerminder-wertigkeitskomplex.

  21. „fab schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 12:10
    ihr denkt immer noch nur an die schnellradler. nur: die anderen gibt es auch, sie sind vielleicht zB 73 jahre alt. sie werden auch nicht verschwinden, auch wenn euch das insgeheim recht wäre. und: ihr seid auch irgendwann alt, vielleicht schon bald.“

    Ich glaube, so kann man das nicht betrachten. Es gibt auch 80jährige Autofahrer. Wenn sich jemand nicht mehr im Verkehr zurecht findet, dann hat das nicht s mit dem Alter zu tun, sondern mit der Fitness. Das Argument, Radfahrer fühlen sich vom Auto bedroht und wollen eigene Verkehrsanlagen, ist genau das Argument, dass zu solchen Unfällen führt.
    Radfahrer sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer (wenn man pedelecs ausnimmt, ohne Motorisierung). Für sie gelten ähnliche Bestimmungen hinsichtlich Verkehrssicherheit des Fahrzeuges und Gesundheit, wie für motorisierte Teilnehmer. Aber sie werden auf abgetrennte Wege gezwungen und damit für alle motorisierten Teilnehmer und oftmals auch für Fußgänger als minderwertige, langsame Teillnehmer abqualifiziert. Das ist auch der Grund, warum viele Autofahrer keine Rücksicht auf Radfahrer nehmen. Im Übrigen gibt es einige 70jährige, die sind besser drauf als so mancher junger Hüpfer.

  22. @Karsten Strupp, bezüglich der Rechtsabbiegergefahr ohne Radstreifen oder Radweg: Ich sehe auch sehr viele Leute, die sich rechts neben riesige Lkw stellen. Aber rein aus den Unfallberichten heraus würde ich behaupten, dass diese Art von Unfall überwiegend in Zusammenhang mit Radwegen und -streifen passieren. Warum, das kann ich gar nicht genau sagen.

    Du hattest ja in einer anderen Diskussion bereits die „freien Rechtsabbieger“, also die gesonderten Abbiegespuren ins Gespräch gebracht. Einige wenige dieser Bauwerke kenne ich hier in Lichtenberg, da hat man dann als Radfahrer auf dem Radweg rot, während der Geradeausverkehr fließen kann. Ggf. muss man eine Bettelampel drücken, was bedeutet, dass man als Radfahrer im Regelfall an der Ampel erstmal warten muss (das muss man bei einer zeitgesteuerten Ampel nur dann, wenn man das „Pech“ hat, bei Rot anzukommen).
    Wie ist das konkret in Wuppertal gelöst?

    @Jochen, die Strichliste wäre unvollständig, denn die Pressemeldungen der Berliner Polizei geben nur einen kleinen Ausschnitt der Fahrradunfälle wieder.

  23. @fab

    Wenn ein LKW Fahrer einen Radler auf der Fahrbahn überholt und dann nach rechts abbiegt und ihn überfährt, dann ist das kein Rechtsabbiegeunfall mehr, sondern reine Dummheit – dieser LKW Fahrer könnte auch direkt über den Radfahrer drüber fahren.

    Du musst Dich nicht unbedingt hinter die Autos in die Abgase stellen, aber wenn man sieht, dass ganz vorne an der Ampel ein LKW steht, dann kann man auch mal hinter diesem bleiben – der hat dort ja auch keinen Auspuff.

  24. Ich bin etwas ahnungslos, wie es aussehen könnte, dazu fehlt mir die Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit/Demonstrationen. Aber: Ich würde mir hier eine große Aktion wünschen, vielleicht geleitet durch den ADFC, der auch Presse (und nicht nur die seriösen sondern auch die Knallpresse) ins Boot holt und Druck auf die Politik macht. Es muss doch auch bei den Spinnern vom ADAC Leute geben, mit denen man das Thema vernünftig dikutieren kann. Den Laden zumindestens beim Rechtsabbieger Thema auf unsere Seite zu bekommen wäre doch ein Knüller. Denen kann es doch auch nicht daran gelegen sein, dass solche Unfälle passieren. Schreibt sich wahrscheinlich auch einfacher als es ist, ich weiss. Eigentlich haben wir ja auch die Sternfahrt als Großdemo, die kommt aber immer nur als fröhliches Familienvergnügen rüber, mit Trallala Mottos. Eindruck würde imho machen wenn die Sternfahrt einmal bewusst als Trauerfahrt angelegt würde. Ebenso die Kreisfahrt. Grundsätzlich glaube ich nicht besonders an die Wirkung von Demonstrationen, aber diese Veranstaltungen sind wenigsten große.

    Oder wie wäre es, wenn in Wahlkampfzeiten wir alle zu den Ständen der Parteien gingen und das Thema ansprechen? Vielleicht funktioniert sowas, wenn es genug Leute machen, dass wenigstens das Thema bei den Leuten in die Köpfe kommt.

    Insgesamt empfinde ich Fahrradpolitik im Moment zu brav. Andere Sachen erhalten eine riesige Resonanz, man denke an den #Aufschrei. Von den Fahrradlobbyisten hört man nur selten was, es gibt auch keine aufsehenerregenden Aktionen, Blockade beim Lastwagenhersteller oder sowas. Aber Fahrradfahren ist halt in erster Linie Fortbewegung, nicht Politik.

    Gibt es eingentlich eine Webseite, wo die Toten kartiert werden? Bundesweit aufgezogen am besten? Das könnte wenigstens ein gewisses Medienecho erreichen. (Oder will sowas jemand machen? Ich würde mitziehen.)

    Das sind alles nur spontane Gedanken, geboren aus einer gewissen Ratlosigkeit. Ich kann mir im Moment nur vorstellen, dass es ein generelles Umdenken in der Presse und in der Politik geben muss, weg vom Kampfradler/Ökofaschisten Blödsinn hin zu ernsthafter Auseinandersetzung. Wie das gehen soll, wie man das erreichen kann, ich habe leider keine Ahnung. Vielleicht muss man Leute schulen, die Journalisten, die häufig mit einer grandiosen Ahnungslosigkeit berichten (siehe die Helmbericherstattunge der letzten Wochen) an die Hand nehmen, andere Lobbys machen so was doch auch. Und ebenso die Politiker, es gibt dort doch auch Radfahrer, kann man die nicht als Keimzellen benutzen?

    Es gibt doch Leute vom ADFC, die hier mitlesen. Was denkt ihr?
    Gibt es eigentlich eine Aussage unseres „Fahrradbeauftragten“?

    Wie gesagt, total ratlos. Aber wie es Rad-Recht schon schreibt: „Ich will dieses Grausen nicht mehr hören“.

  25. „Das sind also deine Gedanken wenn man verlangt als Radfahrer ganz normal auf der Fahrbahn fahren zu wollen.“

    du kannst ja fahren wo du willst – nur eine zur unfallprävention sinnvolle maßnahme wird gerade dann erst daraus, wenn du von allen verlangst, dass sie immer auf der fahrbahn fahren. und das setzt sich eben nicht durch, wenn man sonst nichts ändert.

    „Das ein LKW sich links neben mich stellt, der rechts abbiegen möchte, habe ich im Mischverkehr noch nicht erlebt, wogegen es bei Radwegen der Normalfall ist.“

    erlebe ich ständig bei kfz.

    „Besser im Stau stehen, als sich Tod fahren zu lassen.“

    ja klar. und besser gar nicht mehr radfahren, wenn ich dann eh als letzter ankomme, es ein unkommunikatives hasten geworden ist und es außerdem doch so gefährlich ist. mir geht es um alltagsradeln, nicht um irgendwelche aktivistenveranstaltungen und -vorstellungen.

    „dann erlaubt dir die StVO rechts an wartenden Fahrzeugen vorbeizufahren“

    das soll ich doch gerade nicht mehr machen, aus sicherheizgründen. ich soll doch in die schlange und dort mein revier verteidigen.

    „links vorbei geht (fast) immer. “

    sicher?! großartige idee, links an der schlange vorbei, dann wird es grün und der gegenverkehr fährt auch los…

    „Du darft auch absteigen und am Gehweg vorschieben.“

    ernstgemeinter vorschlag?

    „Wenn ein LKW Fahrer einen Radler auf der Fahrbahn überholt und dann nach rechts abbiegt und ihn überfährt, dann ist das kein Rechtsabbiegeunfall mehr“

    so kann man natürlich auch unfallarten bekämpfen, einfach spitzfindig genug definieren.

    eigentlich hat rad-recht oben schon eine ganz reihe von sehr guten vorschlägen zusammengefasst, die weit über das bloße radweg-bashing hinausgehen:

    – abbiegeassistenten für LKW: ja, verpflichtend!

    – Beifahrer: vielliecht z.b. verpflichtend bei bestimmten fahrzeugen in der stadt, wenn eine geschwindigkeit von 30 km/h überschritten wird,

    – drakonischen Strafen: für unangepasste geschwindigkeit beim abbiegen z.b. oder bei übersehen beim abbiegen; als OWi, mit punkten in flensburg, nicht erst, wenn ein unfall passiert. wobei bei unfällen fahrverbote m.E. zu oft vermieden werden, um die „wirschaftliche existenz“ des fahrers zu schützen. was ist mit der physischen existenz anderer verkehrsteilnehmer?

    – entsprechenden Kontrollen: ja, an neuralgischen kreuzungen, in zivil, mit direktem herauswinken.

    – Aufklärung beider Seiten: auch sehr sinnvoll

    – geringerer Höchstgeschwindigkeit (mehr vorherige Übersicht) – beim heranfahren an die kreuzung sollte es einen verbindlichen höchstgeschwindigkeitskorridor geben, als verpflichtende allgemeine faustregel (ähnlich wie „abstand mindestens halber tacho“).

    – und beseitigt das baulich angelegte Überholen auf der falschen Seite (Mischverkehr, Verlegung Radspur): wenn die anderen elemente gegeben sind und nicht eine neue unfallstelle beim spurwechsel eingebaut wird: ja.

    zusätzlich sollte es auch hauptradfahrstrecken geben, die zusammenhängend und möglichst vollkommen getrennt vom kfz-verkehr geführt sind bzw. an kreuzungen mit eigenen ampeln und sicherem vorrang ausgestattet. gerade keine fahrradstraßen, die nur bis zur nächsten kreuzung reichen und einen unvermittelt auf eine verkehrsader ausspucken (wie die linienstr.)

  26. der geist

    „ein richtiger radfahrer fährt flott auf der fahrbahn im verkehr oder lässt es bleiben“

    erinnert mich doch stark an die marlboro-rhethorik der einschlägigen taxifahrer und lkw-lobbyisten. man fühlt sich fit und freut sich daran. tschacka.

    mit unfallprävention für nicht hardcore-radfahrer hat das für mich wenig zu tun. wie sich die mehrheit der radfahrer wirklich im alltag verhält und warum – darauf kommt es doch an, wenn man sich für verhaltenslenkung interessiert. und prävention ist verhaltenslenkung, z.b. durch bauliche maßnahmen, aufklärung oder kontrolle.

    dazu muss man aber einsehen, dass man menschen nicht einfach ihre empfindungen aberziehen kann. und dass sie ihr verhalten nach ihren empfindungen richten. gängelt man sie zu sehr in eine richtung, verhalten sie sich genau umgekehrt.

    im ost-berlin der neunziger gab es noch kaum radstreifen. da wurde, wenn überhaupt radgefahren wurde, gehweg-geradelt ohne ende.

  27. @fab, also ich für meinen Teil mag weder Radwege noch vielbefahrene Straßen, wobei letzteres extrem auf die Straßengestaltung ankommt. Es gibt vielbefahrene Straßen, die sind eklig zu befahren, weil man dort entweder „Rebell“ spielen oder sich ständig nah überholen lassen muss. Und es gibt vielbefahrene Straßen, wo ein Großteil der Kfz normal überholen kann und dies dann auch tut. Kurzum: Ich empfinde die Verkehrsgestaltung so, dass es für mich „No-Go-Areas“ gibt, die ich tendenziell eher meide. Und so suche ich mir dort, wo ich regelmäßig fahre, meine radwegfreien angenehmen Straßen heraus, meist Nebenstraßen. Ganz ehrlich: Hut ab vor Siggi, der, wenn ich das richtig verstehe, jede Straße gerne nutzt (?)

    Deine Beispiele erlebe ich so auch oft. Ich hatte schon Leute, die in Nebenstraßen lange langsam hinter mir hergefahren sind, im Kreuzungsbereich dann keine Geduld mehr hatten und so abgebogen sind, dass ich eine Vollbremsung hinlegen musste. Ich hatte auch schon entgegenkommende Linksabbieger, die mir wegen des Querverkehrs minutenlang gegenüberstanden und mir, als sie endlich fahren konnten, doch noch die Vorfahrt genommen haben, weil sie die Chance, die Kreuzungssituation umfassend zu beobachen, nicht wahrgenommen haben. Das gibt es alles, und ich hoffe, immer genug darauf vorbereitet zu sein. Ein generelles Misstrauen gegen den Sachverstand aller Verkehrsteilnehmer im Umkreis ist sehr hilfreich. Auto in der Nähe = Hand an die Bremse, und die brauche ich wirklich oft.

    Dennoch sind das die allgemeinen Verkehrsgefahren, die man schwer ausmerzen kann. Man will es ja auch gar nicht, wenn ich Politik und Medien so „höre“ (Schweigen hört man ja eigentlich nicht) Fahre ich auf einem Radweg, so nimmt mir in bestimmten Situationen (z.B. wenn ich bei schon länger auf grün stehender Ampel ankomme und kein Radfahrer vor mir war) so gut wie jeder (!) Rechtsabbieger die Vorfahrt. Das, was auf der Fahrbahn die Ausnahme ist, ist auf dem Radweg die Regel, das Fahren ist deutlich unentspannter.

    Letztendlich muss sich wohl jeder selbst seine Strategie zurechtlegen, wir merken ja alle, wie unterschiedlich wir sind. Selbst, wenn wir uns hier manchmal etwas in die Haare bekommen, so diskutieren wir doch wenigstens über ein Thema, das von den Verantwortlichen ignoriert wird.

  28. Und was das Alter angeht: Ich hoffe, auch im hohen Alter noch Radfahren zu können. Dafür wünsche ich mir Straßen, auf denen ich selbst dann respektiert werde, wenn ich nur noch 10 km/h schaffe. Das sehe ich derzeit nicht als gegeben an – wer so langsam ist, wird mit Wutausbrüchen und Gefährdungen konfrontiert. Ich verstehe daher langsame ältere Radfahrer, die lieber auf den Gehweg ausweichen.

  29. http://www.radverkehrspolitik.de/wp-content/uploads/2013/06/Kopenhagen-Juni-2013-22-1024×682.jpg
    http://www.radverkehrspolitik.de/wp-content/uploads/2013/06/Kopenhagen-Juni-2013-20-1024×682.jpg
    http://www.radverkehrspolitik.de/wp-content/uploads/2013/06/Kopenhagen-Juni-2013-25-1024×682.jpg
    http://www.radverkehrspolitik.de/wp-content/uploads/2013/06/Kopenhagen-Juni-2013-19-1024×682.jpg

    Nur mal so nebenbei gefragt: Wie oft bzw. wie selten kracht es eigentlich zwischen Radfahrern und LKW in der Millionenstadt Kopenhagen so?

    Wer den Beitrag, aus dem ich die Bilder verlinkt habe, noch nicht gelesen hat, sollte es vielleicht noch tun:
    http://www.radverkehrspolitik.de/zwei-jahre-radverkehrspolitik-teil-2/

    Etwas Träumen, bei dem momentanen Wetter das Einzige um die Stimmung wieder etwas aufzuhellen. 😉

  30. berlinradler schreibt:
    Freitag, 28.06.2013 um 14:38

    Ganz ehrlich: Hut ab vor Siggi, der, wenn ich das richtig verstehe, jede Straße gerne nutzt (?)

    Stimmt fast.
    Ich sehe vor Allem nicht ein mich diesem Verdrängunsprozess zu unterwerfen. Gerade der hat ja dazu geführt, dass die verbliebenen „Strassenfahrer“ die heutigen Probleme haben.
    Wären alle Radfahrer bereit wie selbstverständlich die Fahrbahn zu benutzen gäbe es diese ganze Diskussion hier garnicht.
    Doch dem stehen viele Dinge entgegen und dazu gehören eben auch Menschen wie z.B. @fab.

  31. @fab: Ich schrieb: “Das ein LKW sich links neben mich stellt, der rechts abbiegen möchte, habe ich im Mischverkehr noch nicht erlebt, wogegen es bei Radwegen der Normalfall ist.”

    „erlebe ich ständig bei kfz.“
    Wir sprachen von LKW!

    Ich schrieb: “dann erlaubt dir die StVO rechts an wartenden Fahrzeugen vorbeizufahren”

    „das soll ich doch gerade nicht mehr machen, aus sicherheizgründen. ich soll doch in die schlange und dort mein revier verteidigen.“

    Das mache ich auch, aber langsam und vorsichtig. Der Unterschied zum Radweg ist allerdings das man deutlich _hinter_ bzw. _vor_ dem vordersten Fahrzeug vor der Ampel wartet, meist bleibe ich bereits _hinter_ dem zweiten Fahrzeug stehen.

    “links vorbei geht (fast) immer. ”

    Du sollst ja auch _rechtzeitig_ bevor es wieder grün wird auf die rechte Seite fahren, entweder vor der Autoschlange oder durch eine Lücke.

    Ich schrieb: “Du darft auch absteigen und am Gehweg vorschieben.”

    „ernstgemeinter vorschlag?“

    Ja.

  32. @berlinradler:

    Ggf. muss man eine Bettelampel drücken…
    Wie ist das konkret in Wuppertal gelöst?

    Also, Bettelampeln für Radler kenne ich aus W’tal nicht. Soweit ich mich erinnere, ist der Zyklus meist so, dass für Geradeaus und Rechts erstmal Grün ist. Dann bekommen Rechtsabbieger Rot und dafür eben dann erst Fußgänger und Radweg Grün, müssen somit auch keine Rechtsabbieger mehr fürchten.
    Es hat nebenbei noch den Vorteil, gerade wenn viel Verkehr herrscht, dass die Rechtsabbieger von ihrer Spur auch erstmal abfließen können. Ich bekomme hier oft mit, dass in der Grünphase zwei Autos auf die Kreuzung fahren, auf Fußgänger und Radfahrer warten, und erst fahren können, wenn diese dann Rot haben und die Fahrbahn frei wird. Genau diese zwei Autos sind dann über die Kreuzung gekommen, die nächsten Rechtsabbieger haben dann auch bereits wieder Rot und dürfen geduldig den nächsten Zyklus abwarten, werden vielleicht langsam ungeduldig und stehen möglicherweise, wenn es denn nur eine Spur gibt, auch noch Geradeausfahrern im Weg.

  33. @berlinradler:

    volle zustimmung in allen punkten.

    @siggi
    „Doch dem stehen viele Dinge entgegen und dazu gehören eben auch Menschen wie z.B. @fab.“

    das ist falsch. ich fahre auf der fahrbahn. ich bin aber nicht blind dafür, dass die meisten radfahrer es ohne radstreifen nicht gern tun und schreibe es hier, auch wenn es in deine agenda der fahrbahnrückeroberung nicht passt. wann war es denn eigentlich einmal besser? ich empfehle die zeitzeugenberichte vom potsdamer platz aus den 20ern.

    ich habe übrigens auch eine agenda: radfahren sollte für so viele menschen wie möglich so angenehm und sicher wie sein.

    @klapprad:
    bewegst du dich auf einem einrad durch die stadt? jedenfalls sind deine vorstellungen vom überholen einordnen in ampelstaus unrealistisch für die gegenden in denen ich fahre.

    mein rad ist zur zeit zu 70% ein bakfiets, zu 30% ein wendiges rad mit mountainbikegeometrie. mit letzterem gehen solche manöver wie du sie vorschlägst manchmal aber nicht immer. wenn, dann würde ich mich aber gleich vor die gesamt schlange stellen – wenn die rotphase bis dahin gereicht hat …und ich sicher bin, aus dem stand flott anzutreten, denn sonst folgt die aggression. du wirst aber mindestens in einem von 10 fällen auch wieder neben einem anderen fahrzeug landen und dich dann erstmal einfädeln müssen.

    dann kannst du auch gleich einem radstreifen fahren und musst so oder so halt extrem aufpassen, wenn irgendwo vor dir oder von hinten lkw kommen.

  34. @fab:

    Klapprad schrieb: “Du darft auch absteigen und am Gehweg vorschieben.”

    “ernstgemeinter vorschlag?”

    Ja.

    Tatsächlich habe auch ich diese Lösung in der Vergangenheit das eine oder andere Mal angewendet, z.B. in der Kurfürstenstraße oder Skalitzer Straße auf’s Kottbusser Tor zu.

    Nur so am Rande.

  35. Generell habe ich das Gefühl das die LKW-Unfälle auch etwa mit der Erhöhten Fahrkarbine zu tun haben. Weil Unfälle mit Bussen gibt es ja sehr selten, obwohl im Stadtverkehr stark vorhanden. In Tokoy hab in drei Tagen keinen einzigen LKW gesehen, nur viele mini-laster. Wäre eventuell auch eine Lösung.

  36. @Klapprad schrieb: „Dann erlaubt dir die StVO rechts an wartenden Fahrzeugen vorbeizufahren, links vorbei geht (fast) immer.“

    Grundsätzlich geht das, aber das hebt natürlich auch die Emotionen bei den Autofahrern, die dann jedesmal wieder hinter bereits überholten Radfahrern an der Ampel starten müssen. Ich habe mir angewöhnt, in der „Schlange“ zu bleiben, um niemanden zu provozieren. Allerdings stelle ich mich dann auch mittig auf, damit keiner auf die Idee kommt, mich an den Straßenrand zu drücken.

    Dass viele Radfahrer aus Angst vor der Straße auf den Bürgersteig ausweichen, kann man allerorten sehen. Dort entblöden sie sich dann aber nicht, die Fußgänger zu belästigen. Ich habe deshalb null Verständnis für Bürgersteigradler. Wer mit dem Verkehr nicht klar kommt, muss halt öffentliche benutzen oder laufen. sonst fahren bald überforderte Autofahrer auch auf dem Bürgersteig. Bei Mopeds und Mortorrädern ist das ja teilweise schon üblich gworden.

  37. Hi Till!

    Zu Deinem Argument
    „Generell habe ich das Gefühl das die LKW-Unfälle auch etwa mit der Erhöhten Fahrkarbine zu tun haben. Weil Unfälle mit Bussen gibt es ja sehr selten, obwohl im Stadtverkehr stark vorhanden.“

    Sehr guter Punkt. Es geht schließlich nicht grundsätzlich und nur um Zusammenpralle, Gefährdungen. Es geht um die schrecklichen Folgen. Das Überrollen eines Menschen bei langsamer Abbiegegeschwindigkeit ohne jegliche Kenntnisnahme des Fahrers; der Umstand, dass Unbeteiligte den LKW zum Anhalten auffordern – das sind traurige LKW-Spezifika dieser Unfälle. Hier müsste auch mal angesetzt werden. Kluger Gedanke!

  38. Bezüglich des rechts vorbeifahrens: Bei mir ist das situationsabhängig. Wenn ich z.B. mehrere Ampelphasen abwarten müsste – was insbesondere in Mitte nicht wirklich selten ist – dann schlängele ich mich immer rechts vorbei. Sofern es geht. Diese Möglichkeit würde mir bei einem Verbot sehr fehlen und mich bei Umlaufphasen von ca. 45 Sekunden jeden Tag mehrere Minuten kosten. Beim Obama-Besuch wären es wohl Stunden gewesen. Bei kleineren Rentnerkistenansammlungen warte ich hingegen eher hinten.

    Der Vorschlag, deutlich vor oder hinter dem ersten Fahrzeug zu warten, ist sehr sinnvoll.

  39. Wie es ohne Radverkehrsanlagen läuft, kann man gerade gut in London beobachten:
    http://www.tfl.gov.uk/assets/downloads/corporate/casualties-in-greater-london-2012.pdf

    Transport for London released figures showing the total number of people seriously injured or killed on bikes on London’s roads last year was up 60% (yes, 60%) on the long term average 2005 – 2009.

    Across the UK as a whole, the risk of serious injury on a bike grew 5%, faster than the growth in bike use.

    Scheint auch super zu laufen.

  40. Die Zeit ist schon übberreif für gesetzich vorgeschriebene Elektronische Abbiege-Assistenz-Systeme bei KFZ ab 4t !

    Technisch ist das kein Problem mehr.
    Finanziell auch nicht:

    Für die Terroristenjagtgeneralverdachtsüberwachungssysteme werden mal eben so 100 mio Euro locker gemacht.

    Solche Systeme könnten jährlich bundesweit c.a. 50 Menscheleben retten und 200 Schwerverletzte verhindern. Das ganze EU weit einführen und gut ist. Genauso wie der Abhördreck würde daran auch die einheimische Industrie verdienen – nur eben mit einem tatsächlichen Nutzen für die Bürger. Gut verkaufen ließe sich das Thema doch auch. Ich wundere mich wirklich warum nichts getan wird in der Richtung.

  41. In Freiburg gibt es an einigen Kreuzungen Spiegel am Ampelmast, die den ‚toten Winkel‘ einfangen. Eine gute Lösung an Ecken, in denen die Fahrradstreifen rechts von der Rechtsabbieger-Spur sind und da die LKWs dahingehend kaum nachrüsten werden, wenn es keinen Zwang gibt.

    Siehe Seite 2: http://www.sueddeutsche.de/auto/unfaelle-mit-dem-fahrrad-toedlicher-winkel-1.1705683.

    Weitere infos dazu auch hier:
    http://www.freiburg.de/pb/,Lde/231600.html#anker311407
    http://www.fahrradland-bw.de/praxisbeispiele/praxisbeispiel/?example=29

  42. Hain Blöd: Willst du deinen Namen alle ehren machen oder was? London ist voll mit richtig mistigen Radstreifen. Desweitern hättest du ja mal den Absatz zu Ende zitieren können, dort steht ja das sich der Radverkehr ebenfalls um 60% gestiegen ist. Auch ist die Anzahl der Toten gesunken.

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