Der RS1 von Essen nach Mühlheim

Es war einer dieser Tage im März 2017, warm und sonnig, an dem sich ein spätnachmittagliches Zeitfenster für eine kleine Radtour ergab. Ich hatte beruflich in Essen zu tun und vom dem Hotel, in dem ich nächtigte, bekam ich ein Fahrrad. Ziel der Tour war, den Teilabschnitt von Essen nach Mülheim des zukünftigen Radschnellwegs RS1 in Nordrhein-Westfalen zu befahren. Natürlich war schon der Weg dort hin nicht ausgeschildert und am Limbecker Platz wäre ich fast überfahren worden, da dort ein Radweg spontan auf der Straße endet und ich meine Bremsen noch nicht so kannte.

Nach einigen Mühen, ohne Navi, fand ich dann nahe der Uni Essen-Duisburg einen Zugang und war endlich drauf. Da es ein schöner Tag war, war in den stadtnahen Bereichen viel Volk unterwegs: Skater, Blader und Spaziergänger, teilweise war es etwas eng. Auch an den Brücken staute es sich anfangs, in Essen, ein wenig. Es gab tatsächlich auch eine Kreuzung mit Ampel.

Ansonsten kreuzungsfreies Fahren über eine lange Zeit. Tatsächlich war es vor allem sehr entspanntes Fahren, auf einer alten Eisenbahntrasse – sehr angenehm,
wenig Steigung und ziemlich direkte Wege. In Mülheim endet der Weg etwas unvermittelt am Hauptbahnhof, aber mir hat die kleine Tour Spaß gemacht, knapp 30 km hin und zurück, fast keine Autos, von der einen Kreuzung mal abgesehen.

Ausbaufähig ist aus meiner Sicht die Erschliessung: touristische Infrastruktur oder gastronomisch Orte zum Rasten fehlten völlig – die Strecke war eben eine Bahnstrecke. Ich war schon enttäuscht, dass es nirgendwo ein Büdchen mit einem kühlen Bier gab. Die Markierung der Route ist auch ausbaufähig, das heißt auf der Strecke selber und zur Strecke hin ist es nicht immer intuitiv, den richtigen Weg zu finden. Also falls ihr mal in Essen sein solltet: der kleine Abstecher lohnt sich. (Gastbeitrag)

3 Gedanken zu „Der RS1 von Essen nach Mühlheim

Kommentare-Feed
  1. Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Der Radweg ist nicht für Touristen gedacht, die Zielgruppe sind Pendler. Die brauchen keine Bierbude und keine Schilder.

    Tobi

  2. Tobi (22 Kommentare)
    am 3. Mai 2017 — 19:48:
    die Zielgruppe sind Pendler. Die brauchen keine Bierbude

    Das war früher in Essen mal ganz anders.

  3. @Kalle (Autor):
    Mülheim/Ruhr (ohne 1. ›h‹).
    @Tobi:
    Dem RS1 irgendwelche »Zielgruppen« zuzuweisen kommt dem Gerede von der »Fahrradautobahn« der bürgerlichen Medien recht nahe. Seit wann sollen Radwege für irgendwelche Zielgruppen gebaut sein? Brauchts demnächst dann auch noch ’n Passierschein, wenn mensch über den RS1 nur radelnd flanieren will?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.