Das Pamirgebirge – Mit Worten nicht zu beschreiben

Die Route

Damit wir keinen Weg doppelt zuruecklegen muessen, fuhren wir mit einem Jeep von Dushanbe nach Khorog, ein Erlebnisse besonderer Art: Die Fahrt beanspruchte unglaubliche 22 Stunden fuer knapp ueber 600 Kilometer. Wir wurden ordentlich durchgeschuettelt, an  Schlaf war nicht zu denken. Die naechste Woche verbrachten wir auf einer Art Schleife. Von Khorog ging es auf der M 41 Richtung Alichur, hier machten wir einen Ausflug in das Nirgendwo um das Dorf Bulunkul. Zurück nach Khorog folgten wir immer der afghanischen Grenze und Flusstaelern. Die darauf folgende Woche fuhren wir von Khorog nach Dushanbe.

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Die Paesse

Zwei Paesse mit ueber 4000 Metern wurden mit dem Fahrrad erklommen. Die Strasse war nur sehr selten asphaltiert, dafuer mit Sand oder grossen Steinen bedeckt. Der Aufstieg auf den Koy-Tezek Pass (4272) war relativ gemaechlich, da wir ueber etliche Kilometer  Steigung hatte.

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Das anschliessende Plateau hat mich auf der gesamten Tour am meisten beeindruckt. Auf ueber 4000 Metern durchfuhren wir eine wuestenaehnliche Landschaft. Sie ist gepraegt von etlichen kleineren und groesseren  Salzseen. Um Bulunkul  nahmen wir  einen Weg, der kleiner als ein Feldweg ist – fantastisch. Alle paar Kilometer folgte ein kurzer und sehr knackiger Anstieg, anschliessend oeffnete sich das naechste Tal zum bestaunen. Kaum in Worte zu fassen!

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Ein Blick auf die Strasse

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In diesem Dorf wurden wir eingeladen. Am Morgen wurden die typischen kuhaehnlichen Yacks rausgelasen. Auch eine Geburt konnten wir beobachten.

Der Khargush Pass (4344) war nicht sehr einfach zu fahren, da die Piste teilweise sehr sandig war, die Steigungen extrem steil.

Doch den letzte groessere Pass Richtung Dushanbe, der Khburabot Pass (3252), empfand ich als den anstrengendsten. Er war zwar niedriger als die vorigen, aber es ging ueber scheinbar endlose Kilometer in Serpentinen berghoch. Auf dem Pass erwartete uns eine Bushaltestelle, sehr lustig!

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Die Abfahrt

Die Strecke entlang des Hindukusch genoss ich sehr. Die kleinen Dorfer zu sehen, machten doch sehr nachdenklich ueber die bekannten Lebensstile!

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Ein kleines Dorf auf der afghanischen Seite

Bis Bald

KY

Lust mehr über die Radtour zu erfahren? Unter der Kategorie „Touren“ findet ihr alle Berichte mit Bildern.

Friedrichshain: Radfahrer tödlich verunglückt – Polizei sucht Zeugen

„Die Polizei sucht Zeugen zu einem tödlichen Verkehrsunfall.

Auf einem Radweg in der Mühlenstraße in Friedrichshain war es gestern gegen 16 Uhr 25 zu einer Berührung von zwei 36 und 56 Jahre alten Radfahrern gekommen, die nebeneinander in derselben Richtung fuhren. Der 56-Jährige verlor das Gleichgewicht und stürzte gegen einen links neben ihm auf der Fahrbahn fahrenden Lkw mit Anhänger. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu und starb noch an der Unfallstelle. Der Lkw setzte seine Fahrt ohne Halt fort. Der andere Radfahrer erlitt einen Schock.

Zeugen, die den Unfall gesehen haben, insbesondere Angaben zu dem vermutlich orangefarbenen Lkw machen können, aber auch der Lkw-Fahrer selbst, werden gebeten, sich mit dem Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 5 in der Friesenstraße 16 in Kreuzberg unter (030) 4664 – 581 800, -581 381 oder -581 382 in Verbindung zu setzen.“

Pressemeldung Nummer 1922 vom 30.06.2010 – 09:10 Uhr

An mehr als 77% der Verkehrsunfälle sind die Pkw-Fahrer selbst schuld!

Im Artikel „Die Unfallstatistik für Radfahrer im Tagesspiegel“ habe ich auf eine häufig zu findende Fehlauswertung von polizeilichen Unfallstatistiken aufmerksam gemacht, die in der Fahrradnewsgroup de.rec.fahrrad als „automatischer Schuldzuweiser“ bezeichnet wird. Dabei werden alle Unfälle unter Fahrradbeteiligung summiert und mit der Anzahl der durch Radfahrer verursachten Unfälle verglichen. Heraus kommt immer ein Verursacheranteil von über 50%, da auch Unfälle unter Radfahrern mit einfließen.

Die Formel ist folgende:

[Anzahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung] / [Anzahl der durch Radfahrer verursachte Unfälle]

Doch wie sähe die Zahl für Pkw aus?

Eine gesonderte Statistik gibt es nur für Radfahrer, Fußgänger und bestimmte Altersgruppen. Die Gesamtunfallstatistik 2009 (PDF) hingegen ist ein schwammiges Dokument. Tatsächlich findet man auf den Webseiten der Berliner Polizei keine Zahlen über die Anzahl der Pkw-Unfälle, die beteiligten Verkehrsarten und die ermittelten Unfallverursacher.

Allerdings finden sich auf Seite 7 zwei Tortendiagramme, die nach Unfallbeteiligten und Unfallverursachern aufschlüsseln. Zunächst sei auf folgende Unterscheidungen hingewiesen: Es gab 124.992 Unfälle mit etwa doppelt so vielen Unfallbeteiligten. Es ist wichtig, zwischen beiden Werten zu unterscheiden.

Tortendiagramm Unfallbeteiligte 2009, stark vereinfacht, Daten aus der Polizeistatistik:

Unfallbeteiligte 2009

Tortendiagramm Unfallverursacher, stark vereinfacht, Daten aus der Polizeistatistik:

Unfallverursacher 2009

Aus den Tortendiagrammen kann man die benötigten Zahlen ableiten.

  1. Es waren 3,03% der Unfallbeteiligten Radfahrer, haupt- und mitverursacht wurden 3,23% der Unfälle durch Radfahrer. 77,5% der Unfallbeteiligten waren Pkw-Fahrer, 71,34% durch Pkw verursacht.
  2. Aus der Unfallstatistik für Radfahrer können wir ablesen, dass 7452 Radfahrer Unfallbeteiligte waren. Über eine einfache Verhältnisrechnung können wir also herausbekommen, wie viele Pkw unfallbeteiligt waren: 77,5*7452/3,03 = 190.604 unfallbeteiligte Pkw. (Interessante Nebeninformation: Dann gab es bei den 124.992 Unfällen also 245.940 Unfallbeteiligte, das entspricht einem Faktor von 1,97)
  3. Die Anzahl der Unfälle mit Pkw fehlt in der Unfallstatistik, hier muss geschätzt werden. Ein vertretbarer Fehler dürfte sich aus der Annahme ergeben, dass die Unfallgegner der Kraftfahrer in etwa den Unfallbeteiligten aller registrierten Unfälle entsprechen, also Pkw zu 77,5% mit anderen Pkw kollidieren.
  4. Aus Unfallbeteiligten kann man nicht ohne weiteres auf die Zahl der Unfälle schließen. 100 Unfälle zwischen Pkw und Radfahrern bedeuten 100 unfallbeteiligte Pkw. 100 Unfälle zwischen Pkw bedeuten 200 unfallbeteiligte Pkw. Um aus den 190.604 unfallbeteiligten Pkw auf die Anzahl der Unfälle zu schließen, muss man also einmal die Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern herausrechnen und dann die mit Pkw.
  5. Unfälle zwischen Pkw gemäß Annahme aus Punkt 3: 190.604*77,5% = 147.718 Unfallbeteiligte. Entspricht 147.718/2 = 73859 Unfällen zwischen Pkw.
  6. Unfälle zwischen Pkw und anderen: 190.604-147.718 = 42886 Unfälle zwischen Pkw und sonstigen. Diese Zahl muss nicht durch 2 geteilt werden.
  7. 73859 + 42886 = 116.754 Unfälle mit Pkw-Beteiligung bei wohlgemerkt 124.992 Unfällen insgesamt.
  8. Da wir wissen, dass Radfahrer 4089 Unfälle verursacht haben, können wir über diese Prozentzahlen auch die Größenordnung der durch Pkw verursachten Unfälle ermitteln. 71,34*4089/3,23 = 90312 Unfälle wurden durch Pkw-Fahrer verursacht.

Wenn auch recht grob geschätzt (die prozentualen Angaben haben ja nicht viele Kommastellen), so haben wir nun Zahlen, um auszurechnen, wieviele der Unfälle mit Pkw-Beteiligung von den Kraftfahrern verursacht wurden. 90312 von 116.754 sind sage und schreibe:

77,3%

Achtung, wegen der vielen Annahmen im Rechenweg ist dieser Wert nur als Größenordnung zu betrachten. Irrtümer und Rechenfehler sind nicht ausgeschlossen (bitte unbedingt melden, wenn was nicht stimmt). Der größte Unsicherheitsfaktor besteht im Punkt 5 – es ist unbekannt, zu wieviel Prozent Pkw mit anderen Pkw verunglücken. Diese Zahl hat den größten Einfluss auf das Endergebnis.

Auto als Waffe: hohe Haftstrafe

Eine 47-jährige Autofahrerin wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mountainbiker absichtlich angefahren und lebensgefährlich verletzt hat. Die Staatsanwältin attestierte der Angeklagten einen „unbändigem Vernichtungswillen“, sie habe alles versucht, um den Radfahrer „zur Strecke zu bringen“.

Auf der Heimfahrt von einem Kurzurlaub auf einem Reiterhof war der Angeklagten auf einem schmalen Seeweg ein Fahrradfahrer begegnet, der sich zwischen Auto und Böschung zwängte und dabei den Außenspiegel der Autofahrerin beschädigte. Der Radler fuhr weiter statt anzuhalten, drehte sich kurz um und zeigte den ausgestreckten Mittelfinger. Die Angeklagte wendete und verfolgte den Radfahrer über fast zwei Kilometer, bis sie den Mountainbikefahrer auf einem Schotterweg von hinten rammte. Der 40 Jahre alte Radfahrer stürzte vor das Auto und wurde überrollt. Er erlitt Frakturen im Becken- und Brustkorbbereich, eine Lungenquetschung, Rippenbrüche, starke Kopfverletzungen und überlebte nur mit Glück.

Der Richter am Landgericht Augsburg sagte in der Urteilsbegründung: „Die Angeklagte hat das Auto als Waffe missbraucht“. Die verurteilte Angeklagte ist Ärztin und muss befürchten, dass ihr die Approbation entzogen wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Süddeutsche Zeitung: Rache-Fahrt gegen Radfahrer: Fünf Jahre für Ärztin
[via]

Als erste Radreisende ueber den noch geschlossenen Anzob Pass (3373 Meter)

Etappe Samarqand (Uzbekistan) nach Dushanbe (Tadschikistan)

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Ein Kurztripp nach Tashkent und die weiteren Veraenderungen

Von Samarqand fuhr ich mit einem Nachtzug nach Tashkant. Da Radreisende in Samarqand berichteten, dass der Erhalt des chinesischen Visums hier in nur einem Tag moeglich sei, wollte ich dieses versuchen. Die Fahrt in dem Nachtzug war ein echtes Erlebniss: Er war komplett voll, in einem Abteil schliefen sechs Leute – also drei uebereinander auf ausklappbaren Liegen.In Tashkent ging es auf dem schnellsten Weg und mit positiver Einstellung zur chinesischen Botschaft. Geschlossen! Auf Grund eines Staatsbesuches bleibt die Botschaft die gesammte Woche geschlossen. Naja, nichts ist planbar auf solchen Touren. Mit einem Sammeltaxi fuhr ich zurück nach Samarqand, denn am Nachmittag sollte endlich Richtung Berge aufgebrochen werden. Ueber den Pamirhighway werden mich zwei super nette und sehr lustige Franzosen begleiten. Dieses ist nicht die einzige Veraenderung: Jack, der kleine Hund, blieb bei einer Familie, die uns einige Kilometer vor dem Anzob Pass zum Essen und Uebernachten eingeladen hatten. Auch eine Routenaenderung gibt es, da die Situation in Kirgisien eine sichere und unbedachte Durchreise nicht zulaest. Ausserdem moechte ich nicht mehr als eine Woche in Dushanbe bleiben, um auf das kirgisische und chinesische Visum zu warten. Ich koennte so nur gute zwei Wochen in China verbleiben. Also werden wir den Pamirhighway fahren, runter zur afghanischen Grenze, wieder auf den Pamirhighway Richtung  und schliesslich zurueck nach Dushanbe. Von Dushanbe wird nach Riga geflogen und dann mit dem Rad nach Berlin gefahren. So haben wir viel Zeit um die Berge zu geniessen, kein Visastress.

Ein Aufstieg mit Herzklopfen

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Nach dem Kurztripp zur uzbekischen Hauptstadt ging es gut gelaunt los. Links und Rechts ragten schneebedeckte 5000er in die Hoehe. Der Grenzuebergang von Uzbekistan nach Tadschikistan war sehr klein, alles verlief schnell und unkombliziert. Auf der gesamten Strecke begegneten uns die Menschen mit einer unglaublichen Freundlichkeit. Wir wurden zum Tee, Essen oder Uebernachten eingeladen. Brot und Kaese wurde uns geschenkt. Die Strasse war selten asphaltiert, von Steinschlag, kleineren und groesseren Baechen gepraegt. Als ein Bagger einen kleinen Erdrutsch wegschaufelte, wurde kurz gehalten.

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In Anzob wurde uns berichtet, dass der Pass noch geschlossen ist,  dennoch wollten wir die Berge sehen und nicht durch den ca. 6 Kilometer langen Tunnel. Der Aufstieg war sehr schoen, natuerlich auch anstrengend. Doch der Knueller kam noch: Auf den letzten ca. 400 Hoehenmetern war die “Strasse“ immer wieder von Schnee bedeckt.

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Auf der einen Seite ging es so hunderte Meter hangabwaerts, auf der anderen hunderte Meter hoch. Wir traten kleine Pfade in den Schnee, die Raeder bekommen eine eigene Spur. Fuer die letzte Etappe wurden ca. vier Stunden benoetigt, eine super spannende Erfahrung. Selten hatte ich so ein Herzklopfen.

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Auf dem Pass war es nur noch 9 Grad warm, es windete. Zu unserer Ueberraschung war er bewohnt, es gab eine Wetterstation.   Wir wurden erneut zum Tee und gerade gebacken Brot eingeladen.

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Der Tag endete mit einer sehr schoenen Abfahrt.

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Bis bald

KY

Den Bericht habe ich vor zwei Wochen geschrieben, der Bericht ueber den Pamirhighway folgt.

Lust mehr über die Radtour zu erfahren? Unter der Kategorie „Touren“ findet ihr alle Berichte mit Bildern.

Die Unfallstatistik für Radfahrer im Tagesspiegel

In mehr als der Hälfte der Fälle der Verkehrsunfälle sind die Radfahrer selbst schuld. Diese Fehlauswertung der Berliner Unfallzahlen beglückt uns nicht nur jährlich in der Unfallstatistik Radfahrer der Berliner Polizei (PDF). Auch der Tagesspiegel übernimmt die Zahl unhinterfragt. Die Zahl entsteht, wenn man alle Verkehrsunfälle (des Jahres 2009) mit Radfahrerbeteiligung zusammenzählt (7056) und sie der Anzahl der radelnden Unfallverursacher (Haupt- und Mitverursacher: 4089) gegenüberstellt. Heraus kommt ein Schuldanteil von 57,95%, der aber unterschlägt, dass auch Unfälle unter Radfahrern einbezogen sind. Unfälle unter gleichartigen Verkehrsteilnehmergruppen sind von dieser Gruppe naturgemäß zu 100% selbst verursacht.

Der so ausgerechnete Verursacheranteil ist nur sehr begrenzt brauchbar – und für Pkw fast gar nicht auszurechnen, da auf Pkw aufgeschlüsselte Angaben in der Gesamtunfallstatistik der Berliner Polizei (PDF) schlichtweg fehlen. Bliebe nur ein mühseliges Zusammenrechnen anderer Zahlen.

Brauchbar ist ein direkter Vergleich der Unfallbeteiligten.

So wurden von 4647 Verkehrsunfällen zwischen Kfz und Radfahrern 2999 vom Kraftfahrer hauptsächlich verursacht, wie folgende Grafik verdeutlicht.

Unfallverursacher bei Unfällen zwischen Pkw und Fahrrädern, Berlin 2009

Bei Unfällen zwischen Fußgängern und Radfahrern (483, davon 203 hauptsächlich von Fußgängern verursacht) sieht das Bild für Radfahrer hingegen wenig rühmlich aus:

Unfallverursacher bei Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern, Berlin 2009

Unfälle zwischen Radfahrern kann man indirekt aus der Unfallstatistik ablesen, indem man die Gesamtanzahl der Unfälle (7056) von der Gesamtzahl an Unfällen beteiligten Radfahrer (7452, vgl. S. 20 der Statistik) abzieht. Heraus kommt 396. Da bei einem Unfall zwischen Radfahrern immer ein Radfahrer schuld ist, wurden 396 dieser Unfälle von Radfahrern verursacht. Diese Zahl ist zwar nicht brauchbar, wird von Polizei und Tagesspiegel aber indirekt verwendet, indem sie in die Gesamtzahl aller Unfälle einfach mit einfließt. Grafisch veranschaulicht:

Unfallverursacher bei Unfällen zwischen Radfahrern, Berlin 2009

So genau hat man die Zahlen beim Tagesspiegel leider nicht analysiert, dafür gibt es als Ersatz zahlreiche Einzelfall-Beispiele, bei denen Radfahrer erwartungsgemäß nicht gut wegkommen.

Tagesspiegel: Radfahrer sind oft selbst schuld an Unfällen

Fahrrad als Drum Kit

„Das Musikprojekt Puncture Kit (Flickzeug) entstand, als ich kurz nach meiner Ankunft aus Australien im Green Park in London saß, kein Auto und kein Schlagzeug besaß aber dennoch Beats produzieren wollte. Ich wollte kein Schlagzeug mit in die U-Bahn schleppen, also drehte ich mein Fahrrad um und benutzte es gleicheitig als drum kit und als Transportrad.“

Puncture Kit

Mit dem Fahrrad sicher durch den Kreisel

Wenn man sich an ganz normalen Ampelkreuzungen bei Rot vor haltenden Fahrzeugen aufbaut und bei Grün in die Kreuzung fährt, dann wird man häufig bereits im Kreuzungsbereich überholt, trotz abbiegenden Gegenverkehrs und einer insgesamt unübersichtlichen Verkehrssituation. Abhilfe schafft, wenn man mehr zur Mitte hin fährt statt am rechten Rand.

Ähnlich verhält es sich im Kreisverkehr. Wie befährt man einen Kreisel korrekt? Dazu haben die Verkehrsklubs der Schweiz und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) den Schulen didaktisches Material für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Radfahrer, ob Kinder oder Erwachsene, müssen als Verkehrsteilnehmer aufmerksam in den Kreisel einfahren und sich je nach Route an die Ideallinie halten.

„Die Ideallinie ist für die Velofahrer jeweils abhängig von der Kreiselausfahrt, die sie befahren wollen.

Wer den Kreisel bei der ersten Ausfahrt verlässt, hält sich mit dem nötigen Sicherheitsabstand an den rechten Strassenrand und zeigt sein Abbiegen mit Handzeichen an.

Und Velofahrer, welche die zweite oder dritte Ausfahrt benützen wollen? Sie sollen bei der Einfahrt in den Kreisel in die Mitte der Fahrbahn einspuren und im Kreisel leicht rechts von der Spurmitte fahren.“

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aus: a-z.ch: Mit dem Fahrrad sicher durch den Kreisel fahren

Wie Merkel die Verkehrswende torpediert

Einen interessanten Kommentar über die ungenutzten Chancen politischer Steuerungsmöglichkeiten zur Verkehrsmittelwahl hat Christian Schwägerl im Spiegel verfasst. Er beklagt, dass die Regierung eine notwendige Verkehrswende torpediert und das Autofahren durch ungerechte Subventionen eher fördert. Dies wiederum führt zu „Umweltverschmutzung, hässlichen Städten, Flächenverbrauch und Verkehrstote inklusive.“ In einer Medienlandschaft, die (Nur-)Autofahren eher mit hohem Lebensstandard verbindet und den derzeitigen Zustand mittels Elektroauto bis in alle Ewigkeit festhalten will, ist so eine Aussage durchaus bemerkenswert.

Schwägerl kommt des weiteren auf die steuerliche Ungerechtigkeit zu sprechen – so bezahlt jeder Steuerzahler die Straßen, für deren Benutzung derjenige den höchsten Betrag beim Finanzamt absetzen kann, der den größten und vielverbrauchendsten Dienstwagen benutzt. Sein Gegenvorschlag: „Neue Autobahnen und Bundesstraßen sollten diejenigen zahlen müssen, die sie tatsächlich nutzen – denn jeder zusätzliche Kilometer ist purer Luxus, das deutsche Wegenetz ist längst dicht genug.

zum Artikel im Spiegel

Europas Radlhauptstadt München

Mit der Initiative „Radlhauptstadt München“ wirbt die bayerische Hauptstadt mit einem massiven Werbeetat für das Alltagsradfahren. Allein in diesem und im kommenden Jahr stehen knapp zwei Millionen Euro für die Aktion bereit. Neben vielen Plakaten auf Münchens Straßen war einer der Hauptevents die Wahl des Radlstars. Die im Video abgebildete Suza, 27 Jahre alt, belegte den zweiten  Platz im Wettbewerb.

In den Medien kommt die Kampagne nicht sehr gut weg. „Das ist plumper Quatsch mit Soße“ titelte die Abendzeitung. Werbung für das Radfahren, eine gute Sache oder ist das Geld besser investiert in den radfahrerfreundlichen Ausbau einer Kreuzung?

Radlhauptstadt München

Radfahrerportraits aus Südafrika

Stan Engelbrecht und Nic Grobler aus Südafrika sind seit Anfang des Jahres auf der Suche nach Radfahrern. Herausgekommen sind einige Dutzend Portraits von Velofahrern aus allen sozialen Schichten Südafrikas. Auffällig ist die tiefe Beziehung der Leute zu ihrem Rad. „My bike is good to me“ ist ein Satz, den man immer wieder von den Portraitierten hört. Das Foto zeigt Frank Mncube am Sunset Beach in Cape Town. Ergänzt wird jedes  Portraits mit einer kleinen Karte, die den Standort des Radfahrers zeigt. Engelbrecht und Grobler werden aus den Radfahrerportraits ein Buch machen, das demnächst erscheint.
Bicycle Portraits – everyday South Africans and their bicycles

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Mehr Fahrradunfälle in Kreisverkehren

In einem Forschungsvorhaben an der Universität Hasselt wurden 148 Kreisverkehre in Belgien untersucht. Ergebnis: Kreuzungen, die in einen Kreisverkehr umgewandelt wurden, führten zu 27% mehr Fahrradunfällen. Die Zahl der scherwiegenden Verletzungen erhöhte sich gar um 45 Prozent. Die Studie ergab, dass Keisverkehre mit begleitendem Radweg eine besonders große Unfallträchtigkeit besitzen, da die Zahl der Unfälle im toten Winkel zunimmt.

Quelle: eltis: Roundabouts increase bike accidents (Belgium)

Velo-city Global 2010 in Kopenhagen

Different Gears – Same Destination, Unterschiedliche Gänge – das gleiche Ziel lautet der Titel der Konferenz Velo-city 2010 in Kopenhagen vom 22. bis zum 25. Juni. Radverkehrsexperten und Leute, die sich beruflich mit dem Transportmittel Fahrrad beschäftigen, wollen ausloten, wie groß das Potential des Radfahrens ist, die Lebensqualität überall auf der Welt zu steigern und auf globale Herausforderungen zu reagieren.

Velo-city gilt als bedeutendste internationale Konferenzreihe zur Förderung der Radverkehrsplanung. Der Europäische Radfahrerverband ECF rief die Konferenz 1980 in Bremen ins Leben und veranstaltet sie seitdem regelmäßig. Zuletzt war Velo-City 2007 zu Gast in München und 2009 in Brüssel.

Auf der Kopenhagener Konferenz geht es um Themen wie das Radfahren in Megastädten, Radeln in kalten und hügeligen Städten, Fahrradverleihsysteme, Straßenverkehrssicherheit, Radverkehrsstrategien in Entwicklungsländern und Kampagnen zur Reduzierung von Autokurzstreckenfahrten.

Velo-city Global 2010

Radfahrer müssen Tiergarten umfahren

Wegen der Fußballweltmeisterschaft wird es ab dem 23. Juni wieder die WM Fanmeile auf der Straße des 17. Juni geben. Da der Fanbereich großräumig mit Gittern abgesperrt wird, müssen Radfahrer den 17. Juni zwischen dem Großen Stern und dem Brandenburger Tor umfahren. Möglich ist der Umweg am südlichen Tiergartenrand über Hofjägerallee, Tiergartenstraße, Lenné- und Ebertstraße. Nördlich gibt es eine Umfahrung längst der Spree über John-Foster-Dullus-Allee und Scheidemannstraße zum Brandenburger Tor. Die Sperrung wird über die WM hinaus bis zum 15. Juli, 24 Uhr andauern.

Niederlande: Fahrradfreies Stadtzentrum

Die Stadt Venray (etwa 27.500 Einwohner) im Südosten der Niederlande besitzt nun ein fahrradfreies Stadtzentrum. In der Schoolstraat darf man ein Fahrrad zwar noch schieben, nicht aber fahren oder parken. In der Umgebung des Zentrums wurde auf rotem Asphalt eine Umfahrung geschaffen, die zwar länger ist aber genauso schnell. Am Rand der Innenstadt wurden bewachte Fahrradparkflächen mit einer kapazität von 200 Rädern geschaffen. Zur Zeit werden diese Parkplätze von Kameras überwacht, in Zukunft werden dort Menschen mit psychischen Behinderungen arbeiten.
Fietsberaad: Venray start met ‚fietscirculatieplan‘