Fahrradklima-Test 2018

Alle zwei Jahre ruft der Fahrradclub zur großen Befragung der Radfahrer auf, um das Fahrradklima in Deutschlands Städten und Gemeinden zu beurteilen. Die letzte Befragung dieser Art gab es im Herbst 2016. Berlin ergatterte mit einer Durchschnittsnote von 4,3 einen denkbar schlechten Platz. In der Stadtgrößenklasse über 200.000 Einwohner kam Berlin damit auf den Rangplatz 36 von 39 teilnehmenden Städten.

Etwa zeitgleich zur letzten Befragung wurde das neue Abgeordnetenhaus gewählt. Nach der Wahl gab es einen rotrotgrünen Senat, eine grüne Verkehrssenatorin, das Mobilitätsgesetz und die Ausrufung der Fahrradwende. Doch ist damit das Fahrradklima in dieser Stadt besser geworden? Fühlt sich der Durchschnittsradfahrer weniger vom Kraftverkehr bedrängt, sind die Fahrradwege komfortabler geworden? In dieser Hinsicht ist die achte Auflage des Fahrradklima-Tests auch ein Test, wie die Fahrradpolitik des Berliner Senats von den Radfahrern wahrgenommen wird.

Wobei natürlich nicht sicher ist, ob die Teilnehmer des Fahrradklimabefragung wirklich repräsentativ für die Radfahrer Berlins sind. Am 22. Oktober lag der Zwischenstand der Berliner Teilnehmenden bei 2900 und damit ganz knapp unter der Berliner Gesamtteilnehmenden des letzten Tests im Jahre 2016. Es nehmen also in Berlin etwa soviele Radfahrer teil wie bei einer großen Sommer-CM mitfahren. Dagegen ist die Zahl der Radfahrer in Berlin, die sich nicht für den Klimatest interessieren, siebenstellig.

Schwerpunktthema beim diesjährigen Fahrradklima-Test ist die Familienfreundlichkeit. Können Kinder ohne Bedenken alleine zur Schule fahren und unterstützen die Schulen den täglichen Weg mit dem Rad? Wie ist es um die Sicherheit auf Gehwegen bestellt? Außerdem geht es darum, ob die passende Infrastruktur vorhanden ist, damit Radfahrende auch mit Lastenrädern und Fahrradanhängern gut und sicher ans Ziel kommen.

Bis zum 30. November haben Radfahrer die Möglichkeit das Radklima in ihrer Stadt zu beurteilen. Das Ergebnis der Befragung wird unverständlicherweise erst im kommenden Jahr im Rahmen einer PR-Show des Bundesverkehrsministeriums vorgestellt.

Fahrradklima-Test 2018

Niederlande: ab Mitte 2019 Handyverbot auf dem Fahrrad

Es erscheint ein wenig kurios, aber zur Zeit ist es nicht verboten, in den Niederlanden auf dem Fahrrad ein Mobilfunkgespräch zu führen oder die App eines Smartphones zu bedienen. Als man die Nutzung eines Mobiltelefons hinter dem Steuer eines Kfz beschloss, wurden die Radfahrer ausgenommen. Begründung: Radfahrer sind langsamer unterwegs, haben eine geringere Masse und stellen deshalb ein geringeres Unfallrisiko dar.

Seitdem haben sich aber die Marktdurchdringung von Smartphones und die Nutzung der Geräte stark verändert. Und auch die Anforderungen im Radverkehr sind durch gestiegenes E-Bike-Aufkommen und unterschiedliche Geschwindigkeiten größer geworden. Verkehrsministerin Cora van Nieuwenhuizen-Wijbenga: „Radfahrer, die sich mit dem Telefon beschäftigen, haben ein größeres Risiko für einen Unfall“. Deshalb gilt das Verbot der Handynutzung ab dem 1. Juni 2019 auch für Radfahrer, Straßenbahnfahrer und für Rollstuhlfahrer.

Fietsberaad: Met ingang van 1 juli 2019 bellen op de fiets verboden

Dafne Schippersbrug bekommt beheizte Fahrbahn

Die Dafne Schippersbrug ist eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Amsterdam-Rhein-Kanal im niederländischen Utrecht. Die Brücke ist deshalb besonders, weil eine Brückenrampe in elegantem Schwung mitten über einer Schule verläuft. Die im Mai 2017 eröffnete Brücke zeigte jedoch Schwächen im Winterbetrieb: bei Minustemperaturen war die Fahrbahn oberhalb des Kanals empfindlich glatt. Für den kommenden Winter wird eine Fahrbahnheizung eingebaut, deshalb bleibt die Brücke vom 18. Oktober bis zum 5. November gesperrt.

Tweet von Bicycle Dutch
Wikipedia NL: Dafne Schippersbrug

Fahrradmitnahme in Zügen soll in Europa verpflichtend werden

Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments (TRAN) hat heute eine Überarbeitung der Fahrgastrechte im Bahnverkehr verabschiedet. Danach soll in allen neuen und überholten Zügen die Möglichkeit zum Transport von Fahrrädern angeboten werden. Wörtlich heißt es im Beschluss: „To help in take-up of cycling, new and refurbished trains must in the future have a well-indicated space to transport assembled bicycles, MEPs say“. Keine Aussage werden über Mindeststellplätze in Zügen gemacht.

Michael Cramer, für die Grünen im Europäischen Parlament und selbst Mitglied im Verkehrsausschuss, kommentierte das so: „Ich begrüße es außerordentlich, dass es künftig für alle Züge eine verpflichtende Fahrradmitnahme geben soll – ohne Ausnahme und Schlupflöcher! Zu lange haben Bahnunternehmen sich mit fadenscheinigen Begründungen dem Einbau von Fahrradstellplätzen widersetzt.“

EU: MEPs back update of rail passenger rights across EU
Michael Cramer: PM: Verkehrsausschuss stimmt über Bahnfahrgastrechte ab

Ende Geländewagen!

In Bezug auf den Verkehrssektor gilt: Klimaschutz ist Handarbeit! Die Autoindustrie heizt mit ihren immer größeren und schwereren und übermotorisierteren Autos die Klimakrise an. Der Verkehrssektor ist mit einem knappen Fünftel an den deutschen Treibhausgasemissionen beteiligt. Und als einziger Sektor steigen die Emissionen weiter an.

In München hat mit BMW nicht nur einer der größten deutschen Autokonzerne seinen Sitz. Hier werden auch regelmäßig Rekordwerte bei den Stickoxidemissionen gemessen. Wie der Dieselskandal beweist, sind Autoindustrie und Politik in Deutschland nicht willens, die dringend notwendige Abkehr vom Verbrennungsmotor und vom motorisierten Individualverkehr einzuleiten. Das gilt auch für München. Obwohl die Stadt bereits im Jahr 2012 dazu verklagt wurde, etwas gegen die viel zu hohen Schadstoffemissionen aus dem Autoverkehr zu unternehmen, ist bisher nichts passiert.

Deshalb nehmen Aktivisten von „Ende Gelände!“ und besorgete Bürger den Schutz von Klima, Umwelt und Gesundheit selbst in die Hand. Am 8. September 2018 heißt es in München „Ende Geländewagen!“ In einer Aktion zivilen Ungehorsams soll ein symbolischer Ort blockiert werden.

Ende Geländewagen!
Ende Gelände München bei Twitter

Skurrile Fahrräder auf der CM

Schon immer wurden auf der Critical Mass Fahrräder der besonderen Art gefahren. Mit der schieren Größe der CMs nimmt auch die Zahl der Räder zu, die ein wenig anders sind. Auf der August-CM in Berlin konnte man ein Rücken-an-Rücken-Tandem in Aktion betrachten. Nach Aussage des Stokers ist das besonders kommunikativ, man hat schließlich den rückwärtigen Verkehr fest im Blick.

Sehr schön ist auch die Idee, die auf der Hamburger CM gezeigt wurde: eine mobile Seitan-Bräterei mit drei verschiedenen Marinaden. Frisch Gegrilltes direkt auf die Hand, lecker!

MoPed statt Fahrrad?

Jeden Monat tritt ein neues Startup mit einer motorisierten Fahrradflotte im Programm auf den Plan. Die Fachmagazine der Fahrradbranche kennen nichts anderes. Motorisierung ist das Gebot der Stunde, so scheint es. Front-, Heck- oder Mittelmotor sind die Fragen, die sich Radfahrende scheinbar heute zu stellen haben.
Obwohl von diesem Boom in Berlin bislang nicht viel zu spüren ist, bekomme ich langsam Angst, dass das vollintegrierte MoPed, mit Smartphone gesteuert, den guten alten Drahtesel verdrängt. Ist es nur noch nostalgisch die Tugenden eines alten Hollandrads zu beschwören? Vielleicht geht es dem Fahrrad ja wie es den Pferdegespannen vor hundert Jahren ergangen ist.

7 Gründe für ein Fahrad ohne Motor
Ein Fahrrad ist billig.
Es kostet weniger bei der Anschaffung und ist auch im Unterhalt günstiger als ein E-Bike. Denn:
Ein Fahrrad ist stabil.
Je weniger Technik an einem Gefährt versammelt ist, desto weniger störanfällig ist es.
Ich kann es selbst reparieren.
Das ideale Rad für alle Zwecke besitzt weder Hydraulikbremsen noch Federung, noch elektronisch gesteuerte Schaltung. Dafür kann ich problemlos zuhause einen Schlauch wechseln.
Ein Fahrrad ist leicht.
Das merk ich nicht nur beim Fahren, ich kann es auch mal Treppen tragen.
Es ist gesund.
Dafür anstrengender als fernsehen, fliegen oder Auto fahren.
Es verbraucht keinen Strom.
Tschüß Atomkraftwerke.
Es ist die effizienteste Art der menschlichen Fortbewegung.
Mit Muskelkraft fahren ist auch eine Einladung zur Entschleunigung. Fühl ich mich heute schlapp, fahr ich langsamer.

Macht Schnellasphalt Radfahrer wirklich schneller?

Auf niederländischen Radschnellwegen wird immer häufiger ein bestimmter Asphalttyp verwendet, der Radfahrer schneller machen soll. So wird zum Beispiel auf der Schnellverbindung von Apeldorn bis Deventer eine Asphaltmischung namens „KonwéCity Rood“ eingebaut, die besonders glatt sein soll. An der Universität Twente wurde nun durchgerechnet, dass sich der Rollwiderstand auf diesem Asphalt um etwa zehn Prozent verringert, verglichen mit einem „normalen“ Asphalt.

Ist das viel? Kommt darauf an, ist die Antwort des Fietsersbond, mit welchen anderen Methoden, das Radfahren schneller zu machen, man Vergleiche anstellt. Zwei optimal aufgepumpte Reifen machen ein Rad um fünf Prozent schneller, eine gut geölte und eingestellte Kette spart ebenfalls etwa fünf Prozent. Noch größere Effekte würde es geben, wenn man den Windwiderstand an Radwegen verbessern würde, etwa durch Mauern oder Hecken. Wenn man bei 20 km/h auf dem Fahrrad gegen einen Wind treten muss, der drei Windstärken (15 km/h) hat, ist der Windwiderstand insgesamt 35 km/h groß. Dafür muss man ungefähr doppelt so viel Energie investieren als bei Windstille.

Den größten Effekt kann man erzielen, wenn man dafür sorgt, dass Radfahrer nicht stoppen müssen. Bei einer Bremsung von 20 km/h auf Null und anschließendem Wiederanfahren verliert man etwa 1600 Joule Energie. Wenn man gute Schnellradrouten bauen möchte, sollte man darauf achten, dass Radfahrer nicht irgendwo anhalten müssen.

Fietsersbond: Hoe snel is snel asfalt op het fietspad?

Wieso verbraucht man auf einer Critical Mass viel weniger Energie als auf einer Alleinfahrt?

Jedem, der an einer Critical Mass teilgenommen hat, wird aufgefallen sein, mit wie wenig Kraftaufwand man große Entfernungen in der Gruppe zurücklegen kann. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Zum einen ist der Fahrbahnbelag in der Regel viel besser als jeder Radweg, der über Gullideckel, Grundstückseinfahrten und wackelnde Bodenplatten führt. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass man in der CM an Kreuzungen häufig freie Fahrt hat und nicht an roten Ampeln stoppen und danach wieder beschleunigen muss.

Es gibt aber noch einen dritten Grund. Forscher der Universitären Eindhoven in den Niederlanden und Leuven in Belgien haben eine Gruppe von Terrakotta-Radfahrern in Form eines Pelotons in einen Windkanal gestellt und getestet. Das Ergebnis: Radfahrer, die sich im Zentrum des Pelotons befinden, haben einen Windwiderstand von 5 bis 10 Prozent, verglichen mit einem Radfahrer, der bei gleicher Geschwindigkeit allein unterwegs ist. Nun ist eine Critical Mass kein Peloton, in dem die Radfahrer eng an eng fahren. Dennoch reicht der Effekt des geringeren Windwiderstandes aus, um eine CM zu genießen, in der es wie von alleine voran geht.

Bikebiz: Peloton riding is planet’s most energy efficient locomotion, finds new research

Smarte Fahrradklingel für Senioren

In den Niederlanden ist ein Pilotprojekt mit intelligenten Fahrradklingeln für ältere Menschen gestartet worden. Die Klingel zeigt an, wenn man sich einem gefährlichen Ort nähert. Die ‚SafeToBike‘-Lösung besteht aus einer Smartphone-App und einer intelligenten Fahrradklingel. Dank GPS kann die App die Route eines Radfahrers kontinuierlich mit einer zentralen Datenbank abgleichen, die alle Orte enthält, an denen viele Fahrradunfälle auftreten. Über eine Bluetooth-Verbindung erhält er eine Warnung über ein Licht- oder Tonsignal an der elektronischen Fahrradglocke am Lenkrad. Einige Dutzend ältere Radfahrer in der Gemeinde Hertogenbosch werden nun mit diesem Gerät ausgestattet, um zu testen, ob das System hilft, Radfahrer im fortgeschrittenen Alter vor Gefahrenstellen zu sensibilisieren. Die Radfahrer haben ebenfalls die Möglichkeit, in der App Orte zu markieren, die sie selbst für gefährlich halten.

Nun sind Senioren nicht gerade als die Gruppe bekannt, die besonders häufig Smartphones mit sich führen. Das könnte sich jedoch in den nächsten zehn Jahren ändern. Gravierender erscheint aber, dass nicht vor einer konkreten Gefahr gewarnt wird sondern lediglich vor Orten, die statistisch gesehen Unfallschwerpunkte sind.

Fietsberaad: Slimme fietsbel voor senioren

Routenplaner für S-Pedelecs

Der niederländische Fietsersbund betreibt schon lange einen Routenplaner für Radfahrer, mit dem jedes Jahr mehr als eine Million Routen geplant werden. Seit gestern ist auch der kleine Bruder des Routenplaners im Netz, der sich speziell an Speedpedelecfahrer richtet.

Speedpedelecs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h werden in den Niederlanden gern von Pendlern als Autoersatz gekauft. Seit dem 1. Januar 2017 dürfen diese schnellen Ebikes allerdings nicht innerorts auf Radwegen fahren, es sei denn, dass einzelne Kommunen dies auf ausgewählten Fahrradwegen ausdrücklich zulassen. Gelderland ist die erste Provinz, in der Kommunen auch Ausnahmen in bebauten Gebieten zulassen, wo sie es für notwendig halten. Außerhalb bebauter Gebiete dürfen S-Pedelecs Radwege nutzen.

Mit dem Pedelecroutenplaner kann man nun Rundtouren oder Punkt-zu-Punkt-Touren planen, die die jeweiligen Gegebenheiten in den einzelnen Orten berücksichtigen. Der Pedelecplaner ist ebenso wie der normale Routenplaner des Fietsersbond ein Werk von Freiwilligen, die die Eigenschaften jeder Straße und jedes Radwegs dokumentieren. Vorerst ist der Speedpedelecroutenplaner jedoch lediglich in der Provinz Gelderland in der Lage, Routen zu planen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Routenplaner auch für andere Provinzen zur Verfügung stehen wird.

Fietsersbond: Pedelecplaner
Fietsersbond: Routenplaner
Fietsersbond: Fietsersbond lanceert routeplanner voor speedpedelecs

Bundesrat debattiert Abbiegeassistenz bei Lastwagen zum Schutz von Radfahrern und Fußgängern

Die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen und Thüringen haben heute in einem gemeinsamen Antrag im Bundesrat gefordert, dass Abbiegeassistenzsysteme für Lastwagen über 7,5 Tonnen verpflichtend eingeführt werden. Darüber hinaus schlagen die Antragsteller vor, Investitionen in solche Assistenzsysteme durch Förderprogramme zu unterstützen. In dem Antrag wird verlangt, dass Abbiegeassistenten nicht abgeschaltet werden können oder sich bei kurzzeitiger Abschaltung automatisch wieder einschalten. Die Erfahrungen mit Notbremssystemen, die seit 2015 bereits bei allen neu zugelassenen Lastkraftwagen in der EU eingebaut aber nicht eingeschaltet sein müssen, zeigen, dass immer wieder schwere Unfälle passieren, die mit eingeschalteten Systemen hätten verhindert werden können.

Nach der Debatte, an der sich Woidke (Brandenburg), Günther (Berlin), Al-Wazir (Hessen) und Strobl (Baden-Württember) beteiligten, wurde der Antrag an die Ausschüsse überwiesen. Nach den Beratungen in den Ausschüssen kommt er wieder auf die Tagesordnung des Bundesrats.

Bundesrat: Abbiegeassistenz zum Schutz der Radler und Fußgänger

Der 3. Juni ist Weltfahrradtag

Mitte diese Monats beschlossen die Vereinten Nationen, den 3. Juni eines jeden Jahres als Weltfahrradtag zu deklarieren. Das Datum wird bereits seit 1998 als „Europäischer Tag des Fahrrades“ begangen. Alle Mitgliedstaaten der UN sind aufgerufen, den Weltfahrradtag zu zelebrieren und die Vorteile des Radfahrens hervorzuheben. Bernhard Ensink, Chef der European Cyclists’ Federation (ECF), sagte: „Radfahren bringt die Menschen zusammen und hat soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Diese Erklärung der Vereinten Nationen ist eine Anerkennung des Beitrags des Radfahrens zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung.“

United Nations: Resolution adopted by the General Assembly on 12 April 2018
Wikipedia: Weltfahrradtag
Wikipedia: Europäischer Tag des Fahrrades

Warum ist das Radfahren in London nicht alltäglich?

Der britische Sänger und Comedian Jay Foreman betreibt einen YouTube-Canal Youtube channel mit politischen und erzieherischen Videos, in denen er in der Reihe „Unfinished London“ unter anderem die Verkehrsinfrastruktur der Metropole London aufs Korn nimmt. In seinem neuesten Video versucht er zu erklären, wieso sich London zu einem Verkehrsmoloch entwickelt hat und wieso so wenig Menschen in London radfahren, ganz anders als zum Beispiel in Amsterdam, wo das Radfahren alltäglich ist. Das am vergangenen Mittwoch gepostete 10-Minuten-Video erreicht heute bereits mehr als 300.000 Zuschauer. Vergnüglich anzuschauen, obwohl die letzten zweieinhalb Minuten aus Werbung bestehen.

Zahlen, Daten und Fakten zum Fahrradmarkt in Deutschland

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrrad-Industrie. Mitglied im ZIV sind etwa 90 Hersteller und Importeure von Fahrrädern, Fahrradkomponenten, Zubehör und E-Bikes. Einmal im Jahr veröffentlicht der ZIV Zahlen, Daten und Fakten zum Fahrradmarkt in Deutschland. Laut dem heute veröffentlichten Bericht ist die Zahl der verkauften Fahrräder in Deutschland rückläufig, dagegen wird der Markt für E-Bikes in Deutschland immer größer.

Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag 2017 mit 3,85 Millionen Einheiten fünf Prozent unter dem Vorjahr. Darunter waren 3,13 Mio. Fahrräder und 0,72 Mio. E-Fahrräder. Zwei Jahre zuvor qwaren noch insgesamt 4,36 Mio. Räder verkauft worden, darunter 3,82 Mio. Fahrräder und 0,54 E-Bikes. Trotz der insgesamt gesunkenen Stückzahlen stieg der Fahrradumsatz auf 2,69 Milliarden Euro, im Jahre 2015 hatte der Gesamtumsatz noch bei 2,43 Milliarden Euro gelegen. Verantwortlich für die erneute Steigerung des Umsatzes ist der gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad (inkl. E-Bikes). Dieser lag in 2017 bei € 698,- über alle Vertriebskanäle und damit um 8,6% höher als in 2016.

Auch die Produktion von Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland ist stark rückläufig. Hier die Zahlen der vergangegen drei Jahre:
2015: 2,19 Millionen Einheiten (1,88 Räder und 0,31 E-Bikes)
2016: 1,97 Millionen Einheiten (1,62 Räder und 0,35 E-Bikes)
2017: 1,73 Millionen Einheiten (1,26 Räder und 0,47 E-Bikes).

Die Zahl importierter Räder ist in den letzten drei Jahren in etwa gleich geblieben. Die meisten der in Deutschland verkauften Fahrräder wird in Kambodscha hergestellt, gefolgt von Polen, Bulgarien, den Niederlanden und Taiwan (siehe Grafik). Es zeigt sich allerdings, dass die Fahrradproduktion immer stärker von Hochtechnologieländer auf Niedrigtrechnologieländer verschoben wird. Taiwan zum Beispiel war vor fünf Jahren noch zweitgrößter Fahrradimporteur nach Deutschland, heute liegt der Inselstaat auf Platz fünf der wichtigsten Einfuhrländer.

Der Gesamtbestand an Fahrrädern und E-Bikes wächst langsam aber kontinuierlich. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 73,5 Millionen Räder. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem jeder Einwohner statistisch gesehen ein Rad besitzt.

ZIV: Zahlen – Daten – Fakten zum Deutschen Fahrrad- und E-Bike-Markt 2017