Bezirke erhalten 20 Millionen für den Bau von Schutzstreifen und Radwegen

Im Nachtragshaushalt 2017 des rotrotgrünen Senats sind 20 Millionen Euro für den Radverkehr vorgesehen. Nun wurde entschieden, in welche Bezirke und in welche konkreten Projekte das Geld fließt. Hier eine Liste der Baustellen:

Charlottenburg-Wilmersdorf
Dovestraße Schutzstreifen 400.000 €
Brandenburgische Straße Schutzstreifen 300.000 €
Ernst-Reuter-Platz Zweirichtungsradwege 500.000 €
Friedrichshain-Kreuzberg
Hasenheide Radfahrstreifen 200.000 €
Stralauer Allee Radweg 300.000 €
Frankfurter Allee Schutzstreifen 100.000 €
Friedenstraße Querung Landsberger Allee 200.000 €
Mariannenstraße Asphaltierung
Lichtenberg
Hegemeisterweg Asphaltierung 500.000 €
Fanningerstraße westlich Atzpodienstraße Asphaltierung 400.000 €
Seefelder Straße Radweganbindung 100.000 €
Gensinger Straße Schutzstreifen 100.000 €
Siegfriedstraße (Nord) Mittelinseln 100.000 €
Siegfriedstraße (Süd) Schutzstreifen 300.000 €
Marzahn-Hellersdorf
Hoyerswerdaer Straße – Landesgrenze Radweg 200.000 €
Marzahner Chaussee Ostbahn-AdK Schutzstreifen/Radweg 400.000 €
Mitte
Chausseestraße Schutzstreifen 145.000 €
Kameruner Straße/Togostraße Asphaltierung/Fahraddstraße 400.000 €
Residenzstraße Schutzstreifen 300.000 €
Wullenwebersteg Rampe 114.500 €
Neukölln
Friedelstraße Asphaltierung 500.000 €
Odertraße Radweg/Asphaltierung 400.000 €
Braunschweiger Straße Ost Asphaltierung 400.000 €
Pankow
Neumannstraße Schutzstreifen 300.000 €
Pasewalker Str. (Löffelbrücke- Bhf. Heinersdorf) Schutzstreifen 200.000 €
Niederstraße-Tollerstraße Asphaltierung 200.000 €
Hielscherstraße Asphaltierung 500.000 €
Neukirchstraße Ost Asphaltierung 200.000 €
Danziger Straße Prenzlauer Allee – Bötzowstraße Schutzstreifen 400.000 €
Reinickendorf
Oraniendamm-Dianastraße-Artemisstraße gem. Rad-und Gehwege 495.000 €
Jörsstraße ? 147.000 €
Spandau
Kisselnallee Radweg/Schutzstreifen 500.000 €
Hamburger Straße – Landesgrenze gem. Rad-und Gehweg 200.000 €
Seegefelder Straße Schutzstreifen 400.000 €
Heerstraße Pichelsdorfer Straße – Freybrücke Radwege 400.000 €
Schönwalder Allee – Landesgrenze Geh- und Radweg 330.000 €
Steglitz-Zehlendorf
Clayallee Radweg / Schutzstreifen 300.000 €
Brauerstraße Asphaltierung 400.000 €
Königsweg Brückenbereich-Hohentwielsteig Asphaltierung 200.000 €
Tempelhof-Schöneberg
Marienfelder Allee Schutzstreifen 200.000 €
Boelckestraße Schutzstreifen 400.000 €
Potsdamer Straße/Alvenslebener Straße Ampel 100.000 €
Schöneberger Straße Schutzstreifen 150.000 €
Mariendorfer Hafenweg (Teltowkanal – Lankwitzer Straße) ? 400.000 €
Treptow-Köpenick
Elsenstraße Nordseite Radweg 300.000 €
Rummelsburger Straße/Landstraße
(Treskowallee-Am Walde)
Radweg/Schutzstreifen 200.000 €
An der Wuhlheide (nördl.Seite) Schutzstreifen 100.000 €

 

Für die Abarbeitung der Projekte soll jeder Bezirk zwei neue Stellen für Radverkehrsplaner erhalten. Teilweise sollen diese Stellen bereits im März ausgeschrieben werden.

Für den Fall, dass es nicht gelingt, die Projekte in diesem Jahr abzuschließen, wurde vorsorglich darauf hingewiesen, dass das Geld auch 2018 ausgegeben werden kann. Bei manchen Radwegprojekten muss allerdings auf Vorarbeiten gewartet werden. So steht in der Chausseestraße zuerst eine Sanierung der Tunneldecke der Linie U6 an, bevor dort ein Schutzstreifen auf die Straße gemalt werden kann.

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26 Gedanken zu „Bezirke erhalten 20 Millionen für den Bau von Schutzstreifen und Radwegen

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  1. Sind die Schutzstreifen vergoldet? Kosten im Bereich von 100.000€ – 400.000€ erscheinen doch verdammt hoch für ein wenig weiße Farbe, oder?

    1. vernünftige Planung braucht nicht nur Zeit sondern kostet auch Geld.

      1. Welche Planung? Werden die Pläne für etwa von externen Beraterbüros gemacht?

        1. Bisher werden die Planungen ganz häufig extern vergeben. Die Bezirke haben/hatten ja kaum eigene Planer. Inwieweit bei internen Planungen Personalkosten anteilig auf einzelne Projekte umgelegt werden, kann ich nicht sicher sagen, nehme ich aber stark an.

          1. Naja, wenn für die Planung eines Radstreifens/Radweges hausintern Planungskosten irgendwem in Rechnung gestellt werden, frage ich mich, weshalb ich dann Steuern zahle? Das ist doch eine ureigene Verwaltungsaufgabe, oder?
            Oder werden da tatsächlich mittlerweile interne Verrechnungskosten gegenüber irgendeiner Kostenstelle in Rechnung gestellt?
            Und selbst wenn die Planung (und der anschließende Bau natürlich) eines Zweirichtungsradweges mit 400.000 EUR veranschlagt ist (wahrscheinlich ähnlich wie am Großen Stern), kann man durchaus die Frage stellen, was dieses Vorhaben so teuer macht? Die Bauarbeiter, die den Radweg dann ggfs. asphaltieren, bekommen ganz sicher keinen Stundenlohn besonders hohen Stundenlohn

  2. Da stehen schon mal mehr als 4 Mio Euro für Schutzstreifen drin. Hat noch niemand von den verantwortlichen Planern darauf aufmerksam gemacht, dass diese Weg ihren Namen nicht verdienen? Das sind Gefahrenstreifen, nichts anderes. Sowas noch bauen/malern zu wollen ist eine komplette Luftnummer. Da sieht man, was passiert, wenn kein Fachpersonal zur Verfügung steht. Fatal, im wahrsten Sinne des Wortes.

    1. Radverkehrsplanung, die nur ein einziges Mittel kennt wird sicher nicht von qualifiziertem Fachpersonal ausgeführt. Genau gucken, was wo hinpasst. Die neumodische Hetze gegen Schutzstreifen kann ich sowieso nicht nachvollziehen und ich habe mir gerade heute mal die Neumannstraße in Pankow genauer angeschaut. Da ist schon ein Schutzstreifen mit Regelmaß ehrgeizig, aber wohl machbar und dürfte die Route Pappelallee – Stahlheimer – Neumann als Alternative zur Prenzlauer deutlich attraktiver machen. Was würdest der Fachmann, denn da vorschlagen?

      1. Wenn ich neueren Radwegen begegne, die selbst ich für gefährlich halte, sind es überwiegend Schutzstreifen. Ich kenne eigentlich keinen einzigen Schutzstreifen mit angemessener Breite und sehr viele werden – zumindest abschnittweise – von Parkstreifen begleitet. Ich lass mich gerne mit positiven Beispielen eines besseren belehren – aber mir fällt gerade wirklich kein einziger ein.

        1. Grimmstr.
          12P

          1. seltsam, das sollte dort nicht stehen – und wo ist mein Post geblieben – kann das bitte jemand löschen? Vielen Dank!

      2. „Die neumodische Hetze gegen Schutzstreifen“
        – es gibt genug sachlich berechtigte Einwände, die hier im Blog immer wieder auch beschrieben wurden. Das Etikett „Hetze“ würde ich da sparsamer verwenden, in etwa so wie „Hassrede“ oder „Fake News“.

        Ist denn mit dem von Dir vorgeschlagenen „Regelmaß“ das faktische Berliner Streifenmaß gemeint – die 1,50m – oder ein anderes, breiteres? Kommt ein Puffer für die Türzone dazu, wenn rechts davon Autos parken? Findet links davon Verkehr direkt an der Begrenzungslinie statt?

        Ich fahre zum Beispiel jeden abend den Schutzstreifen auf der Lindenstraße und empfinde diesen als so problematisch, dass selbst ich – als erklärter Protected Bike Lane Fan – lieber die zwei breiten Kfz-Fahrspuren wieder hätte, die dort vorher waren. Es war anders gedacht. Aber faktisch zwingt mich dort der faktisch weiterhin zweispurige Verkehr in die faktische Türzone, bei Regen mit tiefen Pfützen. Und das war absehbar. Ekelhaft auch bei spätabendlichem Schnellverkehr die Führung zwischen Rechts- und Linksabbiegern an der Kreuzung Gitschiner. Alles gut gemeint…aber sachlich Mist. Keine „Hetze“.

        1. Puffer für Türzonen, so vorhanden, sind übrigens als extra aufgebrachte Linie allenfalls breit genug für eine auf Spalt geöffnete Türe und werden sogar gerne von unwissenden Kraftfahrern als Begrenzungslinie des Parkplatzes interpretiert, stellen daher keine Verbesserung dar.

          1. Völlig richtig, ich dachte an quergestrichelte Extrazone, wüsste dafür aber auch kein Beispiel. Letztlich wird der Platzbedarf bei Schutzstreifen durch Türzone und Überholabstand für schnelle Kfz so groß, dass ich nicht weiß, wie man das vernünftig realisieren würde.

            Schmaler (2m plus mind. 80 cm Puffer = eine Fahrspur) kommt man aus, wenn man die Radspur auf der Innenseite der geparkten Autos führt. Das bedingt aber zwingend (!), die Kreuzungen sicher umzubauen, und die Ausfahrten mit Schwellen und Farbe abzubremsen weil man natürlich sonst die klassischen Hochbord-Radweg-Probleme bekommt.

            Deshalb hoffe ich, dass schnell ausgegebenes Geld erstmal für die Verbesserung auf den Nebenstraßen-Radrouten eingesetzt wird (Asphaltierung, Verkehrsberuhigung), bis es einen neuen Design- und Qualitätsstandard gibt. Da hat der Volksentscheid Recht.

  3. Michael S (392 Kommentare)
    am Dienstag, 14. März 2017:

    Da sieht man, was passiert, wenn kein Fachpersonal zur Verfügung steht. Fatal, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Da sieht man was passiert wenn, von subjektiven Ängsten getriebene, Radfahrer rumschreien, dass eine Fahrbahn für Radfahrer viel zu gefährlich ist.

    1. Du schreist. Nur was anderes.

  4. Sehr interessanter Beitrag 🙂 20 Millionen für Schutzstreifen und Radwege sind echt schon eine Menge. Hoffentlich werden diese auch gut eingesetzt.

  5. Das Meiste davon ist doch Schwachsinn (Schutzstreifen) oder Augenwischerei (Asphaltierung). Wohne in Lichtenberg und hab mir mal die Fanningerstraße angeschaut. Google Streetview liefert sehr schöne (immer noch aktuelle) Bilder dazu. Östlich der Atzpodienstraße gibt es Fußwege, gepflasterte Parkflächen und eine asphaltierte Fahrbahn, für alle Verkehrsteilnehmer. Radwege sind nicht vorhanden. Westlich der Atzpodienstraße gibt es Fußwege, gepflasterte Parkplätze und eine gepflasterte Fahrbahn. Ich glaube nicht das dort ein Radweg gebaut wird. Es wird eher die Fahrbahn, welche für alle Verkehrsteilnehmer da ist asphaltiert. Hab mir bei google dann mal die Mariannenstraße und die Hielscherstraße angeschaut. Auch hier soll asphaltiert werden. Ich habe nichts gegen eine Asphaltierung der Fahrbahn, kommt schließlich allen Verkehrsteilnehmern und den Anwohnern (Lärmreduktion) zu gute, aber warum werden diese Projekte aus dem Radverkehrsetat bezahlt und nicht aus dem allgemeinen Verkehrsetat?

    1. naja, in vielen Fällen wäre Asphaltierung von Nebenstraßen schon gut für den Radverkehr, den Autos ist das ja meist eher egal. Vor allem den schweren, schnellen, gut gefederten…

      In der Mariannenstraße bringts aber nur was mit zusätzlicher Beruhigung des Durchgangsrennverkehrs. Schleichverkehr kann man das jedenfalls Samstags nicht nennen. Da gerät man dann auch als Radler in den Ampelstau.

    2. Asphaltierung ist per se schon mal eine sehr gute Maßnahme bei den vielen Kopfsteinpflasterstrecken in Wohngebieten. Dumm nur, dass man da auch sehr behutsam vorgehen muss, sonst ist der alte Baumbestand weg, der sein Wurzelwerk aufs Kopfsteinpflaster ausgerichtet hat. Gibt auch glatte Pflasterlösungen oder man asphaltiert wirklich nur schmal STreifen. Alles fein auszutarieren, nicht immer was für Schnellschüsse.

    3. Sehe ich beim Hegemeisterweg (LIchtenberg) auch so – da wird die Straße saniert und die Kosten dem Radfahrertopf zugerechnet – so treibt man die Ausgaben aufm Papier schön hoch – um sich dann zu loben wieviel man doch macht …

  6. Schutzstreifen? „Mit einer Handbreit Seitenabstand überholen erlaubt“-Streifen! Danke, rot-grüner Senat.

  7. Eine Fahrbahn die Platz für einen regelkonformen Radstreifen hat muss mindestens so breit sein, dass sie letztendlich auch wieder ohne auskommt.Daher gibt es bei diesen Dingern nur zwei Kategorien – entweder überflüssig oder illegal.

  8. Ich finde es eigentlich gut, dass jetzt auch Geld in die Hand genommen wird. Die Gefahr, dass jetzt einiges an Geld unsinnig ausgegeben wird – also zumindest für Maßnahmen, die man in einigen Jahren als klar unproduktiv oder gar kontraproduktiv betrachten wird – verdanken wir einer jahrelangen Verschleppung. Immer wieder standen die Mager-Etas auf der Kippe oder konnten wegen Personalmangels bei der VLB oder den eingedampften Bezirksverwaltungen nicht ausgeschöpft werden. Jetzt wird in kurzer Zeit viel Geld ausgekippt und einiges davon wird eben wirkungslos bleiben. Kurzsichtige Politik kostet Geld. Ist altbekannt, aber deshalb nicht weniger frustrierend.

  9. Michael S (397 Kommentare)
    am Donnerstag, 16. März 2017:

    Jetzt wird in kurzer Zeit viel Geld ausgekippt und einiges davon wird eben wirkungslos bleiben.

    Mit wirkungslos könnte ich mich ja noch anfreuden. Leider sind Radverkehrsanlagen eben nicht wirkungslos. Das trifft für schlechte und gefährliche Radverkehrsanlagen ganz besonders zu.

  10. Wäre es nicht ratsam einfach die parkenden Autos eine Breite nach links zu versetzten und so einen geschützten Radweg zu schaffen den auch Kinder gefahrlos befahren können. Im Ampelbereich wäre durch wegfallen der Parkplätze die Situation weiterhin unverändert, so dass sich im Prinzip keine Änderungen für den Autoverkehr ergeben. Abgesehen vom unnötigen rasen um die Poleposition an der nächsten Ampel. Kostenpunkt meine ich mal gelesen zu haben 5€ pro Meter Markierung. Damit liesse sich ein hervorragendes Kosten-Nutzenverhälntiss realisieren, und die Veränderungen wären schnell und günstig in großem Maßstab durchführbar.

  11. Gounodstraße 95

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