Fahrradcodierung im Rahmen der Aktion „Fairrad“ – Faires Radfahren in Berlin Mitte

Die Aktionswoche „Fairrad“ der Berliner Polizei beginnt am 18.3.
Ihr wisst sicherlich was solche Aktionswochen neben Fahrradcodierung und
Überprüfung der Verkehrstauglichkeit mitgebrachter Fahrräder noch mit sich bringen, „Aufklärungsarbeit“.

KIRBA-Pantograph

Falls jemand sein Fahrrad  codieren lassen will, bietet die Polizei am 18.3.  von 10.00 – 14.00 Uhr,vorm Polizeiabschnitt 31 in der Brunnenstraße 175 in Mitte, die Gelegenheit dazu.

Ich weiss nicht, was ich von den Erfolgssaussichten der geplanten Aufklärung an den Unfallschwerpunkten halten soll.Die wenigsten Verkehrsteilnehmer werden sich ohne Zwang die Zeit für eine Belehrung nehmen, aber mehr Wissen in den Köpfen kann erstmal nicht schaden.

Wünschen wir der Berliner Polizei also reges Interesse der aufzuklärenden Fahrzeugführer.

Pressemitteilung der Polizei auf berlin.de 

Man kann sein Fahrrad auch abseits solcher Aktionen beim ADFC Laden in der Brunnenstraße codieren lassen.

13 Gedanken zu „Fahrradcodierung im Rahmen der Aktion „Fairrad“ – Faires Radfahren in Berlin Mitte

Kommentare-Feed
  1. Bin kein Defätist, eigentlich. Aber das mit der Codierung haben wir durch:

    Gutes Trekkingrad, in gewohnter Weise mit eingraviertem Code, von den wirklich netten Berliner Polizisten am Leopoldplatz gemacht. Dann nur wenige Monate später geklaut worden (gesicherter Hofbereich, Bügelschloss, angeschlossen).

    Hinterher war uns klar: Wer es drauf abgesehen hat nimmt es sowieso mit. Wenn dann hinterher erst die Gravur entdeckt wird – na, dann wird das Rad halt in Einzelteilen abverkauft. Wir rechneten hernach also noch weniger mit einem Sich-wieder-Anfinden des kompletten Rades.

    Radklau ist was extrem Blödes. Nicht des Geldwertes wegen allein. Die viele Zeit, die mit Suche nach einem neuen Rad und der persönlichen Justage draufgeht (Sattel, etc.). Der Dieb konnte sich zudem über einen gerade erst verbauten guten Pannenschutz freuen. Ärgerlich.

    … BikeManufaktur, Modell „Riva Disc“, weißer Pulverlack, Alu, Dämpfergabel, Anbauteile schwarz, Trekking-Version, Shimano Deore 27G, Nabendynamo, Scheibenbremsen hydraulisch, Code 170574). … Schnüff! …

  2. Ach, ne – Code AS1705. Na, wird eh nichts bringen …

  3. Das ist wirklich sch**** Joshua :-/ Vielleicht taucht es ja noch auf.

    Fahrradcodierung gibt es doch schon Weile jetzt. Mich würde mal interessieren, ob es schon eine statische Auswertung gibt, ob das wirklich was bringt? Ich habe meine Zweifel und auch keine Codierung an meinen 2 recht guten Rädern.
    Wieviele codierte Räder wurden geklaut? Wieviele wurden davon gefunden?
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es den Dieb interessiert. Wie Joshua schon schrieb, dann eben Einzelteile verkaufen.

    Wäre ich Dieb und will das (hochwertige) Fahrrad komplett. Ausspachteln, lackieren, fertig.

  4. Ich habe noch eine Idee als Alternative/Ergänzung zur Kodierung: Man bringt ein paar versteckte Aufkleber mit Kontaktdaten (Mailadresse und Handynummer) am Fahrrad an. Wenn das Rad nach dem Diebstahl an einen ehrlichen Käufer verkauft wird, dann wird dieser früher oder später einen der Aufkleber finden und kann somit den rechtmäßigen Besitzer kontaktieren. Damit hat man zumindest eine gewisse Chance, das Rad nach einem Diebstahl zurückzubekommen.

    Hier sind ein paar mögliche Stellen, an denen man so einen vesteckten Hinweis anbringen kann:
    * Auf dem Felgenband
    * Oben auf der Sattelstütze (durch den Sattel verdeckt)
    * Unter den Griffen am Lenker
    * Am Gepäckträger bei der Befestigung des Rücklichts (also erst nach Demontage des Rücklichts sichtbar)
    * Bei Schaltgriffen auf der Unterseite der Plastikabdeckung
    * Um den Gabelschaft (im Steuerrohr versteckt)
    * Um das Tretlager (also erst bei Ausbau des Tretlagers sichtbar)

  5. Die Kontrollen gab es ja in den vergangenen Jahren auch schon mit verschiedenen Schwerpunkten. Gut wäre es, wenn die Leser hier berichten, was sie von den Kontrollen gesehen haben und welche Fehlverhalten tatsächlich im Mittelpunkt der Kontrollen standen.
    Es ist ist bei den Gesprächen mit der Polizei hilfreich, auf konkrete Beobachtungen zurückgreifen zu können (Tag, Ort, Art der Kontrolle). Dann kann der ADFC darauf hinwirken, dass die Kontrollen in Zukunft wirklich die Sicherheit der Radfahrer erhöhen – und nicht nur Radfahrende kontrolliert werden.

  6. Ich kann von einem Gespräch während einer Kontrolle am Columbiadamm Freitag Abends berichten. Letzten November war das glaub ich. War glaube ich keine Schwerpunktkontrolle.
    Jedenfalls wurde ich auf der Fahrbahn fahrend raus gewunken. Radweg vor der Columbia-Halle ist schlecht und benutzungspflichtig. Ich fahre da jeden Tag lang und benutze immer die Fahrbahn. Zumal lief gerade eine Veranstaltung, weswegen natürlich jede Menge Leute auf dem Radweg standen und sicher auch die ein oder andere Glasscherbe rumlag.
    Naja, Belehrung, blabla, ist halt benutzungspflichtig, musste auch trotzdem nix zahlen. So weit so gut.

    Aber was mich gestört hat, war die absolute Ignoranz und Unwissenheit des Polizisten: Während der Diskussion über Sicherheit von Radwegen hat er die Unfallstatistik falsch wiedergegeben. Hat behauptet, dass es im Jahr 2011 16 tote Radfahrer in Berlin gegeben hätte und alle auf der Fahrbahn getötet wurden. Naja, zum Glück wusste ich es besser und habe ihn das wissen lassen. Hat ihm gar nicht gefallen. Hat man gemerkt 😀
    Andere Sache: Es war Abend und dunkel. Der Polizist trat ohne Warnweste auf die Fahrbahn und die Lampe an seiner Kelle war auch nicht angeschaltet. Habe ihn echt spät gesehen und musste ziemlich in die Eisen gehen. Als ich daraf ansprach, warum er keine Weste trug und auch die vorhandene Lampe nicht anschaltete argumentierte er, dass hier ja die Strassenlaterne leuchten würde und zeigte nach oben …. *seufz*
    Name des Polizisten übrigens Tietz.

    Zu gute halten muss man allerdings, dass ich nix zahlen musste und er auch nicht meine Anstecklampen monierte.

    Also zum Thema Verkehrssicherheit hat diese Kontrolle garantiert nichts gebracht. Die Straße vor der Columbiahalle ist sicher auch kein Unfallschwerpunkt. 3-spurig mit Busspur.

  7. @SuSanne:

    Darum betonte ich die Aufklärungsarbeit, wir kennen das alles, es soll sicherer werden für die Radfahrer, darum werden Reflektoren gezählt, denn fehlende Reflektoren töten Menschen oder so…

  8. Gute Fahrräder haben eine Rahmennummer. Zusammen mit dem Kaufbeleg sollte das zur Identifizierung ausreichen. Daher finde ich eine Codierung ziemlich sinnlos.
    Jakobs Idee gefällt mir aber auch gut.

  9. Die Rahmennummern werden soweit ich weiß von den Herstellern nach jeweils eigenen Systemen vergeben und bestehen aus einer ewig langen Zahl ohne Bezug zum Besitzer. Das ist bei der Codierung anders. Zusammen mit dem Finger-Weg-Aufkleber, der über die Codierung gepappt wird, mag eine abschreckende Wirkung für Gelegenheitsdiebe da sein. Aber wie schon dargestellt, Profis wird das wohl kaum abschrecken, Zahlen über die Wirksamkeit wären hilfreich. … Aber will die Polizei das überhaupt wissen? Angesichts der niedrigen Aufklärungsquote ist es ja gut, wenn man so tun kann, als ob man wirkungsvoll Diebstahlprävention betreibt.

    Richtig gut wäre es, wenn man den Weiterverkauf wirkam behindern könnte, z.B. indem immer die Codierungen oder Rahmennummern bei Anzeigen mit angegeben werden müssten. Auch Seriennummern von Geräten könnte man so angeben. Dann ließe sich über eine einfache Internetsuche schnell das geklaute Rad in der Auktion/Kleinanzeige finden.

  10. Gute Diskussion, Danke auch für feedback zu meinem Beitrag.

    Denke:

    Kodierungen lassen sich fälschen, etc.. Wenn kriminelle Energie, dann richtig. Und: Radverkauf nur mit Eigentumsnachweis wird sich bei dem Berliner Sozialgefüge nicht durchsetzen. Meine Meinung.

    Versteckte Eigentums-Hinweise schön und gut. Aber was denkt ihr, wie viele (ahnungslose?) Käufer eines Klaurades nach Entdeckung der Zettelchen den Beklauten kontaktieren und das einmal selbst gezahlte damit Geld in den Wind schreiben würden? Um dann die Polizei auf diesen oder jenen Flohmarkt-Händler oder kijiji-Inserenten zu hetzen? Um selbst ggf noch wegen Verdacht auf Hehlerei belangt und durchleuchtet zu werden? Hm. 5%?

    Wir schleppen jetzt auf jeden Fall in den Mist-Keller. Miese, enge Treppe – egal. Oder schliessen an der Schule gegenüber an. Das machte ich schon mal in Kreuzberg nach Radklau: Das Ersatzrad dann vor aller Augen unter der Laterne anschließen. War unter’m Strich 6 Jahre lang sicher gewesen. Statistische Aussagekraft natürlich Null.

    Dachte außerdem mal an Diebstahl-Schutz-Sirenen, gibt es (wie so vieles) sehr billig als Chinaware. Sorge natürlich: Fehlalarme und gernervte Nachbarn.

    Noch eine Anekdote die Berliner POL betreffend: Bekannter wurde bestohlen, teures MTB. Nach einem Jahr durch POL gefunden, Nachricht wegen Abholung im Fundbüro Tempelhof. Zum Termin dann erst Frage nach genauer Beschreibung des Rades. Der Bekannte beschrieb, der Beamte prüfte und kam zu dem Befund, dass nur mehr der Rahmen noch dem Original entsprach (Rahmennummer, daher ja auch der „Fund“). Ergo: Alle anderen Teile bitte im Beisein des Polizisten abschrauben, also Felgen mit Reifen, Lenker, Sattel, Träger, Licht. Werkzeug gerne leihweise für eine halbe Stunde. Und dann: den Rahmen mit dem verrosteten Antrieb und der ollen Shimano-Gruppe schultern, auf zur U-Bahn. Hahaha! Rechtlich sicherlich lupenrein. Ich würde nur mutmassen: Das Felgenklau-Opfer wird seine Felge nie zurückbekommen, aber darum ging es a auch nicht. Bissel kafkaesk.

  11. Wie Frederich schon geschrieben hat, finde ich diese Codierungen auch ziemlich sinnlos. Zumal man hier auch berücksichtigen muss, dass bei dieser Maßnahme bei fast allen Herstellern auch die Rahmengarantie ihre Gültigkeit verliert. Und es gibt noch das Problem mit Fahrradrahmen aus dem immer populärer werdenden Carbon. Da hoffe ich, dass die Polizeibeamten auch dementsprechend geschult sind und wenigstens die unterschiedlichen Materialien erkennen können.

  12. Kleiner Nachtrag aus dem Tagesspiegel, die Kontrollen waren wohl schon, Ergebnisse kann man im Artikel nachlesen.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-kontrollierte-auto-und-radfahrer-5000-handysuender-und-gurtmuffel/7946426.html

  13. Gruß aus Wien… mit ARGUS-Augen:
    Seit Jahren wird hier von der Polizei „kodiert“, seit einiger Zeit nicht mehr. Es haben die Sache aber zwei Firmen übernommen…
    Als noch die Polizei „kodiert“ hatte, wurde ausgerechnet, dass, wenn in dem Tempo wie bisher weiter „kodiert“ würde, in 200 Jahren (!) alle (angenommenen) 800.000 Fahrräder der Wiener Haushalte „kodiert“ sein würden!?
    Also: Eine moderne „Sisyphus“-Arbeit… aber die Leute beruhigt es anscheinend!

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